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  Vertigo  


USA:
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Swamp Thing: Love in Vain TP

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Sandman presents: Bast

It's a Bird!


Panini:
Swamp Thing #1
Swamp Thing #2
Swamp Thing #3



Bücher der Magie 1: Die Einladung


     







Swamp Thing #2:
Liebe und Tod



Swamp Thing: Liebe und Tod
Autor:
Alan Moore

Zeichner:
Steven Bissette, Shawn McManus, Ron Randall, Rick Veitch & John Totleben

Farben:
Tatjana Wood

Preis:
20,00 Euro

207 Seiten

Erscheinungsdatum:
Dezember 2003

Enthält:
US:The Saga of Swamp Thing # 28 - # 34 (1984/85); Swamp Thing Annual # 2 (1985)


Klappentext:

„Die Geschichten in diesem Buch decken die ganze Bandbreite menschlicher Gefühle ab – vom krassen, schreienden Grauen der ersten Kapitel, bis zu den seltsamen Erzählungen des letzten Drittels mit seiner herzerwärmenden, herzzerreißenden Geschichte von den süßen, alterslosen Aliens, die nach ihrer Dame suchen, seinen Traumhäusern mit ihren tragischen, magischen Wächtern und seinem atemberaubenden Finale, einem psychedelischen Liebeslied.

Mit diesen Geschichten schrieb Swamp Thing Comic-Geschichte. Sobald Sie sie gelesen haben, werden Sie verstehen, warum.“

- Neil Gaiman
Sandman, Stardust
aus seiner Einführung

„Mansche Geschichten machen einen Unterschied“
- Jamie DeLano
Hellblazer, Outlaw Nation
aus seiner Einführung

Die in diesem Band versammelten klassischen Geschichten aus Alan Moores preisgekröntem Run als Autor der Swamp Thing-Serie, die einen Höhepunkt in der Geschichte des graphischen Erzählens darstellen. Mit seinem einzigarteigen Erzähltalent führte Alan Moore die von Autor Len Wein und Zeichner Berni Wrightson geschaffene Gestalt in den 80er Jahren zu neuen Höhen. Seine provokativen und innovativen Texte – kombiniert mit meisterhaften Zeichnungen einiger der besten Künstler des Mediums – machte Swamp Thing zu einem der großen Comics des späten zwanzigsten Jahrhunderts. Dieser Band präsentiert sieben Hefte aus Alan Moores Swamp Thing-Run – 28-34 – und mehr!




Einleitende Worte

Wie schon Band eins (Die Saga von Swamp Thing) der Reihe von Pannini Deutschland weiß auch Swamp Thing: Liebe und Tod wieder durch eine perfekte optische und technische Aufmachung zu bestechen. Von Papierwahl bis zum Layout ist der gesamte Band ebenso wie sein Vorgänger eine Augenweide und eine wahre Pracht. Ein Hochgenuss der Comic-Kunst, dessen Verpackung obendrein noch die Perfektion in Person ist.

Hinzu kommt, dass diesmal zeichnerisch ein größeres Spektrum abgedeckt wird, da Bissette von einigen Kollegen am Zeichenbrett abgelöst wird. Das heißt nicht, dass ich Bissette’s klasse Artwork für diese Serie nicht zu schätzen weiß, doch tut eine gewisse Abwechslung und Spannung innerhalb des Tradepaperbacks manchmal doch ganz gut. Wie auch im Folgeband, Der Fluch, werden hier die ersten wichtigen Schritte in einer langfristig gesehenen Entwicklung des Swamp Things gemacht, weshalb schon diesen Stories enorme Bedeutung zugeschrieben werden muss (gerade der letzten, „Das Frühlingsopfer“).
Und dies nicht nur, da sich Etrigan einmal mehr durch die Panels reimt ;-)



Die Kreativen:

Alan Moore (Autor)

Der am 1953 in Northampton (England) geborene Alan Moore begann seine Kariere 1979 mit mehreren Humor-Strips im Musikblatt Sounds als Comiczeichner. Nach einem Jahr wandte er sich ganz dem Schreiben zu und arbeitete für Doctor Who Weekly und 2000AD. Darauf folgten Marvelman (in den USA als Miracleman veröffentlich) und der politische Thriller V for Vendetta, der ihm 1982 und 1983 den britishen Eagle Award als bester Comicautor eintrug.
Sein innovativer Run als Autor von Swamp Thing revolutionierte das Comic-Medium und brachte ihm mehrere Preise ein.
Er ist auch der Autor der mit dem Hugo Award prämierten Serie Watchmen, die ihn als den einflussreichsten Comicautor der Gegenwart etablierte. Im Augenblick schreibt er vor allen die Serien der America’s Best Comic-Edition, die er 1999 ins Leben rief. Ferner zu erwähnen wären da grandiose Werke wie From Hell oder The League of the extraordinary Gentlemen. (Eine komplette Auflistung Moores umfangreicher Arbeiten und Publikationen kann man auf seiner offiziellen Webseite finden).
Leider hat sich der Autor komplett aus der „Mainstream“ Szene zurückgezogen, lebt nun sogar wieder in England und hat DC und anderen großen Verlagen endgültig den Rücken zugekehrt. Nichts desto trotz ist Moore etwas gelungen, das nur wenige (Comic-) Autoren geschafft haben: Er ist bereits zu Lebzeiten eine kleine Legende.


