Donnerstag, März 09, 2006

That's all folks!

Das war's! Die Tür ist abgeschlossen, der Schlüssel weggeworfen. Die Comics sind wegsortiert, der Abschied genommen. 6 Jahre lang Comicrezis vom comicfreak sind vorbei! Aus und vorbei!
Die Entscheidung ist mir zugegeben sehr schwer gefallen, aber letzten Endes ging es nicht mehr anders. Ich habe zuletzt für 4 Comicseiten Comicrezis geschrieben über durchschnittlich 20 oder 30 Serien die ich im Monat beziehe. Doch ich habe bei vielen, bei sehr vielen Serien, einen Rückstand von 2 Jahren gehabt.
Klar, ich hätte ihn aufholen können. Aber das wäre ein Kraftakt gewesen, den ich mir jetzt momentan schwer leisten kann. Ich bin schlicht und ergreifend ausgebrannt.
Daher habe ich die logische Konsequenz gezogen und mich von den Comicrezis verabschiedet. Allerdings werde ich der DCFP erhalten bleiben. Zum einen bin ich immer noch Chef vom Dienst, und diese Position will ich noch lange beibehalten. Die DCFP ist nicht umsonst die #1 unter den deutschen DC-Fanseiten! Und sie soll es noch möglichst lange bleiben, dafür werde und will ich sorgen.
Zum anderen habe ich vielleicht endlich die Zeit, den Blog der DCFP zum Leben zu erwecken. Wäre doch gelacht, wenn ich das nicht schaffen würde.
An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei allen Lesern bedanken. Es war eine schöne Zeit.
Man postet sich im Forum.
comicfreak

Freitag, Oktober 14, 2005

Was wird kommen (IC Crisis)!

Achtung! Ich setzte voraus, dass man auf dem aktuellsten US Stand ist. Wenn dem nicht so ist, empfehle ich, diese Kolumne zu ignorieren oder erst dann zu lesen, wenn man auf dem aktuellen US Stand ist. Es wird gespoilert werden!
Don?t say, I didn?t warn you!


Wir schreiben den 14. Okt. 2005. Am Mittwoch ist in den USA die Heißersehnte #1 der Miniserie Infinite Crisis erschienen, die wohl das DC Universum gravierend verändern wird.
Aktueller Stand des DCU?s? Chaos!
? Das Dreigestirn Superman, Batman, Wonder Woman hat sich zerstritten.
? Die JLA hat sich aufgelöst, was vor allem an der Enthüllung lag, das sie sich in ihrer Vergangenheit unsauberer Methoden bedient hat.
? Batman hat einen Satelliten konstruiert, der von einem böse gewordenen Maxwell Lord ?gekidnappt? wurde, und dazu missbraucht wurde, eine Armee von Superwesenjagender und mordender Killercyborgs zu aktivieren und zu kontrollieren.
? Wonder Woman hat Maxwell Lord umgebracht, nachdem dieser Superman telepathisch kontrolliert hat um Batman zu töten, was nicht geklappt hat. Diese Tat wurde von Brother I, dem Kontrollsatellieten der O.M.A.C.S., leicht überarbeitet weltweit ausgestrahlt.
? Blue Beetle ist tot, getötet von Maxwell Lord. Vorher wurde er von allen Superhelden übergangen.
? Bei den Magiebegabten Wesen herrscht Chaos. Der Spectre, zum ersten Mal seit Menschengedenken ohne einen Wirtskörper, läuft, geleitet von Eclipso, Amok und will alle Magie im DCU vernichten. Dabei tötet er den Zauberer Shazam, wodurch viele magische Gegenstände über der ganzen Erde verstreut werden.
? Die Schurken arbeiten zusammen, geleitet von Lex Luthor, Deathstroke, Dr. Psycho, Black Adam, der Tochter von Ra?s al Ghul und dem Calculator. Dabei stellt sich heraus, das es zwei Luthors gibt, von denen einer, der hinter der Vereinigung aller Superschurken steckt, Pariah, dem Verkünder aus Crisis on Infinite Earths umbringt, während der andere eine Gruppe aus 6 Superschurken rekrutiert um die Pläne des anderen Luthors zu hintertreiben.
? Im All herrscht Krieg zwischen Rann, dem Planeten von Adam Strange, und Thanagar, der Heimatwelt des Nth Metals, Quelle der Macht der Hawks. Dabei taucht Onimar Synn, ein Erzfeind Hawkmans, wieder auf, wird jedoch später besiegt. Im Orbit der beiden Planeten öffnet sich ein Raum-Zeit-Loch.
? Die letzten Überlebenden der Crisis on Infinite Earths, Der Superman von Erde-2, seine Frau Lois Lane, ebenfalls von Erde-2, Alexander Luthor von Erde-3 sowie Superboy von Erde Prime, tauchen wieder auf.

