|
|

Lex 2000
Lex Luthor ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!
Ja, liebe Freunde, ihr habt richtig gelesen, nach einem länger angedeuteten Interesse an diesem Amt hat es der alte Glatzkopf wirklich geschafft, zum nunmehr offiziell mächtigsten Mann der Welt zu werden!
Aber beginnen wir der Reihe nach:
Lex Luthor entstammt einer alten Famillie aus Metropolis, die zum Ende des zweiten Weltkrieges verarmte. Er selbst wuchs in der ärmsten Gegend Metropolis auf und erbaute mit Hilfe seines Weitblicks, einem überlegenem Intellekt und einer gehörigen Portion Skrupellosigkeit ein Firmenimperium ohnegleichen, das als LexCorp bekannt wurde.
In den letzten Ausgaben der Superman-Reihe, die der Dino-Verlag herausbrachte, wurde mehrfach angedeutet, daß Luthor ein deutliches Interesse an seinem Bild in der Öffentlichkeit hegte. Nun ist klar, daß diese Öffentlichkeitsarbeit, wie der Opernbesuch mit Clark und Lois oder gar das Mammutprojekt "Niemandsland", unter einem neuen Stern zu betrachten sind.
Fiel der Plan, das zerstörte Gotham wieder aufzubauen, um es in Luthors Imperium einzuverleiben, fehl, so blieb doch die neue, unglaubliche Beliebtheit dieses Mannes, der Mann, der Gotham "im Alleingang" rettete.
Wir kennen unser aller Lieblingsmanipulator ja nun schon lange genug, um sagen zu können, daß dies entweder schon damals ein Teil seines Planes war oder er zumindest die aufkeimenden Sympathien richtig zu nutzen wusste.
Wie wurde Lex Luthor zum Präsidenten?
Was sind die Konsequenzen?
Oder vielmehr, was haben sich die Autoren jetzt schon wieder gedacht?
Dies sind die Fragen, der sich die versammelte Fangemeinde nunmehr stellen muss.
Sein Interesse am höchsten Amt Amerikas bekundete Lex erstmals in The Adventures of Superman #581 (Panini Superman #1). Diese Pressekonferenz kann also als offizieller Auftakt des Wahlkampfes angesehen werden. Diesen Hammer ließ man die Leser erst mal verdauen, bevor man in Superman #162 die Leserschaft erneut schockierte:
Ausgerechnet Clark Kents - alias Supermans - alter Freund aus Jugendtagen, Pete Ross, soll nach Luthors Wünschen sein Vizepräsident werden. Die Ausgabe ist zudem deshalb interessant, da man näheres über die Auffassungen der Figuren Perry, Clark, Lois & Co. zum möglichen neuen Präsidenten Luthor erfährt.
Der nächste Punkt auf dem Weg zur Macht ist Superman #163 (Panini Superman #8), in dem Luthor ein Pakt mit Aquaman, dem König von Atlantis, gelingt. Zudem erreicht Luthor weitere Beliebtheitspunkte, als er von einer Kellnerin angeschossen wird. Jene Kellnerin hatte einst ein Erlebnis der besonderen Art mit Luthor: Dieser bot ihr eine Million Dollar an, wenn sie sich innerhalb von zehn Minuten dazu entschließen würde, mit ihm einen Monat in Metropolis zu verbringen. Luthor wartete die Frist nicht ab und verschwand. Die Kellnerin blieb zurück mit der ewig offenen Qual, ob sie die moralische Überlegenheit gehabt hätte, abzulehnen, oder ob sie das Angebot doch angenommen hätte.
Ein gelungener Schachzug der Autoren, wie ich finde, um die neue Situation zu verdeutlichen: Zum einen mutiert Luthor zum Sympathieträger, der unser Mitleid erlangt. Schließlich wird der gute, brave Mann von jemand Dahergelaufenem angeschossen. Zum anderen zeigt uns die Geschichte, daß wir es noch immer mit einem skrupellosen Mann zu tun haben, der eine pervertierte Freude am Manipulieren der Menschen hat.
Soweit recht schockierend!
Dieser skrupelose Manipulator steht nun im Wahlkampf um die Präsidentschaft.
Was soll werden, wenn er gewinnen sollte?
Dies erzählt uns der One-Shot Lex 2000 (Panini Superman #13), in dem er schließlich zum Präsidenten gewählt wird. Das Ereignis wird von Superman mit der Zerstörung eines kleineren Saturnmondes gefeiert.
Batman muss, nachdem er Luthor zum Ende des Niemandslandes noch in seine Schranken verweisen konnte, nun feststellen, daß nun auch er diesem unterlegen ist: Als Batman versucht, Luthor den Kryptonit-Ring zu stehlen - schließlich sind die versammelte Macht der USA und der Ring zusammen zuviel Macht für jedermann - konfrontiert dieser ihn mit seiner Verwundbarkeit. Er droht, ihm die exekutiven Gewalten der Vereinigten Staaten auf den Hals zu jagen, um seine Identität sowie die von Robin, Nightwing und seinen sonstigen Mitstreiter herauszubekommen.
