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  Vertigo  


USA:
Swamp Thing: Bad Seed TP

Swamp Thing: Love in Vain TP

The Originals

Sandman presents: Bast

It's a Bird!


Panini:
Swamp Thing #1
Swamp Thing #2
Swamp Thing #3



Bücher der Magie 1: Die Einladung


     







Swamp Thing #3:
Der Fluch



Swamp Thing: Der Fluch
Autor:
Alan Moore

Zeichner:
Steven Bissette, Rick Weitch, Stan Woch & John Totleben

Farben:
Tatjana Wood

Preis:
20,00 Euro

196 Seiten

Erscheinungsdatum:
Februar 2004

Enthält:
US:The Saga of Swamp Thing # 35 - # 42 (1985)


Klappentext:

„Ich bin ein mieser Dreckskerl.“

Mit diesen Worten stellt sich John Constantine, der Mystiker im Trenchcoat, vor – und schickt Swamp Thing auf eine bizarre Reise, die das Monster von den dunkelsten Ecken Amerikas zu den Wurzeln seines eigenen, lange verborgenen Erbes führen wird. Mit dieser klassischen Saga verwandelten Alan Moore, Stephen Bissette, John Totleben und Rick Veitch Swamp Thing in ein mächtiges Elementar-Wesen, dessen Potenzial zu gewaltig ist wie die Erde selbst.
Die Stories, die Sie in der Hand halten, präsentieren Versionen des Grauens – Unterwasservampire, einen Werwolf mit einem ungewöhnlichen Fluch, den entsetzlichen Irren namens Atomfresse und den ersten Auftritt von Hellblazer John Constantine – und veränderten für immer das Gesicht amerikanischer Comics.

Die in diesem Band versammelten klassischen Geschichten aus Alan Moores preisgekröntem Run als Autor der SWAMP THING-Serie stellen einen Höhepunkt des graphischen Erzählens dar. Mit seinen einzigartigen Erzähltalent führte Alan Moore die von Autor Len Wein und Berni Wrightston geschaffene Gestalt in den 1980er Jahren zu neuen Höhen. Seine provokativen und innovativen Texte – kombiniert mit den meisterhaften Zeichnungen einiger der besten Künstler des Mediums – machten SWAMP THING zu einem der großen Comics des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Dieser Band präsentiert acht Hefte von Alan Moores SAGA OF THE SWAMP THING – 35-42!




Einleitende Worte

Schade: Da hat man sich so an die Einleitungen von hochkarätigen Leuten wie Neil Gaiman gewöhnt, und nun muss man sie vermissen. Natürlich tut das der Genialität der Geschichten keinen Abbruch, aber die Vorworte, Einleitungen und Overtüre(n) waren die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Ein kleines Minus hierfür, wenngleich die deutsche Redaktion da natürlich nichts dafür kann.

Optisch und medientechnisch ist das Tradepaperback wie immer klasse und perfekt aufgemacht. Ein tadelloses Produkt, dessen Lektüre ein Hochgenuss ist. Stürzen wir uns also in die dritte Runde von Panini´s Swamp Thing Tradepaperback-Reihe...



Die Kreativen:

Alan Moore (Autor)

Der am 1953 in Northampton (England) geborene Alan Moore begann seine Kariere 1979 mit mehreren Humor-Strips im Musikblatt Sounds als Comiczeichner. Nach einem Jahr wandte er sich ganz dem Schreiben zu und arbeitete für Doctor Who Weekly und 2000AD. Darauf folgten Marvelman (in den USA als Miracleman veröffentlich) und der politische Thriller V for Vendetta, der ihm 1982 und 1983 den britishen Eagle Award als bester Comicautor eintrug.
Sein innovativer Run als Autor von Swamp Thing revolutionierte das Comic-Medium und brachte ihm mehrere Preise ein.
Er ist auch der Autor der mit dem Hugo Award prämierten Serie Watchmen, die ihn als den einflussreichsten Comicautor der Gegenwart etablierte. Im Augenblick schreibt er vor allen die Serien der America’s Best Comic-Edition, die er 1999 ins Leben rief. Ferner zu erwähnen wären da grandiose Werke wie From Hell oder The League of the extraordinary Gentlemen. (Eine komplette Auflistung Moores umfangreicher Arbeiten und Publikationen kann man auf seiner offiziellen Webseite finden).
Leider hat sich der Autor komplett aus der „Mainstream“ Szene zurückgezogen, lebt nun sogar wieder in England und hat DC und anderen großen Verlagen endgültig den Rücken zugekehrt. Nichts desto trotz ist Moore etwas gelungen, das nur wenige (Comic-) Autoren geschafft haben: Er ist bereits zu Lebzeiten eine kleine Legende.


