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  Just Imagine  

Vorbericht:
Seite 1
(Einleitung und...)

Seite 2
(...Vorgeschichte)

Seite 3
(Die Kreativen & die Hefte)


Besprechungen:
Just Imagine #01
Just Imagine #02
Just Imagine #03
Just Imagine #04
Just Imagine #05
Just Imagine #06
Just Imagine #07
Just Imagine #08
Just Imagine #09
JI: Secret Files
Just Imagine #10
Just Imagine #11
Just Imagine #12


     








Just Imagine Stan Lee's
JLA



Just Imagine... #6 Autor:
Stan Lee,

Zeichner:
Jerry Ordway

Preis: $5.95 US
Erscheinungsdatum: 19.12.2001






Zusammenfassung:

Drei verurteilte Schwerverbrecher sollen zur gleichen Zeit hingereichtet werden, alle drei werden jedoch auf mysteriöse Weise in letzter Sekunde wegteleportiert.
Professor Leonard Lewis verwandelt sich kurz darauf vor der Los Angeles Universität in Green Lantern, als ein weißhaariger Junge panikartig an ihm vorbeistürzt. Der Junge, Adam Strange, wird auch tatsächlich einige Straßen weiter von den drei Verbrechern abgefangen, die ihn töten wollen. Sie tragen jetzt die Namen Deathstroke, Blockbuster und Parasite, gemeinsam nennen sie sich Doom Patrol und verfügen über gewaltige Kräfte und unheimliche Fähigkeiten. Green Lantern kann Adam in Sicherheit fliegen, hält die Doom Patrol aber für eine zu große Gefahr, um alleine gegen sie anzutreten. Mit Hilfe seiner grünen Energie kann er die vier anderen Helden L.A.s kontaktieren, die -mit unterschiedlicher Begeisterung- ihre Hilfe anbieten.
Adam erzählt Lantern in der Zwischenzeit, er wollte in Dominik Darrks Kirche Geld stehlen, und bekam dabei die Errettung und Verwandlung der Doom Patrol mit -deswegen seien ihm die Killer nun auf den Versen.
Als Superman auftaucht kommt es zu einem Streit mit Green Lantern, erst dessen mystische Energie in Form des Lebensbaums Yggdrasil kann Superman zur Vernunft bringen. Gerade rechtzeitig, denn die Doom Patrol greift wieder an, Wonder Woman rettet Adam in letzter Sekunde vor Deathstoke, während Batman versucht, Blockbuster auszubremsen. Doch die Helden haben kaum eine Chance, erst recht nachdem Parasite in Superman gefahren ist, der Reverend Darrk persönlich ausschalten will. Die Doom Patrol verfolgt Superman, so bleiben die übrigen Helden am Leben.
Batman bringt seine geschwächten Mitstreiter in einem Helikopter vor der Polizei in Sicherheit, nachdem auch endlich Flash eingetroffen ist. Unterwegs zur Kirche einigen sie sich darauf, als Team zu arbeiten und legen Justice League als Namen fest. Adam scheint nun auch über magische Kräfte zu verfügen, er verschafft Superman Zutritt und hetzt die Doom Patrol überraschend auf die frisch angekommene Liga. Während es draußen zum offenen Kampf kommt, offenbart sich Adam im Altarraum als Darrks Sohn, der dessen Macht übernehmen will. Doch Darrk ist zu mächtig und tötet ihn, in der Zwischenzeit kann die Liga zumindest Blockbuster und Deathstroke vernichten. Gemeinsam greifen sie Darrk an, der will sich aber mit Hilfe von Parasite auch noch Green Lanterns Macht aneignen. Doch mit vereinten Kräften und einem gewagten Bluff kann die Liga den Reverend dazu bringen, sich zurückzuziehen.




Kommentar Comicfreak

Halbzeit bei Just Imagine. Sechs Ausgaben sind vergangen, sechs Ausgaben stehen uns noch bevor. Also ist dieser Ausgabe besonderes Interesse zu widmen.
Vom Storytelling hat sich im Vergleich zur grandiosen letzten Ausgabe nichts geändert. Trotzdem ist die Ausgabe schwächer als die vorrangegangene. Wieso?
An Jerry Ordway kann es nicht liegen. Er zeichnet hervorragend, wie ich finde. Auf jeden Fall besser als die Arbeit, die er zuletzt bei Marvel ablieferte. Das liegt vielleicht daran, dass er sich hier selber tuscht, was um Meilen besser aussieht, als wenn die Arbeit von anderen übernommen wird.

