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Die Rückkehr von Superman #1-3 (von 6)



Die Rückkehr von Superman #1 Autor:
Brian Azzarello

Zeichner:
Jim Lee

Preis: 4,00 Euro/Heft

Erschienen:
Oktober 2004 - Februar 2005
(bimonatlich)



Die Rückkehr von Superman #1

US Superman #204

Nachdem Pater David Leone sich mit Lieutenant Lupè Leocadio in seiner Kirche unterhalten hat, erhält er einen überraschenden Besuch von Superman. Der einstmals strahlende Held macht einen grüblerischen und betroffenen Eindruck, und bittet den Pater ihm die Beichte abzunehmen.
Er fühlt sich für das sogenannte „Verschwinden“ verantwortlich, das ein Jahr zuvor stanttgefunden hatte. Er erzählt dem Pater was er an jenem Tag tat. Er war einem Hilferuf von Green Lantern (Kyle Rayner) gefolgt, den er erhalten hatte. Dieser war weit draussen im Weltall in eine gewaltige Raumschlacht verwickelt und befand sich in einer auswegslosen Lage. Nachdem Superman ihn befreien konnte, kehrte er gleich zurück zur Erde, um dort dann zu erfahren, dass eine Million Menschen verschwunden sind. Ohne Hinweise oder erkennbare Gründe. Aber der Schock sollte für den Stählernen noch größer werden, denn seine Frau zählte zu den Menschen die verschwunden sind.
Pater Leone versucht dann zwar nach dieser „Beichte“, Superman von seiner Nicht - Schuld zu überzeugen, wird aber von diesem dann allein gelassen.


US Superman #205

Eine alte Frau erzählt ihrem Kunden in einem Diner, wie sie von Superman gerettet wurde. Als stiller Zuhörer anwesend: Pater Leone. Nachdem er bezahlt hat, streift er durch die Strassen von Metropolis und stößt dabei auf eine kleine Gedenkstätte, die Angehörige von einem kleinen Mädchen an einer Mauer errichtet haben. Auf dieser Mauer ist noch die Silhouette des Mädchens zu erkennen. Ein Opfer des „Verschwindens“.
Nachdem Pater Leone ein paar Pfirsiche gekauft hat erhält er vor seiner Kirche wieder Besuch von Superman. Nach einer kurzen Unterhaltung erzählt Superman, wie er in ein Kriegsgebiet geflogen ist . Dort soll nämlich das „Verschwinden“ begonnen haben.
Als er all dass Morden und Zerstören sah, entschloss er sich, den Menschen dort all ihre Waffen zu nehmen. Die Dankbarkeit sah aber dann so aus, dass die Menschen ihn mit Steinen bewarfen.
Das ganze Szenario wurde von einem mysteriösen Fremden beobachtet, der sich abseits vom Kriegsgebiet auf einem Hügel befand.


Die Rückkehr von Superman #2

Die Rückkehr von Superman #2

US Superman #206

Superman erzählt dem Pater weiter von seinen Erlebnissen im Kriegsgebiet.
Dort profitierte General Nox davon, dass Superman dem benachbarten Land alle Waffen wegnahm, und konnte sich somit zum Oberhaupt des Landes ernennen. Ihm untersteht das Ungetüm Equus, der sich auch gleich eine kleine Auseinandersetzung mit dem Stählernen erlaubte. Als aber General Nox hinzukam, findet der Kampf ein Ende. Nox erklärte dem Stählernen, dass er keinen Streit mit ihm hätte. Nach einer kleinen Unterhaltung stellte sich der Stählerne dann sogar zur Verfügung, bei der Behebung der Schäden, die nach all den Kriegen im Land entstanden sind zu helfen.
Später fanden Nox Männer das Gerät, das sich für das „Verschwinden“ verantwortlich zeigt. Dies blieb natürlich auch Superman’s wachem Gehör nicht verborgen. General Nox erzählte dem Stählernen, dass der Mann, der dieses Gerät benutzte, sich nun bei Equus befinde.
Equus meldete sich dann auch prompt und kündigte an, den Anführer und seine Männer zu töten. Das kann Superman natürlich nicht zu lassen!