Stan Woch (Zeichner)

Der 1959 geborene Stan Woch, bekannt durch seine Arbeiten für Batman, Teen Titans, Robin, Superman, World´s Finest, Star Wars und Sandman, vertritt Steven Bissette in „Stille Wasser“ (US # 38, Juli 1985) und kümmert sich um die Bleistiftzeichnungen, während John Totleben ihn wie immer grandios inkt.


Rick Veitch (Zeichnungen)

Auch in The Curse erhalten Totleben und Bissette wieder Unterstützung von ihrem ehemaligen Schulkollegen an der Kubert School of Cartoon and Graphic Art: Rick Veitch, der das zweite Kapitel dieses Tradepaperbacks, “Wachstumsringe”, (US # 36) gezeichnet hat. Seine Zeichnungen stehen denen von Bissette in nichts nach, und einmal mehr ist es zu bedauern, dass der Rick Veitch-Run bei Swamp Thing (in eben solch hohen Tönen gelobt wie der von Alan Moore) nicht in Tradepaperback-Form erschienen ist, weshalb man hierzulande wohl auch kaum mit einer Veröffentlichung rechnen darf; abgesehen von den Ausgaben, die während Alan Moores Arbeit bei The Saga of Swamp Thing von Rick übernommen – bzw. gezeichnet - wurden.
It´s a shame!


Steven Bissette (Zeichner)

Alan Moores Stories sind schlichtweg genial, das steht außer Frage. Die Dialoge, die er seinen Figuren in den Mund legt, haben Tiefgang und Intensität. Doch was wären all die Worte ohne deren erfrischende Umsetzung von Steven R. Bissette, dem Horrorcomic-Artist schlechthin?
Bissette besuchte die Kubert School of Cartoon and Graphic Art in Dover (einige seiner Klassenkameraden dort: John Totleben, Rick Veitch) und startete dann gemeinsam mit Alan Moore und John Totleben bei Swamp Thing so richtig durch, was ihm den endgültigen Durchbruch bescherte. Seine Zeichnungen für Swamp Thing sind mit zahlreichen Preisen prämiert worden.
Bissette war jedoch auch Mitbegründer der mit dem Eisner Awad ausgezeichneten Horror-Anthologie Taboo. Zudem arbeitete er an 1963 mit und schrieb, zeichnete und verlegte vier Ausgaben von von S. R. Bissette´s Tyrant.
Heute arbeitet er nebenbei noch als Autor und Verfasser von Kurzgeschichten, Interviews, Artikeln und Rezesionen für diverse Zeitschriften, Magazinen und Anthologien. Seine Novelle Alien: Tribes gewann 1993 den Bram Stoker Award.
Ausserdem arbeitet er an SpiderBaby Grafix, seinem eigenen Imprint-Verlag, unter dessen Lable er seine früheren Werke veröffentlicht.
Seine Zeichnungen in diesem Band sind phantastisch und tragen viel zur Stimmung der Geschichten rund um Swamp Thing bei. Es sind nicht zuletzt seine Umsetzungen von Moores Scripts, die The Saga of Swamp Thing und spätere Werke der Reihe zu kleinen Meisterwerken des Horror-Comics machen.


John Totleben (Tusche)

Was wären Steven Bissettes Zeichnungen wohl ohne die wunderbaren Inks von John Totleben? Wahrscheinlich genauso „wenig“ wie Alan Moore phantastische Scripts ohne Bissettes Zeichnungen. Die Drei harmonieren perfekt, und mit John Totleben hatte Swamp Thing einen meisterhaften Inker an Board, der es verstand, Bissettes Strich zu führen und zu verfeinern, ohne dabei etwas von den wunderschönen Zeichnungen zu zerstören.
Wie Bissette besuchte auch Totleben die Kubert School of Cartoon and Graphic Art, ehe er in den frühen 80ern einige Arbeiten für DC, Eclipse, Dark Horse, First und Marvel machte. Ebenso wie Bissette ist Totleben hauptsächlich für seine Arbeiten bei Swamp Thing bekannt, doch zuvor arbeiteten die beiden schon gemeinsam für die Serie Bizarre Adventures.
Neben seinen unzähligen Inkings fertigte Totleben auch einige Ausgaben als Zeichner von Moores Miracleman oder Coverzeichnungen für Tarzan (Dark Horse) und Pin-ups für Figuren wie Swamp Thing, Sandman oder Death an. Ebenso ist er als Zeichner für einige Ausgaben von 1963, Vermillion the Dreaming und Ultimate Marvel Team-up (und zwar die # 10 – eine Geschichte um Spider-Man und das Man-Thing, einer ähnlichen Figur aus dem Marveluniversum wie das Swamp Thing aus dem DC-Universum. Anm: Zu finden in der deutschen # 6 der Reihe „Ultimative Team-Ups“) tätig gewesen.

