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Action Comics #1

Dies ist eine Imaginäre Geschichte (die nie stattfinden mag, oder vielleicht doch) über einen perfekten Mann, der vom Himmel kam und nur Gutes tat. Sie erzählt von seinen letzten Tagen, als die großen Schlachten vorüber und alle großen Wunder getan waren; sie erzählt, wie sich seine Feinde gegen ihn einten und von der letzten Schlacht in der eisigen Ödnis unter den Nordlichtern; von den Frauen, die er liebte und welche er erwählte; wie er seinen heiligsten Schwur brach und wie ihm alles genommen wurde - bis auf eines.

Sie endet mit einem Zwinkern. Und beginnt an einem sonnigen Nachmittag der Zukunft, in einer kleinen Stadt des mittleren Westens. Und in der großen Stadt sehen die Menschen oft noch hoffend empor, wenn sie einen Punkt am Himmel sehen... doch es ist nur ein Vogel, nur ein Flugzeug - Superman starb vor zehn Jahren. Dies ist eine Imaginäre Geschichte... Aber sind sie das nicht alle?

Viele sagen, dass die Comics 1986 ihre Unschuld verloren. Vielleicht ist da was dran. Fest steht jedenfalls, dass das Jahr 1986 große Veränderungen bei DC einläutete. Frank Miller gab Batman in seinem Meisterwerk "The Dark Knight Returns" einen düstereren Touch, und Alan Moore und Dave Gibbons schlossen gerade "The Watchmen" - eine Serie, die als die innovativste seit dem "Golden Age" gilt - ab. Am wichtigsten war jedoch "Crisis of Infinite Earths", welche das gesamte DC-Universum veränderte.

Als diese kreative Welle durch die Reihen von DC schwappte, wurde eine Sache, die bisher zu kurz kam, offensichtlich: Superman. Über die letzten fünfzig Jahre seit seiner ersten Veröffentlichung war er mehr und mehr zu einer Karikatur seiner selbst geworden. Was konnte man schon mit einer Figur machen, die praktisch unverwundbar war?

DC wandte sich deshalb an John Byrne, um den Charakter Superman zu erneuern. Aber Byrne meinte, dass er den Job nur übernehmen würde, wenn er ganz von vorne beginnen dürfe. Zur Überraschung vieler - vor allem der Superman-Fans - war DC einverstanden.

Deshalb sollte "Whatever Happened to the Man of Tomorrow?" als letzte Superman-Story der alten Kontinuität dienen. Die Geschichte sollte das Ende einer Ära einläuten, alle losen Enden des "Erde-1"-Supermans verknüpfen. Des weiteren sollte "Whatever Happened to the Man of Tomorrow?" den Weg für den neuen Superman, der ein Resultat der Crisis war, ebnen.

Ursprünglich sollte Jerry Siegel die letzte Superman-Geschichte schreiben, aber Terminprobleme erlaubten dies nicht. Stattdessen bat Alan Moore - bekannt geworden durch seinen Erfolg mit "Watchmen" - um das Privileg, die Story schreiben zu dürfen. Die Geschichte enthält fast jeden Freund und Feind des alten Superman-Universums. Sie beinhaltet sogar einen Gastauftritt von Supergirl, was eine Regel brach, die besagte, dass sie nach der "Crisis" in keinem Comic mehr erscheinen durfte.

Inhalt:
Wir schreiben das Jahr 1997, und Superman ist seit zehn Jahren verschwunden.
Um Superman zu gedenken, plant der Daily Planet eine Sonderausgabe über "Die Letzten Tage Supermans" zu veröffentlichen. Deshalb hat der Planet Tim Crane zu Lois Lane geschickt, um sie zu interviewen. Doch schon bei der Begrüßung stellt sich heraus, das Lois Lane mittlerweile "Lois Elliot" heißt.

