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Museums Edition #2: Detective Comics #359
Schon einmal war die Geschichte, in der Batgirl (Barbara Gordon) ihr Debüt gab, auf Deutsch erschienen: Vor nunmehr 33 Jahren im Superman/Batman Heft 17 vom August 1968 mit dem Titel "Batgirl greift ein!". Damals allerdings, wohl aus Platzgründen, um einige Panels verkürzt. So ist es um so erfreulicher, dass ihr erstes Auftreten nun erstmals in voller Länge und ihr gebührender Aufmachung auf Deutsch erscheint:
"Das Millionen Dollar Debüt von Batgirl!" aus US-Detective Comics #359 vom Januar 1967 ("The Million Dollar Debut of Batgirl!")
Und noch eine Bemerkung für die, die immer alles ganz genau wissen möchten oder etwas verwirrt ob der vielen verschiedenen Batgirls sind: Barbara Gordon war tatsächlich nicht das erste Batgirl - schon zuvor gab es ein Bat-Girl. Sie hatte in der Geschichte "Bat-Girl!" aus US-Batman #139 vom April 1961 ihren ersten Auftritt und hieß Betty Kane (ihr letzter Cameo-Auftritt findet sich in The Batman Family #16, bevor sie dann in The New Teen Titans #47 in neuem Kostüm und mit neuem Namen - "Flamebird" - zurückkehrte). Die Geschichten der jungen Heldin, die zur Zeit in "DC Präsentiert" erscheint, handeln vom neuen Batgirl III (Cassandra Cain; IV, falls man Huntress mitzählt).
Aber dieses Batgirl war bzw. ist die (zu dieser Zeit noch leibliche) Tochter von Commissioner Gordon. Sie heißt Barbara und ist von Beruf Bibliothekarin. Für den Polizeimaskenball schneidert sie sich ein Batgirl-Kostüm. Auf dem Weg dorthin sieht sie, wie kostümierte Verbrecher (Larve und Puppe, die Gehilfen von Killer Moth) versuchen, Bruce Wayne zu überfallen. Sofort greift sie beherzt ein und kann das Schlimmste verhindern. Und von da an hat es sie gepackt: Sie trainiert eisern und unterzieht sich sogar einer "speziellen Eiweißdiät" - danach ist sie besser und stärker als je zuvor (so einfach war das damals...). Aber zunächst ist nicht ganz klar, welche Ziele dieses neue Batgirl verfolgen wird - ist sie Feind oder Freund? Aber schnell stellt sich heraus, dass sie mit dem Dynamischen Duo kooperieren möchte, und gemeinsam können sie schließlich die teuflischen Pläne von Killer Moth verhindern.
Die Bilder stammen von Carmine Infantino und Sid Greene, die Story von Gardner Fox. Das Ganze mutet etwas einfach an, aber man darf nicht vergessen, dass beim Erscheinen dieses Heftes seit einem Jahr - genauer: seit Mittwoch, dem 12. Januar 1966 - im Fernsehen auf dem Sender ABC die Batman-Serie mit Adam West lief. Der damalige Zeitgeist war halt so, und Batman war auf dem Wege, eine Pop-Ikone zu werden. Schon ab 1960 hatten Andy Warhol und Mel Ramos sich dieses Themas angenommen und Batman-Bilder ins Museum gebracht. Batman war zu dieser Zeit allgegenwärtig, und sein Konterfei lächelte von Marmeladengläsern und Corneflakespackungen. Eine bis dahin nicht gekannte Merchandising-Welle überrollte die Wohnungen und Kinderzimmer der USA und der ganzen Welt. Innerhalb weniger Monate wurde ein ganzes Land "verrückt" auf Batman. Die Comics des kostümierten Helden erreichten eine Auflage von fast einer Millionen. Das Silver Age der Comics hatte seinen Höhepunkt erreicht.
In der zweiten Geschichte in diesem Heft erleben wir ein Wiedersehen mit Elasto-Man (Ralph Dibny), einem Superhelden, der heute leider viel zu sehr in Vergessenheit geraten ist. Und da er sich so rar macht, ist es sehr amüsant, mal wieder seine - zugegebenermaßen einfach gestrickten - alten Abenteuer zu verfolgen. Aber was Autor John Broome da auf gerade mal 7 1/2 Seiten unterbringt, ist schon erstaunlich. Heute würde man für Geschichten mit so viel Inhalt mindestens drei Hefte benötigen. Elasto-Man überführt einen Gangsterring, der versucht, mit Kopien wichtiger Dokumente von bedeutenden Personen Geld zu machen. Und ganz so nebenbei erfahren wir auch noch, dass man trotz der Pflichten als Superheld nebenbei auch ein (fast) ganz normales Eheleben führen kann.
Nun - kann man sagen - 30 DM für 24 Seiten scheinen ein stolzer Preis zu sein, aber jede Seite ist ihr Geld wert. Wer den Charme und den Reiz alter Geschichten kennt (bzw. ihn kennenlernen möchte), der hat sein Geld hier bestens angelegt.
Norbert Elbers
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