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Rezension Heft 1
Anmerkungen Heft 1
Rezension Heft 2
Anmerkungen Heft 2
Rezension Heft 3
Anmerkungen Heft 3 (Cover)
Anmerkungen Heft 3 (Inhalt)
Rezension Heft 4
Anmerkungen Heft 4
Rezension Hardcover
Bericht Teil 1: 1941 - 1972
Bericht Teil 2: 1972 - 1985
Bericht Teil 3: 1984 - 1997
Bericht Teil 4: 1996 - 2003
Bericht Deutschland
Original-Crossover
Kurt Busiek
George Pérez
Tom Smith

     








JLA/Avengers

Vom Aushilfsautoren zum Marvel-Historiker


Den Kopf voller Comics - Kurt Busiek.Kurt Busiek zählt heute zu den gefragtesten und vielseitigsten Autoren der Superheldenszene.

Das Licht dieser Welt erblickte Kurt D. Busiek am 16. September 1960 in Boston, Massachusetts. Mit dem Comiclesen begann er 1974 und brachte bald auch seinem Freund Scott McCloud (der heute professioneller Comiczeichner ist) das Medium nahe. Gemeinsam schufen sie ihren ersten gemeinsamen Comic und erkannten, daß sie später in der Branche arbeiten wollten.

Schon bald zierte sein Name regelmäßig die Leserbriefseiten zahlreicher Hefte, und bereits damals fiel er den zuständigen Redakteuren nicht zuletzt durch seinen intelligenten Stil sowie seine fundierten Kenntnisse der Geschichten positiv auf. Seine ersten, semi-professionellen Arbeiten in der Branche beinhalteten Rezensionen und Artikel für diverse Fachzeitschriften.

Nach der High School wechselten Busiek und McCloud zur Syracuse University. Dort hatte Kurt im Zuge eines Seminars die Ehre, Dick Giordano von DC Comics zu interviewen. Nach Beendigung des Interviews ließ er diesen wissen, daß er plane, nach seinem Abschluß selbst Comicautor zu werden. Giordano überredete ihn, ein paar Skripts einzureichen, die er dann an die entsprechenden Redakteure weiterleitete.

Im Jahr 1982, drei Tage vor seinem College-Abschluß, wurde seine erste Geschichte angenommen, die als Zweitgeschichte in Green Lantern (vol. 2) #162 (März 1983) erschien. Im selben Monat (mit Coverdatum von Februar 1983) erschien auch Power Man and Iron Fist #90 bei Marvel, Kurts Debüt als neuer Stammautor der Serie.

Während der nächsten zwölf Jahre arbeitete Kurt in erster Linie als freier Mitarbeiter und „Lückenfüller“ für diverse Verlage. Seine Arbeiten umfaßten so verschiedene Serien wie Red Tornado, Justice League of America (die Hefte 224, 231, 232 und 240), Liberty Project, Teen Agents, Vampirella, Valor und Night Thrasher. Nicht einmal Disneys Mickey Mouse war vor ihm sicher. Sehr hilfreich war ihm dabei mit Sicherheit die Tatsache, daß ihn zahlreiche Redakteure noch als Verfasser niveauvoller Leserbriefe in bester Erinnerung hatten. Nebenher arbeitete er als stellvertretender Redakteur des Marvel Age Magazine und als Verkaufsleiter für Marvel.

1993 - Kurt arbeitete damals als Redakteur für Open Space, eine SF-Anthologie-Serie für Marvel - lernte er einen Künstler namens Alex Ross kennen, den er bei seinem nächsten Projekt, einem Beitrag zur Miniserie Miracleman: Apocrypha für den Verlag Eclipse, dabeihaben wollte. Zwar wurde daraus nichts, aber dafür konnte ihn Ross von einem Projekt überzeugen, an dem er gerade arbeitete. Kurt brachte eigene Vorschläge ein, und als sie dem Marvel-Redakteur Tom DeFalco die Idee eines gemalten Superheldencomics, erzählt aus der Perspektive eines normalen Menschen, vorstellten, gab dieser sogleich grünes Licht. Die vierteilige Miniserie Marvels bedeutete sowohl für Busiek als auch für Ross den großen Durchbruch.

Das wandelnde Marvel-Lexikon.Angesichts des positiven Echos auch von professioneller Seite sowie der zahlreichen Preise, die das Werk abstaubte, durfte Kurt bald mit Größen wie Rob Liefeld, Jim Valentino und Marc Silvestri zusammenarbeiten. Dennoch hatte er das Gefühl, daß sich nicht viel geändert hatte, denn er wurde nach wie vor ausschließlich mit Miniserien und One-Shots betraut, auch wenn diese nun zweifellos prestigeträchtiger waren.

Das alles sollte sich ändern, als Kurt 1995 in Zusammenarbeit mit Zeichner Brent Anderson und Alex Ross die von ihm geschaffene Serie Astro City bei „Homage Comics“, einem Wildstorm-Imprint, herausbrachte. Nach der ersten, sechsteiligen Miniserie folgte 1996 eine fortlaufende Serie, die heute - nach längerer Pause - wieder regelmäßig erscheint. Auch hier stach Kurt wieder durch sein Gespür für ungewohnte, menschliche Perspektiven und einfühlsame Charakterisierungen hervor.