In diesem Band nun kann man eines dieser „Pin Ups“ direkt auf dem Cover des deutschen Tradepaperbacks bewundern, wie schon bei der US-amerikanischen Ausgabe 1990.


Ron Randall (Tusche)

Das letzte Kapitel, "Seltsame Früchte" (US # 42), ist von John Totleben und Ron Randall gemeinsam geinkt worden.
Randall ist unter anderem für seine Arbeiten bei Star Trek, Star Wars, Trekker (seiner eigenen Figur), Catwoman, JLA Europe, einige Ausgaben Spider-Man (z. B. die # 50, gemeinsam mit Tom Lyle), Wonder-Man und die Miniserie Venom: Separation Anxiety bekannt. Außerdem war er es, der John Totleben bei Ultimative Marvel Team Up # 10 (siehe unten) bei einer Geschichte mit Spider-Man, der Echse und dem Man-Thing zur Hand ging.


Alfredo Alcala (Tusche)

Im siebten Kapitel, „Alte Geschichten“, kümmert sich Alfredo Alcala um die Bleistiftzeichnungen von Steve Bissette und gibt diesen den letzten Schliff mit seiner Tusche, und einmal mehr wird deutlich, dass wir es mit einem ebensolchen Könner seines Fachs zu tun haben wie John Totleben.
Der am 23. August 1925 auf den Philippinen geborene und 1976 in die USA emigrierte Alcala ist für viele großartige Arbeiten bei Marvel, DC, Dark Horse und anderen namenhaften Verlagen bekannt, darunter auch für Serien wie Ghosts, Batman, Dazzler, Hulk, Star Wars, Voltar, Savage Sword of Conan und viele mehr. Alfredo Alcala starb am 8. April 2000 in Folge eines jahrelangen Krebsleidens.


Tatjana Wood (Farben)

Tatiana Wood wechselte Ende der 60er Jahre von der Damenschneiderei in die Comic-Kolorierung und etablierte sich bald unter den führenden Farbgebern des Mediums. Sie gewann Anfang der 70er Jahre zwei Shazam Awards und koloriert heute noch für DC Comics. Auch im zweiten Band der Sammlung von Alan Moores Swamp Thing Geschichten in Form von Tradepaperbacks ist ihr die Farbgebung wieder klasse gelungen und passt zum Flair der Zeichnungen und der Geschichten selbst. Vielleicht liegt es auch an der „alten“ Papiersorte, aber gemeinsam mit der Wirkung der Farben kommt ein richtig nostalgisches Gefühl auf. Wie auch bei den Heften davor weiß die eher „altertümliche“ Kolorierung wieder zu begeistern. Für diese Serie in meinen Augen maßgeschneidert.




Rezension / Inhalt:


Jedes US-Heft entspricht in diesem deutschen Tradepaperback einem Kapitel, ergeben im ganzen gelesen jedoch (in der Regel) immer zusammenhängende Storybögen.



Erstes Kapitel: Die Atomfresse-Papiere, Teil 1

„Am besten nicht vom Titel abschrecken lassen“ lautet die Devise des ersten Kapitels. Klingt nicht so prickelnd, zugegeben, doch was Alan Moore da wieder hingezaubert hat ist einfach sagenhaft. Bereits "Pog" in Liebe und Tod war eine kleine Mahnung an den Menschen, wie er mit seiner Umwelt und der Erde umzugehen hat. Die Art und Weise von "Pog" war jedoch eine ganz andere als diesmal, denn die Geschichte rund um den Obdachlosen namens Atomfresse, der durch radioaktiven Giftmüll zu einem abschreckenden Abbild eines Menschen geworden ist, der bei jeder näheren Berührung die Natur zerstört und dem Tod bringt, ist doch deutlich härterer Tobak als die Story um die kleinen Aliens in ihren bunten Raumanzügen. Eine gute Story, zweifelsohne, deren Anfang schon ziemlich interessant ist und auf mehr spekulieren lässt.