Am Schockieren scheinen die Autoren wieder Gefallen zu finden, denn man erfährt in diesem One-Shot zudem, daß Lana Lang, eine der ältesten Freundinnen Supermans, Luthors Kandidatur unterstützte, da sie hoffte, ihm würde etwas zustoßen, so daß ihr Mann Pete Ross, der neue Vizepräsident, an erster Stelle stehen würde.
The Adventures of Superman #586 ist dann schließlich der Moment, in dem Superman einmal mehr gezwungen ist, Luthor zu gratulieren.
Schließlich in Action Comics #773 (Panini Superman #12) nunmehr der Oberhammer: Talia al Ghul wird zur neuen Geschäftsleiterin von LexCorp! Die Tochter von Ra's al Ghul vertritt von nun an Luthor in seinem Finanzimperium.
Mit Superman #165 (Panini Superman #15) will ich nun den Wahlkampf abschließen. Hier, zur Weihnachtszeit, besucht Superman die JLA-Mitglieder, beschenkt sie und diskutiert mit ihnen über Luthor.
Luthor ist Präsident!
Jener Manipulator, der seiner verarmten Familie aus den Slums von Metropolis entkam,
Jener Meisterstratege,der wohl zurecht als der gefährlichste Mann auf Erden bezeichnet wird,
Jener skrupellose Geschäftsmann ist Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika!
Was hat der geneigte Leser in der nächsten Zukunft zu erwarten? Nun, Luthor wird sicherlich seine neue Autorität nutzen. Die JLA dürfte ihm zwar weiterhin ein Dorn im Auge sein, aber da er ja nun quasi auch deren Vorgesetzter ist, wird er sie wohl gewähren lassen, solange sie nach seinen Vorstellungen handelt.
Die Frage, ob Luthor ein fähiger Präsident sein könnte, erübrigt sich meines Erachtens, da er zum einen ein angesehener Bürger, zum anderen aber auch einer der größten Strategen des DCU ist. LexCorp ist immerhin ein gigantisches Firmenimperium, das nur unwesentlich leichter zu führen sein dürfte als das amerikanische Kabinett.
Was sind die Konsequenzen, was haben sich die Autoren gedacht?
Diese beiden Fragen habe ich mir immer wieder gestellt, als ich von jenen Ereignissen hörte.
Nachdem ich nunmehr über den Wahlkampf informiert bin, bleibt nur eine Antwort:
Die Autoren haben endlich einmal wahr gemacht, was uns so häufig versprochen wurde - das DCU wurde von Grund auf erschüttert. Luthor ist nun das Oberhaupt der amerikanischen Legislative. Das Oberhaupt eines Landes, in dem neben seinem Erzfeind Superman auch nahezu alle Metawesen des DCU leben. Zudem hat er bewiesen, daß er sowohl fähig als auch willens ist, diese Macht einzusetzen, indem er Batman auf seinen Platz verwies.
Und damit nicht genug! Die Allianz mit Atlantis und Ra's al Ghul erhöht seine Macht noch ungleich mehr. Aquaman ist ein Mann, der zu seinem Wort steht, und dieser Pakt könnte unter Umständen wahrlich teuflisch enden. Das Bündnis mit Ra's hingegen dürfte noch weitaus bedeutender sein, obwohl Aquaman als König der Meere nach wie vor der mächtigste Herrscher auf oder besser unter Erden sein dürfte. Mit Ra's al Ghul hat Luthor einen Verbündeten, der im Verborgenen agiert und dennoch mächtig genug ist, nahezu alle Wünsche zu erfüllen.
Daß ausgerechnet Pete Ross Luthors Vizepräsident wird, könnte ein verdeckter Schachzug gewesen sein. Zum einen hat er einen fähigen Politiker, der schon hohe Ämter bekleidete, an seiner Seite, zum anderen ist es ein subtiler Hinweis an Lois und Clark und damit auch an Superman, daß er fähig ist, jeden soweit zu manipulieren, daß er nach seiner Pfeife tanzt. Möglicherweise ist es auch eine Botschaft für Lois, daß er ihren Pakt nicht vergessen hat und er sie ihn auch nie vergessen lassen wird.
Angesichts der schieren Menge an schockierenden und überraschenden Storyelementen können wir gespannt bleiben, was die Autoren als nächstes vorhaben. Mit den Bündnissen mit Ra's al Ghul und Aquaman sowie natürlich den Ressourcen LexCorps und der Vereinigten Staaten dürfte Luthor nahezu nichts mehr unmöglich sein. Die Zeit für Metawesen im DCU ist gefährlich, denn ihr größter Gegner ist nun wahrlich der mächtigste Mann der Welt!
Your prince of lies
Stephan "Loki" Erdmann
Anmerkung:
Der Autor der Kolumne möchte sich bei Comicforums-Mitglied "Superphil" bedanken, der ihn so vortrefflichst mit den einzelnen Elementen von Luthors Wahlkampf informierte.
|






Wenn auch du dich berufen fühlst, deine Gedanken zum Thema Comic niederzu- schreiben, wenn du dich einem sehr großen Publikum mitteilen willst, dann kannst du uns gerne eine E-Mail schreiben.
|