Hinzu kommen noch zahllose andere Ereignisse, die jedoch von dem einen oder anderen Punkt abhängen. Besonders Batman ist in Mitleidenschaft gezogen.
Kurzum, es sieht nicht gut aus, für das DCU. Doch es geht jetzt nicht darum eine Prognose des aktuellen Standes zu erstellen, sondern einen Blick in die Zukunft zu riskieren.
Was wissen wir, was nach Ablauf der Miniserie sein wird?
Wir wissen, dass das gesamte DCU einen Sprung von einem Jahr hinter sich gebracht hat. Wir wissen, dass dieses fehlende Jahr im Laufe einer 52-teiligen Miniserie nacherzählt wird. Gerüchte behaupten, das nach dem Zeitsprung Dick Grayson Batman sein wird, während Bruce Wayne im Arkham Asylum einsitzt.
Was wir nicht wissen, und was für mich wesentlich interessanter ist:
Wie wird das DC Universum nach Ablauf der Infinite Crisis aussehen? Da ergeben sich nämlich interessante Möglichkeiten!

Möglichkeit 1: Das DCU wird wieder zu der Zeit vor der Crisis on Infinite Earths zurückkehren. Es wird wieder unzählige Erden geben, mit ebenso unzähligen Helden.
Was dafür spricht: Für DC würde dies eine Möglichkeit bieten, vor allem das Wildstorm Universum in das DCU einzugliedern.
Es wäre eine Fortsetzung des aktuellen Trends, alles wieder auf ?Silver Age? Niveau zu bringen. Es gibt ja jetzt wieder ein Supergirl, das von Krypton ist. Hal Jordan ist wieder die Green Lantern. Guy Gardner ist wieder ein Arsch. Das Auftauchen der letzten Überlebenden der Crisis on Infinite Earths.
Was dagegen spricht:
Seien wir ehrlich. Eher schneit es in der Hölle. Würde DC dies wirklich umsetzen, würde es Gefahr laufen, einen Großteil der Leserschaft zu verlieren, die mit dem Post-Crisis DCU aufgewachsen sind. Nicht jedem würde es schmecken, wenn DC wieder einen auf Silver Age macht. Außerdem wäre es eine Ad-absurdum Führung der ersten Crisis, die ja sozusagen gerade erst mit dem Prinzip der unendlichen Welten aufgeräumt hat. Und das würde zu einem Aufschrei in der Comicszene führen.
Das Problem ist: Das mit Geoff Johns, Mark Waid und Judd Winick es schon mal drei Kreative, die einer Rückkehr des Prä-Crisis DCUs nicht abgeneigt währen.
Mark Waid steckt hinter der Einführung des Prinzips der Hypertime (einer Art Alternativ Prä-Crisis DCU), während Geoff Johns in seinen Serien das eine oder andere Silver Age Storyelement verwendet hat und der Hauptverantwortliche für die Rückkehr von Hal Jordan als Green Lantern ist.

Möglichkeit 2: Das DCU wird nach der Crisis weitermachen, wie bislang auch. Es wird keine großartigen Änderungen geben. Höchstens ein paar Tote mehr, die bei der nächsten Gelegenheit wieder ins Leben zurückkehren.
Was dafür spricht: Eigentlich nichts.
Was dagegen spricht: Dafür hat DC einen zu großen Aufwand betrieben. Zu sehr wurde auf die einzelnen Serien Einfluss genommen, wurde zu sehr auf das große Event hingearbeitet, als das es dann bei ein paar einfachen Toten bleibt.
Problem: Was wird dann die mögliche Auswirkung?

