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Damit ist dies ein weiterer Versuch, Comics real zu verfilmen, der tüchtig daneben gegangen ist. Oder etwa nicht? Wieso denke ich automatisch bei Realverfilmungen von Comics daran, das sie schlecht sind? Waren die bisherigen Comicverfilmungen denn so schlecht? Jain. Ich denke, mit ein Grund, weshalb man so schlecht von Comicverfilmungen denkt, ist der Gedanke, das es doch unmöglich sei, einen Comic adäquat auf die Leinwand, beziehungsweise Bildschirm zu bringen. Oh, sicherlich gab es früher den einen oder anderen netten Versuch, doch bleibt der einem nicht so im Gedächtnis hängen, wie die schlechten Versuche. Ich bin der Meinung, das jetzt gerade eine Art Umschwung stattfindet, ausgelöst durch den "Blade" Film. Dieser Film war eine gekonnte Umsetzung einer Comicfigur, ohne sich jetzt gleich sklavisch an die Vorlage zu halten. Er interpretierte den Charakter sozusagen neu. Allerdings war "Blade" mehr ein Horrorfilm, denn ein Superheldenfilm. Als einen weiteren Meilenstein in diesem Umschwung sehe ich "Matrix". Denn durch die in Matrixgezeigten Special Effects konnte man jetzt endlich glaubhaft Kräfte von Comicfiguren ansprechend und passend umsetzen. Dies zeigten dann "X-Men". Dieser Film "lieh" sich von Matrix auch noch die Kostüme, die anstatt aus Latex, aus Leder bestanden. Überhaupt war der X-Men Film sozusagen der erste einer neuen Generation von Filmen. Er übernahm das Prinzip und einige Konstellationen der Vorlage, und übertrug sie auf den Film. Er war sowohl an Neulinge gerichtet, als auch an Comicfanatics. Er war so erfolgreich, das Marvel sogar den Film in den X-Men Comics kopierte. Und, was vielleicht am wichtigsten ist, er wurde nicht allzusehr im Sinne eines unfähigen Regisseurs umgedreht, nur um ein bißchen mehr Merchandising rauszuschlagen. Denn dies war der Fall bei Batman. Batman hatte gute Chance eine frühe Welle von Superheldenverfilmungen loszutreten. Die ersten beiden Batman-Filme waren sehr gut. Tim Burton, der Regisseur, verstand es die Düsternis der Batman Comics perfekt in den Film zu transportieren, und als einen wichtigen Bestandteil in den Film zu integrieren. Sein Batman war wirklich der Dunkle Ritter, den man aus den Comics kannte. Doch das änderte sich mit dem dritten Film, der von Joel Schumacher gedreht wurde. Val Kilmer als Batman ging ja noch, aber Tommy Lee Jones als Two-face und Jim Carry als Riddler waren schrecklich! Sie waren zu bunt, zu abgedreht, und hätten eher in die sechziger Jahre Fernsehserie gepaßt. Von dem Robin Schauspieler will ich erst gar nicht reden. Und dann kam Batman & Robin, und die Superheldenfilmereihe war tot. Joel Schumacher drehte diesen Batman Film zu bunt, und George Clooney als Batman war eine krasse Fehlbesetzung. Im Film wurde ein Witz nach dem anderen gerissen, und die Schurken waren lächerlich. Negativer Höhepunkt war sicherlich die Degradierung von Bane zu einem hirnlosen Muskelprotz. Und die Kostüme...! Kostüme sind ja schon immer ein wesentlicher Identifikationsfaktor von Superhelden gewesen. Nur, was in den Comics super aussieht, sieht in der Realität scheiße aus. Nur wenige Filme haben es geschafft, ein Kostüm wirklich so umzusetzen, das der Schauspieler nicht wie eine Witzfigur aussah. Noch mal zusammengefaßt: Was macht eine ideale Comicverfilmung aus? 1. Die Nähe zur Vorlage. Der Film, die Serie muß erkennbar von dem Vorbild abstammen. Die Figuren müssen wie in der Vorlage sein, und nicht wie in den 60ern in der Batmanserie, in der die Figuren zwar wie aus den Comic stammend aussahen, sich aber nicht so benahmen. Bestimmte wichtige Aspekte einer Figur, oder einer Historie dürfen nicht ignoriert werden. Denn dies war ein Fehler des vierten Batman Films. Er war zu bunt. Das war kein Batman, das war irgendeine andere Figur, die nur so aussah wie Batman. 