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Wonder Woman #168-169 Paradise Island Lost
Skript:
Phil Jimenez u. George Perez
Artist:
Phil Jimenez
Inhalt:
US-Wonder Woman Nr.168:
Donna und Diana kommen zurück nach Themyscira, wo sie von zwei Amazonen empfangen werden. Sie wandern zu einem Denkmal, als es zu einer Explosion kommt.
Hippolyta beschließt nach einer JSA Mission, zurück nach Themyscira zu gehen.
Dort versucht der Stamm von Artemis, die Bana-Mighdall, mit moderner Technik sich ein neues Zuhause zu schaffen. Doch leider verhindern Sabotageakte jegliches Vorwärtskommen. Da wird Artemis von Shim'tar zu einer Versammlung gerufen.
Die Versammlung wurde von Diana und Donna zusammengerufen und hat die Anschläge als Thema. Doch es kommt zu keinem vernünftigen Ergebnis, was vor allem daran liegt, dass Hippolyta noch dazu kommt. Beide Seiten beharren auf ihren Standpunkten, auf ihren Vorurteilen.
Später kommt es zu einem Streitgespräch zwischen Mutter und Tochter. Ursache ist, das Diana Artemis in dem Punkt zugestimmt hat, dass Hippolyta in der letzten Zeit viel zu oft in der Außenwelt ist. Ein Vermittlungsversuch von Donna scheitert.
Später wird klar, das es eine Verschwörung auf Themyscira gibt. Magala, Donnas "Mutter", ist die Anführerin einer mit modernen Waffen bewaffneten Gruppe von Bana-Mighdall Amazonen.
Als Diana und Donna nach einem Trainingskampf ein Bad nehmen, besprechen sie die aktuellen Geschehnisse. Sie beschließen Iphthime zu befragen. Doch eine im Schatten versteckte Figur hat alles mitgehört.
Unterdessen geschehen verschiedene Dinge gleichzeitig auf der Insel. Magala dringt in das Quartier von Hippolyta ein, die nicht anwesend ist. Sie redet von Rache, und will mit Hilfe der Rebellen Themiscyra vernichten.
In Bana-Mighdall, dem Domizil des Stammes von Artemis, untersucht währenddessen Shim'tar die Spuren aus den Anschlägen. Sie haben alle den Namen Ariadne gemeinsam.
Iphthime drückt am Krankenbett von Anaya ihr Misstrauen gegenüber den Bana-Mighdall aus und gesteht ihre Mittäterschaft. Sie beschließt, Magala von der Idee eines Bürgerkriegs abzubringen.
Shim'tar unterrichtet währenddessen Artemis von ihren Entdeckungen. Doch ehe die beiden etwas unternehmen können, werden sie von Amazonen mit Schusswaffen attackiert.
Der Krieg steht kurz vor dem Ausbruch, als Iphthime bei Magal ankommt. Magal zeigt ihr, das Donna und Diana besiegt wurden, und zwar von einer Frau in einer goldenen Rüstung, deren Schattenbild einen Dämon zeigt.
US-Wonder Woman Nr.169:
Auf Themyscira herrscht Bürgerkrieg. Amazone tötet Amazone, und Magala kontrolliert Fury, die Diana und Donna schon ausgeschaltet hat.
Unterdessen befreit Hippolyta ihre Tochter, Donna und ihre Freundin, Phillipus. Sie schieben ihre familiären Probleme erst mal beiseite, um sich dem Krieg zu widmen.
Sie greifen auf beiden Seiten des Krieges ein, sehr zum Ärger von Magala.
Hippolyta wird von Artemis attackiert, die die Rüstung von Shim'tar trägt. Beide drücken ihren Ärger aus - Hippolyta über die Amazonen, und Artemis über die Vorurteile, die Hippolyta immer noch ihrem Stamm gegenüber hat.
Als Diana weiter den Krieg begrenzen will, wird sie von Fury angegriffen. Fury überrascht Diana damit, das Magala hinter allem steckt.
Phillipus sucht, leicht angeschlagen, Hippolyta. Iphtemia kann verhindern, dass sie von Heckenschützen ermordet wird. Da stößt Donna zu den beiden, und Iphthemia erzählt ihr von Magalas Plan, jede einzelne Amazone zu töten.
