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Superman #16



Superman #16 Autoren:
Joe Kelly & Greg Rucka

Zeichner:
Doug Mahnke, Lee Bermjo & Matthew Clark

Preis:
4,10 Euro

Erscheinungsdatum:
08. 08. 2002




Inhalt:
Action Comics #775 & Secret Files President Luthor #1

Das radikale neue Superteam Elite (DC's Version der Authority) unter der Führung von Manchester Black geht beim Kampf gegen das Böse wortwörtlich über Leichen. Superman kann das natürlich nicht zulassen, und versucht die Truppe aufzuhalten. Mit dem Ergebnis dass diese Superman zu einem gnadenlosen Duell auffordert. "Überraschenderweise" schafft es Supie die Elite aufzuhalten, ohne deren Methoden zu nutzen.

In der zweiten Geschichte erfahren wir, was Lex Luthor dazu motiviert hat, zum Präsidenten der USA zu werden...


Kommentar:
Inzwischen sind mit den 15 Superman-Ausgaben unter Panini's DC-Label viele unterdurchschnittliche und mittelmäßige, und einige teilweise geniale Stories erschienen. Doch mit der schon jetzt comic-historischen Nr. #16 trifft uns diesmal ein Meisterwerk von einer Story wie ein Donnerschlag.

Joe Kelly's Antwort auf die "neue Generation" der Superhelden-Comics, die im Gegensatz zu ihren strahlenden Kollegen von DC und Marvel nur zu gerne über Leichen gehen, bietet eine durchdachte und intelligente Handlung, coole Dialoge und fetzige Superheldenaction. Die Elite versteht sich dabei natürlich als DC's Parodie auf Wildstorms Authority, kommt dabei aber des öfteren viel cooler rüber als das Original selbst. Vergesst Jenny Sparks und die anderen Luschen... jetzt kommen Manchester Black und Co. und zeigen wie man's richtig macht.

Kelly fängt hier aber nicht nur präzise die Atmosphäre der Britpop-Breitwandcomics ein, sonder spinnt auch ein feines Netz popkultureller Bezüge zu einer Bestandsaufnahme der gängigsten Unterhaltungsmuster dieser Comic-Generation. Aber Kelly's eigentliches Ziel ist dabei, Superman (und die Werte für die er steht) zu modernisieren und uns wieder nahe zu bringen. Genau diese Werte, und ich bin wohl nicht der einzige der so denkt, sind nämlich veraltet und hätten in unserer Realität absolut keinen Bestand mehr.
Aber genau Supies Botschaft, die uns Kelly mit dieser Story zu vermitteln versucht, ist auf dieser Welt vielleicht wichtiger denn je. Dabei gelingt es Kelly, Superman von seinem beinahe pfadfinderhaften Image loszulösen und ihn gleichzeitig den Profi-Zynikern Paroli bieten zu lassen, die die Comic-Szene dominieren. Dass hierbei natürlich auch der Patriotismus nicht zu kurz kommt, versteht sich eigentlich ganz von selbst. Doch das stört nicht im geringsten, denn auch das muss man nicht unbedingt wörtlich nehmen. Das Element des Patriotismus ist letztendlich auch nur eine weitere Funktion der Erzählstrategie, die der Autor hier anwendet.

Letztlich ist nach der Lektüre klar, dass die Rehabilitierung von Superman mehr als nur deutlich macht, dass es vielleicht doch nicht so verkehrt ist, an etwas zu glauben, das heute eigentlich nur Mangelware ist: Recht und Gerechtigkeit. Und es ist gut, dass der Superman-Mythos nach wie vor ein Vertreter für diese Werte ist und hoffentlich bleibt....



Marco "Red Shadow" Moroni



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