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Panini Konvent 2003 "Ihr wollt es doch auch!"
Drei Tage.
24 wagemutige Comic-Fans.
Zwei Gasthäuser.
Der nackte Wahnsinn.
Nun gut, ich war ja bereits gewarnt.
Schon drei mal trug es sich zu, dass Freigänger der Anstalten für Comicgeschädigte aus ganz Deutschland zusammenströmten, um ein Wochenende lang an den Grundfesten des Verstandes zu rütteln. Doch während die infernalischen Treffen sonst unter dem Namen DC-Konvent liefen, und somit Lesern unseres kleinen elitären Superhelden-Universums vorbehalten waren, schalteten wir diesmal in einen höheren Gang: Organisator Stefan „Batman“ Kulnik ersann den klangvolle Schirmnamen Panini-Konvent, um im Comicforum nicht nur Superhelden-Fans, sondern auch Manga-Leser zu ködern. Und die Falle schnappte zu.
Doch so ein Wochenende will verdient sein. Darum baute unser Organisator kleine Rätsel in die Wegbeschreibung ein. Zunächst sorgte der „Austragungsort Aubachtal“ für Verwirrungen. Umnachtete Glücksritter wie Vision 5, der Archivar, oder auch der Verfasser dieser Zeilen, verbrachten verzweifelte Stunden über einem Deutschland-Atlas, bis die Münze fiel: Das schöne Aubachtal stellt keinen Ort, sondern ein Gasthaus dar. In Zukunft wohl doch das ganze Thema im Forum lesen!
Doch auch die Hotelbesitzer selbst scheinen ein gesundes Ausleseverfahren unter potentiellen Gästen zu befürworten, schickt einen doch ihre Webseite erst einmal nach Oberraden. Nach zweimaliger Durchquerung aller fünf Straßen des Ortes (und mehrmaliger Belästigung der Ureinwohner) kamen dann doch, im Laufe des Freitagnachmittags, alle Konvent-Teilnehmer im tausend Meter entfernten Niederraden an. Aufnahmeprüfung bestanden!
Bei den bisherigen Konvents glaubten wir bereits, in Kuhkäffern gelandet zu sein. Das war vor Niederaden. Eine Pferd, drei Straßen, und circa ein Hotel pro Einwohner, willkommen im Niemandsland. Trotzdem schien Niederaden mit „NR“ ein eigenes Autokennzeichen zu besitzen, sehr merkwürdig...
Die Schar der Teilnehmer war bunt gemischt, und die Entscheidung, von einem reinen DC-Treffen wegzugehen, erwies sich als goldrichtig: Nicht nur, dass wir mit 22 Partizipanten die bislang schlagkräftigste Einheit darstellten, das Verhältnis der weiblichen Teilnehmer betrug zur Freude Aller ein wackeres Drittel. Konventler der ersten Stunde, der Archivar, Morgan, Comicfreak, Batman, Honkman, und Ruppoman (yep, that’s me), stießen endlich auf neue Gesichter, und begrüßten Clint Barton, Frank Castle, Remy, Vision 5, Snow, Paradoxon, Kathy, Blue Lion, Katja1st, und NikiMaus. Schwer vermisst wurden Eratta-Man, Aqualad und Risk, die quasi in letzter Sekunde abgesagt hatten. Dafür feierten die (Ex-)WGlerinnen Flare, Damage, und Darkblade endlich ihr Comeback, und auch Forenmeister Bernd Glasstetter beehrte uns ganz zivil mit seiner Anwesenheit. Die Phase des vorsichtigen Herantastens war schnell überwunden, und schon bald wurden die Comicboxen ausgepackt und mit heiterem Gemüte über unser aller Lieblingsthema diskutiert.
