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Erinnert Ihr Euch daran, dass ich letzte Woche von einem zweiseitigen Comic-Projekt geschrieben habe? Nun, dieser Zweiseiter wurde unmittelbar, bevor der Zeichner loslegen konnte, abgelehnt. Hauptgrund war, dass das Script zu U.S.-kritisch war. Kann ich zum Teil nachvollziehen - allerdings habe ich nur deshalb einen Großteil der Gegenwartkritik in den USA angesiedelt, weil der Großteil der zukünftigen Leser in den USA lebt - immerhin ist Ronin Studios ein US-Verlag. Würde der Beitrag bei einem Deutschen Verlag erscheinen, hätte ich andere Beispiele gewählt. Ich habe mittlerweile eine andere Geschichte gepitcht, die dann wohl stattdessen im Band enthalten sein wird. Wie auch immer, da ich Countdown to Infinite Crisis unerwartet langweilig fand (wenn auch nicht schlecht, und das Preis-Leistungs-Verhältnis ist einfach klasse) und zu der Geheimidentität von Red Hood eigentlich auch schon alles wichtige gesagt wurde, habe ich mich entschieden, das eingereichte Script hier der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Script ist sowieso bilingual, weil es für einen amerikanischen Redakteur und einen deutschen Zeichner gedacht war. Also... We've Come a Long Way…by Michael Heide Page 1: A caption box, as wide as the page. It contains the title and the credits. Eine Box über die gesamte Breite der Seite. Darin stehen Titel und Credits. Darunter sechs gleichgroße Panels. Drei Reihen, zwei Spalten. Die linke Spalte ist jeweils Teil der Geschichte, während die rechte Spalte jeweils ein Bild aus der Gegenwart zeigt, das auf die eine oder andere Art eine Verbindung zum Panel daneben hat. Ich erspare mir jetzt mal, jedes Mal dazuzuschreiben, dass es keinen Dialog gibt. Panel 1: Nahaufnahme des gelben Davidsterns am Revers eines schwarzen Mantels. Panel 2: Nahaufnahme der Aids-Schleife am Revers eines modernen Mantels. Wir haben keine Farben, was ich schade finde, also muss die Schleife schon deutlich als solche erkennbar sein. Panel 3: Fahre etwas mit der "Kamera" zurück und zeige den Mann, der den Stern trägt. Es handelt sich um einen dünnen Mittzwanziger mit Brille. Er geht zu Fuß durch ein Jüdisches Ghetto. Sieh Dir ruhig vorher noch einmal Jakob der Lügner an, von mir aus auch die Robin Williams Version. Panel 4: Ein Bild von dem, was man heute unter dem Begriff "Ghetto" versteht. Panel 5: Juden (darunter unser Protagonist) in einem an Anne Frank erinnernden Geheimversteck werden von der Gestapo gefunden. Panel 6: Illegale Einwanderer, die sich in einem Fleisch-Truck versteckt hatten, werden von der Amerikanischen Grenzpolizei an der Grenze zwischen Mexiko und den USA entdeckt. Page 2: The same page layout. Instead of the caption box, we have two additional panels. Die gleiche Panel-Anordnung. Bloß die Box mit den Credits fehlt diesmal, dafür haben wir zwei Panels mehr. Panel 1: Zahlreiche Menschen, darunter unser bebrillter Protagonist, in einen viel zu kleinen Eisenbahnwaggon gequetscht. Panel 2: Zahlreiche Pferde in einem Viehtransportwaggon. Einige sind bereits totgetrampelt worden, andere haben gebrochene Beine und/oder andere Verletzungen. Panel 3: Das Eingangstor zu Auschwitz mit den Worten "Arbeit macht frei". Panel 4: Ein Wegweiser mit den Worten "Guantanamo Bay, 12 miles". Panel 5: Unser Protagonist liegt schreiend auf dem Boden und wird gerade von zwei Wachen zusammengetreten. Seine Brille ist beschädigt. Panel 6: Rodney King wird von Polizisten zusammengeschlagen. Panel 7: Ein Haufen Schuhe, daneben ein Haufen Gebisse, daneben ein Haufen Brillen. Die oberste Brille ist die unseres Protagonisten. Sie ist immer noch kaputt. Panel 8: Kein Bild. Bloß die Worte: IT COULD HAPPEN TODAY. Michael Heide |
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