Shawn McManus (Zeichner, Tusche)

"Das Begräbnis" (US # 28) und "Pog" (US # 34) wurden von Zeichner Shawn McManus grafisch umgesetzt. Pog ist wohl, wie Neil Gaiman schon in seinem Vorwort zu diesem Band richtig erwähnt, eine der am besten in Erinnerung gebliebenen Stories in der Geschichte von Swamp Thing, weshalb der Name McManus schon alleine wegen dieses einen Abenteuers ziemlich geläufig ist. Andere kennen ihn vielleicht von „Sandman“ (zusammen mit Starautor Neil Gaiman u. a.). Shawn McManus inkt seine Zeichnungen in dieser Geschichte selbst, weshalb wir in den beiden Kapiteln bzw. US-Heften komplett auf das Team Bissette/Totleben verzichten müssen. Doch McManus leistet derart gute Arbeit, dass das nicht weiter tragisch ist. Mir gefallen die Artworks beider Künstler sehr gut, und die kleine Abwechslung kann nicht schaden.


Ron Randall (Zeichner)

Kapitel Sieben, "Verlassene Häuser" (US Heft # 33, 1985), wurde bis auf die Seiten 170 bis 177 (die aus In House of Secrets # 92 stammen und im Original von den beiden Swamp Thing-Schöpfern Len Wein und Berni Wirghtston sind) von Ron Randall gezeichnet, dessen Stil ebenso wie der von Bissette und McManus gut zu den Geschichten rund um Swamp Thing passt. Randall ist unter anderem für seine Arbeiten bei Star Trek, Star Wars, Trekker (seiner eigenen Figur), Catwoman, JLA Europe, einige Ausgaben Spider-Man (z. B. die # 50, gemeinsam mit Tom Lyle), Wonder-Man und die Miniserie Venom: Separation Anxiety bekannt. Außerdem war er es, der John Totleben bei Ultimative Marvel Team Up # 10 (siehe unten) bei einer Geschichte mit Spider-Man, der Echse und dem Man-Thing zur Hand ging.

Und auch diesmal wieder dabei: Das altbewährte Gespann bestehend aus Steven Bissette am Bleistift, und John Totleben an der Tusche. Steven Bissette (Zeichner)

Alan Moores Stories sind schlichtweg genial, das steht außer Frage. Die Dialoge, die er seinen Figuren in den Mund legt, haben Tiefgang und Intensität. Doch was wären all die Worte ohne deren erfrischende Umsetzung von Steven R. Bissette, dem Horrorcomic-Artist schlechthin?
Bissette besuchte die Kubert School of Cartoon and Graphic Art in Dover (einige seiner Klassenkameraden dort: John Totleben, Rick Veitch) und startete dann gemeinsam mit Alan Moore und John Totleben bei Swamp Thing so richtig durch, was ihm den endgültigen Durchbruch bescherte. Seine Zeichnungen für Swamp Thing sind mit zahlreichen Preisen prämiert worden.
Bissette war jedoch auch Mitbegründer der mit dem Eisner Awad ausgezeichneten Horror-Anthologie Taboo. Zudem arbeitete er an 1963 mit und schrieb, zeichnete und verlegte vier Ausgaben von von S. R. Bissette´s Tyrant.
Heute arbeitet er nebenbei noch als Autor und Verfasser von Kurzgeschichten, Interviews, Artikeln und Rezesionen für diverse Zeitschriften, Magazinen und Anthologien. Seine Novelle Alien: Tribes gewann 1993 den Bram Stoker Award.
Ausserdem arbeitet er an SpiderBaby Grafix, seinem eigenen Imprint-Verlag, unter dessen Lable er seine früheren Werke veröffentlicht.
Seine Zeichnungen in diesem Band sind phantastisch und tragen viel zur Stimmung der Geschichten rund um Swamp Thing bei. Es sind nicht zuletzt seine Umsetzungen von Moores Scripts, die The Saga of Swamp Thing und spätere Werke der Reihe zu kleinen Meisterwerken des Horror-Comics machen.

