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Startseite -> Kolumnen -> Gewalt in Comics |
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Dieser Satz ist so ungefähr der Grundtenor von Personen, die ich versuche davon zu überzeugen, das Comics mehr als nur "Krach, Bumm, Peng" sind. Die Person, die einen solchen Satz, oder einen ähnlichen, von sich gibt, hat sich darauf versteift, das Comics gewaltätig sind, Punk Aus! Da hilft kein Zureden, kein Streicheln, kein nichts! Das Vorurteil steht unwiderrückbar fest. Aber hat die Person überhaupt recht? Comics leben von der Grundopposition Gut vs. Böse. Die meisten Comics haben einen Held/Heldin/Team als Star, und dieser Held/Heldin/Team tritt in regelmäßigen Abständen gegen böse Leute an, um sie zu besiegen. Die Methode, wie das geschieht, ist unterschiedlich. Im Großteil der heutigen Comics kommt ein Großteil der Gewalt von den Bösewichten aus. Die Helden versuchen sie zu besiegen, aber nicht zu töten. Und wenn ein Schurke getötet wird, so geschieht dies meistens durch einen Unfall. Nur in den allerseltensten Fällen tötet ein Held einen Schurken aus freiem Willen, wie zum Beispiel in Avengers #49, wo Warbird den Schurken Master of the World tötet, mit der Begründung, es sei jetzt Krieg und ein Krieg verlange dies. Solche Handlungen führen dann meistens zu einer negativen Reaktion von anderen Helden, und der Held, der den Schurken getötet hat, wird verstoßen. Jedoch ist dies anders in den Grim'n Gritty Serien. Das beste Beispiel hierfür ist eigentlich der Punisher. Er ist ein Charakter, der seine Gegner tötet. Trotzdem gilt er als ein Held. Zwar nur als ein Anti-held, aber trotzdem ein Held. Der Anti-held hat meistens ein traumatisches Ereigniss oder etwas ähnliches hinter sich, das ihn zu dieser Handlung antreibt. Beim Punisher wird dieses Prinzip auf die Spitze getrieben. Noch ein weiteres Beispiel für Gewalt. The Authority wäre eigentlich eine ganz normale Team-superhelden Serie, wäre da nicht die Tatsache, das in der Serie Gewalt sehr drastisch dargestellt wird. Einmal wird einem Gegner der Schädel weggeschlagen, was man auch sehr detailiert sieht, oder man sieht, wie Soldaten von Trümmern getötet werden. Die sonst so klare Grenze zwischen Held und Schurke verwischt. Man muß also zwischen den verschiedenen Gewaltdarstellungen differenzieren. Für einen normalen Comicleser ist die Gewalt in den jeweiligen Comics vollkommen normal. Sie gehört dazu. Vielleicht stechen auch deshalb Ausgaben hervor, in denen mal kein Kampf, keine Gewaltdarstellung passiert. Man muß aber auch bedenken, das ohne extreme Gewaltdarstellung uns so manches Meisterwerk der Comicgeschichte entgehen würde. Watchmen sei da mal einfach genannt. Die Gewalt ist Teil der Weltdarstellung in Watchmen. Sie definiert die verschiedenen Personen. Rohrschach ist ein Extrem. Er tötet seine Feinde, weil er nicht anders kann. Er hat keinen Respekt vor den Leuten. Er weiß, wozu sie in der Lage sind. Für Ozymandias ist die Gewalt ein notwendiges Übel, um die Welt zu verbessern. Er ist bereit Menschenleben zu opfern, weil er eine bessere Welt will. Und um dieses Ideal durchzusetzen ist ihm jedes Mittel recht. Er kann und will nicht anders. Als ein anders Beispiel seien noch Spawn und Kabuki genannt. Die beiden Serien könnten eigentlich nicht unterschiedlicher sein. Bei Spawn ist bemerkenswert, das der Held sich anfänglich nur über die Gewalt definieren kann. Er wendet das Mittel Gewalt nur allzugerne an. Er tötet und verstümmelt, und gerät dadurch immer tiefer in eine Art Teufelskreis. Denn Gewalt erzeugt Gegengewalt. Jedenfalls war diese am Anfang so, aber inzwischen vermisse ich dies bei Spawn. Bei Kabuki ist die Gewalt ebenfalls Teil der Geschichte. Kabukis Leben besteht nur aus Gewalt. Sie wurde durch Gewalt erschaffen, und sie wurde trainiert, Gewalt anzuwenden. David Mack stellt die Gewalt allerdings nicht in den Vordergrund, sondern stellt sie einfach hin. Er zeigt nicht den Vorgang, sondern das Ergebnis der Gewalt. Gewalt ist also ein Bestandteil von Superheldencomics. Sie gehört einfach dazu. Aber muß man deswegen gleich sagen, das alle Superheldencomics gewalttätig sind? Nein! Die oben genannten Beispiele sind ein Extrem, eine Seite von Gewaltdarstellung. Das Gewalt nicht immer unbedingt mit einem besiegten Gegner enden muß, zeigt Alan Moore. In Promethea gibt es eine Ausgabe, in der Promethea zuerst mit einem Gegner kämpft, um dann mit dem Gegner zu reden. Der Kampf endet also nicht durch Gewalt, sondern durch psychologisches Gespür. Leider ist dies nicht immer so. Nur in den allerseltensten Fällen traut sich ein Autor, mal einen Gegner nicht durch Gewalt, sondern durch Reden zu "besiegen". Gewalt gehört zu Superheldencomics dazu. Meist wird differenziert zwischen der Gewalt eines Schurken, der das töten liebt, wie zum Beispiel der Joker, und zwischen der Gewalt eines Heldens, der Gewalt während eines Kampfes ausübt, aber sich geschworen hat, nie zu töten, wie zum Beispiel Spiderman. Und wenn er tötet, so geschieht dies so selten, das es vergessen wird. Und wenn Gewalt einen Tod auslöst? Der Tod bedeutet in Superheldencomics nichts. Er ist bedeutungslos. Wenn ein Charakter stirbt, egal ob natürlich oder durch Gewalt, wird er früher oder später wiederauferstehen. Und dadurch verliert der Tod seine Wirkung. Nochmal zum Anfang zurück. Hat die Person recht? Jain. In Comics herrscht Gewalt, sie sind auch teilweise brutal. Aber, sie sind alles andere als gewaltverherrlichend! And now for something completley different: Vergeßt nicht, mir eure Webpage Vorschläge zuzumailen! Ihr habt bis Anfang des Jahres Zeit. Mailt an comicfreak@dcfanpage.de und vielleicht werde ich euren Vorschlag vorstellen. Und ich wünsche ein schönes Fest! Götz 'comicfreak' Piesbergen Götz 'comicfreak' Piesbergen |
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