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Point Blank



Point Blank #1
Autor:
Ed Brubaker

Zeichner:
Colin Wilson

Cover:
Simon Bislev

Preis:
$2.95/Heft

Erscheinungsdatum:
August - Dezember 2002



Point Blank #1:

Cole Cash, auch bekannt als Grifter, wird gefesselt und mit verbundenen Augen auf einen leeren Platz geführt, wo ihm eine Kugel in den Kopf geschossen werden soll.
Vor zehn Tagen hatte alles angefangen. Cash sitzt in einer Kneipe für Superwesen und wird von alten Bekannten angesprochen. Er gibt einem alten Mann Geld, und saugt die Umgebung in sich auf. Er wartet auf John Lynch, und erinnert sich an ihr erstes Treffen in dieser Bar. Cole Cash kam zu spät und die beiden hatten sich über alte Zeiten unterhalten, und John hatte Cash um Hilfe gebeten. Er hatte jemanden gebraucht, dem er trauen konnte. Wieder in der Gegenwart spricht Cash auf den Anrufsbeantworter von Lynch, und erinnert sich daran, wie sich ihre Geschichte seit dem Ende von Team 7 verändert hat, besonders die von Lynch.

Wieder erinnert sich Cash daran, wie er gemeinsam mit John Lynch eine erste Mission ausgeführt hatte. Es handelte sich um eine Motorradbande, deren Hauptteil Cash erledigte. Um den Anführer hatte sich Lynch gekümmert. Er hatte ihm ein paar Fragen gestellt, danach hatte er die Befragung aus dem Gedächtnis des Mannes gelöscht, was Lynch sehr mitgenommen hatte. Lynch hatte nach einem Mann mit dem Namen Carver gesucht, und deshalb folgten weitere solche Missionen. Lynch wollte Cash jedoch nie verraten, wer dieser Carver ist.
Cash verlässt in der Gegenwart die Bar, und wandert durch die Straßen, bis er auf Polizei stößt. Die haben eine "Crime Scene" gesichert, und Cash findet dort John Lynch, der angeschossen ist, und gerade noch am Leben ist.

Point Blank #2

Point Blank #2John Lynch wird operiert, während Cash alten Erinnerungen nachhängt. Danach erfährt er, dass Lynch in Ordnung sein wird, und dass sich sein Gehirn regeneriert, was etwas ungewöhnlich ist.
Cash erinnert sich kurz an eine Mission, als er mit Lynch noch für I.O. gearbeitet hatte. Als er wieder aufwacht, sieht er sich einem alten Freund gegenüber, nämlich Marc Slayton, der für Abteilung P.S.I. tätig ist. Später sind sie in einer Kneipe und unterhalten sich über Lynch. Marc vermutet, dass einige Leute von Black Art, nun bekannt als The Faction, hinter Lynch her waren. Es kommt zu einem Streit zwischen Marc und Cash, den Cash elegant mit einer Waffe beilegt.

Zurück im Krankenhaus lässt Marc Bobby und Caitlin, zwei der Gen13-Kinder, zu Lynch vor. Während die beiden am Bett von John sitzen, versucht Cash von den Kindern näheres über Carver herauszufinden, doch die können ihm nicht helfen.
Cash geht danach in das Hotelzimmer von John Lynch, das jedoch schon durchsucht worden ist. Lynch hasste seine Kräfte und neue Metamenschen wie die Authority. Plötzlich bemerkt Grifter, dass er verfolgt wird. Er greift diesen an, woraufhin der Verfolger flieht. Grifter kann ihn jedoch aufhalten, und will ihn ausfragen. Er erfährt noch, dass Carver ein Verräter ist, als plötzlich ein anderer Mann auf Grifter und den Verfolger schießt. Am Ende sind der Verfolger und der andere Mann tot. Aus einem Überwachungsprotokoll hört Grifter den Namen Tao raus, was ihn überrascht.