Zweites Kapitel: Zweites Kapitel: Die Atomfresse-Papiere, Teil 2

Swamp Thing ist Tod. Die zentrale Aussage des Bandes, würde ich sagen. Im zweiten Kapitel stirbt das Swamp Thing, nachdem Atomfresse ihn zuvor viel zu oft berührt hatte. Der Körper des Sumpfdings zerfällt langsam, während Abby zusehen muss, wie sich ihr Geliebter letzten Endes unter Qualen auflöst.
Alan Moore spielt im zweiten Teil geschickt mit der Perspektive, als er ein und die selbe Szene immer und immer wieder aus unterschiedlichen Winkeln der Personen betrachten lässt. Ein tolles Kapitel, das trotz aller Erzählkunst von tragischen Schicksalen überschattet wird: Der werdenden Mutter, die aus Mitleid den verstrahlten Obdachlosen wärmt und für ihn betet, und dadurch wohl selbst verstrahlt wird und ohne ihr Wissen alles verliert... Abby, die um ihren dahinsiechenden Geliebten trauert und natürlich der Tod des Swamp Things, der in der fortlaufenden Serie wohl spannender zu lesen war als im Tradepaperback, das dann doch durch seine rasche Folge der nächsten Story einerseits den Spannungsbogen oben hält, andererseits jedoch ein bisschen dieses kribbelige Warten auf den nächsten Monat „zerstört“. Dennoch, eine gute Fortsetzung der Geschichte um dem verstrahlten Obdachlosen, die einmal mehr eindrucksvoll das Können des damaligen Teams der Reihe unter Beweis stellt.


Drittes Kapitel: Wachstumsringe

Gegen Ende des zweiten Kapitels – und mit letzter Kraft, bevor sein Kiefer vom Rest des zersetzten Körpers abgefallen ist – erklärte Swamp Thing Abby seinen Plan, wie er diesen Körper aufgeben würde und dennoch zu ihr und ins Leben zurückkehren könne.
Nun, es gelingt dem Ding aus den Sümpfen, seinen Geist unbeschadet in das rettende Grün (jene psychische Welt der Pflanzen, die er schon mehrfach besucht hat, beispielsweise. in „Versumpf“ in Die Saga von Swamp Thing oder auch in „Die Länder der Toten“ in Love and Death) zu transferieren. Von dort aus – und unter der Anleitung des in diesem Kapitel nun länger in Aktion tretenden Hellblazers John Constantine – kehrt Swamp Thing schließlich zurück in die Welt der Lebenden. Dies dauert jedoch eine Weile (immerhin muss eine Pflanze wachsen und gedeihen), und so kümmert sich Abby um ihren Garten – pardon, Geliebten.
Kurz bevor unser wandelndes Treibhaus jedoch zu völliger Größe herangewachsen ist, stattet Constantine dem Grünen Ding aus dem Sumpf einen weiteren Besuch ab. Er lässt beiläufig durchblicken, dass Swamp Thing das letzte Pflanzen-Elementar auf dieser Erde ist, es dabei selbst bis dahin wohl nie so richtig wusste.
Ein etwas langsameres Kapitel, doch für den Fortgang der Serie von immenser Bedeutung, denn es ist die erste Runde, die Swamp Thing als mächtiges Elementarwesen im Verständnis und Einklang mit seinen Kräften zeigt.
Gegen Ende dieses Kapitels – besser gesagt auf den letzten Seiten – erleben wir den Einzug des Bösen....


Viertes Kapitel: Stille Wasser

Das vierte Kapitel bildet gemeinsam mit dem folgenden fünften eine Geschichte, die sich doch sehr horrorlastig liest. Keine Umwelt-Fabel mehr, sondern wieder richtig schaurige Kost von Alan Moore und seinem Team.
John Constantine schickt Swamp Thing nach Rosewood, wo es eine Aufgabe zu erfüllen hat...
Swamp Thing hat einige Jahre (zwei, um genau zu sein) zuvor schon in diesem Ort gewütet und eine Plage im wahrsten Sinne des Wortes erstickt – mit Hilfe einer Flut. Die Stadt liegt nun in den kalten Tiefen eines dunklen Sees.
Der Hellblazer, Constantine, offenbart Swamp Thing, dass es damals nicht alle Unholde erwischt hatte, und einige der „Unterwasservampire“ fristen seither in den Tiefen des Wassers ihr Unleben. Unglücklicherweise schwimmen in eben diesem See einige Jugendliche.... und die Blutegel sind mit einem Mal das geringste Problem für die Jungs, die gegen den Willen ihrer Eltern im See baden....