Auch in dieser Sammlung klassischer SwampThing-Abenteuer wird Steven von seinem Freund und ehemaligen Schulkollegen Rick Veitch unterstützt, doch diesmal zeichnete Veitch sogar eine ganze Ausgabe (US # 31, 1984), die hier in der deutschen Ausgabe als Kapitel Vier: "Das Schwefel-Ballett" abgedruckt wurde, und ein echter optischer Leckerbissen ist.


John Totleben (Tusche)

Was wären Steven Bissettes Zeichnungen wohl ohne die wunderbaren Inks von John Totleben? Wahrscheinlich genauso „wenig“ wie Alan Moore phantastische Scripts ohne Bissettes Zeichnungen. Die Drei harmonieren perfekt, und mit John Totleben hatte Swamp Thing einen meisterhaften Inker an Board, der es verstand, Bissettes Strich zu führen und zu verfeinern, ohne dabei etwas von den wunderschönen Zeichnungen zu zerstören.
Wie Bissette besuchte auch Totleben die Kubert School of Cartoon and Graphic Art, ehe er in den frühen 80ern einige Arbeiten für DC, Eclipse, Dark Horse, First und Marvel machte. Ebenso wie Bissette ist Totleben hauptsächlich für seine Arbeiten bei Swamp Thing bekannt, doch zuvor arbeiteten die beiden schon gemeinsam für die Serie Bizarre Adventures.
Neben seinen unzähligen Inkings fertigte Totleben auch einige Ausgaben als Zeichner von Moores Miracleman oder Coverzeichnungen für Tarzan (Dark Horse) und Pin-ups für Figuren wie Swamp Thing, Sandman oder Death an. Ebenso ist er als Zeichner für einige Ausgaben von 1963, Vermillion the Dreaming und Ultimate Marvel Team-up (und zwar die # 10 – eine Geschichte um Spider-Man und das Man-Thing, einer ähnlichen Figur aus dem Marveluniversum wie das Swamp Thing aus dem DC-Universum. Anm: Zu finden in der deutschen # 6 der Reihe „Ultimative Team-Ups“) tätig gewesen.

In diesem Band nun kann man eines dieser „Pin Ups“ direkt auf dem Cover des deutschen Tradepaperbacks bewundern, wie schon bei der US-amerikanischen Ausgabe 1990.


Alfredo Alcala (Tusche)

Eine Besonderheit gibt es im Zusammenhang zwischen dem Gespann Steven & John und diesem Sammelband klassischer Swamp Thing Geschichten jedoch zu berichten: In Kapitel drei, "Ein Heiligenschein aus Fliegen" (US Heft # 30), kommt Steven Bissettes Artwork ohne John Totlebens Inkings aus, denn dort erhält Steven Unterstützung und Tusche von Alfredo Alcala, welcher zu einem späteren Zeitpunkt die gesamte Reihe inken sollte.
Der am 23. August 1925 auf den Philippinen geborene und 1976 in die USA emigrierte Alcala ist für viele großartige Arbeiten bei Marvel, DC, Dark Horse und anderen namenhaften Verlagen bekannt, darunter auch für Serien wie Ghosts, Batman, Dazzler, Hulk, Star Wars, Voltar, Savage Sword of Conan und viele mehr. Alfredo Alcala starb am 8. April 2000 in Folge eines jahrelangen Krebsleidens.


Tatjana Wood (Farben)

Tatiana Wood wechselte Ende der 60er Jahre von der Damenschneiderei in die Comic-Kolorierung und etablierte sich bald unter den führenden Farbgebern des Mediums. Sie gewann Anfang der 70er Jahre zwei Shazam Awards und koloriert heute noch für DC Comics. Auch im zweiten Band der Sammlung von Alan Moores Swamp Thing Geschichten in Form von Tradepaperbacks ist ihr die Farbgebung wieder klasse gelungen und passt zum Flair der Zeichnungen und der Geschichten selbst. Vielleicht liegt es auch an der „alten“ Papiersorte, aber gemeinsam mit der Wirkung der Farben kommt ein richtig nostalgisches Gefühl auf. Dass die Farbgebung nicht mit den heutigen Maßstäben im Zeitalter von High-End Computern in Art-Studios mithalten kann, macht dabei überhaupt nichts - im Gegenteil.




Rezension / Inhalt:


Jedes US-Heft entspricht in diesem deutschen Tradepaperback einem Kapitel, ergeben im ganzen gelesen jedoch (in der Regel) immer zusammenhängende Storybögen. Ausnahmen hiervon sind die letzten drei Geschichten des Bandes, beginnend mit "Pog".