Die Story ist, naja, nicht berauschend. Die Charaktere der Doom Patrol sind zwar ganz nett, aber doch nie eine richtige Bedrohung. Größtenteils war die Story sogar ziemlich vorhersehbar. Das einzige Mal, als sie mich wirklich überraschen konnte, war, als Adam Strange sich als Schurke outete. Das kam doch etwas überraschend daher. Etwas sehr!
Was ich mir von der nächsten Staffel unbedingt verspreche, ist ein stärkerer Fokus auf Reverend Darrk. Das muss schon fast automatisch folgen! Und nach diesem Heft hat Reverend Darrk das Potential zu einem Kultschurken.
Kommen wir zur JLA. Hier schafft es Stan Lee problemlos, die verschiedenen Charaktere unter einem Hut bringen. Green Lantern ist der Führer, Superman ist arrogant, und Flash ist ein typsicher Rookie. Einfach herrlich, vor allem wie sie auf der letzten Seite beginnen, miteinander zu diskutieren. Mal sehen, ob wir da noch mehr sehen.
Was die Zeichnungen der JLA-Mitglieder angeht, so finde ich, im Gegensatz zu Ruppo', dass Ordways Wonder Woman ziemlich gut aussieht. Man darf schließlich nicht vergessen, das Lee's Wonder Woman von Jim Lee gezeichnet wurde, gegen den man wohl kaum normal ankommen kann. Die Kolorierung ist meistens "Hit und Miss": Mal trifft David Baron den passenden Farbton, mal nicht. Das wirkt etwas verstörend.
Insgesamt ein schwacher Abschluss der ersten Staffel. Ich freue mich dennoch auf die zweite Staffel, denn ich glaube, dass es eigentlich nur noch besser werden kann.




Kommentar Ruppoman

Just Imagine... #6 Es ist Halbzeit im "Just Imagine-Universum", und an der JLA-Ausgabe kann man sehr schön sehen, was bislang alles richtig und falsch gelaufen ist.
Der Grundplot ist einfach nur schlecht, anders kann man es nicht ausdrücken. Die kaum ernstzunehmende Bedrohung durch die Doom Patrol, das uninspirierte Hin-, und Her-Gerenne von einem Schauplatz zum nächsten, und das Kräfte-Klauen von Darrk...Alles wirkt wie ein peinlicher Versuch, eine dramatische Story auf die Beine zu stellen, die einfach nicht richtig zünden will.
Der Serien-Bösewicht Darrk wird hier zum erstenmal zu einer offenen Bedrohung für die Helden, bislang zog er ja immer nur im Hintergrund die Fäden. Das erzeugt eine gewisse Spannung, okay, aber irgendwie kommt einfach nicht rüber, was der Schurke nun eigentlich will. Im Grunde hat er nicht viel mehr getan als sich zu verteidigen (erst gegen seinen Sohn, dann gegen die Liga), damit ist der Respekt vor diesem Charakter auch nicht gerade gestiegen. Zumindest ist es recht interessant, wie nun sein "Meisterplan" aussehen wird, von dem andauernd die Rede ist -das werden wir vermutlich in der finalen Crisis-Ausgabe erleben.
Der eigentliche Reiz dieses Comics liegt in den Helden, und weniger in ihren Abenteuern, wie es auch zuvor meistens der Fall war. Erst in der JLA wird einem richtig klar, dass Stan bei der Erarbeitung der Charaktere bisher gar keine so üble Arbeit geleistet hat. Superman ist ein unerträglich arroganter Angeber, Flash ein nerviges Mädchen in der Pubertät, Batman ein griesgrämiger Yoda mit Boxer-Metaphorik... Kaum zu glauben, aber die Interaktion ist wirklich wunderbar, die Dialoge und Sticheleien innerhalb des Teams sind einfach herrlich zu lesen. Nach nur einer Ausgabe pro Darsteller hat man den Eindruck, die Helden schon wirklich gut zu kennen, und das ist dem Autoren hoch anzurechnen.

Vielleicht hat mir dieses Heft aus genau diesem Grund so hervorragend gefallen, trotz des miesen Plots. Es macht einfach Spaß, die Helden zu beobachten, die sich gegenseitig auf die Nerven gehen und völlig unterschiedliche Wertvorstellungen und Motivationen mitbringen. Die eigentlich Handlung um den Schurken Darrk wird da schnell zur Nebensache.
Jerry Ordway ist kein schlechter Zeichner, auch wenn er nicht als Highlight der Serie in Erinnerung bleiben wird. Seine Figuren sehen ganz hübsch aus, teils besser, teils schlechter als bei ihren Soloauftritten. Der Unterschied zwischen Batman und Wonder Woman ist am Größten, ersterer sieht um Welten besser aus als bei Kubert, Maria nicht halb so schick wie unter Jim Lee. Oder ist es nur einmal mehr die platte, uninspirierte Kolorierung, die Jerry Ordway ins Mittelmaß stößt? Auf jeden Fall passen die Zeichnungen ganz gut zum Text und werden der Handlung gerecht.

Schade, dass es diesmal keine Backup-Story gab, wäre bei der JLA sicher interessant geworden. Ansonsten bleibt alles beim Alten, diesmal ist das Fazit nur noch drastischer sichtbar: Kein wirklich gutes Comic, aber eine höchst unterhaltsame Angelegenheit. Ich für meinen Teil würde sogar viel lieber weitere Abenteuer dieser JLA lesen, als bald wieder mit Solostories weiterzumachen.



Götz 'Comicfreak' Piesbergen
Lukas 'Ruppoman' Wilde



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