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  Young Justice  

Warum YJ?


Dino:
YJ #05
YJ #06

US:
YJ #20-21
YJ #35-36
YJ OWAW #1
Graduation Day
Impulse #62-66



     










Titans/Young Justice:
Graduation Day


Titans/Young Justice: Graduation Day #1



Autor:
Judd Winick

Zeichner:
Alé Garza

Inks:
Trevor Scott, Larry Stucker & Marlo Alquiza

Erscheinungsdatum:
Juli bis August 2003




Graduation Day, #1:
Invocation


Das Heft beginnt mit einer mysteriösen Traumsequenz. Donna Troy sieht sich im strömenden Regen gegen unzählige Dämonen kämpfen, bewaffnet mit nichts als einem reichlich knappen Kostüm und einem Ninja-Schwert. Schnitt. Sie wacht auf und erklärt dem Leser mit einem inneren Monolog, dass dieser Traum seit Monaten jede Nacht wiederkehrt.

Spulen wir einen Monat vor, Autor Winick macht es jedenfalls nicht anders. Ein blauhäutiger, weiblicher Cyborg fällt Terminator-like aus einem Zeitportal heraus, schwer beschädigt. Sie beginnt, die nähere Umgebung nach weiteren Cyborgs abzusuchen, in der Hoffnung, Ersatzteile für die Reparatur zu finden.

Weitere 21 Stunden später sitzen die Titans (Nightwing, Troia, Arsenal, Tempest, Jesse Quick, Argent, Omen und der Cyborg namens Vic Stone) in einem Büro des Großkonzerns Optitron. Dieser will das Team sponsern, ihm bessere Ausrüstung und ein brandneues Hauptquartier verschaffen, und so nebenbei massivst Steuern sparen. Nightwing lehnt natürlich ab, nicht wissend, dass im Nebenraum Young Justice (Robin, Superboy, Impulse, Empress und Wonder Girl) das gleiche Angebot unterbreitet wurde.

Der blaue Cyborg versucht inzwischen, sich selbst mit den Metal Men zusammenzukoppeln, um die Reparatur zu beschleunigen (was aufgrund der Inkompatibilität der Magnus-Androiden fehlschlägt. Ein weiterer Scan verrät ihr den Aufenthaltsort von Vic Stone, zu dem sie sich sofort hinteleportiert. Ihr Versuch, temporär mit Vic's Cyber-Hälfte zu verschmelzen, um sich selbst zu reparieren, wird natürlich als Angriff interpretiert (streng genommen ist es ja auch nichts anderes), was zu einem sofortigen Kampf führt, in dem beide Cyborgs stark beschädigt werden, und auch der Großteil beider Superheldenteams zu Boden geht. Der blaue Cyborg teleportiert sich daraufhin wieder fort.

Graduation Day, #2:
Commencement

Titans/Young Justice: Graduation Day #2Der zweite Teil beginnt im San Francisco General Hospital, wo die Verletzten aus dem Kampf verarztet werden. Vic Stone hat beide Beine verloren; Impulse, Argent und Empress hingegen erlitten starke elektrische Schläge, die die beiden Mädchen sogar ins Koma brachten. Dr. Sarah Charles von den S.T.A.R. Labs erscheint vor Ort und kümmert sich um die Opfer.

Apropos S.T.A.R. Labs: Der blaue Cyborg taucht im Silicon Valley-Ableger der Labs auf, wird von den Wachen angegriffen und grillt alles mit einem weiteren Stromschlag. Mit ihrer letzten Kraft schafft sie es noch, einen der Superman-Roboter aus der "King of the World"-Storyline zu aktivieren, der wortlos mit ihr davonfliegt.

Sowohl Young Justice als auch die Titans sind aufgrund der Umstände in einer schweren Krise. Robin macht Superboy, von Selbstzweifeln zerfressen, schwere Vorwürfe. Troia versucht, Nightwing dazu zu bringen, mit Robin darüber zu reden. Dick sieht das allerdings nicht ein und lenkt mit einem nicht besonders geschickten Themawechsel ab: Er kommt erneut auf Donna's Träume zu sprechen und erfährt, dass er der einzige ist, mit dem sie darüber geredet hat. Daraufhin geht er wieder, um nach den Verletzten zu sehen. Donna hingegen wechselt noch ein paar Worte mit Cassie, die ernsthaft in Erwägung zieht, den Wonder Girl-Job aufzugeben.

Während Victor Stone versucht, beide Teams davon zu überzeugen, dass der blaue Cyborg im Grunde genommen nichts Böses will und die ganzen Verletzten nur entstanden, weil sie sich selbst verteidigt hat, erscheint ein S.T.A.R. Labs-Mitarbeiter, der auf die Schäden in Silicon Valley hinweist. Dorthin brechen die noch kampffähigen Helden dann auch auf, Impulse eingeschlossen, dessen Brandwunden bereits komplett geheilt sind. Als Omen versucht, den Superman-Roboter anzusprechen, den sie für den echten Kal-El hält, tötet dieser sie innerhalb von Sekundenbruchteilen.

