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Just Imagine Stan Lee's Flash
Autor:
Stan Lee, Michael Uslan (Zweitstory)
Zeichner:
Kevin Maguire, Sergio Aragonés (Zweitstory)
Preis: $5.95 US
Erscheinungsdatum: 28.11.2001
Zusammenfassung:
Andrea Zakara, eine wunderschöne Frau, setzt einen ihrer Helfer unter Druck. Dieser steigt in eine seltsame Kammer, verschwindet, und tauch wieder auf. Zuerst freut sich Andrea, dass er in die Vergangenheit gereist sei, doch aus der Kammer kommt ein Leichnam hervor. Andrea ist sauer und will "den Sucher" haben.
Woanders trifft sich ein Mädchen namens Mary Maxwell mit einigen Freunden. Mary möchte gerne ein aufregendes Leben führen, was aber mit ihrem Vater, einem Wissenschaftler und Workaholic, nicht passieren dürfte. Irgendwann schleichen sich Andreas Helfer mitsamt ihrem Anführer, einem Muskelpaket namens Zorgul, an das Haus von Marys Vater. Sie lösen aber einen Alarm aus und tappen in eine Falle. Zorgal befreit sich, doch Mary und ihr Vater sind schon auf der Flucht. Sie werden fast eingeholt, bis Marys Vater ein Raketentriebwerk zündet und sie so entkommen.
In Australien erzählt Marys Vater ihr, dass er für STEALTH, die Organisation von Andrea Zakara, gearbeitet habe, jedoch später geflohen sei, da er mit ihren Zielen nicht einverstanden wäre. Doch dann spürt Zorgul die beiden auf und sie müssen wieder fliehen. Sie entkommen in einem Motorboot.
Plötzlich umhüllt sie ein grüner Nebel, die Fische schwimmen tot an der Wasseroberfläche. Mary fällt versehentlich von Bord, und als sie wieder auftaucht ist sie grün am ganzen Körper. Die Farbe verschwindet jedoch, und Mary schläft ein.
Doch leider ist sie nicht ganz unverändert geblieben, ihre ganze Energie ist fort, und ihr Vater kann ihr erst mal nicht helfen. Bis er eines Tages auf den Gedanken kommt, ihr genetischen Informationen eines Kolibris zu injizieren.
Gerade als er ihr die D.N.A. spritzen will, wird er von hinter erschossen, und Mary bekommt die volle Dosis ab. Die STEALTH-Agenten haben sie gefunden. Doch Mary kann sie besiegen, da sie jetzt urplötzlich superschnell geworden ist. Marys Vater gibt ihr noch ein paar Anweisungen, daraufhin stirbt er.
Das Zeitprojekt von Andrea scheint jetzt zu funktionieren, doch die Wissenschaftler warnen Andrea vor einem gefährlichen Haken.
Während Mary ihre neuen Fähigkeiten erprobt, führt Andrea noch mal einen Test durch, der wieder erfolgreich verläuft. Sie verführt daraufhin Zorgul, nimmt ihm das Zeitarmband ab und sprengt ihn in die Luft.
Mary bastelt sich ein Kostüm, und nennt sich von nun "The Flash".
Unterdessen tötet Andrea alle weiteren Leute, die von dem Zeitprojekt wissen.
Mary erledigt einige STEALTH Leute, und warnt sie, das von nun an der Flash hinter ihnen her sei.
Zorgul, der doch überlebt hat, kommt zu Andrea zurück, die ihn jedoch wieder um den Finger wickelt. Sie selber reist ins alte Ägypten.
Unterdessen kommt Mary in das Hauptquartier von STEALTH. Sie wird gefangengenommen, kann sich aber befreien. Als Flash schaltet sie alle Agenten aus, Zorgul kommt durch einen Stromschlag ums Leben. Nachdem Andrea schließlich aus der Vergangenheit zurückkommt, altert sie in Sekundenschnelle bis zum Tod.
On the Street:
Der Verleger des Comicverlags "Fly-by-Night", ist nach seinen unrühmlichen Erlebnissen in der Superman-Ausgabe nach Los Angeles gezogen. Sein Verlag steht vor dem Bankrott, bis er durch einen lizenzrechtlichen Trick mit Flash-Comics Millionen verdient. Am Schluss ist er jedoch wieder völlig vom Flash abhängig und spendet ein Vermögen für eine DNA-Forschungseinrichtung.
Kommentar Comicfreak
Dieses Heft ist rundum gelungen, an ihm stimmt alles.
Schon die erste Story ist gut. Mary ist ein sympathischer Charakter, was vor allem an ihrer Jugend liegt, wie ich finde. Sie wird als ein eigenständiges Mädchen charakterisiert, das eigentlich nur unter ihrem unaufmerksamen Vater zu leiden hat. Doch der Schein trügt.