Einführung von Jamie DeLano

Wer etwas über den Verfasser der Einführung zu diesem Band wissen will, dem empfehle ich herzlichst seine Biographie auf der offiziellen Seite http://www.jamiedelano.co.uk/soonbeover.html. Ich für meinen Teil habe mich beim Lesen köstlich amüsiert (Anm.: das ganze kann man hier eigentlich gar nicht in Worte fassen, denn es muss einfach im Original gelesen werden – Englischkenntnisse erforderlich).
Unter Anderem ist DeLano für seine Comics 20/20 Visions, Hellblazer, Outlaw Nation und Man-Bat bekannt, wobei er generell keine Superhelden und eher die "etwas andere Art" von Comics schreibt.
DeLano hat es scheinbar mit Alan Moores Werken, denn zu dessen From Hell hat er auch schon ein Vorwort bzw. „Introducing Words“ abgefasst. Diese Verbundenheit könnte natürlich daher kommen, dass sie beide im englischen Northampton geboren und gleich alt sind ;-)
Mir gefällt DeLanos Sprachgewandweit jedenfalls, die in dieser kurzen Einführung bereits stimmungsvoll zur Geltung kommt. Es ist der perfekte Heißmacher auf Neil „Sandman“ Gaimans Ouvertüre zu Love and Death und den folgenden Geschichten rund um das Swamp Thing.



Liebe und Tod: Ouvertüre von Neil Gaiman


Kaum ein zweiter Autor der Phantastik ist in den letzten Jahren höher gelobt worden als Neil Gaiman, der smarte Brite mit seiner Wahlheimat USA. Schriftsteller-Kollegen wie Stephen King meinen über ihn: „Es ist eine Freude, dass wir ihn haben“ – und viele Fans und Kritiker stimmen in diese Lobeshymne mit ein. Vielfach prämiert wurden Bücher von Gaiman mit namhaften Preisen der Phantastik (Nebula, Hugo-Award, ...), zuletzt vor Allem der Abräumer American Gods.
Und wer könnte für ein grandioses Comic-Tradepaperback mit einer phantastischen Geschichtensammlung besser eine Art Vorwort zu selbigem schreiben, als ein Autor, der sich schon in jungen Jahren beständig kleine Denkmäler setzte? Denkmäler mit Büchern wie dem oben angesprochenem „American Gods“, „Caroline“, „Stardust“ oder „Doors“; Denkmäler mit Comics wie der „Sandman“-Reihe oder später – gemeinsam mit Totleben und Bissette an seiner Seite – selbst Swamp Thing-Titel verfasst hat? Eben dieser Mann ist es, der die vorliegenden Hefte in Augenschein nimmt, und er tut das auf seine ganz eigene, typische Art.
Ein Leckerbissen, diese Ouvertüre – und bevor wir die eigentlichen Geschichten Alan Moores und Co. überhaupt zu Gesicht bekommen haben, sind wir begeistert, loben den Band in höchsten Tönen und beglückwünschen uns selbst zu der Entscheidung, beim Comicdealer nach diesem Tradepaperback gefragt zu haben, es ins Abo genommen oder einfach einer spontanen Eingebung folgend gekauft zu haben.
Explizit hervorzuheben würde ich bei diesem Text von Gaiman vor Allem wieder den feinen Überblick über die nicht ganz so bekannten Figuren des DC-Universums, denen Swamp Thing im hinteren Teil des Heftes begegnet (gemeint ist hier vor Allem das eigentlichen Ende der Arcane-Storyline in Form des Schwefel-Balletts).



