Autor:
Grant Morrison
Zeichner:
Simone Bianchi
Cover:
Simone Bianchi
Preis:
$2.95/Heft
Erscheinungsdatum:
März 2005
The Last of Camelot
Wir beginnen in einer anderen Welt, einer magischen Fantasy-Welt mit starken Anleihen an die Arthus-Sage. Die Ritter der Tafelrunde, die hier nicht (mehr) Knights of the Round Table, sondern Knights of the Broken Table genannt werden, kämpfen gegen die Sheeda, die uns ja bereits in Seven Soldiers #0 untergekommen sind und uns hier als Krieger aus einem fernen Land unter der Vampirsonne vorgestellt werden. Artus ist tot und taucht bloß als untoter Zombie-Krieger auf, Gawain, Lancelot, Caradoc, Peredur, Bors und Galahad fallen gleich zu Beginn des Heftes. Übrig bleiben bloß Sir Justin (hmmm, hieß so nicht bereits der erste Shining Knight?) und sein sprechendes Flügelpferd Vanguard. Klingt jetzt nach She-Ra, überzeugt aber nicht zuletzt dank Simone Bianchis atemberaubendem Artwork.
Justin ist jedenfalls in einem Knochenlabyrinth der Sheeda gefangen, auf der Suche nach dem unerschöpflichen Kessel, mit dem die Toten wiedererweckt werden können. Justin schlussfolgert, dass die Sheeda ohne ihn keine Chance hätten. Zusammen mit Vanguard findet er diesen Kessel auch verdächtig schnell. Dort findet er eine junge Frau, offensichtlich seine Geliebte. Doch Olwen ist nicht alleine. Eine Sheeda-Dämonin erscheint, um Justin zu korrumpieren. An ihrer Seite hängt Caliburn, Artus' Schwert, das nur jemand mit reinem Herzen aus der Scheide ziehen kann. Zu ihrem Pech entpuppt sich Justin allerdings als jemand mit reinem Herzen. Die Dämonin ist schnell besiegt, sie schmilzt und verschwindet durch die Ritzen des Marmorbodens. Justin wirft den Kessel in den grünen Fluss, der durch das gesamte Schloss, aber auch quer durch Raum und Zeit fließt. Danach macht er sich daran, Olwen zu retten. Doch die verletzte Frau ist gar nicht Olwen, sondern entpuppt sich als Gestaltwandler der Sheeda. Sie verletzt ihn mit einem Giftdolch und würde ihn töten, wenn Vanguard nicht plötzlich die Initiative ergreifen würde und zusammen mit Justin dem Kessel hinterherspringen würde.
Die beiden landen am Himmel Manhattans, von wo aus beide zu Boden stürzen und geradewegs auf einer stark befahrenen Straße aufschlagen. Ein Polizist führt Justin ab, der sich nicht verständlich machen kann und für einen Junkie gehalten wird. Dass die Polizistin grünes Dämonenblut an Justins Schwert finden, macht die Sache nicht besser. Er wird zum Polizeirevier gebracht, während Vanguard auf der Straße verblutet. Fortsetzung folgt…
Kommentar:
Wunderschöne Zeichnungen. Ich habe vorher noch nie von Simone Bianchi gehört und war skeptisch, da man in den Previews nur Skizzen von J.H. Williams sah. Normalerweise enthalten Verlage den Lesern das tatsächliche Artwork ja nur dann vor, wenn es im Vergleich zum Promomaterial wenig taugt. Hier jedoch könnte es dazu führen, dass Shining Knight schnell ausverkauft ist - falls Ihr also Interesse habt, solltet Ihr Euch beeilen.
Etwas enttäuschend hingegen ist das Script, das Justin von einem Schauplatz zum nächsten jagt, sodass alles sehr gehetzt wird, ohne dass wirklich viel passiert. Aber das Heft diente ja offenbar sowieso hauptsächlich nur dazu, Justin nach Manhattan zu bringen. Mit der nächsten Ausgabe dürfte die Story dann in Fahrt geraten.
Verbindungen zu den anderen Seven Soldiers Heften:
Selbstverständlich gibt es noch nicht sehr viele Verbindungen. Da hätten wir natürlich zum einen die Sheeda, die zum Teil sogar wieder auf den uns bekannten Riesenspinnen reiten. Zum anderen stellt sich allerdings die Frage, was die sieben Unbekannten aus Seven Soldiers #0 mit Justins Ankunft in Manhattan zu tun haben.
Michael Heide