Ein Grund dafür mag die Lokalität gewesen sein, die uns geradezu zusammenschweißte. Hatten wir doch alle gleichzeitig das dort unübliche Verbrechen begangen, die Ruhe der Gasthofs-Besitzer zu stören, und das auch noch am Wochenende... Mit fast schon genialer Begabung hat es die Bedienung fertig gebracht, dass ich beinahe jedes Mal ein schlechtes Gewissen bekam, wenn es wieder mal so weit war, ein neues Getränk zu ordern. Und schwer zu merkende Kombinationen wie Cola und Wasser waren auch nicht gerade erwünscht. Im Laufe des Nachmittags wurde denn auch klar, wieso die Zimmer so billig waren: Die Getränkenorm in Niederraden unterscheidet sich (im Gegensatz zu den Preisen) erheblich vom Rest der Welt, Bernd hat das in seinem Bericht etwas näher erläutert. Ebenfalls niedlich war die Speisekarte mit exakt sieben „gutbürgerlichen“ Auswahlmöglichkeiten.
Wer mit den Zimmer Glück hatte, durfte in einem anderen Gasthof zwei Häuser weiter nächtigen. Das Hotel Hubertus wurde von einem überaus freundlichen Ehepaar geleitet, und die Unterkünfte dort waren denen im Aubachtal doch etwas überlegen. Wer einmal den „Badezimmer-Flügel“ im Anwesen des Archivars gesehen hat, weiß wovon ich rede...
Aber was einen normalsterblichen Menschen geärgert hätte, sorgt in der richtigen Runde eher für Stimmung und Kult-Sätze. An die ernsthaften Comic-Fachsimpeleien zu Beginn reihten sich mit fortschreitender Uhrzeit immer ausgelassenere Unterhaltungen. Mitschuld an der steigenden Stimmung gegen Mitternacht mag der Bierkeller des Aubachtals getragen haben. Wusstet ihr, dass eine Person an einem Abend 37 Euro für Getränke ausgeben kann? Nachdem die Bedienung gegen halb eins endgültig das Handtuch warf, verlagerte sich das Geschehen auf Snows Zimmer. Die Erinnerungen an die weiteren Ereignisse gehen von Person zu Person etwas auseinander... Irgendwann zwischendurch sollen wir angeblich den zweiten Vornamen von Torsten B. Abel erfahren haben, doch wer weiß schon, ob wir da nicht einem Dünkel zum Opfer gefallen sind...? Als gesichert gilt, dass unser Organisator mitfühlend darum bemüht war, jedermann einen „Keks?“ anzubieten, was immer wieder mit einem schallenden „das sind Waffeln!!!“ beantwortet wurde. Nicht wundern...
Das damals allgegenwärtige Konvent-Logbuch und Katjas unermüdliche Einträge verbreiten übrigens nur Unwahrheiten! Nichts davon ist je so geschehen oder gesagt worden! Doch, ehrlich!
Das Frühstück war erst gegen 11 Uhr angesetzt, und sieben Stunden Schlaf waren ja auch noch reichlich. Selbst morgendliche Schocks von Seiten der Hoteldirektion (Ein großes Handtuch kostet einen Euro extra?!? Eine zweite Kanne O-Saft zu verlangen, wird als gierig gewertet?!? Und dann die als Schoko-Cornflakes getarnten Holzkugeln...), so etwas vermochte uns nicht zu bremsen.
Zu jedermanns Freude tauchte plötzlich der Barnster himself, Barni79, auf, und brachte neben unzähligen Kalauern auch eine ganze Tüte voller Action-Figuren mit. Die unreifen Comic-Geeks hatten damit natürlich nichts kindischeres im Sinn, als sie in allerlei nicht-jugendfreie Posen zu bringen, und zweideutige Szenen mit Superman, Huntress und dem Joker abzulichten. Später schaute auch noch mal Hessi vorbei –leider viel zu kurz. Darum wurde der geplante Ausflug nach Koblenz und eine "historische Planwagenfahrt" zugunsten filmischer Genüsse auf einem Video-Beamer gestrichen.