Erstes Kapitel: Das Begräbnis

Ich hatte es in der Besprechung zu Die Saga von Swamp Thing bei den Randnotizen bereits erwähnt, und gleich die erste Geschichte des jetzigen Bandes untermauert meine Behauptung: Die Geschichten von Alan Moore werden mit steigender Ausgaben-Nummer immer besser.
Gerade dieser Band hier ist einer der stärksten der Reihe, und er unterstreicht in meinen Augen nur noch einmal, weshalb der Alan Moore Run samt den Zeichnern, die er an Board hatte, so gerühmt (und im Falle von Bissette und Totleben vielfach prämiert) wurde.
Dieser Teil des Bandes kommt aber, wie schon etwas weiter oben erwähnt, völlig ohne Steven R. Bissette und John Totleben daher, denn das tolle Artwork erledigte in bravouröser Einzelarbeit der den Anderen absolut ebenwürdig Shawn McManus (Anm.: wir werden ihn später wieder sehen, und zwar in „Pog“. Dort wird er jedoch nicht alleine sein und eine Horde Aliens dabei haben).
Swamp Thing verbringt einmal mehr einige Zeit mit Abby, die ihm von ihrem Mann, dem Job im Heim und ihren Problemen erzählt. Plötzlich sieht das Sumpfding jedoch den Geist von Allec Holland vor sich und stürmt schreiend in den Sumpf, eine ratlose Abby Cable zurücklassend.
Das Ding aus den Sümpfen folgt der geisterhaften Erscheinungen Hollands durch das Unterholz, und plötzlich erlebt er noch mal die Ereignesse jener Nacht in den Sümpfen, als er – Allec Holland – und seine Frau ums Leben kamen, kaltblütig ermordet.
Nicht viel später sieht Swamp Thing sozusagen sich selbst aus der Masse des Sumpfes steigen und will sein jüngeres Ich warnen – so viel gäbe es zu erklären, so viel zu berichten, so viele Warnungen auszusprechen. Bald merkt es jedoch, dass dies wohl nicht in seiner Macht steht, und so muss es sich damit zufrieden geben, dass ihn sein jüngeres Ego eine wässrige Stelle im Sumpf zeigt.
Swamp Thing taucht hinab und fördert wenig später das Skelett Alec Hollands zu Tage, das am Grund des kleinen Tümpels geruht hatte.
Jetzt erst erkennt es, was der Geist des Wissenschaftlers tatsächlich von ihm will. Swamp Thing hebt ein Loch im moorastigen Boden aus und begräbt das Skelett, bettet es zur letzten Ruhe in der sumpfigen Erde. Die Geschichte endet mit einem glücklichen Swamp Thing.... und dem lächelnden Geist Alec Hollands, der nun endlich seinen Frieden finden kann.


Zweites Kapitel: Liebe und Tod

Wieder mit dem bewährten Dreamteam Bissette/Totleben im Gepäck läutet Moore seine nächste größere Storyline im Wendekreis des sympathischen Sumpfdings ein – Love and Death, zu Deutsch Liebe und Tod.
Der erste Teil dieses Mehrteilers ist von Wiederbegegnungen geprägt, wenngleich er schockierend beginnt, als wir Abby Cable in einen Traum folgen...
Einem Traum, der ihr zunächst eine Begegnung mit ihrem grünen Freund aus den Sümpfen zeigt, schnell jedoch zu einer Autofahrt mit ihrem Mann Matt wird, der ihr ein neues Haus zeigt und seine Arbeitsstelle samt neuer Kollegen vorstellt. Kollegen, die nicht ganz ohne sind. Kollegen, die Abby´s Tod wollen.
Doch was tut ihr Mann?
Er gibt ihr den Rest.
Denn es ist nicht länger der Matt, den Abby zu lieben gelernt hat, sondern viel mehr ihr Onkel, der sich in „... von Teufeln getrieben!“ Matts Körper bemächtigt hatte (Anm.: Die Saga von Swamp Thing, wir erinnern uns? „Zur Hölle mit Dir, Matt Cable!“, sprach die Fliege. Ich hoffe, es klingelt).
Ihr kennt Abby´s Onkel Anton nicht?
Nun, er ist auch bekannt als.... Arcane! Und er hat nichts Besseres zu tun, als seine Nichte in den Wahnsinn zu treiben – und sogar noch weiter.


Drittes Kapitel: Ein Heiligenschein aus Fliegen

Das dritte Kapitel stellt den zweiten Teil der bewegenden Story Love and Death dar, und es ist durchgängig ein Gänsehaut-Kapitel mit vielen grausamen Szenen und schmerzhaften Bildern, als sich Arcane Abby als Werkzeug seiner dunklen Machenschaften vornimmt, um sich an Swamp Thing zu rächen.
Doch es ist nicht nur ein hartes Stück der Geschichten in diesem Band, starker Tobak sozusagen, nein, es ist auch enorm wichtig, denn es endet mit einem richtigen Kracher: Es endet mit einem Swamp Thing, dessen Wangen von Tränen heimgesucht werden, als es die Leiche von Abby Cable in den Armen hält und nach Arcane ruft.
Ein unbeschreiblich guter Teil der Saga, und spätestens jetzt sind die Motoren warm gelaufen und treiben uns in die nächste Runde, die ein regelrechter Tanz wird. Ein Tanz mit dem klanghaften Titel....