Die letzten Jahre vor Supermans Verschwinden waren für Supermans Verhältnisse ruhig, da Luthor sich nicht mehr rührte, Brainiacs letzter organischer Metallkörper einen irreparablen Schaden erlitten hatte und der Parasit und Terra-Man sich gegenseitig vernichteten.

Doch diese ruhige Welt wird buchstäblich auf den Kopf gestellt, als Superman von einer Reise aus dem Weltall zurückkehrt und einen wild randalierenden Bizarro #1 vorfindet. Kurz bevor Bizarro mit Hilfe von blauem Kryptonit Selbstmord begeht, erfährt Superman, dass Bizarro seine Heimatwelt zerstört hat, um Superman ähnlicher zu sein, da dessen Heimatwelt ja ebenfalls explodiert war.

Die nächsten Schurken, die gegen Superman vorgehen, sind der Toyman und der Prankster. Zwei Schurken, die Superman bislang eher genervt als ernsthaft geschadet haben, werden Clark Kent zum Verhängnis. Denn als dieser während einer Live-Sendung ein Paket mit Superman-Action-Figuren öffnet, greifen selbige Clark an und zerstören seinen Anzug, wobei die ganze Welt sieht, dass Clark Kent Superman ist. Das wirklich Verrückte an diesem Anschlag ist jedoch die Tatsache, dass die beiden Schurken Pete Ross ermordete haben, nachdem sie mit Hilfe von Hypnose von ihm die Geheimidentität Supermans erfahren hatten.

Am Grab von Pete Ross macht sich Superman Gedanken über seine Feinde: "Wenn die ehemaligen Nervensägen als Killer zurückkommen... als was kommen die Killer zurück?"

Zur gleichen Zeit befindet sich Lex Luthor in der Antarktis auf der Suche nach Brainiac, um ihn zu sezieren. Was Lex jedoch nicht weiß, ist, dass Brainiac noch lebt. Als Lex Brainiac findet, wird er sofort von diesem übernommen, und es gibt ein neues Brainiac-Luthor-Team. Von diesem Moment an überschlagen sich die Ereignisse.

Eine Armada von Metallos greift den Daily Planet an und zerstört diesen. Daraufhin beschließt Superman, seine Freunde in die Festung der Einsamkeit zu bringen, wo sie sich auf die letzte Schlacht vorbereiten.

Kaum bei der Festung der Einsamkeit angekommen, gesellt sich auch noch Krypto, der Wunderhund, dazu. Am ersten Abend in der Festung kommt die Legion der Superhelden zu Besuch und übergibt Superman eine Statue, die ihn in seiner größten Stunde zeigt. Am nächsten Morgen erreicht Brainiac-Luthor die Festung der Einsamkeit und beginnt die Belagerung derselben.

Um Supermans Freunde davon abzuhalten, ihm zu Hilfe zu eilen, errichtet er ein Kraftfeld um die Festung. Unter den Superschurken, die Brainiac-Luthor zur Hilfe geeilt sind, befinden sich viele namhafte Schurken, darunter die Legion der Superschurken und der Kryptonite Man. Letzterer ist auch der Grund, weshalb Superman den Kraftfeldgenerator nicht zerstören kann. Deshalb beschließen Jimmy Olsen und Lana Lang, Superman zu helfen, indem sie sich mit Hilfe der Trophäen, die sich in Supermans Festung befinden, ihre alten Superkräfte zurück holen. So verwandelt sich Jimmy Olsen wieder in Elastic Lad.

Jimmy schafft es, den Generator zu zerstören, muss dabei jedoch sein Leben lassen. Lana hingegen tötet Lex Luthor auf dessen Wunsch hin, da er nicht länger unter Brainiacs Kontrolle stehen will, stirbt dabei jedoch ebenfalls.

Brainiac ist jedoch nicht so leicht aufzuhalten, da es ihm gelingt, die motorischen Nerven Luthors zu manipulieren und einen Atomangriff auf die Festung der Einsamkeit zu befehligen. Der erste Schurke, der die zerstörte Festung angreift, ist der Kryptonite Man.