Möglichkeit 3: Das DCU wird verändert! Soviel steht fest. Stellt sich nur die Frage, wie sehr es sich verändern wird?
Was ich für ausgeschlossen halte habe ich mit den ersten beiden Möglichkeiten abgehandelt. Die dritte und in meinen Augen größte Möglichkeit ist folgende:
Das DCU wird weitergehen, jedoch bereinigt von allen großen und groben Continuity Fehlern der letzten 20 Jahre. Die diversen Origins der Helden und Schurken werden geglättet. Teilweise werden die Helden neue Origins kriegen (Power Girl von der JSA z. B.), teilweise werden die Origins vereinfacht (Hawkman wäre da das Paradebeispiel!). Umstrittene Storyplots werden ebenso wieder aufgehoben (Spoilers Tod würde sich da geradezu anbieten!) wie auch eingeführt (Das Gerücht einer neuen Batwoman, evtl. Barbara Gordon).
Was dafür spricht: In meinen Augen alles! In den letzten Jahren ist es zu einem Haufen merkwürdiger Entscheidungen gekommen. Die Rückkehr von Hal Jordan und Jason Todd, die Einführung von einem neuen Supergirl von Krypton, Lex Luthors grüne Rüstung, und, und und. Diese Entscheidungen wurden nur unbefriedigend erläutert was zu einem großen Frust in der Fanszene geführt hat.
Infinite Crisis wird für DC die Möglichkeit sein, diese Entscheidungen zu erklären. Dazu gehört auch das merkwürdige Verhalten von Batman, der sich seit dem Ende von Wargames immer mehr wie ein komplettes Arschloch verhält.
Was dagegen spricht: Ein Funken Unsicherheit bleibt noch. Klar ist, das das DCU nach Infinite Crisis von Mark Waid, Judd Winick, Geoff Johns und Grant Morrison geprägt sein wird. Alle vier sind große und bekannte Schreiber. Allerdings haben alle vier auch ein Fable für das Silver Age, bzw. für bestimmte Elemente des Silver Ages.
Es kann eigentlich nicht sein, aber was ist, wenn doch?? Wenn doch die vier das Silver Age sozusagen wiedereinführen werden?
Problem: Telepath müsste man sein, um herauszufinden, was diese vier und das Editorial vorhaben werden.

So oder so, das nächste halbe Jahr wird spannend werden. Mit Infinite Crisis feiert DC nicht nur 20 Jahre Crisis on Infinite Earths, sondern benutzt gleichzeitig diese markante Jahreszahl auch als Mittel für ein Megacrossover sondergleichen. Das kann böse ausgehen, kann aber auch glatt gehen. Es wird sich zeigen.
Ich für meinen Teil kann es kaum abwarten, wie die Dinge sich entwickeln werden.

In diesem Sinne
Keep on freaking
P.S.: Wer Marvel Fan ist, sollte dran bleiben. Denn demnächst folgt meine Analyse von House of M.

Dienstag, August 23, 2005

Holiday, sweet holiday

Tja, ich war nicht gerade fleißig die letzte Woche. Mein Rückstand auf die aktuellen Comics vergrößert sich von Tag zu Tag. Aber... what shall's! Ich habe noch eine Woche so etwas wie Urlaub, und dann Praktikum.
Aber darüber wollte ich nicht schreiben. Ich wollte mal etwas über newsarama plaudern.
Newsarama hat ja so etwas wie eine Art Monopol auf Comicnews. Klar, es gibt noch zigtausend andere Comicnewsseiten, aber wenn man informiert sein will, über die aktuellen Geschehnisse, führt eigentlich kein Weg an Newsarama vorbei.
Problem ist natürlich, dass Newsarama alles andere als eine neutrale Seite ist. Sie dient allzuoft als Propaganda-instrument für die großen zwei. (Und wer mich jetzt darauf hinweist, dass dies doch im Prinzip schon längst bekannt sei, kann schonmal die nächste Tür nehmen. ;) ) Das führt dann zu solchen Merkwürdigkeiten, wie den Interviews die Newsarama vor kurzem geführt hat.
Es ging um Dreamwaves Ende. Interviewt wurden Adam Patyk und Brad Mick, ihres Zeichen neben Simon Furman die Autoren von Dreamwaves Transformercomics, von denen es ja am Ende nicht allzuwenig gab. Nun, dieses Interview war gut. Ausnahmsweise gut und informativ. Und dann verkündigte Newsarama, dass man bald ein Interview mit Pat Lee, Chef von Dreamwave, veröffentlichen würde.
Um es kurz zu machen, das Interview war lachhaft. Es war kurz, bündig und pure Propaganda von Pat Lee. Enttäuschend!
Und dieses Gefühl hat man primär bei Newsarama. Da gibt es Kolumnen wie Joeys Friday, wo Joe Quesada Fragen beantwortet, sowohl von Newsarama als auch von Fans. Nur liest sich das ganze, wie der neuste Comic von Rob Liefeld. Kurzatmig, zahnlos und alles andere als ernstzunehmend. Aber so ist das halt, bei Newsarama. Kritik gibt es selten.
Klingt zynisch, oder? Die Ironie des ganze ist ja: Man kennt es nicht anders und irgendwo will man es nicht anders.
Tja, als Comicfan ist man halt vor allem eins.
Leicht unzurechnungsfähig. ;)
In diesem Sinne
C
U
In the funny pages
Götz "comicfreak" Piesbergen

