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Swamp Thing Bad Thing



Swamp Thing: Bad Seed
Bad Seed

aus der Reihe "Swamp Thing" bei DC/Vertigo

Februar 2005


ISBN: 1-4012-0421-X


9, 95 US $


144 Seiten


Autor:
Andy Diggle


Zeichner:
Enrique Breccia


Farben:
Martin Breccia


Klappentext:

"Another fine option for the adults horror-comic fan." - The Washington Times

Once there was a man named Alec Holland, who died trying to transform the world into a new Garden of Eden. From his ashes rose an avatar of Green, the embodiment of Earth´s plant life - a shambling mass of vegetation called the Swamp Thing, whose goldike power was tempered by Alec´s kindness and human devency. Those same qualities won him the love of a woman, Abby Vable - a love which entures a seemingly endless host of trials and hardships and culiminated in a child named Tefé, who inherited form her parents the elemental power to control plants and flesh alike. Willful and contrary, Tefé rebelled against the presures of her abilities, even as her father grew more powerful, adding the ancient forces of Earth, Water, Fire and Air to his command of the Green. Now, swollen with all of the planet´s elemental powers (save those residing in his daughter), the being that was Swamp Thing has lost all traces of its former humanity. This is bad news for mankind, as there is no longer anything to restrain Tefés' father from forcibly rebalancing nature at the cost of billions of human lives.

The good news is that John Constantine, that sly old magus, has a plan to rein the Holland family - he just needs to do a little digging. Furtunateley, the Hellblazer happens to know where bodies are burried...

Writer Andy Diggle (THE LOSERS) and artist Enrique Breccia (LOVECRAFT) breate new life into this legendary VERTIGO character with BAD SEED, collecing the first six issues of SWAMP THING´s latest incarnation.




Einleitende Worte

Der Band hat es nicht einfach. Eine meiner Lieblingscomicfiguren, eine Figur die viel Potenzial hat und obendrein auch noch ein zeitlich ungünstiger Erscheinungstermin. Ich bin vorbelastet durch Moore, und fast zeitgleich mit "Bad Seed" erscheint auch noch eine weitere Sammlung der alten, um nicht zu sagen klassischen Geschichten von Rick Veitch ("Regenesis") - und vor kurzem habe ich mir erst wieder einmal "Dark Genesis" von den Altmeistern Wein und Wrightson angesehen, das die ersten zehn (bzw. elf, rechnet man die Kurzgeschichte aus "House of Secrets" hinzu) Abenteuer von und mit Swamp Thing, Matt Cable, Arcane, Abby und all den anderen Figuren aus Stunde Null enthält.






Rezension / Inhalt:


Swamp Thing hat vor, die Erde wieder zu einem Paradies für die Natur und das Grün zu machen, egal ob dabei die Menschheit auf der Strecke bleibt oder nicht. Liegt das nun an mir, dass ich verzweifelt nach dem Floronic Man oder alten Ausgaben von Moore/Veitch Ausschau halte?

Wie auch immer, Swamp Thing ist also völlig vom Bewustsein Alec Hollands gelöst, und mit seinen göttlichen Kräften will es die Welt zu einem besseren Ort machen.

Der geheimnissvolle Sargos hat derweil ganz eigene Pläne mit Swamp Things Tochter Tefé, die einen starken Hass gegenüber ihren Eltern hegt. Während ihre Mutter Abby versucht, an Swamp Things Bewusstsein heranzukommen und an die einstige Menschlichkeit des Elementarwesens, das zu lieben sie gelernt hat, zu appellieren, spinnt Sargos ein feines (Hexen-)Netzwerk aus Intrigen und Lügen um die wütende Tefé.

John Constantine (diesmal gottseidank ohne Nikotinkaugummi) macht sich derweil daran, Alec Hollands Gerippe aus dem Sumpf von Louisiana zu befreien und mit Swamp Things neuem Bewustsein zusammenzuführen.

