Superman Sonderband #1: Göttersturz
Autoren:
Joe Kelly & Michael Turner
Zeichner:
Talent Caldwell
Preis: 12,50 Euro
Erscheinungsdatum: 16.12.2004
100 Seiten
Inhalt:
Action Comics #812-813, Adventures of Superman #625-626, Superman #202-203
Kal – El rast auf seinem Speedbike über die Strassen von „Krypton“. Er führt eigentlich ein ruhiges glückliches Leben mit seiner schönen Frau Lyla und einem guten Beamtenjob. Aber irgendwie scheint er unzufrieden und warum träumt er immer vom Fliegen ?
Dieses schöne, wenn auch sehr durchschnittliches Leben, ändert sich aber, als Kal – El auf einer seiner Speedbiketouren von „Kryptonischen“ Terrorristen angegriffen wird. Diese Terroristengruppe, die aus Aliens besteht, hat es sich zum Ziel gesetzt, untere Regierungsbeamte anzugreifen, um für ihre Freiheit zu kämpfen.
Bei diesem Angriff wird Kal – El plötzlich von einem gelben Sonnenstrahl erfasst, der eine verblüffende Wirkung auf den Kryptonier hat. Hitzestrahlen kommen plötzlich aus seinen Augen, mit denen er Basqat und seine Leute zurückschlagen kann.
Nach diesem Angriff trifft die Bürgerkorps – Patrouille ein, die auf „Krypton“ für Recht und Ordnung sorgt und die sich nun um die aufgekommenen Schäden kümmert.
Die Kräfte die Kal – El kurzfristig erhalten hat, haben ihn wieder verlassen. Der Verlust dieser Kräfte hinterlässt eine große Leere in dem schon vorher mit seinem Leben unzufriedenen Regierungsbeamten. Nicht mal seine Frau Lyla kann ihm Trost spenden, als er sie nach dem Zwischenfall in einem Park trifft.
Plötzlich aber erfolgt ein weiterer Angriff der Terroristen auf Kal – El und wieder erscheint ein gelber Sonnenstrahl. Zum ersten mal seit Kal denken kann fühlt er sich frei, er kann fliegen und hat enorme Kräfte. Zwar kann er die Angreifer wieder zurückschlagen, aber dabei passiert ein schrecklicher Unfall. Die Nachbarsfamilie von Kal – El wird Opfer seiner Kältepuste, die er noch nicht kontrollieren kann. Leider verlassen ihn nach diesem Unfall sofort die Kräfte, weswegen er ihnen auch nicht mehr helfen kann.
Als Lyla ihren Mann später aufsucht , findet sie ihn total verängstigt vor.
Die Bürgerkorps – Patrouille ist inzwischen eingetroffen und ihr Anführer Sergeant Preus schwört, die Opfer zu
rächen.
Die Erde :
In einem Cafe sitzen Lois und Perry zusammen . Clark ist mal wieder verschwunden und Lois kann trotz aller Mühe ihre Sorgen um ihn nicht verbergen.
Zurück auf „Krypton“ :
Lyla flieht mit Kal – El vor den Verfolgern. Ihr Mann ist immer noch ziemlich mitgenommen und vollkommen mut- und hoffnungslos. Seine „Frau“ sieht nur einen Weg ihm zu helfen, sie gibt ihm seine wahren Erinnerungen zurück. Bilder von der Erde, seinen Eltern, Lois und seinen Freunden und Feinden schießen ihm in durch den Kopf.
Diese Verbindung kann Lyla nutzen, um noch stärker zu werden und hat nun auch die Kraft um Kandor zu verlassen, um auf der Erde Supermans Platz einzunehmen.
Der halb bewusstlose Superman fällt danach in die Hände der Terroristen, die sich allerdings nicht lange über ihre Beute freuen können, da ihnen Sergeant Preus auf den Fersen ist. Mit Mühe und Geschick können sie aber ihren Verfolger abhängen und sich in ihr Lager zurückziehen.
Derweil ist Lyla in Metropolis angekommen, das die Schönheit irrtümlich für den Sitz der Götter hält. Dort möchte sie ihren Platz als Gottheit einnehmen . Aber bald merkt sie, dass dort alles andere als Götter leben.
Superman konnte mittlerweile in Basqat und seiner Clique neue Verbündete gewinnen und verlässt mit ihnen Kandor, um Lyla aufzuhalten. Als sie in Metropolis ankommen, treffen sie Lyla vor, wie sie mit Brainiac kurzen Prozess macht.