Sonntag, August 14, 2005

Leben

Es ist Sonntag Abend. Ich sitze an meinem PC, höre im Hintergrund Teil 2 des Noir Soundtracks (Absolut geil!) und tippe mal wieder hier einen Eintrag in meinem Blog. Ach ja, im Fernseher läuft mal wieder gerade nichts.
Tja, wenn ich an meine hochtrabenden Ziele denke, die ich mit diesem Blog hatte? Wie so oft im Laufe der captions sind die Ziele zu hoch gesteckt worden, und ich bin sang- und klanglos gescheitert. Wie üblich.
Aber:
I don't give a f***ing damn!
Die letzten Monate waren halt etwas...ruppig. Hoffentlich wird dies noch besser werden.
Kommen wir zu einem Thema, irgendwie comicbasierend.
Große Dinge kündigen sich an. Jetzt nicht nur im Bezug auf Marvel und DC, die momentan mal wieder unter Beweis stellen, wie schnell sie sich innerhalb eines Jahres widersprechen, oder wie wenig sie gelernt haben.
Ich meinte eigentlich eher zwei meiner Seiten. Die MFP und die DCFP. Beide sind in einem Umbruch begriffen. Bei der DCFP wird hoffentlich bald eine graphische Neugestaltung sowie der Umstieg auf ein Content Management System erfolgen. Auch die MFP soll, laut Mark dem Chef der Seite, überarbeitet werden. Zeit wirds.
Sorgen bereitet mir meine CGFP, die seit einem halben Jahr eigentlich klinisch tot ist. Liegt vielleicht an meinem Webmaster, der leider chronisch krank geworden ist. Seit dem Ende von MG kriegen wir ja wieder Reziexemplare, in meinen Augen eigentlich ungerechtfertigt, weil wir im Gegenzug nichts machen! Ich glaube, ich muss mal wieder aktiv werden. Leider! Aber ich will das Vertrauen in uns nicht verspielen.
Ansonsten bin ich heute mal wieder fleißig gewesen.
Ich habe für die MFP Uncanny X-Men #463 und Secrets of the House of M rezensiert, wobei letztere Rezi auch auf Marvel Archiv erscheinen sollte.
Für die DCFP habe ich Vimanarama #3 versucht zu rezensieren. Aber Vimanarama ist leider (?) Grant Morisson pur. Eine abgedrehte Story mit abgedrehten Dialogen, die sich irgendwie nicht zusammenfassen lassen!
Und für die splashgames habe ich mein siebtes Special geschrieben. What happened to... Black Isle? Dürfte morgen online kommen.
Ich werde für die interessierten morgen auch die Links hier posten.
Das wärs in Kürze und Würze.
In diesem Sinne
C
U
In the funny books
Götz "comicfreak" Piesbergen

Dienstag, Juni 28, 2005

Back again

..if only for a short while!
Sorry, das ich die letzten Wochen inaktiv war. Ich hatte einiges am Hut, und habe es immer noch. Ich hoffe, das ich am Freitag wieder einen kleinen Beitrag posten kann. Aber momentan gehen die Prüfungen vor.
Freut euch auf Freitag, auf eine neue Dosis comicfreaks crazy captions!

