|
|
JL Animated Teil1

DCs Animated-Serien haben eine eigene Tradition. Bruce Rimm und Paul Dini, das Kreativteam hinter den legendären Batman Animated-Abenteuern, verhalfen dem dunklen Ritter zu Beginn der 90er Jahre unter Warner nicht nur zu einem neuen Gesicht und größerer Bekanntheit, gleichzeitig wurde auch ein völlig neuer Stil begründet, der das folgende Jahrzehnt maßgeblich beeinflusste -ein aktuelles Beispiel wären Michael Avon Oemings Powers-Zeichnungen, die ebenfalls von starken Kontrasten und kantig-markigen Gesichtern leben.
Nach zwei weiteren Batman-Staffeln, The Adventures of Batman and Robin und The New Batman Adventures, ging man 1996 mit Superman The Animated Series noch einen Schritt weiter. Anders als Gotham City bekam Metropolis regelmäßig prominenten Besuch, nach und nach kamen so auch Flash, Green Lantern, und andere Bewohner des DC-Universums zu Gastauftritten neben dem Mann aus Stahl. Später folgte mit The Batman/Superman Adventures noch einige gemeinsame Auftritte, doch dann wurde es erst mal still um DCs Zeichentrickhelden.
Es war nur eine Frage der Zeit, bis eine neue Serie gestartet werden würde, und nach vielen Spekulationen und Fan-Hoffnungen wurde Anfang 2001 auch endlich das TV-Debüt der JLA bestätigt. Hinter den Ligisten sollten erneut Bruce Timm und andere Mitglieder der Original-Serie stehen, und nach vielen geschaffenen und verworfenen Plänen stand irgendwann die endgültige Besetzung der Liga fest. Auf den Schultern der sieben Mitgliedern dieser neuen Gerechtigkeitsliga lasten schwere Verantwortungen. Die JLA ist nach wie vor DCs Flagschiff, und für die immerkritischen Comic-Fans wurde jede News-Meldung zur Glaubensfrage. John Stuart in der Green Lantern-Uniform? Hawkgirl anstelle von Aquaman? Der Wachturm ist wieder ein Satellit? Klar, dass für Warner die Gradwanderung in jedem Fall schwierig werden musste. Die Serie sollte einerseits unter vorkenntnislosen TV-Zuschauern etabliert werden, andererseits durfte man die langjährigen Fans nicht vor den Kopf stoßen. Natürlich galt es auch zu bedenken, dass die durchschnittliche "Samstagsvormittags-Zielgruppe" nicht unbedingt mit den älteren JLA-Lesern identisch ist.
Amerikanische Fans konnten sich bereits ein Bild davon machen, was aus all diesen Überlegungen geworden ist. Die erste Staffel ist bereits fertig produziert und größtenteils ausgestrahlt. Bis ein deutscher Sender -vermutlich Pro7- sich den Abenteuern annimmt, kann es noch ein Weilchen dauern; hier kannst du schon einmal einen ersten Blick darauf werfen, was dich bald unter dem Namen JLA- Justice League: The Animated Series erwartet.
Folgen der ersten Staffel
01-03: Secret Origins
Ein Astronaut auf dem Mars weckt unbeabsichtigt ein lange schlummerndes Übel auf. Zwei Jahre später treffen Superman und Batman auf geheimnisvolle Einbrecher, die in Gotham und Metropolis in technische Anstalten eindringen. Es dauert nicht lange, bis die beiden darauf kommen, dass dies nur der erste Schritt einer großangelegten Alien-Invasion darstellt. Gigantische Sonden tauchen in großen Städten auf und Superman leidet unter psychischen Angriffen. Dabei handelt es sich jedoch um Kontaktversuche eines Marsianers namens J'onn J'onnz, der von den Invasoren gefangengehalten wird. Nach seiner Befreiung berichtet J'onn, dass es sich bei den Invasoren um eine uralte Rasse handelt, die sein komplettes Volk ausgelöscht hatte, nur er überlebte und sperrte sie ein. Schließlich versammeln sich die größten Helden der Erde, um gemeinsam gegen die Angreifer vorzugehen.
Wenn man nicht gerade den Vergleich zu Grant Morrisons ähnlich aufgebautem JLA-Einstand zieht, ein recht gelungener Pilotfilm. Der Plot ähnelt ein wenig der Superman-Story War of the Worlds, die vor kurzem bei Panini erschienen ist. Nur Wonder Woman und der Martian Manhunter werden als neue Charaktere eingeführt, alle anderen Helden soll der Zuschauer einfach kennen (ja, auch Hawkgirl). Die Darsteller haben größtenteils schon richtig Charakter, und letzten Endes hängt natürlich auch alles an Batman, die Erde zu retten.