Fünftes Kapitel: Große Fische

Der zweite Teil der Saga um die Unterwasservampire von Rosewood steht dem ersten in Nichts nach. Wieder viel Horror, wieder viel Nervenkitzel, und wieder eine ordentliche Portion Grusel. Die Auflösung der Geschichte um die Schrecken aus dem See, die Familien der Jungen und die Art und Weise, wie Swamp Thing dem Problem entgegentritt, ist ein weiterer Schritt in Richtung neuer Ufer. Neue Ufer, welche die Geschichten um das Swamp Thing verändern und wieder einmal Comicgeschichte schreiben sollten....
Eine Story mit dichter Atmosphäre, die auf ihre makabere Art und Weise zu fesseln weiß. Ihr Ende ist vielsagend und zielbestimmend, und John Constantine begeistert immer mehr. Auch die Unterhaltung der beiden, in der er sich als eine Art „Manager“ für Swamp Thing betitelt, lässt Raum für Vermutungen und Gedankenspiele offen, und allemal wird der Appetit auf weitere Fortsetzungen dieser Zusammenarbeit angeregt.


Sechses Kapitel: Der Fluch

Es geht weiter mit dem exzentrischen Magier aus England, John Constantine, der wieder eine Art Auftrag für Swamp Thing hat. Zugegeben, zunächst beginnt der Band romantisch, mit turtelndem Grünling und seiner Abby beim Plantschen im Sumpf – doch diese Ruhe währt nicht lange.
Wieder reist Swamp Thing dank seiner neu erlernten Fähigkeiten durch das Grün, in Windeseile zu einem Örtchen namens Kennescook.
Dort angekommen spürt es sofort das Wirken dunkler Mächte. Sehr feinfühlig und sensibilisiert, denn Böses bahnt sich tatsächlich an.
Was wird wohl passieren, wenn eine Frau, die nicht wirklich gut, angemessen und gentlemen-like von ihrem Mann behandelt wurde, immer all ihre Wut in sich hinein frisst? Die Wut nie rauslässt; die Wut sich irgendwo staut?
Die Wut herauskommt, wenn sie sich in einen Werwolf verwandelt.
In einen Werwolf verwandelt.
In einen Wer...

Ich denke, man sieht, worauf dieses namensgebende Kapitel in „Swamp Thing: Der Fluch“ hinauswill. Eine sehr gute Geschichte, die zwischen rührseligem Melodram und der blanken Essenz der klassischen Horrorliteratur hin und her pendelt.
Eine erstklassige Story aus der Feder von Alan Moore, in der wieder einmal alles stimmt: Plot, Zeichnungen und das Ende – selbiges in doppelter Hinsicht. Zum einen das anrührende, fast schon als tragisch zu bezeichnende Finale zwischen Swamp Thing und der zum Werwolf gewordenen Frau, und natürlich wieder ein kleiner Anheizer, dem wir Constantine zu verdanken haben.

Wieder zurück in den Sümpfen: Swamp Thing will nicht mehr mitspielen in John Constantines grausigem Spiel. Dies interessiert selbigen herzlich wenig, und so lässt er den Zettel mit Swamp Things nächstem Bestimmungsort einfach fallen. „Dies ist ein freies Land“, sagt er mit dem Kommentar, dass der Grüne aus den Sümpfen dahin gehen kann, wo er will. Dabei scheint er süffisant zu lächeln. Es soll sich bald herausstellen, weshalb Constantine dergestalt gut gelaunt sein kann, obwohl Swamp Thing ihn klar abweist.
Denn als Swamp Thing nach Constantines Abgang den Zettel aufhebt, steht dort lediglich ein Wort....
Louisiana.