Sie will, dass die Bürger von Metropolis sie lieben und schreckt auch nicht davor zurück diese geistig zu manipulieren. Superman versucht Lyla zur Vernunft zu bringen. Diese Vernunft kommt aber erst, nachdem Sergeant Preus plötzlich in Metropolis auftaucht und Superman sich selbstlos in den Kampf gestürzt hat.Dieser actionreiche Kampf geht in strahlendem Licht zu Ende. Sergeant Preus wird vernichtend geschlagen und Lyla zieht sich geläutert zurück.
Happy End: Lois Lane hat ihren Superman wieder und dieser verspricht den Kandorianern wieder öfter ein Auge auf Kandor zu haben.
Weit vor den Toren Metropolis aber, schwört ein zorniger Preus furchtbare Rache !
Kommentar:
Superman hat endlich wieder eine Serie erhalten, die zweitmonatlich die Storys aus Action Comics und Adventures of Superman und ihren neuen Kreativteams beinhalten wird.
Den Anfang macht aber der Sechsteiler „Göttersturz“, der von Joe Kelly und Witchblade / Fathom „Erzeuger“ Michael Turner erdacht wurde. Das Zeichnen überließ er aber seinen Kollegen Talent Caldwell, der schon bei der Fathom Mini-Serie Killian Tide sein Können gezeigt hat.
Klar also, dass bei diesen Künstlern eine schöne Frau mitspielen muss. Diesen Part übernimmt die „Frau von Kal – El“, Lyla. Und ohne jeden Zweifel, diese Frau ist ein wahrer Hingucker und man merkt es Caldwells Zeichnungen an, dass er mit dieser Figur besonders viel Spaß hatte. Die männlichen Protagonisten dagegen hat er hin und wieder mit einem arg bulligen Aussehen versehen. Ein weiterer, wenn auch kleiner Negativpunkt, ist, dass das tolle Schwarz, Rot und Silberne Kostüm vom Cover in der Story nie wirklich zu Geltung kam. Hierbei liegt die Schuld aber auch etwas bei den Coloristen, die gelegentlich eine etwas zu dunkle Atmosphäre schaffen. So trüben Zeichner und Coloristen ihre eigentlich gute Arbeit doch empfindlich.
An der Story dagegen ist eigentlich nichts auszusetzen. Die Autoren lassen gelegentlich Superman als Erzähler fungieren. Seit jeher eine probates Mittel um den Leser schnell und einfach in die Story zu führen.
Schön war auch die Idee von dem Gespann Kelly / Turner, dass Superman die Stadt Kandor vernachlässigt hat . Denn von Kandor und den Geschehnissen dort hat man wirklich lange nichts mehr gehört (Zum Vergleich: Das letzte mal in den US Comics AC #749, MoS #84, Superman #140 und AoS #593. Man vergleiche nur mal diese Nummern mit denen von diesem Band.)
Ein weiteres Plus in dieser Story ist die gute Ausgewogenheit der verschiedenen Charaktere. Basqat und seine Leute sind alles andere als nervig und bilden sympatische Nebencharaktere. Lyla hat ihre optischen Reize und Sergeant Preus gibt einen tollen fanatischen „Bösewicht“.
Interessant ist auf jeden Fall, dass bei Göttersturz nun Birthtright als Origin verwendet wird. Zu sehen an den Bildern die Jor - El und Lara zeigen. Auch hat Brainiac ein neues Aussehen erhalten, er ist jetzt wieder ein grünhäutiger Androide. Ganz wie in den guten alten Ehapa Zeiten .
Auch was künftig mit Sergeant Preus und Lyla geschieht wirft spannende Fragen auf. Da können noch ganz schön schwere (und hoffentlich spannende) Zeiten für den Stählernen anstehen.
Kompliment auch an die Leute von Panini. Nicht nur, dass sie dem Stählernen eine weitere Chance gewähren, sondern auch für die kurze Zusammenfassung der ausgelassenen Hefte. Ein sehr hilfreicher und notwendiger Service seitens DC Deutschland.
Schade nur, dass aufgrund das Platzmangels die genialen Michael Turner Cover nur sporadisch gezeigt werden konnten.
Fazit:
Insgesamt ist dieser Band eine runde Sache mit ordentlichen Zeichnungen und einer leicht verdaulichen Story. Und er weckt die Hoffnung, Superman endlich mal über einen längeren Zeitraum und vor allem mit guten Storys genießen zu dürfen .
Stefan Segle
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