Unterdessen gelingt es Artemis, Hippolyta von ihrem Hass abzubringen, und zwar indem sie auf den Sinn der Wonder Woman Rüstung anspielt. Schließlich stößt der Rest der Familie mitsamt Fury zu den beiden. Gemeinsam beschließen sie, Magala zu konfrontieren.
Diese erwartet sie bereits, und es stellt sich heraus, das in dem Körper von Magala die Seele der Mörderin von Hippolytas Schwester steckt, Ariadne. Als sie sich über Hippolyta lustig macht, wird sie von einer verwandelten Fury ermordet. Sie reißt ihr das Herz aus, und überreicht es Hippolyta. Donna will sich um Fury kümmern, da sie ihre Tochter kennt.
Hippolyta steigt schließlich mit Hilfe von Diana in die Lüfte. Beide sind umgeben von den Feuern der Wahrheit, ausgehend von dem Lasso der Wahrheit. Hippolyta spricht zu den Amazonen und redet von der Rolle, die Paradise Island in der Außenwelt spielt. Um dies weiterhin zu ermöglichen, entsagen beide, Diana und Hippolyta, der Krone und dem Thron. Themyscira ist nicht länger eine Monarchie.
Später, nachdem der Krieg zu Ende ist, kommen Diana und Donna zu Hippolyta. Sie finden sie gekleidet in ihrer Rüstung. Sie plant, Themyscira endgültig zu verlassen, um in der Justice Society als Wonder Woman zu kämpfen.
Anmerkungen:
Zunächst muss man die Ursache für diesen Streit wissen.
Kurz vor den Ausgaben von Messner-Loebs und Deodato jr. wurde Paradise Island anscheinend vernichtet. In Wirklichkeit wurde die Insel von Dianas Gegnerin Circe in eine andere Dimension befördert, wo die Amazonen von Dämonen angegriffen wurden. Vorher aber haben eine Gruppe von anderen Amazonen die Amazonen von Themyscira angegriffen. Diese anderen Amazonen waren die Nachfahren einer Gruppe von Amazonen, die sich um die Schwester von Hippolyta, Antiope, geschart haben. Nun waren all diese Amazonen in dieser anderen Dimension gefangen, und mußten zusammenarbeiten. Nach ihrer Rückkehr in die Heimat, durften sie auf Themyscira bleiben. Allerdings waren sie von den anderen Amazonen abgeschnitten, und man begegnete sich gegenseitig mit Feindseligkeit.
Artemis gehört zu diesen anderen Amazonen, zu den Bana-Mighdall. Als Diana zurückkehrte, veranstaltete Hippolyta einen Wettstreit, um eine neue Wonder Woman zu küren. Artemis gewann diesen Wettstreit, und wurde Wonder Woman. Sie starb aber kurz darauf später. Und dieser Tod wurde Hippolyta vorausgesagt. Es wurde ihr gesagt, dass Wonder Woman stirbt.
Nun, später starb Diana tatsächlich, und Hippolyta musste ihren Platz einnehmen. Sie reiste zurück in die Vergangenheit, wo sie Mitglied der WWII JSA wurde. In der Gegenwart trat sie dann noch der JLA bei. Aber sie fühlt sich eher der JSA zugehörig.
Wer oder was Fury ist, weiß ich nicht! Ich kann nur vermuten, das sie die Mutter von Lyta ist, der Fury von Infinity Inc., die momentan im Koma liegt - in der Serie JSA.
Ebenso wenig weiß ich, was die Geschichte hinter Shim'tar ist. Das, was ich aus dem Text erfahren konnte, war, dass Hippolyta einmal unfreiwillig Shim'tar wurde. Das ist aber auch alles.
Magala ist übrigens diejenige, die den Tod von WW prophezeit und Donna zum Leben gebracht hat.
Kommentar:
Tja, das ist sie nun, die zweite Storyline. Geschrieben von Phil Jimenez und George Perez. Der letztgenannte hat ja die ersten Jahre der Post-Crisis Wonder Woman geschrieben und gezeichnet, sodass man seine Zusammenarbeit mit Phil als eine Art Legitimation Phils als offiziellen Nachfolger Georges sehen kann.
