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Wow! Was für eine Nachricht! Aber ist sie nicht schon leicht veraltet? Keine Sorge, der gute alte comicfreak ist noch nicht komplett durchgeknallt (auch wenn nicht mehr viel fehlt), aber das nur nebenbei. Vielmehr möchte ich diese Nachricht und deren Konsequenzen zum Anlass nehmen, um über Nachfolger bei etablierten Serien zu reden. Chuck Dixon hat zuletzt drei reguläre Serien für DC geschrieben: Nightwing, Robin und Birds of Prey. Betroffen durch seinen Fortgang sind aber vier Serien. Neben den eben drei genannten kommt auch noch Gotham Knights hinzu. Wieso? Weil die Autorin Devin K. Grayson die Serie nun gegen Nightwing austauscht. Nachfolger wird Scott Beatty, während Terry Moore Birds of Prey schreiben wird. Und um Robin kümmert sich Jon Lewis. Und nun meine Ansichten dazu: Grundsätzlich sind Wechsel bei Comics eine heikle Sache. Wenn der Kolorist, Letterer oder gar der Tuscher wechselt, ist das kein Beinbruch. Verlässt hingegen ein Autor oder ein Zeichner die Serie, ist das schon etwas heikler. Denn beide zusammen haben der Serie ihren eigenen, unverwechselbsren Stil gegeben. Man kann davon ausgehen, dass es umso schwieriger für einen Nachfolger wird, sich zu etablieren, je länger ein Autor (oder ein Zeichner) an einer Serie gearbeitet hat. Wenn er es gut macht, baut er auf den vorausgegangen Ausgaben auf. Wenn er es schlecht macht, ignoriert er die Arbeit seines Vorgängers total, und kocht sein eigenes Süppchen. (Man denke nur an Larry Hama, als er Elektra übernahm, und alles Vorausgegangene innerhalb einer einzigen Ausgabe zerstörte! Gräßlich!) Und jetzt kommt es darauf an, a) wie lange der Titel schon läuft, und b) wie gut er sich verkauft. Ich bemitleide jetzt schon die Fans der Black Panther-Serie. Denn ich vermute, wenn Christopher Priest die Serie verlässt, wird sie über kurz oder lang eingestellt. Sie läuft eigentlich nur noch aus Prestige-Gründen, denn die Verkaufszahlen sind nicht gerade ansehlich. Doch ich schweife wie üblich ab. So, was hat das jetzt mit Chuck Dixon zu tun? Ungefähr alles. Chuck Dixon hat alle drei Serien von Anfang an betreut, was alleine bei Robin schon an die hundert Ausgaben sind -so etwas ist heutzutage nicht mehr selbstverständlich. Und deshalb beneide ich Jon Lewis nicht um seinen Job. Denn 100 Ausgaben lang hat Chuck Dixon Robin geprägt, da kann es leicht passieren, dass verwöhnte Fans die Serie scharenweise verlassen. Der Lewis-Robin ist selbstverständlich anders, als der Robin von Chuck Dixon, den doch alle so lange gekannt haben. Würde nur der Zeichner wechseln, wäre das kein Beinbruch: Es gab schon viele Zeichnerwechsel, das wäre dann eben nur ein weiterer. Wesentlich besser hat es da Devin K. Grayson. Nicht nur, dass sie sich mit Gotham Knights schon lange ins Bat-Universum eingeschrieben hat, Nightwing ist auch ihr erklärter Lieblings-Charakter der Batman-Akteure . Und ich denke, das wird man auch ihren Stories anmerken. Hier sehe ich echtes Potential, die Serie könnte mit Grayson am Steuer noch besser werden als unter Dixon. Vielleicht geht sie auch endlich wieder auf die Beziehung Nightwing-Huntress ein, was von Dixon beharrlich ignoriert wurde. Und das führt uns schließlich zu Scott Beatty. Bisher kannte ich ihn nur als einen besseren "Erfüllungsgehilfen" von Dixon, er hat für mich noch keinen eigenen Charakter. Und darum wird er es schwer haben, Devin Grayson bei den Gotham Knights zu ersetzen. Die Serie ist noch relativ jung, und dieser Autorenwechsel wird ein echter Prüfstein für die Fortdauer sein. Wenn Beatty im Stil von Dixon schreibt, und jede Ausgabe Action, Action, Action bringt, dann sehe ich schwarz für die Serie. Denn Grayson hat besonders mit den ersten zwölf Heften einen sehr charakter-intensiven Stil geprägt, den es nach Möglichkeit fortzusetzen gilt. Aber ich kann mich ja auch täuschen. Wie gesagt, bisher ist Beatty für meine Augen ein nahezu unbeschriebenes Blatt. Am interessantesten dürfte der Wechsel für Birds of Prey sein. Dass Terry Moore starke Frauen schreiben kann, stellte er mit seiner charakter-intensiven Serie Strangers in Paradise schon unter Beweis. Dies dürfte Moore sicherlich bei der Arbeit an Birds of Prey helfen. Hier kann es auch ruhig dazu kommen, dass er einen anderen Pfad als Dixon einschlägt. Okay, es handelt sich eigentlich um die erste Mainstream-Arbeit von Moore, aber dennoch! Für mich hat die Serie einiges an Potential. Negativ dürfte allerdings sein, dass er sich bei Orakel mit den anderen Autoren abstimmen muss. Somit steht nur Black Canary zum freien Herumexperimentieren bereit. Nochmal zusammengefasst: Zwei Serien haben Potential, besser zu werden, als sie jetzt schon sind. Die anderen beiden hängen etwas in der Schwebe. Beide Serien wurden stark von ihren Autoren geprägt, von daher haben es die neuen Autoren schwer. Doch dass solche Wechsel möglich sind, zeigt eine Serie bei Marvel. Ich rede von den Thunderbolts, hier hat es einen wirklich guten Übergang gegeben. Kurt Busiek ging, und Fabian Nicieza übernahm, und er hauchte der Serie neues Leben ein. Oder man denke an Batman, wo, gottseidank, Larry Hama durch Ed Brubaker ersetzt wurde. Ich glaube aber, hier war es eigentlich egal, denn jeder Autor ist besser als Larry Hama. (Sorry, aber er hat sich seinen Kredit bei mir mit seiner Elektra-Arbeit verspielt!) And now for something completley different: Die ersten Websitesvorschläge für die zweite Websiteskolumne sind schon eingetrudelt. Trotzdem solltet ihr mir fleißig weiter eure Vorschläge mailen. Meinungen sind extrem erwünscht. Ich könnte ja ziemlichen Müll schreiben ohne es zu wissen, weil es mir keiner sagt. Also, hier meine Mailadresse: comicfreak@dcfanpage.de Ich freue mich auf eure Anregungen. Götz 'comicfreak' Piesbergen |
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