Graduation Day, #3:
Recessional

Titans/Young Justice: Graduation Day #3 Zu Beginn von Heft 3 wird Tempest vom Superman-Roboter in einen Feuerwehrwagen hineingeschleudert. Bevor er bewusstlos wird, teilt er Dr. Charles noch mit, gegen was die beiden Teams gerade kämpfen. Unmittelbar darauf wird auch Impulse ausgeschaltet - dieser landet in einem Container, der anscheinend die letzten Überreste von Metamorpho beinhaltet, der 1996 in JLA #1 zu einem formlosen Klumpen Schleim wurde und seitdem offiziell als tot galt (von Mark Waid's JLA-Run mal abgesehen - dort kehrte er vorübergehend ins Leben zurück).
Troia verlagert daraufhin den Kampf mit dem Androiden nach draußen, während Arsenal versucht, den blauen Cyborg zu reparieren, in der Hoffnung, dass sie Young Justice und den Titans im Kampf gegen das Superman-Double zur Seite steht. Dieser wiederum tobt sich gerade an Nightwing und Superboy aus.

In dem Behälter, der durch Impulse's Abgang zerstört wurde, befand sich übrigens tatsächlich Metamorpho, der ohne Erklärung wieder ins Leben zurückkehrt. Nicht, dass er im Rest des Heftes noch einmal erwähnt würde. Dieser Rest besteht nämlich darin, dass Donna Troy einige Seiten lang gegen den Roboter kämpft und dann, von seinem Hitzeblick getroffen, stirbt.
Es gibt daraufhin noch ein obligatorisches Begräbnis, zu dem sich traditionshalber beinahe alle derzeit in DC-Serien auftretenden Figuren einfinden, und bei dem Young Justice inoffiziell und die Titans offiziell aufgelöst werden. In einem Epilog erfahren wir dann noch, dass Donna Troy gar nicht tot ist, sondern in die namenlose Fantasywelt befördert wurde, von der sie so lange geträumt hat. Ohne nachzudenken, schnappt sie sich ein zufällig herumliegendes Schwert sowie einen Schild und stürzt sich in den Kampf.




Kommentar:

Lange nicht mehr so eine Grütze gelesen!
Die nicht vorhandene Story (es passiert im Endeffekt nicht mehr, als dass die Titans und Young Justice nacheinander gegen den blauen Cyborg und den Superman-Roboter kämpfen) wurde sinnloserweise auf drei Hefte verteilt, und trotzdem wirken alle Dialoge und zwischenmenschlichen Entwicklungen extrem gehetzt. Weniger großpanelige Kampfaction wäre sicherlich mehr gewesen. Alle interessanten Nebenhandlungen (Was ist beispielsweise mit Optitron? Sind die Metal Men vernichtet? Wo kommt Metamorpho her, und warum lebt er wieder? Werden Argent und Empress je wieder aus dem Koma aufwachen?) werden nach spätestens zwei Seiten komplett ignoriert, Figuren verschwinden off-panel von der Bildfläche, ohne dass wieder auf sie eingegangen wird (Jesse Quick beispielsweise taucht nach der ersten Niederlage gegen den blauen Cyborg erst wieder beim Begräbnis auf, im Krankenhaus ist von ihr nichts zu sehen, über sie geredet wird auch nicht; Metamorpho schafft es in der ganzen Miniserie sogar nur auf ein willkürlich hineingestreutes Panel). Und warum bekommt Troia ein Riesenbegräbnis, während Omen's Tod von niemandem auch nur mit einem Wort gewürdigt wird?

Man darf davon ausgehen, dass Winick solche Fragen dann wohl in den Seiten seiner neuen Serie "Outsiders" klären wird, die neben anderen Charakteren auch einen Teil der Figuren aus "Graduation Day" als Protagonisten haben wird: Nightwing, Arsenal, Metamorpho und der komische blaue Cyborg, dessen Namen, geschweige denn dessen Herkunft man übrigens in der ganzen Miniserie nie erfährt.
Dabei ist Winick doch zu weitaus besseren Arbeiten in der Lage: Pedro & Me, Frumpy the Clown oder Barry Ween sind hervorragende Comics... Mit seinen Green Lantern-Heften und der Vertigo-Miniserie Blood & Water konnte ich zwar nicht viel anfangen, aber wenigstens hatte auch dort alles Hand und Fuß.

Zeichner Alé Garza hat ebenfalls bereits besseres geleistet. Zwischen Graduation Day und beispielsweise E.V.E. Protomecha liegen Welten! Wobei das auch an den Massen von Inkern (drei Inker für drei Hefte) sowie der unspektakulären Kolorierung liegen kann.

Zweifelsohne ein Schnellschuss, um die alten Serien (Young Justice und Titans) zu beenden und die neuen (Teen Titans und Outsiders) möglichst "gehypt" auf den Markt zu pumpen. Schnell noch die Fans mit leeren Versprechungen geködert (eine nie dagewesene Schlacht, in der ein Gründungsmitglied der Titans stirbt - nee, is' klar...), und die Rechnung geht auf: Graduation Day ist mittlerweile ausverkauft, DC kann keine Hefte mehr nachliefern und hat bereits einen Paperback gedruckt, in dem die Miniserie gesammelt wurde. Zusammen mit acht Seiten der ersten Ausgabe von Teen Titans und der ersten Ausgabe von Outsiders.

Fazit:

Schade, mit etwas mehr Mühe eines jeden Beteiligten hätte Graduation Day ein schöner Abschluss von Titans und Young Justice werden können. So lieblos dahingerotzt hätte man sich das ganze allerdings auch sparen können.


Michael Heide



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