Dank Sargos Intrigen, Abbys Bemühungen und John Constantines Einsatz kommt es im sonst eigentlich eher idyllischen und gemütlichen Schwarzwald (!) dann auch tatsächlich zu einer kleinen, hübschen Familienzusammenkunft, bei der sich Vater und Tochter allerdings bis aufs Blut bekämpfen, während der Hellblazer seine eigenen Probleme mit dem erstarkten Sargos hat.

Am Ende ist es Alec Holland, der seine Seele opfert und wieder eins werden lässt mit dem Wesen, mit dem er einst das mächtige Elementarwesen Swamp Thing geformt hat. Die Menschlichkeit, die in Swamp Things Bewustsein zurückkehrt, besiegelt schließlich sein Schicksal - und gleichzeitig auch das von Sargos. Doch wie die letzten Seiten beweisen, war dies nicht das Ende von Swampy ...




Fazit:


Das ziemlich gelungene Cover und die Aufmachung des Sammelbandes, der die ersten sechs Ausgaben der neuen Swamp Thing Serie enthält, haben mich eigentlich mit einem Kracher rechnen lassen. Das Artwork im Innenteil unterscheidet sich dann aber recht deutlich von dem auf dem Buchdeckel, und ganz ehrlich gesagt habe ich mit Breccias Zeichenstil ziemlich Probleme. Gut, dies mag Geschmackssache sein, doch wenn Autor und Redakteure den Schwarzwald und ein deutsches Dörfchen irgendwo am Rhein dann auch noch wie 50 Jahre zurück in der Zeit versetzt darstellen, dann habe ich sogar generell Probleme damit, mich mit dem Band anzufreunden, und auch die paar Brocken Deutsch, die in der amerikanischen Originalsausgabe enthalten sind, können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Lektüre stellenweise recht zäh und ideenarm ist. Einziger Lichtblick ist zweifellos, dass Diggle es wirklich versteht, Constantine in Szene zu setzen - besser als Hollywood es je tun könnte. Hierfür (insbesondere für den "BBC-Spruch") ein ganz dickes Lob.

Als großer Verfechter von Moores Run und insbesondere des zweiten Tradepaperbacks der Serie ("Love and Death"), das die Story "Das Begräbnis" enthält, stoße ich schnell schon auf die nächsten Komplikationen mit vorliegendem Werk. Klar nimmt Diggle Bezug auf die Story, relativiert sie aber irgendwie auch auf nicht gar so koschere Weise, und ich weiß nicht genau, wo ich bei ihm nun bin. Ist es Absicht? Oder wusste er es nicht besser?

Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass Swamp Things Geschichte nun schon recht lange währt, dabei aber in neuen Serien immer auf Ereignisse der älteren Bezug genommen wurde. Ein Neuleser kann und wird sich somit kaum zurecht finden, da ihm bis auf den Klappentext eigentlich keine Hilfe in Form von redaktioneller Betreuung gegeben wird. Und "Bad Seed" wird es auch nicht schaffen, ihm die Figuren so schmackhaft zu machen, dass er sich die nicht gerade billigen Sammelbände vergangener Jahre holt, um die Anfänge zu genießen.

Die in dem Band gesammelten, ersten Ausgaben der Geschichte um Swamp Thing hinterlassen einen leicht bitteren Nachgeschmack, doch haben sie natürlich den Nachteil, dass sie sich mit den glänzenden Perlen von Wein, Moore, Wrightson, Bissette, Totleben, Veitch & Co. messen müssen. Und diesem Vergleich halten sie einfach nicht stand.

Kurzum: Zuviel aufgesetzte Mystik, zuviel durchtriebene Magie, überwiegend zu schlechtes Artwork - so kann´s selbst Constantine am Ende nicht retten, und es bleibt eine bestenfalls mittelmäßige Erweiterung der Swamp Thing Legende.




Randnotizen


  • Die ersten sieben Seiten gibt es als Leseprobe auf der offiziellen Webseite von DC:
    Hier klicken
by Christian Endres

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