Was wir gelernt haben: Der vergessene Fantastic Four-Realfilm wurde zu Recht vergessen! Für Lacher ohne Ende hat das Ganze dennoch gereicht, "Flame On" hat eine ganz andere Bedeutung bekommen. *grins* Der Pilotfilm zur neuen Justice League Animated Serie ist durchaus überzeugend, und auch der Batman of the Future-Film Return of the Joker ist zu empfehlen. Danach noch die erste Hälfte von Shrek, und auch dieser Tag näherte sich dem Abendessen...
Unser Stefanbatman hatte noch eine besondere Überraschung parat, sowohl Panini als auch Crossgen hatten den Konvent großzügig mit wohltätigen Gaben in Form von Buntheftchen unterstützt. Auch wenn der eine oder andere kein Glück bei unserer Privatverlosung hatte... ist mir und meinem Hitman-Band das egal! ;-)
Derart motiviert wagte es ein gewisser Ruppoman sogar, seine eigenen ersten Gehversuche im Comic-Bereich vorzustellen. Die positiven Auswirkungen waren nicht mit Geld zu bezahlen: Der Übeltäter dieses Artikels stieg augenblicklich im Rang auf, er durfte seinen militärischen Codenamen "der Schüler" gegen "der Künstler" eintauschen. Naja, hin und wieder zumindest... *ggg*
Da die Wirtin wieder gegen halb eins Schluss machen wollte, wurde von einigen Verschwörern beschlossen, rechtzeitig für die Stunden danach Getränke von der nächsten Tankstelle zu organisieren. Gut, vielleicht hätten wir sie nicht ganz so offen auf dem Tisch platzieren sollen, dennoch war die Reaktion der Hausherren unangemessen heftig. Doch die Zeit verstrich wie im Flug, und wer kann sich nach einer ganz wundervollen Massage der WGlerinnen schon noch ärgern? Strapazierte Lachmuskeln, Versprecher (bzw. Ver-Hörer) von Damage, Kamikaze-Kampfblumen, tiefgründige Gespräche und weniger tiefgründige Kalauer (der härteste Gag stammte lustigerweise von jemandem, der gar nicht anwesend war), und schon graute wieder der Morgen. Ich selbst warf gegen 6 Uhr das Handtuch, der ganz harte Kern um Snow, Morgan, und Remy soll noch länger durchgehalten haben.
Wenige Minuten später mussten wir auch schon wieder aufstehen (doch, so hat es sich angefühlt!). Die Mehrheit entschied sich darum dafür, die Zeit bis zum Mittagessen als „noch Nacht“ zu betiteln (der „Morgen“ begann an jenem denkwürdigen Sonntag offiziell erst um 14 Uhr).
Als Abschiedsgruß sandte der Ältestenrat von Niederraden noch mal eine berittene Polizistin vorbei, dann näherte sich das Treffen seinem viel zu raschen Ende.
Haben wir aus diesem überaus vergnüglichen Wochenende irgend etwas gelernt? Orangensaft kann in den falschen Händen sehr gefährlich sein (@Katja: Die furchtbare Rache des SCHÜLERS, buahuahuar!!!). Größeres Pech in Sachen Unterbringung ist in Zukunft wohl ausgeschlossen, das ist doch schon ein gutes Gefühl. Auf der anderen Seite wäre uns in einem anderen Hotel –sorry, Gasthaus- wohl viel Spaß entgangen... Auf jeden Fall war es selten ein besseres Gefühl, am Sonntag völlig übermüdet, versifft, und geistig verwirrt zuhause anzukommen. Auch wenn ernsthafte Diskussionen gegen Ende ein wenig nachgelassen haben, und man wieder nicht die Hälfte von Allem angesprochen hatte, was man eigentlich auf Mit-Fans loslassen wollte... War schon ein verdammt cooles Treffen mit dem sympathischsten Haufen Chaoten, der mir untergekommen ist.
Keks...?
Einen Bericht von Bernd Glasstetter und unzählige Bilder gibt es auf den Splashpages.
Lukas 'Ruppoman' Wilde
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