Was die Schurken angeht, so macht Stan Lee kein Geheimnis daraus, das Zorgul eigentlich strohdoof ist. Er ist nur superstark, und anscheinend unverwundbar, doch Andrea beherrscht ihn vollkommen.
Andrea ist eine gute Schurkin, auch wenn sie keinen direkten Bezug zu Mary hat. Sie ist "nur" die Chefin der Organisation, die den Vater von Mary umbrachte. Sie bekämpft auch Mary nicht, sondern Zorgul. Aber trotzdem ist dies keine Schwäche.
Was der Geschichte vor allem zu gute kommt, ist die Tatsache, das Stan Lee vollkommen auf erklärende Captions verzichtet. Man findet nur gewöhnliche Dialoge vor, und die sind gut gelungen. Sie sind zwar immer noch ein bißchen merkwürdig, aber das stört eigentlich nicht.
Der andere Star dieses Heftes ist eindeutig Kevin Maguire. Seine Zeichnungen sind erfrischend anders, und seine Frauen wirken normal. Er schafft es auch, die Geschwindigkeit des Flashes gut einzufangen, auch wenn dies eigentlich nur über die Bänder an ihrem Kostüm geschieht.
Die zweite Geschichte ist ein amüsanter Lesespaß. Ich hoffe mal einfach, das wir wieder mehr von diesem Comicverleger mitkriegen.
Und die Zeichnungen von Sergio Aragònes helfen dem Lesevergnügen beträchtlich.
So, ich denke man kann mit Fug und Recht davon behaupten, das diese Ausgabe sicherlich die beste bisher ist. Stan Lee ist auf dem richtigen Weg!
Kommentar Ruppoman
Langsam schreibt sich Stan ein, gegen diese Ausgabe erscheinen die Storys zuvor geradezu verkrampft.
Die Handlung wird flott und flüssig erzählt, endlich baut Stan auch kleine Überraschungen und Richtungsänderungen in der Handlung ein (zum Beispiel Andreas Versuch, Zorgal zu töten, gefolgt von dessen Wiederauferstehung).
Einen guten Teil zu dieser unverkrampften Stimmung trägt auch die Hauptdarstellerin bei, die angenehm aus bestehenden Comic-Rahmen herausfällt. Mary, selbst begeisterte Comicleserin, ist eine völlig normale Teenagerin die anfangs sogar noch ziemlich nervt. Im Laufe der Handlung entwickelt sich ihre Persönlichkeit weiter, und auch wenn die Charakterisierung sehr oberflächlich bleibt, bringt sie der Autor sehr locker und mit viel Humor rüber. Dafür wurden uns nervige Dialogboxen mit pseudo-lustigen Gags beinahe völlig erspart, so muss das sein!
Viele Szenen machen einfach einen Riesenspaß, Marys Kräftetest in dem verlassenen Filmstudio ist so ein Beispiel. Selbstverständlich kann man alles nicht so wahnsinnig ernst nehmen, dass Kolibri-D.A.N. einen schneller als das Licht macht, ist natürlich albern. Auch die Schurken sind wieder extrem eindimensional, aber das wird sich wohl in dieser Serie nicht mehr ändern. Das Lesen soll einige Zeit gut unterhalten, und das ist Stan Lee mit Flash erstmals voll und ganz gelungen.
Schade ist, dass einige Dinge nicht weiter erklärt wurden. Der grüne Nebel, der Mary auf geheimnisvolle Weise Energie entzieht, wird zum Beispiel einfach beiseite gelassen, eine Erklärung über seinen Ursprung wäre schon wünschenswert gewesen.
Auf der Zeichnerseite gibt es dafür überhaupt nichts zu kritisieren, Kevin Maguire ist ein hervorragender Künstler, der mit flottem Strich der Handlung und den Figuren Leben einhaucht. Die Charaktere sehen alle unverwechselbar aus, und gerade Mary entspricht nicht dem Standart-Comiclook. Die Kolorierung ist einmal wieder zeitgemäß und passt prima zu den Zeichnungen, viel besser hätte man das Script nicht umsetzen können.
Trotz aller Vorbedenken bei dem Namen Sergio Aragonés ist die Backup-Story nicht übel, alles in allem witzige Unterhaltung. Dramatische Handlungen um normale Menschen, wie es im Vormonat mit Green Lantern der Fall war, sind mir zwar lieber, aber eine gelungene Funny-Story ist auch nicht zu verachten.
Alles in Allem ein gelungenes Heft, das auch fast nach heutigen Maßstäben sein Geld wert ist. Mit Blick auf Stan Lee und seinen klassischen Erzählstil gibt es dieses Mal nämlich einfach nichts zu meckern.
Götz 'Comicfreak' Piesbergen Lukas 'Ruppoman' Wilde
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