Siebtes Kapitel: Alte Geschichten

Kapitel sieben und das folgende Abenteuer, die dieses Tradepaperback beschließen, sind etwas besonderes. Geschichten, die gemächlich beginnen und an eine Mischung aus „Fackeln im Sturm“ und „Amistad“ erinnern – nur mit Abby Cable, einer Filmcrew und natürlich dem Elementarwesen namens Swamp Thing mittendrin.
Ich habe mich ein wenig davor gedrückt, die letzten beiden Geschichten zu rezensieren, weshalb der Abgabetermin für diese Besprechung sich auch ein bisschen verschoben hat (wie sich leider herausstellen sollte, dadurch jedoch an Aktualität gewonnen hat). Dies tat ich nicht etwa, weil die Geschichte schlecht war oder dergleichen, nein, sie ist nur etwas zu schwer und gehaltvoll, um sie einfach so zu zerlegen, so dass sie sich erst einmal etwas setzen musste.
Ein abstraktes Werk über eine eigentlich bekannte Handlung. Jeder kennt das Spiel: Plantage in einem südlichen Teil Amerikas, vor oder spätestens um die Zeit von Lincolns Regentschaft – ein farbiger Sklave verliebt sich in eine „weiße Lady“ – das ganze kommt heraus, der Ärger ist perfekt, die Fackeln werden herausgeholt....

Nun, auch Filmemacher kennen diese Geschichte, und so will man in einem alten Herrenhaus nahe Swamp Things Heimat einen Film über eben diese Geschichte drehen.
Die Schauspieler sind drogenabhängig, nerven den Rest der Crew, können sich nicht ausstehen und leiden scheinbar an Tagträumen, die das ganze Set und die Beziehungen untereinander aufwühlen.
Der Abstecher zum Friedhof gleich zu Beginn der ersten Teils dieser Story lässt vermuten, dass dies nicht alles Zufall sein kann.
Es soll sich herausstellen, dass dem auch so ist – nichts ist Zufall, wenn Alan Moore die Feder schwingt und Swamp Thing in ein Abenteuer schickt, indem es um die dunkle Magie eines Ortes geht, dessen Ruhe gestört wird. Die Magie eines Anwesens, zu dem auch ein Friedhof gehört. Ein Friedhof mit vielen Toten....


Achtes Kapitel: Seltsame Früchte

Das Finale des Zweiteilers um die Filmcrew auf dem alten Anwesen inmitten der Sümpfe. Die Magie des Ortes, die im Stillen wirkt, hat die Bewohner nun völlig in ihren Bann gezogen. Sie erinnern sich nicht, was sie tatsächlich hier tun, und bar jeder Realität versuchen sie nun, den schwarzen Hauptdarsteller des Films zu verbrennen, wie es ihre Ahnen vor Jahrzehnten bereits schändlicherweise getan hätten. Swamp Thing muss diesen Wahnsinn stoppen – doch plötzlich erheben sich die Toten und verlassen die Stätte ihrer Ruhe, den Friedhof nahe dem Anwesen. Eine Feuersbrunst, umherwandelnde Leichen und unter dem Einfluss dunkler Mächte stehende Männer und Frauen – gibt es ein Entkommen aus dieser tödlichen Mischung? Swamp Thing und auch Abby geben ihr bestes, um die von John Constantine gegebene Aufgabe zu bewerkstelligen, inmitten von Feuer und Wahnsinn....




Fazit:


Beeindruckend. Zeichnerisch ist der gesamte Band wie immer auf einem enorm hohen Niveau, und Alan Moores phantastische Stories samt der ausgefeilten Dialoge brauche ich wohl gar nicht mehr zu erwähnen.

Etrigan fehlt mir in diesem Band, ich geb´s ja zu, aber dennoch ist The Curse sogar ein bisschen stärker als sein Vorgänger Love and Death, da vorliegender Band etwas schneller in die Geschichte reinkommt und durchgehend Spannung aufbaut. Außerdem ist Constantine ein würdiger Ersatz für unser aller (nungut, meinen) Lieblingsdämon.

Empfehlung: Nun, diesmal gibt es keinen Neil Gaiman, der mir ein Fazit von vorne herein durch seine Einleitung wegnehmen würde (schade, eigentlich), aber ich schätze, dass es sich ungefähr wieder in den selben Bahnen bewegen würde wie diese Worte nun.
Der Fluch versammelt klasse Erzählungen von Alan Moores Swamp Thing-Run – und was noch wichtiger ist, es ist der Beginn etwas ganz – ganz – Großem...
Einmal mehr ohne jegliche Form der Bestechung: Kaufen. Vielleicht der bisher beste Titel im Jahre 2004 von Panini Deutschland, auch wenn das manch einer vielleicht ein bisschen anders sehen würde – in meinen Augen auf jeden Fall ein Kracher.