US Superman #207

Superman hörte schon von weitem den Lärm der Maschinenpistole, die drohten, den „vermeintlichen“ Urheber des „Verschwindens“ und seine Männer zu töten. Der Stählerne flog so schnell er konnte, doch der Tod der Soldaten ließ sich nicht verhindern. Nur der Anführer lebte noch. Als Superman diesen von Equus forderte, entbrannte ein Kampf zwischen dem Stählernen und dem Monster. Bei diesem Kampf wurde im wahrsten Sinne des Wortes viel Sand aufgewirbelt, der dabei ein Massengrab zu Tage legte. General Nox’ Absichten scheinen also doch nicht so ehrbar zu sein.
So stellte der Stählerne Nox, nachdem er sich Equus entledigt hatte, zur Rede. Die verbale Auseinandersetzung wurde aber erneut von Equus unterbrochen, der sich vom Kampf erholt hatte, und sich nun nicht nur gegen Superman, sondern auch gegen General Nox wand. Bei dem folgenden Gefecht wurde das Gerät zum wiederholten Male aktiviert. Wie man beim anschließenden Gespräch zwischen Pater Leone und Superman erfährt, sind dabei nicht nur General Nox und Equus verschwunden, sondern auch noch weitere dreihundertausend Menschen .
Superman verspricht dem Pater, dass sich das „Verschwinden“ nicht wiederholen werde und macht sich anschließend wieder davon.
Zum Schluss gibt es einen Rückblick darauf, auf wen der Stählerne nach dem zweiten Verschwinden getroffen ist. Es ist der geheimnisvolle Beobachter von Superman #205 : Mister Orr.


Die Rückkehr von Superman #3

Die Rückkehr von Superman #3

US Superman #208

Pater Leone ist unheilbar krank. Die Ärztin, die ihn untersucht, macht auf Grund seines Krankheitsbildes ein besorgtes Gesicht, will aber ihren Patienten nicht aufgeben.
Nachdem die Ärztin sich anderen Patienten zuwendet, kommt ein Pfleger zum Pater, um ihm Blut abzunehmen. Der Pfleger erweist sich aber als der geheimnisvolle Mr.Orr. Nachdem er sich dem Pater vorgestellt hat, berichtet er ihm von seinem Treffen mit Superman.
Später am Abend erhält Pater Leone wieder Besuch vom Stählernen. Nachdem die Welt erfahren hat was der Stählerne im Kriegsgebiet gemacht hat und dass er damit ein zweites Verschwinden hervorgerufen hat, steht die Menschheit dem Stählernen skeptisch gegenüber - Und nicht nur sie, auch Supermans Kollegen von der JLA sind wegen seinem Handeln beunruhigt.
Der Stählerne erzählt Pater Leone von seinem Treffen mit der JLA, er wollte seine Superhelden - Kollegen darum bitten, ihm bei dieser Mission freie Hand zu lassen. Nur widerwillig und skeptisch ließen sie ihr einstiges Aushängeschild gewähren. Nach diesem Treffen zog sich Superman in seine Festung der Einsamkeit zurück, um das Gerät, dass sich für das „Verschwinden“ verantwortlich zeigt, zu untersuchen. Hierbei traf er auf einen Hinweis, der ihn ins Meer schickte. Dort, wo Aquaman herrscht und den Stählernen keinen freundlichen Empfang bereitet. Inzwischen steht eine geheimnisvolle Frau an der Stelle, wo sich noch vor kurzen Mr. Orr und Superman trafen. Kurze Zeit später erscheint vor Metropolis ein riesiges Wesen aus Wasser .


US Superman #209

Das Wasserwesen bedroht ganz Metropolis, und Superman muss alles geben um die angerichteten Schäden einzudämmen und das Wesen im Zaum zu halten. Als er dann Dank seines Hitzeblickes doch den Sieg für sich entscheiden kann erscheint ein Wesen aus purem Feuer. Aber auch hierfür hat Superman die richtige Superkraft : Superpuste. Und klar, danach erscheint ein Wesen aus Wind, dass sich aber, nachdem es seine Drohung ausgesetzt hat, selbst wieder verflüchtigt.
Alle Wesen fordern das Gleiche: Superman solle ins Exil gehen, ansonsten würden alle Menschen vernichtet werden. Hinter all den Wesen scheint wahrscheinlich die geheimnisvolle Frau zu stecken, die immer wieder zu sehen ist, bevor ein neues Wesen entsteht.
So auch beim Letzten. Diesmal besteht das Wesen aus Stein, oder besser gesagt, Mount Rushmore ist zum Leben erwacht. Nachdem sich alle Elementarwesen getroffen haben, trifft kurze Zeit später auch Superman ein . Der Stählerne macht den vier Riesen unter Androhung drastischer Maßnahmen klar, dass er nicht gewillt ist, diesen Planeten zu verlassen.
Daraufhin ziehen sich die Elementarwesen zurück .

Die Frage, die Pater Leone danach stellt, ob Superman seine Drohung wahrgemacht hätte, bleibt unbeantwortet. Die geheimnisvolle Frau brach, nachdem ihre Wesen besiegt wurden, weinend zusammen, wird aber von Wonder Woman (!?) getröstet.