Montag, Juni 06, 2005

Con-Zeit, Con-Zeit, Wizard World Philadelphia Zeit.

Hallo.
Nach einer längeren Pause (es gab etwas wichtiges zu erleben), bin ich jetzt wieder zurück. Und es hat sich einiges getan:
Schröder ist zurückgetreten, DC hat ein neues Logo, und grosse Ereignisse werfen ihre Schatten vorraus.
Nun war letztes Wochenende die Wizard World Con in Philadelphia. Zeit für die Verlage News und Gerüchte zu streuen. Allerdings muss ich sagen, gab es nicht allzuviel, was einen aus den Socken haute. Klar, dass Chris Bachalo der neue Uncanny X-Men Zeichner ist, ist schon interessant. Oder das Bruce Jones demnächst bei DC nicht mehr unterbeschäftigt ist.
Aber für mich fehlte etwas. Die Sensation! Der Hammer! Zumindest bis zu dem Moment, wo ich am Samstag Abend las, das die Kubert Brüder einen 3-Jahres DC-Vertrag unterschrieben hatten.
Höre ich da eine Bombe explodieren?
Anscheinend, um es mal untertrieben auszudrücken.
Denn was sich so locker liest ist in Wahrheit eine Sensation.
Die beiden Kubert Brüder, Adam und Andy, sind eigentlich seit Jahren Marvel Zeichner. Man kennt es eigentlich kaum anders! Beide gehören zu dem Verlag, wie Mark Bagley, John Romita jr. oder Tom Breevort. Es sind house-hold Names, Namen die mit Marvel in einem Atemzug genannt werden.
Oder besser gesagt, wurden!
DC ist auf jeden Fall damit ein Mords-coup gelungen. Es ist eine Meldung, die alles andere was an diesem Wochenende in Philadelphia geschah und verkündet wurde in den Schatten stellte. Und Marvel sah ziemlich alt aus.
Da hilft alles Glückwünschen nicht mehr, es bleibt Fakt: Es sieht düster für Marvel aus, wenn der Verlag nicht fähig ist, zwei so prominente Namen zu halten. Denn was bleibt für Marvel?
An House-hold Names eigentlich nur noch Mark Bagley und John Romita jr.! Klar, jetzt werden einige mich auf Greg Land oder Jimmy Cheung oder Brandon Peterson hinweisen. Aber das sind alles Talente, die außerhalb von Marvel groß geworden sind. Diese drei wurden vor allem durch Crossgen zu großen Namen. Aber Talente, die wirklich innerhalb von Marvel gross geworden sind, die einen ähnlichen Stellenwert haben, wie die Kubert Brüder, die gibt es nicht. Noch nicht!
Pat Oliffe und Manuel Garcia sind schon auf dem besten Wege. Aber noch fehlt etwas bei den beiden.
Und DC? DC ist jetzt im Zugzwang. Es hat zwei große Namen an Land gezogen und es darf jetzt nur nicht so lange warten, um diese Namen mit Serien in Verbindung zu bringen. Die Serien sollten dementsprechend wichtig sein. Wenn einer der beiden Identity Crisis zeichnen würde, wäre das schonmal ein Anfang.
Das wäre es für heute.
Bis dann
C
U
in the funny books
Götz Piesbergen

Donnerstag, April 21, 2005

It‘s a girl, it‘s a bat, it‘s batgirl!