Dieser erwartet sehnsüchtig den Kampf mit Superman, welcher sich jedoch nicht blicken lässt. Dafür trifft der Kryptonite Man auf Krypto, welcher sich wütend auf ihn stürzt und ihn tötet. Leider stirbt auch Krypto bei diesem Kampf durch die Strahlung des Kryptonits.

Als Superman und Lois Lane sich das Schlachtfeld betrachten, nähert sich ihnen Brainiac mit wankenden Schritten, da bei Luthor bereits die Leichenstarre anfängt Wirkung zu zeigen. Kurz bevor er Superman erreicht, bricht Brainiac zusammen, und die letzte Gefahr ist beseitigt. So sieht es jedenfalls für einen kurzen Moment aus. Denn plötzlich fällt Superman ein, dass ein Gegner fehlt: Mxyzptlk.

Als Superman Mxyzptlks Namen ausspricht, erscheint dieser auch sofort. Jedoch nicht so, wie man ihn kennt - als kleinen Mann mit Hut -, sondern als groteskes Zerrbild seiner selbst. Mit Hilfe des Phantomzonen-Projektors gelingt es Superman, Mxyzptlk gefangen zu nehmen. Als dieser zu fliehen versucht, indem er seinen Namen rückwärts ausspricht, wird er zwischen den Dimensionen hin- und hergerissen und stirbt dabei.

Als Superman Mxyzptlk tötete, brach er seinen heiligsten Schwur, nicht zu töten. Als selbstauferlegte Strafe betritt er das Lager mit goldenem Kryptonit und verliert dadurch seine Kräfte.

Kommentar:
Die Zeichnungen sind für das Jahr 1986 ausgesprochen gut gelungen, was sicherlich am Superman-Zeichner schlechthin, Curt Swan, liegt. Einer meiner erwählten Lieblingszeichner (Gott sei seiner Asche gnädig). Und ich bin wählerisch, was Zeichner betrifft. Kommen wir nun zur Aufmachung des Heftes bei DC Deutschland. Mmmh. Die Übersetzung überzeugt mich vollkommen. An der Arbeit von Christian Heiß gibt es bisher nichts zu bemängeln. Ich finde sogar, er steigert sich von Heft zu Heft.
Das Papier ist erstklassig, nur über den Preis von 8,95 DM lässt sich streiten.

Kommen nun zu den negativen Punkten:
Erster Punkt: Warum werden keine redaktionellen Seiten abgedruckt? Wenn von vornherein geplant war, keine keine redaktionellen Seiten in den Action und Detective Comics zu veröffentlichen, warum verkauft man sie dann nicht als Prestige-Ausgaben? Die paar Mark mehr kann sicher jeder verschmerzen, und die Hefte würden eine ihrer Bedeutung angemessene Gestaltung aufweisen.

Zweiter Kritikpunkt: Wo ist das Cover von US-Action Comics #583? Die Zweitcover könnten ruhig veröffentlicht werden, immerhin gehört dies heutzutage ja schon zum guten Ton. Besonders ärgert mich das beim Cover von Action Comics #583, das ich sehr ansprechend fand. Für alle, die das Cover nicht kennen, hier eine kleine Beschreibung: Superman fliegt gerade vom Dach des Daily Planet und hat eine Träne in den Augen. Auf dem Dach des Planet steht eine Gruppe von Menschen, die ihm zum Abschied nachwinkt. Die vier Personen in der vordersten Reihe sind Curt Swan, Jenette Kahn, Julie Schwartz und Murphy Anderson.

Im Hintergrund stehen viele Superhelden. Die erwähnte Träne in Supermans Auge ist typisch für die menschlichen Zeichnungen eines Curt Swan (Habe ich schon erwähnt, das er einer meiner Lieblingszeichner ist?).


Thilo Nöbert



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