Kommentar:

...Und das ist unser ultimatives Ziel: 12 Ausgaben (für den deutschen Leser natürlich 6), an die sich die Fans noch lange erinnern werden .“ So zitiert Christian Heiß auf seiner Redaktionsseite von Heft Nr. 1 den Zeichner Jim Lee. Tja, wenn dem so sein soll, müssen uns ja noch drei affengeile und supersensationelle Hefte erwarten. Die bisherigen Hefte sind zwar alles andere als schlecht, aber dass sie besonders denkwürdig sind, kann man nun beileibe nicht behaupten.

Obwohl sie es durchaus hätten sein können. Azzarello hat hier, unabhängig von den anderen beiden Superman Serien, freie Hand um seine Story zu erzählen.
Und nach dem ersten Heft könnte man sogar noch meinen, dass Azzarello aus dieser Ausgangssituation wirklich was machen könnte. Der erste Teil in diesem Heft liest sich einfach nur genial: tolle Dialoge, spannende Story und die Zeichnungen stammen von niemand Geringerem als Jim Lee. Aber schon bei der zweiten Story in diesen Heft zieht Azzarello aus unerfindlichen Gründen die Bremse. Anstatt konsequent das Anfangstempo zu halten, verlangsamt er seine Story nun plötzlich.
Und das bleibt leider bisher auch der Status Quo bei „Für das Morgen“.

Die Story wird nur schleppend voran gebracht und wirklich viel passiert in den Heften nicht. Also nun wirklich kein Vergleich zu Hush, wo man als Leser von Höhepunkt zu Höhepunkt geschickt wird.
Azzarello verlegt sich bei seiner Story leider zu sehr auf seine beiden Hauptfiguren (Pater Leone und Superman). Zwar sind die Unterhaltungen zwischen den beiden immer recht hübsch zu lesen, aber der Storyentwicklung sind sie nicht sehr dienlich.
Dabei sollte doch nun wirklich mal was Entscheidendes passieren, schließlich befindet sich die Story nun in ihrer Mitte. Ein Leser will ja schließlich unterhalten und sogar schockiert werden. Bisher allerdings kriegt man in der Story mal einen Mr. Orr hingeworfen, der für irgendwelche dubiosen Geschäftsleute arbeitet. Dann das Monster Equus, das anscheinend für die selben Leute arbeiten soll. General Nox wirkt als Bauernopfer, und wo die mysteriöse Frau steht, ist überhaupt nicht geklärt.
Auf mich wirkt das Ganze noch wenig überzeugend. Zwar mangelt es Azzarello nicht gerade an Ideen, aber ein echtes Gefühl dafür, wie er diese Story erzählen soll, konnte er noch nicht entwickeln.

Oder ist er gar für die Figur Superman ungeeignet ?

Ein ganz klares Nein! Denn am interessantesten ist bisher zweifellos das Verhalten und der Charakter von Superman. Das ist nicht mehr der strahlende Held, der fröhlich lächelnd über die Dächer von Metropolis fliegt . Superman ist ein einsames Wesen geworden, das, wie es scheint, seine menschliche Seite verdrängt. Wie sonst ist es zu erklären, dass er, wenn er mit Pater Leone über die Menschen spricht, diese nur mit „euch“ oder mit „ihr“ bezeichnet. Als weiteren Hinweis kann man es sehen, dass Superman nicht bei den Kents um Rat sucht oder bei anderen ihm vertrauten Menschen. Interessanter Ansatz, der mir aber auch erst beim zweiten Mal Lesen aufgefallen ist.

Schlussendlich aber jetzt noch zu DEM Kaufargument schlicht hin für diese Serie: Jim Lee! Der Mann kann es einfach und ich bilde mir ein, dass er im Gegensatz zu Hush sogar mittlerweile eine Schippe draufgelegt hat. Auch wenn er hierfür ein paar Hefte gebraucht hat. Denn nach den ersten beiden Ausgaben hatte ich noch das Gefühl, dass Jim Lee bei Batman irgendwie besser gewirkt hat. Aber das dritte Heft konnte dann voll und ganz überzeugen . Man merkt es förmlich, wie er von Panel zu Panel aufblüht. Es muss für ihn eine wahre Freude gewesen sein die JLA - Mitglieder zu zeichnen. Noch nie hab ich Jim Lee besser gesehen als in diesem Heft!
Übrigens, im Preview Heft, dass im letzten Jahr beim Comic Salon in Erlangen erhältlich war, ist ein wirklich interessantes Sketchbook enthalten, in dem Jim Lee „seine“ Superman erklärt. Wirklich empfehlenswert!


Fazit :

Diese Story hat leider ein sehr langsames Erzähltempo und kommt dadurch nur schwer in Gang. Pluspunkte gibt es aber für die sehr interessante Charakterisierung von Superman, und natürlich für den Meisterzeichner Jim Lee. Es empfiehlt sich die Story zu lesen, wenn sie komplett erschienen ist . Bis es soweit ist, kann man sich ja an den genialen Zeichnungen ergötzen.


Stefan Segle



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