Viertes Kapitel: Das Schwefel-Ballett

Arcane gegen Swamp Thing, oder anders gesagt: Swamp Thing gegen Arcane. Der dritte Teil der Trilogie dreht sich rund um Arcane und seinen Rachefeldzug gegen Alec Holland; denn davon geht Arcane aus – dass es immer noch Holland wäre, der im Körper des Swamp Things steckt. Doch bald wird auch Arcane seinen Irrtum erkennen.
Nein Arcane, Du bist mir noch nie... begegnet!
Ich liebe diese Stelle, als Swamp Thing seine Flucht mit Abby in den Armen beendet und sich Arcane stellt, ihm diese Worte entgegenschleudernd – nur, um sich kurz darauf auf seinen verhassten Gegner zu stürzen.
In letzter Sekunde zieht der teuflische Arcane sein letztes Ass, als er das Ding aus dem Sumpf daran erinnert, dass, sollte es Arcane vernichten, Matt Cable ebenfalls stirbt, da es nur noch Arcanes Macht ist, die den Körper von Abbys Ehemann am Leben hält.
Doch Matt kämpft gegen den fremden Geist in seinem Leib an, und am Ende ist er bereit, sich zu opfern. Gemeinsam mit Swamp Thing besiegt er Arcane, treibt sich selbst jedoch beinahe in den sicheren Untergang.
Zwei Polizisten nehmen Matt mit und kümmern sich um ihn, während ein verzweifeltes Swamp Thing Abbys Körper wieder auf die Arme nimmt und in die Weiten des Sumpfes entschwindet.


Fünftes Kapitel: Die Länder der Toten

Was folgt ist nicht irgend eine Geschichte. Es ist eine meiner Lieblingsgeschichten von Swamp Thing, was immer wieder eine schwere Entscheidung ist, bedenkt man die Vielzahl unvergesslicher Erzählungen, die das grüne Wesen immer wieder auf den Leib geschrieben bekam.
Dennoch, Die Länder der Toten sind der krönende Abschluss einer Storyline, die eigentlich schon mit dem Tod von Arcane geendet hat. Oder?
Naja, irgendwie schon, aber man kann Abigale Cable doch nicht ruhen lassen, zerstört und völlig ohne Leben.
Swamp Thing trifft eine Entscheidung: Schon einmal hatte er seine körperliche Hülle verlassen und seinen Geist mit Dem Grün verschmelzen lassen – wieso sollte er also nicht weiter gehen können? Beispielsweise in.... die Länder der Toten?!?
Das Bewusstsein des Sumpfdings taucht ab, und um seiner Freundin Abby zu helfen begibt sich unser großer grüner Freund auf eine unglaubliche Reise, die ihn ins Paradies und gleichzeitig die Abgründe der Hölle führen wird.
Doch Swamp Thing ist nicht alleine auf seiner Suche nach Abby. In jeder Station, die es erreicht, hilft ihm ein Wesen dabei, sich zurechtzufinden. In der Region der gerade Gestorbenen ist es Deadman, der dem Ding aus den Sümpfen zur Seite steht und ihn in die nächste Ebene begleitet: Das Paradies. Dort hilft ihm kein geringerer als der Phantom Stranger auf seiner Suche nach Abby. Swamp Thing trifft jedoch vorerst nur Alec Holland, welcher sich für das Begräbnis und die damit verbundene Ruhefindung bedankt, doch bald schon gehen sie wieder getrennte Wege. Der eine zurück zu seiner Frau in den paradiesischen Gärten, der andere gemeinsam mit einem geheimnisvollem Fremden mit Hut und Umhang in die nächste Abteilung....
Doch um in den Schlund der Hölle hinabsteigen zu können, brauchen Swamp Thing und der Phantom Stranger die Erlaubnis von Spectre, dem Wächter vor diesem Ort des Grauens. Mit Einer unverschämten List gelingt es dem Stranger Spectre davon zu überzeugen, dass er selbst und Swamp Thing passieren dürfen.

In der Hölle angekommen wird der Phantom Stranger von einem anderen Wesen abgelöst, dass das Ding aus dem Sumpf von nun an führen wird.
Meine Damen und Herren, liebe Kinder, Applaus für.... Etrigan!
Der Lauf durch die Hölle ist ein beeindruckender Teil der Geschichte, und ich bin immer wieder hin und weg, egal wie oft ich die Seiten lese. Es liegt nicht alleine an Etrigan, sondern auch an der Umgebung, dem grotesken, schrecklichen Hintergrund der Höllenlandschaft samt seiner entstellten Bewohner, immer wieder durchbrochen von Swamp Things Hoffnung und Aufrichtigkeit und den Reimen und Launen des Dämons, der am Ende Swamp Thing und Abby zur Flucht verhilft, indem er Arcanes Überreste aufhält. Das Sumpfding und Abby kehren zurück in die Welt der Lebenden, doch nicht ohne einen letzten Gruß des feurigen Dämons Etrigan: „Doch sag ihr, dass in der Hölle eine Blume wächst. Sie ist nach ihr benannt.
Alan Moore hat eine Vorliebe für die Figuren, die Swamp Thing zur Seite stehen, als er Abby sucht. Das ist gut so, denn sie sind mehr als nur interessant. Wir werden den Phantom Stranger, Spectre, (und natürlich auch) Etrigan und die anderen noch das ein oder andere Mal in Bezug mit dem Swamp Thing sehen (unter anderem in der Jubiläums US # 50 und folgenden).


