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Bad Boys, Bad Boys:
Willkommen zu einem Zwei-, oder gar Mehrteiler. Ehe ihr Euch jetzt wundert, hier meine Erklärung:
Angefangen mit dieser Kolumne werde ich die Schwierigkeiten von neuen Konzepten ansprechen. Angefangen mit den Schurken, wird es dann wahrscheinlich mit den Helden weitergehen, und mit ganzen Serien aufhören. Kann aber auch sein, dass ich den Heldenpart überspringe. 'Mal sehen...
Eine Frage: Welcher Schurke fällt euch ein, der in den letzten 10, 20 Jahren entstanden ist? Venom? Gut. Doomsday? Jo. Bane? Nicht übel. Und weiter?
Nun würden einige andere Namen kommen, von Prometheus (JLA) über Cassandra Nova (New X-Men) bis zu Zeiss (Batman). Und alle haben eins gemeinsam:
Sie sind erstklassige Gegenspieler.
Und sie werden über ihren Erstauftritt hinaus nie wieder woanders auftauchen!
Schurken gehören zu Heldenserien einfach dazu. Sie sind ein integraler Bestandteil der Serien. Klar, eine gute Rahmenhandlung und ordentliche Zeichnungen helfen einer Serie auch, aber ebenso wichtig sind die Gegenspieler. Sie müssen Klasse haben und dem Helden ebenbürtig, wenn nicht gar überlegen sein. Das ist das Prinzip von klassischen Schurken wie Darkseid, Lex Luthor oder Ra's al Ghul. Sie sind mächtig, und ihren Gegnern auf irgendeine Weise überlegen. Sie müssen so sein, damit der Sieg über diese Schurken wirklich triumphial oder (unter anderen Umständen) bitter ist.
Vielleicht werden diese klassischen Schurken deshalb so oft und gerne aus der Mottenkiste hervorgeholt. Aber man kann den Autoren auch nicht wirklich Ideenlosigkeit in Sachen neuen Schurken vorwerfen.
Man darf sich an einen Schurken nicht allzu sehr gewöhnen. Sie wirken erst dann, wenn sie überraschend wie ein Holzhammer zuschlagen. Werden sie zu oft eingesetzt, verliert man das Interesse an ihnen, und sie werden zu Witzfiguren. Als Beispiel hierfür seien mal einfach der Joker und Doomsday genannt.
Gegen Ende des Niemandslandes war der Joker mehr denn je der Bat-schurke. Ungefähr ein, zwei Jahre später war er wieder ein Langeweiler der erste Kajüte. Er wurde zu oft eingesetzt, und die meisten Storylines waren einfach nur dämlich. Ich sage da nur "Last Laugh".
Dasselbe Schicksal hat auch Doomsday getroffen. Anfangs wurde er nur aus einem Grunde verwendet: Als Kreatur, die Superman getötet hat. Nur leider wurde dann neben Superman auch Doomsday wiederbelebt. Und aus einstiger Klasse wurde eine Witzfigur.
Deshalb brauchen wir neue Schurken. Deshalb werden auch neue Schurken erschaffen. Deshalb müssen auch überhaupt erst neue Schurken erschaffen werden.
Wie oben schon gesagt, Ideenlosigkeit herrscht dabei nicht vor. In den letzten Jahren wurden sehr viele neue Schurken eingeführt. Harm (Young Justice), Cassandra Nova, oder der General (JLA) waren alles erstklassige Gegner. Sie waren gefährlich, durften nicht unterschätzt werden und waren, um es kurz zu sagen, genial.
Nur leider beschränkten sich ihre Auftritte auf ein paar Ausgaben, meistens von demselben Autoren geschrieben, der sie auch erfunden hat. Darüber hinaus kam nichts. Schade!
Ein guter Schurke wird noch besser, wenn er in anderen Serien auftaucht, geschrieben von anderen Autoren. Erst dann wird er bekannter, berühmter, wichtiger. Erst dann erreicht er eventuell einen solchen Stellenwert wie Lex Luthor oder Ra's al Ghul.
Potential dafür gibt es genug. Ich habe auch schon genügend Beispiele genannt. Aber irgendwie wird das Potential nicht genutzt. Lieber greifen die Autoren in die Mottenkiste, und holen alte Gegner hervor. Dagegen ist ja prinzipiell nichts einzuwenden, wenn sie vernünftig geschrieben werden, wie zum Beispiel Ultron (in der Avengers Storyline "Ultron Unleashed"). Aber leider gibt es dann auch immer wieder solche Autoren, die klassische Schurken lieber verheizen, sie nahezu unbrauchbar machen.
Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb einige Autoren ihre selbstkreierten Schurken am Ende ihres jeweiligen Runs umbringen. Um Missbrauch zu verhindern.
Manchmal scheitern aber auch neue Schurken am Widerstand der Fans. Siehe Marvel in den 90ern: Sehr viele Spider-Man Widersacher wurden rundherum erneuert, und neue Gegner wurden eingeführt, die durchaus Potential hatten. Leider wurde nach dem Ende der unrühmlichen Klon-Saga alles versucht, die Elemente, die man mit dieser Zeit in Verbindung brachte, aus dem Weg zu räumen. Dazu gehörte auch die Wiederbelebung von Norman Osborn. Durch diese Ignorierung gingen wirklich Charaktere drauf, die Potential hatten, wie zum Beispiel Stunner oder Deliah.
Was ich mir wünschen würde, wäre, dass Autoren endlich den Mut finden, die "neuen alten Schurken" öfters zu benutzen. Besonders über ein Auftauchen von Solaris würde ich mich freuen. Er wurde als der kommende Supermanschurke eingeführt, und ist seit dem Verschwinden von Grant Morrisson nicht mehr zu sehen.
Schade!
And now for something completley different:
Mal sehen, worüber die nächste Kolumne geht. Auf jeden Fall werde ich dieses Thema weiterverfolgen.
Kritik? Vorschläge? Faule Tomaten? An gotzgps@aol.com mailen . Jede Mail wird beantwortet!
Bis in Bälde
Götz "comicfreak" Piesbergen
Götz 'comicfreak' Piesbergen
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