Point Blank #3

Point Blank #3Cash ist auf dem Weg zu einer Schwulenbar, wo der Midnighter als Stargast residiert. Cash spricht ihn an, und nachdem ein paar Nettigkeiten ausgetauscht wurden, unterhalten sich beide über Tao. Cash will Informationen über die Aktivitäten von Tao haben, und die Authority ist die beste Quelle für ihn. Midnighter leitet ihn an Hawksmoor weiter, der momentan in San Francisco ist. Dort angekommen unterhalten sich die beiden, und die Informationen, die Cash bekommt, enthalten einige Überraschungen. Tao hat ein Syndikat begründet, das bislang unentdeckt blieb. John Lynch brachte die Authority darauf, und wollte im Austausch Informationen darüber haben, ob das Syndikat aus dem Bleed agiert, was es nicht tut.

Zurück in New York macht sich Cash auf den Weg zu Lynch. Doch der wurde von Department P.S.I. abtransportiert. Cash quetscht einen Agenten aus und erfährt, dass sein alter Kollege Marc Slayton das veranlasst hat.
Cash überfällt daraufhin Marc, und die beiden führen eine Unterhaltung, in deren Verlauf Slayton Cash sagt, die Bosse würden ihn verdächtigen, Lynch angeschossen zu haben. Außerdem erzählt Marc Cash auch noch von Carver, der sich als Meisterschüler von John Lynch herausstellt, sich jedoch gegen ihn gewandt hat, und vor kurzem im Syndikat von Tao in einer hohen Position auftauchte. Die Enthüllung wirft das ganze Theorie-Gebäude von Cash durcheinander.
Später versucht Cash die neusten Erkenntnisse zu sortieren. Er findet heraus, dass Lynch eine Quelle gehabt haben musste, und genau in diesem Moment wird er von der Quelle kontaktiert.

Point Blank #4

Point Blank #4Cash beobachtet eine Superschurkenbar, als er plötzlich Kenesha sieht, die aus der Bar rauskommt. Kurz nach ihr tritt ein kleiner Superschurke ins Freie, der sie verfolgt. Cash beschließt, den beiden auf den Fersen zu bleiben und Kenesha eventuell zu helfen. Als er sie in einem Parkhaus findet, sieht es danach aus, als ob der kleine Schurke Kenesha vergewaltigt. Cash greift natürlich ein und schleudert den Schurken mal eben aus der hohen Parketage runter auf die Erde. Doch er hat die ganze Situation missverstanden. Außerdem ist Kenesha/Savant nicht die Quelle von Lynch, so dass Cash plötzlich feststellen muss: Die beiden wurden reingelegt. Und so tut Kenesha Cash einen Gefallen, und verfolgt den Telefonanruf zurück, den Cash bekommen hat.

Als Cash wieder in seiner Lieblingsbar ist, findet er heraus, dass das Telefon, von dem der Anruf kam, seit einigen Tagen kaputt ist. Wieder hat Grifter das Gefühl, dass etwas nicht stimmt, und wird wieder von Whitey angesprochen. Die Barkeeperin meint, dass Lynch in der Nacht, in der er angeschossen wurde, ebenfalls in der Bar war, auf der Suche nach Cash.

Und so, den Kopf voller Fragen und Halbwahrheiten, macht sich Cash zurück in sein Hotelzimmer, wo er wieder eine merkwürdige Erinnerung bekommt. In seinem Zimmer wird Cash von Tao und dessen Leibwächtern empfangen und zusammenzuschlagen.
Von den Leibwächtern wird Cash an eine abgelegen Stelle gebracht, und erschossen.

Point Blank #5

Point Blank #5Cash kommt zu sich, über und über mit Blut und Gehirn bekleckert. Er hat überlebt, weil einer der Leibwächter in Wirklichkeit für Lynch gearbeitet hat. Dieser Leibwächter ist Carver, und er lässt sich von Cash anschießen, damit seine Tarnung nicht auffliegt. Danach macht sich Cash auf den Weg, Tao zu töten, wovon Carver ihm abgeraten hat.

Und so dringt Cash in das Versteck von Tao ein. Er tötet alle Wachen und schießt auf Tao, doch der entpuppt sich als Illusion. Der richtige Tao redet mit Cash, und lässt ihn sich daran erinnern, was wirklich passiert war. Cash hatte auf Lynch geschossen, weil Tao Cole Cash vorher aufgesucht hatte, und ihn dahingehend „überredet“ hat. Er hat ihn sogar mit der Tatwaffe ausgestattet. Und er hat danach sein Gedächtnis gewaschen. Doch dank seinem Coda Training hat Cole Cash diese Gehirnwäsche unbewusst angegriffen. Die Waffe hat Cash verschickt. Cash will Tao deswegen umbringen, doch dieser manipuliert ihn dahingehend, dass er alles vergisst. Und so findet sich Cash wieder in seiner Lieblingsbar wieder, ohne jegliche Erinnerungen. Er kennt auch Carver nicht mehr, der ihn um Hilfe bittet. Für Cole Cash ist alles wieder wie gehabt.