04-05: In Blackest Night
John Stewart, Green Lanterm, hat einen ganzen Planeten ausgelöscht. Zumindest lautet so die Anklage eines kosmischen Tribunals, das Green Lantern durch die Manhunter verhaften lässt. Die Liga ist damit nicht einverstanden und will John helfen, obwohl der sich schuldig bekennt. Während Flash versucht, Lantern zu verteidigen, forschen Superman und Hawkgirl auf eigene Faust nach. Und als schließlich die Wächter von Oa zu Green Lanterns Verteidigung erscheinen, scheint plötzlich alles ein Komplott der Manhunter zu sein.
Im zweiten Storybogen geben die Autoren richtig Gas, Green Lanterns Prozess entwickelt sich zu einem gelungenen SciFi-Abenteuer. John Stewart und Flash bekommen charakterliche Tiefe, Green Lantern-Fans treffen viele alte Bekannte, und alleine der (wennauch unlogische) Showdown vor der Zentralbaterie auf Oa machen die Folge sehenswert.
06-07: The Enemy Below
Aquaman tritt auf. Die Liga-Mitglieder kennen den König von Atlantis bereits, doch das gegenseitige Misstrauen wird immer größer, als die Atlanteaner amerikanische Atom-Uboote angreifen. Mit viel gutem Zureden gelingt es der Liga, Aquaman zu diplomatischen Gesprächen zu bewegen. Doch kaum an Land, wird der König der Meere vom Attentäter Deadshot angegriffen und verwundet. Aquamans Bruder Orm nutzt die Gelegenheit, die Macht an sich zu reißen, Aquamans jungen Sohn als Druckmittel gegen seine Frau zu verwenden, und den Landbewohnern mit einer Superwaffe den Krieg zu erklären.
Aquaman ist gottseidank nicht der kurzhaarige Jugendheld in Orange, sondern mehr schlechtgelaunter Einzelgänger denn je. Dieser Zweiteiler gehört ohne Frage ihm, wir dürfen sogar noch einmal miterleben, wie er seine Hand verliert. Eines der besten JLA-Abenteuer.
08-09: Injustice For All
Es steht schlecht um Lex Luthors Gesundheit, nachdem er sich durch einen Brocken Kryptonit eine Vergiftung zugezogen hat. Um sich an Superman und der Liga zu rächen bevor er stirbt, gründet er mit Ultra-Humanite, Solomon Grundy, Shade, Copperhead, Star Sapphire und Cheetah eine Injustice Gang. Nach einem ersten Kampf wird Batman leicht verletzt, schleicht sich danach aber trotz Supermans Verbot alleine ins Hauptquartier der Gang. Leider weiß er nicht, dass sein eigener Erzfeind, der Joker, mittlerweile Teil des Teams ist und iohn überwältigen kann. Luthors Plan scheint aufzugehen, eine Bombe tickt unentdeckt im Sateliten vor sich hin.
Da die Injustice Gang-Folge von allen am meisten erwartet wird, verlegte Warner ihre Ausstrahlung hinter Legends, obwohl sie ursprünglich den vierten Storybogen bildete. Trotz intensiver Werbung war die Vorfreude aber nur teils berechtigt, der Name verspricht mehr als eingehalten wird. Einerseits besteht die Anti-JLA größtenteils aus No-Name Gegnern, andererseits kriecht die Handlung streckenweise nur mühsam voran. Schade, aber da hätte man mehr draus machen können.
10-11: Paradise Lost
Wonder Woman will sich endlich mit ihrer Mutter aussöhnen, und kehrt nach Themyscira zurück. Doch Paradise Island ist völlig verwüstet, ihre Schwestern versteinert. Dafür verantwortlich ist der Zauberer Felix Faust, der Diana auch ein Ultimatum stellt: Sie muss ihm schleunigst alle Teile eines antiken Artefakts suchen, die über die ganze Welt verstreut sind. Batman findet durch Nachforschungen heraus, dass die Liga noch viel größere Probleme haben könnte: Die Teile bilden einen Schlüssel, mit dem das Tor in die Unterwelt geöffnet werden kann, in die der böse Gott Hades vor langer Zeit verbannt wurde.
Die Doppelfolge ist weitaus besser, als der Plot vermuten liese, tatsächlich kommt richtig Spannung auf. Mit dem Gott Hades steht die Liga erstmals einem beinahe allmächtigen Feind gegenüber, auch wenn die Charakterisierung Felix Fausts als durchgeknalltem Magier etwas armselig ist.
12-13: War World
Superman und J'onn werden bei Weltraumarbeiten verletzt. Als Green Lantern und Hawkgirl hinzukommen, sind die beiden schon von intergalaktischen Sklavenhändlern verschleppt. Superman kommt auf einem fernen Planeten wieder zu sich, wo der als nächster Kandidat bei ständigen Gladiatorenspielen auftreten soll. Der galaktische Tyrann Mongul will durch die Kämpfe das Volk unter Kontrolle halten. Superman kämpft auf War World gegen seinen ungeschlagenen Herausforderer und wird neuer Champion. Während er immer neue Kämpfe bestreiten muss, steigt er zum Volksheld auf, was Mongul sehr ungelegen kommt.
