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  JLA/Avengers  

Rezension Heft 1
Anmerkungen Heft 1
Rezension Heft 2
Anmerkungen Heft 2
Rezension Heft 3
Anmerkungen Heft 3 (Cover)
Anmerkungen Heft 3 (Inhalt)
Rezension Heft 4
Anmerkungen Heft 4
Rezension Hardcover
Bericht Teil 1: 1941 - 1972
Bericht Teil 2: 1972 - 1985
Bericht Teil 3: 1984 - 1997
Bericht Teil 4: 1996 - 2003
Bericht Deutschland
Original-Crossover
Kurt Busiek
George Pérez
Tom Smith

     








JLA/Avengers

Das Original-Crossover


Die 21 Originalseiten, die George Pérez 1982 für das erste, nie veröffentlichte Crossover Justice League of America & The Avengers angefertigt hatte, wurden mittlerweile im Kompendium der Hardcover-Sammlerausgabe von JLA/Avengers veröffentlicht. Die Seiten befanden sich lange Zeit im Besitz von Rob Liefeld, der sie jedoch vor einiger Zeit an verschiedene Sammler verkauft hat.

Die Geschichte handelte von Kang und dem Lord of Time, die an den Anbeginn der Zeit reisen und der Geschichte einen „Neustart“ verpassen wollten, um eine einzelne Erde zu erschaffen - ganz ähnlich, wie es später tatsächlich während der Crisis on Infinite Earths geschehen sollte. Das Universum wäre entweder nach den Vorstellungen Kangs oder des Lord of Time neu erschaffen worden - je nachdem, wer von ihnen den „Preis“ gewonnen hätte.

Gerry Conways ursprünglicher Plot handelte von den sogenannten „Eiern der Zeit“, kleinen Zeitelementen oder temporalen Verzerrungen, die quer über das Raum-Zeit-Kontinuum verteilt worden waren und nun an verschiedenen Punkten der Geschichte aufgespürt werden mußten.

Kang benutzt die Rächer als seine „Agenten“, indem er ihnen gegenüber behauptet, daß es sich bei der Justice League um Schurken handle, die versuchen würden, die Eier der Zeit an sich zu bringen, während der Lord of Time der Justice League dasselbe über die Rächer erzählt. Und da die beiden Teams einander nie zuvor begegnet sind, ist in ihren Augen das Risiko, daß Kang bzw. der Lord of Time die Wahrheit sagt, zu hoch, und so beschließen sie, zunächst die Eier an sich zu bringen und dann zu entscheiden, wie sie fortfahren wollen.

So werden die Ligisten und die Rächer zu verschiedenen Punkten in der Geschichte geschickt, um dort die Eier, die die Größe eines Menschen haben, an sich zu bringen, bevor diese wieder verschwinden. Die beiden Teams werden von Kang und dem Lord of Time zu verschiedenen Zeitpunkten und auf verschiedene Planeten geschickt, so daß Conway und Pérez das „Silver Age“-Justice League-Konzept wieder aufgreifen konnten, indem sie die Teams in kleinere Gruppen und die Geschichte in mehrere Kapitel aufteilten. Darüber hinaus waren auf diese Weise verschiedene Konfrontationen zwischen den Figuren möglich.

Eine dieser Konfrontationen findet im Frankreich des Ersten Weltkriegs statt. Captain America, die Scarlet Witch und Starfox treffen auf Batman, Zatanna und Hawkman. Zufällig sollten die Figuren, die in die jeweilige „Arena“ traten, jedesmal ideale Gegensatzpaare darstellen. Es ist möglich, daß Conway dafür eine Erklärung vorgesehen hatte, daß es beispielsweise Teil des Plans von Kang oder dem Lord of Time war, ebenbürtige Gegner gegeneinander antreten zu lassen.

Der Kampf zwischen Zatanna und der Scarlet Witch wird genaugenommen durch unfaires Spiel entschieden, da Starfox eingreift, nachdem dieser Hawkman besiegt hat, und Zatanna mit Hilfe seiner Verführungskünste ablenkt, so daß die Scarlet Witch sie außer Gefecht setzen kann. Batman dagegen, den Captain America für seinen alten Gegner Baron Blood hält, siegt kurzfristig, indem er eine Gasgranate wirft, womit Cap nicht gerechnet hat, bevor er es mit allen drei Rächern zu tun bekommt. In dieser Szene, die Pérez noch fertigstellte, lag sein Augenmerk darauf, den Unterschied zwischen dem Straßenkämpfer Batman und dem Soldaten Captain America herauszuarbeiten.