Sechses Kapitel: Pog

Vorneweg: Pog hat deutlich den Charakter einer Filler-Geschichte, denn nach den Ereignissen rund um Liebe und Tod und die dortigen Konsequenzen ist Pog doch relativ "out of continuity" angesiedelt – was nicht heißt, dass es eine schlechte Geschichte ist. Pog ist sogar eine der berühmtesten Swamp Thing Geschichten von Moore, nicht zuletzt durch den ungewöhnlichen Kontrast zwischen mahnendem Zeigefinger und den skurrilen Protagonisten in ihren quietschbunten Raumanzügen. Alan Moore hat während seiner Zeit bei Swamp Thing zweifelsohne viele denkwürdige Werke geschrieben, doch Pog war damals eine der ersten Stand-Alone Ausgaben, die nicht zu einem längeren Storybogen gehörten und in sich und mit ihrem Ende abgeschlossen waren.
Eigentlich ein Tribut für Walt Kelly´s Figur Pogo, ein kleines Opossum, das in einem Sumpf lebt und gegen die Umweltverschmutzung angeht, ist diese Erzählung so etwas wie eine Umwelt-Fabel. Und aus der Literatur wissen wir, dass Fabeln meist eine tiefgehende Moral haben, nicht selten sogar belehren sollen.
Pog und seine außerirdischen Freunde kommen auf die Erde, eine andere Welt hinter sich lassend, die ihrer natürlichen Ressourcen beraubt wurde. Mit dem Glauben, dass die Erde ein besserer Ort zum Leben und vor allem sicher und friedsam sei, machen sie sich an die Erkundung der neuen Umgebung – zufälligerweise den Sümpfen von Louisiana.
Sie stoßen jedoch nicht nur auf Swamp Thing, sondern genauso wie auf ihrem Heimatplaneten auf Widerstand, Tod und Zerstörung der Lebewesen untereinander.
Eine sehr nachdenkliche Story, die Moore hier präsentiert, die nicht ohne einen gewissen Beigeschmack zu genießen ist, da sie wohl zu viel Wahres enthält, reduziert man sie auf ihre Kernaussagen.
Stark ist neben der gesamten Thematik natürlich die eindrucksvolle Szene der Beerdigung des kleinen Aliens, das von der einheimischen Tierwelt getötet wurde. Auch die Kommunikation zwischen Swamp Thing und den Aliens ist gelungen dargestellt, und nicht zuletzt mögen viele Fans das schildkrötenartige Raumschiff der kleinen Aliens, das sie auf der Suche nach ihrer Dame (einer neuen Heimatwelt) durchs All trägt.
Kritiker und Leser sind sich einig – Pog gehört mit zu den wichtigsten Geschichten des Swamp Things, obwohl die Story leise und wirklich nur eine eigenständige, abgeschlossene Ausgabe ist. Jeder Comic-Leser sollte sie einmal gesehen haben, und ich schließe mich dieser Meinung ohne Weiteres an.
Das Artwork von Shawn McAnus ist (wie schon das des ersten Kapitels) eine Augenweide. Sein Strich gefällt mir sehr gut, und die Darstellung der knuffeligen Aliens hat durchaus etwas ansprechendes, wenn man die brutalen Zeichnungen der Storyline davor bedenkt.


Siebtes Kapitel: Verlassene Häuser

Es folgt ein skurriles Kapitel, das mehr auf Abby Cable ausgerichtet ist als auf das Swamp Thing selbst. Abby träumt, doch in ihrem Traum begegnen ihr zwei Brüder. Sie muss wählen, in wessen Haus sie will – in das Haus der Geheimnisse oder das Haus der Mysterien.
Schließlich versucht ein Bruder den anderen zu überlisten, indem er Abby zur Flucht verhelfen will, und die Hommage an die beiden Swamp Thing Schaffer Len Wein und Bernie Wrightston endet mit einem Brudermord und vielen aufgeworfenen Fragen. Nach Pog eine gänzlich andere Richtung, vielseitig und brillant erzählt, elegant gezeichnet von Ron Randall und sogar mit sieben Seiten der beiden Original Swamp Thing Schöpfer (Anm.: Auch die beiden Brüder hat man nicht das letzte Mal gesehen....)