Warning! Warning! Im Laufe der Kolumne wird auf eine US Serie eingegangen, die momentan nicht auf deutsch rauskommt. Also:
Spoilergefahr!
Das dritte Batgirl (Cassandra Cain) stellt in vielerlei Hinsicht ein Unikat dar. Zum einen ist sie eine neue Figur, die seit ihrem ersten Auftritt immer präsent war (heutzutage kein Selbstverständniss!), zum anderen hat sie ihre eigene Serie, die mittlerweile schon über 60 Ausgaben alt ist. (Ebenfalls heutzutage kein Selbstverständniss!)
Cassandra Cain ist die Tochter des Auftragskillers Cain, der sie mit der Sprache der Gewalt aufgezogen hat. Was auf dem ersten Blick ziemlich kitschig und klischeereich anhört, entpuppt sich bei Kenntniss der Comics als ein durchaus innovativer Origin. Anstatt nämlich reden und sprechen zu lernen, lernte Cassandra alle Aspekte des Attentäterdaseins kennen, sprich Waffen und Martial Arts. Er erzog sie als seine Nachfolgerin, doch als Cassandra ihren ersten Mord ausführte, erkannte sie, was sie tat und floh vor ihrem Vater.
Seitdem hatte sich viel für sie geändert. Sie wurde während des Niemands-landes zum dritten Batgirl, erlangte die Fähigkeit zu sprechen wieder, kämpfte gegen Lady Shiva und besiegte sie, und freundete sich mit Spoiler an. Das alles kann man größtenteils auf deutsch in dem dritten Batman Time-warp von Dino Comics (Ihr allererster Auftritt) sowie DC präsentiert #1, 3, 5, 7, 12 von DCD (die ersten 26 Ausgaben ihrer eigenen Serie).
Ihre ersten eigenen Geschichten wurden von Kelly Pucket (Autor) und Damion Scott (Zeichner) geprägt. Das Duo präsentierte starke, action geprägte Ausgaben, wobei vor allem die Zeichnungen von Damion Scott unglaublich waren.
Das war damals! Um die #30 herum verließen Kelly Pucket und Damion Scott die Batgirlserie. Und seit damals gaben sich die Kreativteams die Klinke in die Hand. 12 Ausgaben wurden von einem gewissen Gilbert Hernandez geschrieben, aber das ist auch alles, was ich weiß.
Auf das neue Kreativteam von Andersen Gabrych und Alè Garza bin ich eher per Zufall gestoßen. Es gab ein Crossover mit der Robin Serie, die ich damals im Abo hatte. Und so bestellte ich die Nummern 58 und 59 mit.
Der Autor sagte mir nichts, und Alè Garza war bei mir eher durch durchschnittliche Zeichnungen bekannt. Ich kannte ihn durch seine eigene Serie “Ninja Boy“ (Wildstorm Cliffhanger Label), die ein totales Desaster gewesen sein muss, weil sie trotz regelmäßiger Erscheinungsweise (beim Cliffhanger Label keine Selbstverständlichkeit) mit der #7 eingestellt wurde. Ansonsten hatte er mal hier, mal da gezeichnet. Wer will, kann sich ein Bild von seinen Zeichnungen in Coup D‘etat Wildcats machen. Eine Rezension findet man hier.
Auf jeden Fall, keine guten Voraussetzungen für die Serie. Dachte ich!
Aber, wie so oft, habe ich mich geirrt.
Vielleicht kurz erzählen, was zuvor passiert ist:
Es gab im Batman Universum wieder ein Crossover. Es nannte sich Wargames und krempelte die Unterwelt von Gotham City total um. Es gab mehrere Opfer, auf allen Seiten. Oracle opferte ihr bisheriges Hauptquartier, und Orpheus und Spoiler starben während des Crossovers. Nightwing wurde verletzt und musste in Gotham bleiben.
Und nach dem Ende von Wargames zog Robin, immer noch leicht angeschlagen von dem Tod seines Vaters in der Identity Crisis, nach Blüdhaven. Und Batman schickte Batgirl nach Blüdhaven, um auf Robin aufzupassen.
Das war die Ausgangssituation.
Und im Laufe der ersten zwei Ausgaben machten sich Batgirl und Robin beim Pinguin “beliebt“, trennten sich in gegenseitigem Verständnis und Batgirl ist jetzt auf sich alleine gestellt. Sie hat ihr eigenes Batcave in Gotham und ist jetzt auf sich alleine gestellt.