Der nächste Kampf findet dann auf Oa, der Heimat der Wächter des Universums, statt, wo die Wächter Zeuge werden, wie der Kampf zwischen Green Lantern (Hal Jordan) und Captain Marvel mit einem Unentschieden endet, während Wonder Woman Hercules besiegt, Beast den Elongated Man und Vision den Red Tornado.

Ferner gibt es einen Kampf auf einem Asteroiden. Der Martian Manhunter besiegt She-Hulk, Firestorm triumphiert über Iron Man, und Quicksilver gelingt es mit Hilfe eines Tricks, den Flash auszuschalten. Pérez’ Erklärung dafür ist, daß der Flash zwar schneller sein mag, Quicksilver dafür aber aufgrund seiner Vergangenheit als Schurke gerissener. Kurz gesagt: Flash läuft immer wieder um den Asteroiden herum und schlägt jedesmal auf Quicksilver ein, wenn er an ihm vorbeikommt, bis dieser schließlich genug hat, sich umdreht und Flash zu Boden schlägt.

Der letzte Kampf findet dann auf Galactus’ Schiff statt, unmittelbar vor der Zerstörung des Planeten Krypton (eine Idee, die später von Dan Jurgens in Superman/Fantastic Four wieder aufgegriffen wurde). Atom besiegt Ant-Man, die Wasp Black Canary, und Superman und Thor erreichen ein Unentschieden. Da Superman nicht die geringste Ahnung hat, wer Thor ist, duckt er sich nicht, als dieser seinen verzauberten Hammer wirft und Superman somit stark zusetzt. In der Folge sieht er sich dann vor, dem Hammer nicht noch einmal zu nahe zu kommen. Anschließend machen sich Superman die anderen daran, Galactus’ Computer umzuprogrammieren und Krypton - zumindest für den Augenblick - zu retten.

Schließlich erkennen die Helden, daß sie alle auf derselben Seite stehen, reisen zum Anbeginn der Zeit und versuchen, die Dinge wieder ins rechte Lot zu rücken. Den Ausgang entscheiden schließlich Green Arrow und Hawkeye, die spezielle Trickpfeile aufeinander abfeuern, so daß diese sich genau in der Mitte treffen. Mit einem einmaligen Meisterschuß, der die Zielgenauigkeit der beiden beweisen soll, wird - wie auch immer - alles entschieden.

Ironischerweise sollen laut Pérez ausgerechnet die Einzelkämpfe, der interessanteste Teil des Crossovers, der Grund dafür gewesen sein, daß das Crossover nie erschien. Die Entscheidungsträger bei Marvel - allen voran Chefredakteur Jim Shooter - waren angeblich mit den Ausgängen der Kämpfe, wenn nicht sogar mit den Kämpfen selbst, unzufrieden, was sogar im Editorial von Marvel Age #19 (Marvels damaliger hauseigener Fanzeitschrift) bestätigt wurde. Pérez und DC versuchten zu beschwichtigen und boten an, alles, was Marvel an der Geschichte zu bemängeln hatte, auszubessern, so daß das Crossover doch noch erscheinen konnte.

Noch während Pérez die Geschichte zeichnete, machte er sich daran, einzelne Löcher in der Handlung und fehlerhafte Charakterisierungen auszubessern. Rückblickend ist er der Meinung, es sei nicht gerade eine von Conways besten Geschichten gewesen, sowohl was die Handlung als auch die Continuity anging, doch Pérez hatte bereits Erfahrung mit solchen Dingen, so daß es für ihn kein großes Problem darstellte. Was jedoch ein Problem darstellte, war die Tatsache, daß die Verantwortlichen bei Marvel nur Conways ursprünglichen Plot zwecks Absegnung vorliegen hatten, nicht jedoch Pérez’ korrigierte Fassung.

So kam es dann, daß Roy Thomas damit beauftragt wurde, die Geschichte so zu überarbeiten, daß möglichst viele der bereits fertiggezeichneten Seiten verwendet werden konnten. Thomas fügte unter anderem ein Kapitel hinzu, das eines der Löcher in der Handlung ausbessern sollte, indem er dem von Conway völlig vernachlässigten Aquaman eine Daseinsberechtigung in der Geschichte gab - laut Pérez eine „typische Roy-Thomas-Szene“, in der der König der Meere auf Namor, den Sub-Mariner, aus dem Zweiten Weltkrieg trifft.

Trotz Thomas’ Überarbeitung wurde das Projekt aufgrund von zunehmenden Differenzen zwischen den Chefetagen der beiden Verlage schließlich doch abgeblasen und Pérez gefragt, ob er nicht statt dessen ein zweites New Teen Titans/X-Men-Crossover zeichnen wolle, doch Pérez hätte viel lieber das JLA/Avengers-Crossover vollendet. Und so sollte es noch zwanzig Jahre dauern, bis sein Wunsch doch noch in Erfüllung gehen sollte.






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