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By the way, how much is the fish?
Okay, okay. Ich gestehe es gerne ein. Das ist schon längst keine wöchentliche Kolumne mehr, sondern eine extrem unregelmäßige. Aber aus Umständen, die jenseits meiner Kontrolle liegen, hat es sich nunmal leider so entwickelt. Leider!
Aber um das wieder gutzumachen, bringen die folgenden fünf Tage ein besonderes Schmankerl, wie es die Bayern sagen würden. An diesem, und den darauffolgenden vier Tagen erscheint CCC täglich! Jeden Tag eine neue Kolumne. Danach wird die Kolumne hoffentlich wieder im Wochenrhythmus weiterlaufen.
Einleiten möchte ich das ganze, indem ich über die neuste Welle von Billigcomics rede.
Billigcomics? Was für Billigcomics?
Nun, da muss ich etwas ausholen.
Januar dieses Jahres brachte DC ein Heft heraus, dass durch eine Besonderheit hervorstach: Es kostete nur 10 US-Cent. Ich rede vom Batman: The 10-Cent Adventure. Die Ausgabe war darauf ausgelegt, neue Leser anzuwerben. Perfekt für Neueinsteiger, mit einer grandiosen Story, die nur einen Schönheitsfehler hatte. Sie endete mit einem Cliffhanger, der in eine Storyline mündete, die erst im August abgeschlossen sein wird. Nicht gerade sehr geeignet dafür, neue Leser zu behalten, sie dürften sich eher abgeschreckt fühlen.
Nun, kommen wir zu Marvel Comics. Die haben die Idee von DC kopiert. Demnächst erscheint Fantastic Four #60, die erste Nummer des neuen Kreativteams aus Mark Waid und Mike Wieringo. Diese Nummer wird nur 9 Cent kosten, aber mit keinem Cliffhanger enden! Damit wird diese Ausgabe der billigste Comic überhaupt sein.
Und nun, vor kurzem, folgende Meldung:Gen 13 V.II #0 wird nur 13 Cent kosten. Es wird die erste Ausgabe des neuen Kreativteams um Chris Claremont und Ale Garza sein. Und, um ehrlich zu sein, fand ich diese Idee, diese Reklame, alles andere als gelungen.
Wieso?
Nun, für mich wirkt die Idee langsam ausgelutscht. Sie zieht nicht mehr.
Das 10 Cent Adventure wird so oder so in die Geschichte eingehen.
Es war in brillianter Marketingerfolg, und zugleich eine enorm innovative Idee. Das Heft an sich war nicht übel, und sogar gut lesbar. Der Autor und Zeichner, und sogar der Tuscher, allesamt hatten Namen, die für Qualität stehen. Das Heft verkaufte sich enorm gut und hat sicherlich dazu geführt, dass einige Leute sich doch noch in einen Comicladen verirrt haben.
Marvels 9-Cent Geschichte ist auch noch ganz nett.
Wieso? Weil es eine direkte Antwort auf die Idee von DC ist. Marvel war in der letzten Zeit einer der Vorreiter in Sachen Comic-Innovation, und man hat sich nie gescheut, ungewöhnliche Ideen sofort umzusetzen. Die Serie Fantastic Four war eine der ersten Heftreihen, die vor langer Zeit die Geburt des Verlags ankündigten. Und die Namen, die mit dieser Nummer #60 verbunden sind, klingen durchaus interessant. Mark Waid und Mike Wieringo sind zwei der berühmtesten Köpfe der Comicschöpfer-Szene, die sicherlich für Qualität stehen. Und beide haben früher für DC gearbeitet. Irgendwie kann es Marvel wohl einfach nicht lassen, DC eins auszuwischen. Ich persönlich werde mir dieses Heft holen.
So, und nun wurde auch noch dieses 13-Cent Heft von Wildstorm angekündigt.
Genau dreizehn, weil der Name der Serie eben Gen 13 ist. Schon allein diese Begründung finde ich irgendwie dämlich.
Der Preis des 10-Cent Adventures war eine Homage an die ersten Comichefte, die damals genau soviel gekostet haben. Die Fantastischen Vier werden deshalb 9 Cent kosten, weil der Preis dann genau einen Cent unter dem des 10-Cents Adventures liegt. (Wie gesagt, Marvel will DC wieder eins auswischen)
Und von daher zieht die Begründung irgendwie nicht. Ich hätte es lieber gesehen, wenn der Billigpreistrick bei einer anderen Serie benutzt worden wäre. Einer Serie, die eindeutig mehr ein Aushängeschild des Wildstorm Verlags ist, als Gen 13.
Das Problem ist einfach, dass Gen13 eine zu unbekannte Serie ist! Klar, damals, als sie frisch gestartet war, ging sie weg wie warme Semmeln, aber zuletzt? Mittlerweile ist Serie nur noch ein Schatten ihrer selbst, und es nimmt kaum noch einer Notiz von ihr.
Und ich glaube kaum, dass sich das nach dem Neustart ändern wird. Das wird schon allein an Chris Claremont scheitern. Er kann zwar gute Stories schreiben, aber in seinen letzten Serien, die nicht im XMen-Universum spielten, versuchte er immer wieder, sie irgendwie "X-Menhaft" zu machen. Das klappt natürlich bei Gen 13 nicht so ganz, aber dennoch ist er einfach nicht der richtige Autor dafür. Dazu müsste er an die Qualität seiner damaligen 4teiligen Story bei Wild.C.A.T.S. anzuknüpfen, und da habe ich meine Zweifel.
Was für Alternativen hätte den Wildstorm gehabt? Gute Frage. Vielleicht wäre es passend gewesen, eine billige Astro City, oder einen billigen ABC comic zu produzieren. Beides wären deutlich bessere Serien als Gen 13, sie genießen einen größeren Kultstatus. Oder aber Wildstorm hätte sich daran gemacht, den wirklichen Flagschiff-Titel wiederzubeleben. Eine billige Wildcats-Ausgabe wäre schon einen Blick wert gewesen. Aber man hat sich für Gen 13 entschieden, da hätte es Wildstorm lieber ganz bleiben lassen sollen.
Und was den nächsten billigen Comic angeht: Hoffentlich lässt der noch auf sich warten. Die Idee ist langsam ausgelutscht und zieht nicht mehr.
And now for something completley different:
Fünf Tage CCCs ermöglichen es mir, eine direkte Vorankündigung zu machen. Nachdem gestern schon die Cover dranwaren werde ich mich morgen auf die Eisner Awards stürzen und als Abschluss zwei Webpage-Kolumnen aufeinanderfolgen lassen.
Für letzteres sehne ich mich wieder nach etwas frischem. Ich habe zwar noch genügend Vorschläge, aber neue Ideen nehme ich immer noch dankend an. In diesem Sinne,
bis morgen.
comicfreak
Götz 'comicfreak' Piesbergen
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