Der Grund, weshalb ich die Batgirlserie jetzt so empfehle, ist gerade diese komplett neue Situation für Batgirl. Sie ist auf sich alleine gestellt. Sie wohnt nicht länger bei Oracle, sondern hat eine eigene Wohnung. Sie hat immer noch Schwierigkeiten mit der Sprache (so kann sie unter anderem nicht lesen, was zu diversen Situationen führt.) und scheint langsam ihren eigenen Supporting Cast aufzubauen.
Da ist die Inhaberin eines Imbisses in ihrer Nähe, mit einer Vergangenheit.
Und da ist der Junge, der sie andauernd beobachtet. Eine mögliche Liebe?
Wer weiß. Es wäre durchaus möglich. Und schaden kann es der Figur nicht, auch wenn sie momentan sehr redselig ist. Erzählt wird nämlich alles von ihr selber. Sie diktiert ihre Ansichten in ein Diktiergerät. Und dabei zeigt sich schön, wie sehr Batgirl mit der neuen Situation wächst.
Wenn sie zum Beispiel in der #61 überlegt, ob sie sich selber fortentwickelt, und was für eine Bedeutung dieses Wort hat, so wirkt dies nicht atypisch, sondern ganz natürlich. Sie entwickelt sich fort, und experimentiert.
Das zeigt sich auch in der Nummer 60, wo sie etwas anwendet, was sie in einem Film gesehen hat. Sie lernt. Sie versucht auch Sprache als Medium der Einschüchterung einzusetzen.
Andersen Gabrych hatte in den bislang mir vorliegenden 5 Ausgaben mehr als genügend Zeit, in die eine oder andere Falle zu tappen. Zum Beispiel das Gespräch am Ende der #59 zwischen Cassandra und Tim. Alles deutet auf ein Streitgespräch zwischen zwei Freunden hin, mit anschließendem “sorry, nicht so gemeint“. Klischee halt. Aber Gabrych bremst den Dialog ehe es zu klischeereich wird. Batgirl und Robin erkennen an, das sie unterschiedliche Ansichten haben, und vereinbaren erstmal jeder für sich zu arbeiten.
Oder der Anfang von #62, wo der bewusstlosen Cassandra der Geist der toten Spoiler erscheint. Von Schuldzuweisungen seitens Cassandra oder ominösen Todesdrohungen oder Racheplänen keine Spur. Spoiler erkennt an, das sie tot ist, und das ist es. Stattdessen hilft sie sogar Cassandra, am Leben zu bleiben!
Das macht die Serie so aus. Das einerseits Andersen Gabrych Cassandra perfekt beherrscht, und auf der anderen Seite er auch noch verdammt interessante Geschichten zu erzählen weiß. Bisheriger Höhepunkt:
Cassandras Kampf gegen die Brotherhood of Evil. Der erste Kampf gegen die Brotherhood geht zu Gunsten der Brotherhood aus, die Cassandra dabei fast umbringen. Beim nächsten Mal ist Cassandra vorbereitet. Sie hat ihre Feinde studiert und kennt ihre Schwachpunkte, so das die zweite Runde klar an sie geht.
Und dann ist da noch Ale Garza. Auch er umschifft ganz locker die übliche Falle:
Er zeichnet Cassandra als eine Fasterwachsene. Dabei verzichtet er auf zuviel Haut, wie es momentan scheinbar bei diversen Superheldinnen Mode ist. (Ich sage nur das aktuelle Kostüm von Supergirl oder Marvel Girl). Er zeichnet sie wie eine normale Frau, wie eine normale Person.
Das er früher stark Mangabeeinflusst war, merkt man ihm schon gar nicht mehr an. Er hat diesen Einfluss stark zurückgefahren. Nur in den Kampfszenen zeigt sich noch dieser Einfluss, klar zum Vorteil der Serie. Denn die Kampfszenen sind unglaublich dynamisch gezeichnet. Man geht mit, spürt jeden Treffer.
Batgirl ist das, was Robin unter Bill Willingham und Damion Scott hätte werden können. Ein gelungener neuer Lebensabschnitt in dieser Comicserie. Wer noch Platz im Abo hat, sollte die Serie mit aufnehmen.
Und wer als Deutsch Leser trotz der Spoiler Warnung bis hierhin gekommen ist, hat vielleicht Geschmack gefunden und organisiert ein paar andere Leute, um DCD kräftig auf die Füße zu treten, damit sie die Serie endlich mal wieder nach Deutschland bringen. Es würde sich lohnen, denn Batgirl ist ohne Zweifel eine der besten DC Serien die es momentan gibt!
Und das schöne ist, sie ist garantiert nicht deprimierend! ;)
C
U
In the Funny Books
Götz Piesbergen