Anmerkungen:

Die Miniserie spielt zwischen Wildcats Vol.2 und Wildcats Ver. 3.0.

In dieser Serie wird teilweise stark auf die Wildstorm Continuity eingegangen. Ich selber kenne mich da nicht so gut aus, werde jedoch so gut ich kann einige Sachen erklären.
Bobby ist der Sohn von John Lynch.

Marc Slayton ist eventuell ein Mitglied des Teams Wetwork, dessen Mitglieder irgendwelche Symbionten darstellten.

Kenesha a.k.a. Savant war mal ein Mitglied der Wildcats und hatte auch ein eigenes Team mit dem Namen „Savants Garde“. Sie und Tao waren einmal ineinander verliebt.

Tao ist ein künstliches Geschöpft mit hoher Intelligenz. Als die ersten Wildcats verschollen waren, gründete Savant mit Mr. Majestic (dem Superman des Wildstorm Universums) ein neues Wildcats Team. Tao wurde ebenfalls Mitglied des Teams und manipulierte es zu seinen Gunsten. So wurde ein Bandenkrieg angezettelt, den Tao ausnutzte. Später galt er als tot, doch er hat überlebt.

Die Coda sind/waren eine Schwesternschaft, die von Zealot gegründet worden waren, sich jedoch nach und nach von den Ursprungsideen entfernten. Zealot hat diese Schwesternschaft in den letzten Ausgaben der zweiten Wildcats Serie vernichtet. Cole Cash war der einzige Mann, dem das Coda Training angediehen wurde.

Kommentar:

Tja. Was kann man zu dieser Miniserie sagen...
Sie ist recht komplex. Ed Brubaker spinnt eine Story, die aus zahlreichen merkwürdigen Szenen besteht. Und erst am Ende sieht man urplötzlich klar.

Das macht auch den Reiz der Miniserie aus. Ed Brubaker schreibt keine einfache "Superheld rächt sich an Superschurke"-Story. Er schreibt eine Geschichte, die eigentlich eher eine "Crime Noir" ist. Sie ist dunkel, aber nicht düster. Ihr Hauptdarsteller mag einst ein Superheld gewesen zu sein, und es tauchen auch diverse Superwesen auf, aber das ganze lässt sich perfekt ignorieren. Man sieht keine hellen Superkräfte, sondern hauptsächlich normale Eigenschaften. Und am Ende ist alles offen und doch abgeschlossen.
Hauptperson dieser Miniserie ist Cole Cash. Eine eher ungewöhnliche Wahl. Cash säuft sich durch die Miniserie und man merkt, dass er es nicht gewohnt ist, seinen Kopf zu benutzen. Er ist ein Mann der Tat, ein agierender, kein reagierender. Doch jedes Mal, wenn er agiert, wird alles nur noch schlimmer. Und das macht diese Miniserie so lesenswert.

Die ganze Story ist ungewöhnlich. Und das wird durch die Zeichnungen von Colin Wilson noch verstärkt. Man merkt ihm an, dass er ein europäischer Künstler ist. Seine Zeichnungen sind eher schmucklos, seine Figuren normal aussehend. Doch gerade diese Normalität, diese Schmucklosigkeit, dieses Nicht-Auffallen hebt die Serie so hervor. Seine Helden sind keine Helden, sondern normale Leute, teilweise schon gebrochen. Die Cover von Simon Bisley verstärken diese Crime NoiräAtmosphäre ebenfalls. Sie sind dunkel, düster, schmutzig. Besonders das Cover zu Ausgabe #5 ist gut gelungen.

Wer sich wundert, wie es mit Carver weitergeht, den verweise ich auf die Serie „Sleeper“, geschrieben von Ed Brubaker, gezeichnet von Sean Phillips.

Fazit: Diese Miniserie besticht durch ihre Ungewöhnlichkeit.


Götz "comicfreak" Piesbergen


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