Und diese Arbeit kann sich sehen lassen. Nicht nur wegen der Zeichnungen, auf die ich später eingehen werde, sondern auch wegen der Geschichte. Ich habe die Serie die letzten Jahre nicht verfolgt, daher weiß ich auch nicht, ob Byrne oder Luke noch auf die fremden Amazonen eingegangen sind. Sicherlich haben sie Artemis benutzt, aber damit dürfte es sich getan haben. Ich habe nämlich den Eindruck bei dieser Geschichte, als ob zum ersten Mal seit Jahren auf diese fremden Amazonen eingegangen wird. Dass es dafür gleich in so einer Storyline geschieht, ist nur löblich. Und es gelingt Jimenez wirklich, die Vorurteile auf beiden Seiten gut wiederzugeben. Beide Seiten trauen sich nicht über den Weg, und beide Seiten würden sich am liebsten gegenseitig die Augen auskratzen. Der Konflikt scheint lange unter der Oberfläche geschwelt zu haben, weil sonst Magala nicht so leichtes Spiel gehabt hätte.
Stichwort: Magala. Sie ist natürlich keiner der großen Superschurken, die weithin sichtbar sind. Vielmehr ist ihre Arbeit sehr viel subtiler, aber deswegen nicht weniger gefährlich. Was ihre Gefährlichkeit ein wenig erhöht, ist, dass sie eigentlich schon jahrelang in der Continuity und in der Serie existiert. Allerdings hätte sie als Bedrohung nur einmal funktioniert.
Welcher Charakter mir gefallen hat, war Fury. Man weiß zwar nicht viel über sie, aber das, was man weiß (Kräfte von den Furien, leicht kontrollierbare Psyche, Mutter von jemanden, den Donna kennt) macht sie für mich sehr interessant. Ich hoffe, das man sie demnächst wiedersieht, in der einen oder anderen Form.
Die königliche Familie wurde auch interessant geschrieben. Hippolyta als strenge Mutter, die nach langer Zeit der Pflicht endlich Vergnüngen gefunden hat, und sich am Ende für das Vergnügen entscheidet (Verständlicherweise!). Diana, die sozusagen den Gegenpart zu ihrer Mutter bildet: Friedensliebend, und pflichtbewußt. Donna, blidet den Puffer zwischen den beiden. Eine nette Konstellation, die ich in dieser Form noch nie gesehen habe.
Was diese Storyline so interessant macht, ist, das auf der Insel des Friedens, von der die Botschafterin des Friedens kommt, Krieg herrscht. Ein netter Kontrast!
Die Entwicklung am Schluß hat mir förmlich den Atem geraubt. Auf keinen Fall hätte ich so etwas erwartet: Themyscira ist keine Monarchie mehr, sondern... Was eigentlich? Eine Demokratie? Auf jeden Fall eine Entwicklung, die eigentlich logisch ist. Schließlich hatte Themyscira seine Monarchie seit etwas mehr als dreitausend Jahren!
Artemis hatte auch ihre Chance, zu scheinen. Hier sieht man besonders schön den Einfluß, den die Rolle als Wonder Woman auf sie hatte. Ich freue mich schon darauf, sie wieder öfters zu sehen.
Was Hippolyta angeht, so hatte Phil zuerst gebeten, sie im restlichen Universum nicht allzusehr einzusetzen. Jedenfalls vorläufig. Als Ergebnis wurde sie fast vollständig ignoriert, was eigentlich schade ist, da sie ein sehr interessanter Charakter ist. Man kann jedoch hoffen, dass man sie jetzt, da sie sich in der Wonder Woman Serie endgültig für die JSA entschieden hat, auch in der JSA Serie zu sehen kriegt!
Die Zeichnungen sind natürlich sehr detailliert. Allerdings werden sie durch den Phils Versuch, sich selbst zu tuschen, etwas in der Qualität gemindert. Sie sehen teilweise zu dunkel aus, was nicht an der Kolorierung liegt. Die ist zwar auch etwas blaß, aber sie mindert nicht die Qualität der Zeichnungen. Wegen der Tusche wirken dann auch die vier Seiten, die George Perez in #169 getuscht hat am besten. Deshalb kann man sich schon auf nächste Ausgabe freuen, wenn endlich Andy Lanning als Tuscher der Serie zurückkehrt.
Erähnenswert sind noch die Cover von Adam Hughes. Adam Hughes war früher der Zeichner von Ghost, dem bereits erwähnten Dark Horse Superheldentitel. Er ist ein etwas langsamer Zeichner, weswegen er das Covermalen bevorzugt. Und seine Covers sind mehr als nur gelungen!
Insgesamt eine gute Storyline. Wonder Woman ist endlich wieder gut!
Götz "comicfreak" Piesbergen
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