Keine Frage, die Geschichte klingt wirklich spannend und die Doppelfolge hat auch starke Seiten. Doch letztendlich nervt es einfach, dass Superman nur einen Bruchteil seiner Kräfte einsetzt, und sich selbst beim finalen Kampf gegen Mongul in den Staub treten lässt. Die JL Animated-Helden können es nicht mit ihren DCU-Gegenstücken aufnehmen, aber warum müssen ihre Schwächen so ins Auge springen...?
14-15: Paradise Lost
Gorilla Grodd erklärt seiner Heimatstadt Gorilla City den Krieg. Dazu besucht er Amerika, ausgestattet mit einem Ring zur Gedankenkontrolle, und will Bunker mit Atomraketen unter seine Gewalt bringen. Flash und Green Lantern versuchen ihn zu stoppen, während es den Rest der Liga nach Gorilla City verschlägt. Dummerweise will den Außenweltlern dort niemand glauben, und Grodd scheint mit seiner Gedanken-Kontrolle auch unschlagbar.
Zweifellos eine der besten Folgen, die lineare Erzählweise weicht vorübergehend sogar einem etwas komplexeren Storygerüst. Während der herrlich "Silver Age-mäßigen" Hauptstory werden die Beziehungen der Helden untereinander weiter ausgebaut. Vor Allem Green Lantern und Flash liefern ein wunderbares Duo ab, aber auch Batman und Wonder Woman entwickeln gegenseitigen Respekt. Und schließlich stoppt Diana sogar eine Atomrakete mit dem Spruch "Great Hera! Give me Strenght!" -So etwas wollen wir sehen!
16-17: Fury
Lex Luthors Injustice Gang schlägt wieder zu -mit einem weiblichen Gesicht an der Spitze. Nach einigen Juwelendiebstählen entfesselt die Gang eine Seuche, die die halbe Erdbevölkerung auszurotten droht -die männliche Hälfte. Diana findet schnell heraus, wer die neue Anführerin der Schurken ist: Die Amazone Aresia, die als kleines Mädchen nach vielen Kriegstragödien auf Paradise Island angeschwemmt wurde, und dort aufwuchs.
Nachdem die männlichen JLA-Mitglieder aus der Gleichung genommen wurden, dreht sich die Handlung natürlich um Wonder Woman und Hawkgirl. Auch wenn in dieser Doppelfolge eine Menge passiert und Diana sehr gut charakterisiert wird, springt der entscheidende Funke nicht so recht über. Dennoch macht die Injustice Gang hier eine bessere Figur als in ihrer eigenen Folge, alles in allem solider Durchschnitt.
18-19: Legends
Durch einen unglücklichen Zufall landet die Liga in einem Parallel-Universum, in dem die ehrwürdige Justice Guild für das Gute kämpft. Die selbe Guild, die John Stewart als Kind in seinen Comicheften verehrt hat, und die ihm damals seinen Edelmut lehrte. Obwohl die Liga-Mitglieder zunächst nur nach Hause kommen wollen, kämpfen sie doch eine Zeit Seite an Seite mit dem glorreichen Team. Doch irgendetwas stimmt nicht in dieser Welt... Warum dreht der Eisverkäufer ewig seine Runden ohne je anzuhalten, warum sind die Bücher in der Bibliothek alle leer? Und plötzlich wird auch die Justice Guild suspekt...
Dieser Zweiteiler allein macht die ganze Serie sehenswert. Was als kurzweiliges Abenteuer à la Erde II beginnt, wird bald zu einem kleinen Thriller voll überraschender Wendungen -und einem wirklich rührenden Ende. Dazwischen gibt es allerhand Insider-Gags und Anspielungen auf Golden Age, Batman hält die Welt in Atem, und vieles mehr. Der ganze Plot ist eine Liebeserklärung an das erste Zusammenreffen der JLA und der JSA. Wie John Stewart als Kind seine Comichelden, haben die Serien-Schöpfer dieses Abenteuer verehrt. Einfach hervorragend, besser kann man nicht unterhalten werden.
20-26:
A Knight of Shadows
Die Liga muss sich mit Etrigan und Morgana Le Fay herumschlagen.
Metamorphosis
Metamorpho wird in das Animated-Universum eingeführt.
The Savage Time
Um Vandal Savage zu stoppen, reißt die Liga in den 2. Weltkrieg zurück, und kämpft an der Seite von Sgt. Rock.
Diese Episoden sind noch nicht ausgestrahlt.
Weiter zu Teil 2
|






|