2. Kostüme. Dieser Punkt ist sicherlich der schwierigste. Man erwartet, das ein Superheld ein Kostüm trägt, das in einer bestimmten Art und Weise aussieht. Captain America muß seinen Schild haben, und sein Kostüm, und keine Motorradkluft. Dieser Punkt wurde auch in den meisten Superheldenverfilmungen verfolgt. In X-Men nicht, aber da konnte man die Charakter auch ohne die Kostüme gut identifizieren. Bei Batman war das Kostüm in den Vierzigern lächerlich, in den 60ern dämlich, und im letzten Batmanfilm nur noch peinlich. Es war wirklich nur in den ersten drei Filmen gut. Man darf übrigens gespannt sein, wie das Kostüm in Spider-Man aussehen wird. Bisher sah es gut aus. Das Kostüm muß also glaubwürdig sein, und zu dem Charakter und dessen Origin passen. 3. Umsetzung der Fähigkeiten. Oder besser gesagt, Einsatz der Special-Effects. Muß glaubwürdig sein. Wie ja schon oben geschrieben hat Matrix da einen neuen Standard gesetzt, dank denen es jetzt möglich ist, solche Sachen wie eine fliegende Figur glaubwürdig umzusetzen. Man darf aber nicht den Fehler machen, wie in Spawn, zu sehr auf Special-Effects zu bauen. Denn dann droht der Film zu einer puren Graphikorgie zu werden, die dann so rein gar nichts mehr mit der Vorlage zu tun hat. 4. Story. Die muß gut sein. Der Film muß sowohl Neulinge als auch Comicfans ansprechen. Und dies ist bisher immer gut gelungen. Er darf nicht zu einer sklavischen Nachahmung geraten, sondern muß die Vorlage im Sinne eines besseren Verständnisses umändern. 5. Schauspieler. Hier kommt es auf die richtige Chemie an. Hier muß ich den X-Men Film als Beispiel ranziehen. Ein Großteil der Figuren war klasse besetzt, vor allem Magneto und Professor Xavier. Dafür waren Storm und Mystique blaß und farblos. Oder die letzten beiden Batman-Filme. Hier waren alle Figuren komplett fehl besetzt. Es ist wichtig, das der oder die SchauspielerIn die Figur glaubwürdig verkörpert. All diese Punkte zusammengenommen ergeben einen guten Film oder eine gute Serie. Übrigens ist die am meisten in verfilmte Figur Superman, mit insgesamt 2 Serials, 5 Filmen und 4 Serien, von denen die aktuellstegerade in den USA erfolgreich läuft. Zweiter ist Batman. Meine Lieblingscomicverfilmungen sind: Batman, Batman's Return und The Shadow. Alle drei sind gute Exemplare, wie eine gute Comicverfilmung aussehen sollte. And now for something completley different: Ich möchte gerne auch euch Leser miteinbeziehen. Und zwar habe ich vor, in einer meiner nächsten Kolumnen ein paar Internetseiten vorzustellen. Und da kommt ihr ins Spiel: Schickt mir die Adressen von Internetseiten. Einzige Bedingung: Es muß was mit Comics zu tun haben. Ich werde dann ein paar rauspicken, und diese Seiten vorstellen und bewerten. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, welchen Nutzen eine gute Website hat. Denn durch solche Websites habe ich mir einiges an Wissen aneignen können. Etwas vergessen? Ja! Es ist mir egal, ob die Website eine deutsche oder eine englische ist. Und über folgende Seiten werde ich mich ausschweigen: DC Fan-Page Marvel Fan-Page Comicforum Der Grund? Für die ersten beiden "arbeite" ich, und bin insofern nicht fähig eine objektive Meinung zu schreiben. Und das Comicforum besuche ich zu oft, als das ich da neutral bleiben könnte. Also, mailt mir eure Vorschläge an comicfreak@dcfanpage.de, und vielleicht wird eure Seite genannt. Und keine Bange: Es wird keine Seite verloren gehen. Wenn ich noch etwas Luft in einer Kolumne habe, werde ich mir einfach eine weitere Website vorknöpfen. Ihr habt übrigens bis nächstes Jahr Zeit. Götz 'comicfreak' Piesbergen |
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