Achtes Kapitel: Das Frühlingsopfer

Das Dreiergespann Moore/Bissette/Totleben ist zurück, und ihre folgende Geschichte ist enorm wichtig für das Swamp Thing.
Was geschieht, wenn sich eine schöne Frau in ein Monster verliebt? Oder vielmehr, was kommt dabei heraus? Entweder ein zweitklassiger B-Movie aus den 80er Jahren, eine Disney-Verfilmung von Die Schöne und das Biest, oder Alan Moores „Das Frühlingsopfer“, das sagenhafte Sahnehäubchen dieses außergewöhnlichen Bandes über das Ding aus den Sümpfen von Louisiana, und mit Sicherheit die beste Alternative der drei genannten Dinge.
Eine wunderschöne Geschichte, untermalt von stimmungsvollen Zeichnungen, in der Abby Swamp Thing ihre Liebe gesteht.
Moore zeigt nicht die problemlose Beziehung zwischen zwei gegensätzlichen, völlig unterschiedlichen Wesen – nein, er zieht deutlich die Linie, wo Gefühle und Probleme aufeinandertreffen werden. Mit einem Augenzwinkern und unheimlich viel Gefühl stellt er diese Probleme dar, die auf das Swamp Thing und Abby zukommen werden.
Meinst Du... Sex?
Ja, Abby, das meint er. Alan Moore löst das Problem meisterhaft, und wenn man die Seiten nicht selbst gesehen hat, so ist es schwer zu beschreiben; eine psychische Vereinigung der beiden, bedingt durch eine Art Pflanze, die Swamp Thing seiner Geliebten zum Verzehr gibt.
Definitiv zeichnerisch mehr als nur hochwertig, und die Krönung des Ganzen sind auf alle Fälle die letzten beiden Seiten, die ein eigenes kleines Meisterwerk in einem großen Meisterwerk darstellen. Ein wichtiges Kapitel in Swamp Things Geschichte, und wohl auch in der Geschichte der Comics überhaupt.




Fazit:


Gleich die erste Story im vorliegenden Band ist in meinen Augen ein Kracher – und das, obwohl Etrigan erst später seinen großen Auftritt haben wird. Ja, aber ich mag diese leise, tragische Geschichte um das Begräbnis von Alecs Gebeinen. Viel Gefühl, viel erzählerisches Geschick, wie man es eben gewohnt ist (und das Sprungbrett zu einer tollen Szene für spätere Kapitel – im Paradies, als Alec sich bei Swamp Thing dafür bedankt).

Danach hat Liebe und Tod leider ein klein wenig Schwierigkeiten, so richtig in die Gänge zu kommen, und der Leser quält sich stellenweise kurzzeitig mit doch nicht ganz leichten Panels und Zusammenhängen. Dennoch gewinnt die Geschichte beständig an Fahrt und Vielschichtigkeit, und als Swamp Thing Arcane stellt sind wir mitten drin in einer der packensten Erzählungen, die je gedruckt wurden (mindestens). Es folgt eine meiner persönlichen „All-Time-Favorite“-Geschichten, nicht zuletzt einmal mehr durch den Auftritt unser aller Lieblingsdämons – Etrigan!

Ein neues und frisches Fazit ist schwer zu geben, da Neil Gaiman in seiner tollen Ouvertüre eigentlich schon alles sagt. Vorbehaltlos schließe ich mich dem an, was „Mister Sandman“ von sich gibt. Und dennoch...

Liebe und Tod und die Geschichten darum – kleine Meisterwerke wie Pog oder Das Begräbnis – sind ein würdiger Nachfolger für den ersten Band mit dessen Saga von Swamp Thing.

Empfehlung: Leider verwährt mir Pannini immer noch Bestechungsgelder oder eine andere Anstellung in des Königs heiligen Hallen – dennoch rate ich wieder zur Anschaffung des Bandes, und auch diesmal wieder uneingeschränkt, und mit nach oben gestreckten Daumen.


Randnotizen


· Das wachsame Auge hat jemanden nicht gänzlich unbekannten erspäht, genauer gesagt ein Duo Verrückter. Wer hat sie erkannt? Richtig, in Gothams Anstalt Arkham sehen wir zwei alte Bekannte: Den Floronic Man (Jason Woodrue – wann lesen wir endlich Die Saga von Swamp Thing, mh?) und den Joker (Batman? Nie gehört? Also bitte!), die Arcanes Macht spüren, als dieser sie aussendet.

· Mehr Informationen zu Walt Kelly und auch seiner Figur Pogo im Internet unter http://www.bpib.com/kelly.htm

· Eine Unterhaltung, kurz nach Lektüre des Tradepaperbacks geführt, hatte mit folgender, einstimmiger Meinung einiger gleichgesinnter Comicleser geendet, die ich hier einfach mal wiedergeben und damit die Rezension auch langsam zu einem Ende bringen möchte (100% unzensiert und authentisch):

Swamp Thing: Love and Death hätte folgenden Aufkleber verdient, golden geprägt und mit einer riesigen Eins als Abbildung: „I was built to be the best, number one and nothing less.“

So far – bis zum nächsten mal, denn es folgt schon bald „The Curse“...



Christian Endres


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