Randnotizen


· Ich bin ein mieser Dreckskerl. Jawohl. Danke, John, als ob wir das nicht wüssten. Er steht auf Zauberei und Mystik, raucht Kette und ist ein echtes Ekelpaket (wenn er nicht gerade den Weltuntergang oder die Apokalypse aufhält). Und er ist Engländer, was uns so manch einen nicht gerade netten Spruch über die Vereinigten Staaten beschert. Ach ja, und ganz neben bei ist John Constantine kein geringerer als der Hellblazer. Keine Angst, wenn er etwas undurchsichtig in diesem Band erscheinen sollte, wir werden ihn wiedersehen (und wem das nicht genügt, kann sich auch mal nach seiner eigenen Serie umsehen oder ihn aktuell im ersten Band von Dinos Romanadaption von Neil Gaimans „Die Bücher der Magie“, sehr schön geschrieben von Carla Jablonski, erleben).

· Den gesamten Band über hatte es sich abgezeichnet: Swamp Thing lernt seine in sich schlummernden Kräfte als Elementarwesen langsam aber sicher immer besser kennen. Kommende Ausgaben werden nicht nur eine gewisse Fledermaus aus Gotham City auf den Plan rufen, sondern das fortsetzen, was Alan Moore hier begonnen hat...


Das vorläufige Ende


„Eine schöne Zeit und bis zum nächsten Mal, denn im April steht schon Swamp Thing: A Murder Of Crows (mit dem mehr oder minder klangvoll übersetzten Titel Offenbarungen) in den Startlöchern, damit es sich rechtzeitig ins Osternest begeben kann. Darin enthalten u. a. die Jubiläumsausgabe US # 50, die ein Wiedersehen mit alten Bekannten in sich birgt.... (und nein, ich fange nun nicht wieder an zu reimen, auch wenn durchaus Anlass bestehen würde).“

Zumindest sollte die Rezension zu Band drei so enden.
Aus aktuellem Anlass endet sie mit einem Auszug aus dem Paninicomics-Newsletter vom 22. März 2004. Bis bald.

[...]

SWAMPTHING VERSUMPFT?

Wie es das Schicksal so will muß es trotz aller guten Neuigkeiten auch einen kleinen Wermutstropfen geben: Leider blieben die Verkäufe der bisherigen drei Bände unserer Alan Moore-Saga SWAMP THING so weit hinter unseren Erwartungen (und der kostendeckenden Grenze) zurück, daß wir keine andere Wahl haben, als diese von uns sehr geliebte Tradepaperbackreihe vorerst mit Band 3 auf Eis zu legen.

Aber keine Angst, verloren ist uns dieses Meisterwerk deswegen noch lange nicht! Denn die nächsten zwei Ausgaben sind bereits fertig übersetzt und warten eigentlich nur darauf, unters willige Volk gestreut zu werden. Wir werden also die ersten drei Bände auch weiterhin im Verkauf behalten und einfach mal eine Veröffentlichungspause für das Projekt einlegen. So haben auch die letzten Nachzügler und Moore-Anhänger, die bisher noch gezögert haben, noch eine Chance, sich diese anzuschaffen und den Weiterbestand dieser wirklich großartigen Reihe zu gewährleisten.

In dieser "Ruhephase" werden wir natürlich ein aufmerksames Auge auf die weiteren Verkaufszahlen der ersten Bände werfen und die Veröffentlichung weiterführen, sobald für die bisherigen Ausgaben zumindest der Break Even erreicht wurde und wir bei der Sache keine Verluste mehr einfahren. Auch hier könnt Ihr wie so oft Euren Teil dazu beitragen, um uns und der Welt da draußen zu zeigen, daß es trotz aller Widrigkeiten den Aufwand und das Risiko wert ist, solche eher außergewöhnlichen Serien für die deutschen Fans zu bringen. Spread the word, fellow readers! Dem hiesigen Leser entgehen sonst wirklich ein paar ganz besondere Perlen der Comicgeschichte!"

[....]





by Christian Endres
in der Hoffnung, dass diese Besprechungen den ein oder anderen zum Kauf dieses Stücks großartiger Comicgeschichte bewegen mögen.


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