Schon 1995 hatte Kurt bei Marvel ein zweites Standbein gefunden, als er - nach der dreiteiligen Miniserie Amazing Fantasy (mit Paul Lee), die direkt an den ersten Auftritt Spider-Mans anschloß - gemeinsam mit Zeichner Pat Olliffe mit der Serie Untold Tales of Spider-Man betraut wurde, die Abenteuer aus der Frühzeit des Titelhelden enthalten sollte. Kurt verfaßte einfühlsame, zeitlose Geschichten, die sich wunderbar zwischen die alten Lee/Kirby-Ausgaben einfügten.

Als Marvel 1996 die „klassischen“ Helden wie Captain America, Iron Man, die Fantastischen Vier und die Rächer im Zuge des Onslaught-Crossovers vorübergehend in die „Heroes Reborn“-Welt verbannte, füllte Kurt die entstandene Lücke im Marvel-Universum mit den von ihm und Zeichner Mark Bagley geschaffenen Thunderbolts. Das Besondere an der Serie war, daß es sich bei den Titelhelden in Wahrheit um bislang eher zweit- bis drittklassige Schurken handelte, die jedoch im Laufe der Handlung gegen ihren Anführer Baron Zemo rebellierten und nach der Aufdeckung ihres Geheimnisses beschlossen, der Welt zu beweisen, daß sie es nunmehr tatsächlich ehrlich meinten.

Nach der „Rückkehr der Helden“ war es Kurt zudem vergönnt, zwei der Serien - The Avengers und Iron Man - als Autor zu übernehmen. Letztere gab er, ebenso wie die Thunderbolts, Anfang 2000 aus gesundheitlichen Gründen an andere Autoren ab, den Rächern dagegen blieb er weiterhin treu und lieferte zunächst gemeinsam mit Zeichner George Pérez, später mit Alan Davis jeden Monat qualitativ hochwertige Abenteuer ab, die zu den besten des Verlages gehören.

Ist dieser Mann ein Internet-Junkie?Unter Fans genießt Kurt längst einen Ruf als „Marvel-Historiker“, da er unermüdlich und mit einer unvergleichlichen Selbstverständlichkeit auf teilweise jahrzehntealte Geschichten verweist und Figuren auftreten läßt, die die meisten Leser (ebenso wie auch die Autoren) längst vergessen hatten. Außerdem enthalten die Redaktionsseiten seiner Serien grundsätzlich hilfreiche Anmerkungen zu wichtigen und unwichtigen Details aus seinen Geschichten, die sich auf Ereignisse aus früheren Heften beziehen (ein Service, der deutschen Lesern nur allzu vertraut sein dürfte).

Seine weiteren Arbeiten beinhalten die Miniserie Avengers Forever (dt. Rächer aller Zeiten), Johnny Demon, The Wizard’s Tale, Shockrockets (das beim unabhängigen Label „Gorilla Comics“, das Busiek 2000 gemeinsam mit George Pérez und einigen anderen Künstlern gegründet hatte, erschien) sowie die Crossover Live Kree or Die (dt. Leb, Kree, oder stirb!), The Eighth Day (dt. Der achte Tag) und Maximum Security (dt. Maximale Sicherheit) für Marvel. Für DC entwickelte er darüber hinaus die neue Serie The Power Company, bei der er beweisen konnte, daß er auch in der Lage ist, sich in die Historie des DC-Universums einzuarbeiten.

Die Avengers hat Kurt mittlerweile nach dem Ende seiner gewaltigen „Kang Dynasty“-Saga mit Heft 56 (September 2002) wieder verlassen, und auch die Power Company soll im Sommer 2003 aufgrund schlechter Verkaufszahlen nach gerade mal 18 Heften wieder eingestellt werden. Dafür startete bei Marvel im März 2001 die neue Serie The Defenders (vol. 2), die Busiek gemeinsam mit Co-Autor und Zeichner Erik Larsen ins Leben gerufen hatte, doch wurde diese nach nur zwölf Heften durch die sechsteiligen Miniserie The Order (nunmehr gemeinsam mit Co-Autorin Mary Jo Duffy), die starke Parallelen zu Wildstorms The Authority aufwies, ersetzt.

Kurt Busiek heute.Erfreulich ist dagegen, daß endlich der Grund für seine gesundheitlichen Probleme gefunden werden konnte, die tatsächlich auf eine Quecksilbervergiftung zurückzuführen waren, so daß er sich nun wieder auf dem Weg der Besserung befindet und sein Arbeitspensum wieder steigern kann. Eine der ersten Folgen war Anfang 2003 die überraschende Rückkehr der lange Zeit pausierenden Astro City-Serie (zunächst in Form der Miniserie Local Heroes).

Von den Fans mit am sehnsüchtigsten erwartet wird das vierteilige Crossover JLA/Avengers (wiederum zuammen mit Zeichner George Pérez), das ursprünglich bereits für Sommer 2002 vorgesehen gewesen war, nun aber endgültig im September 2003 erscheinen wird. Im Juli soll zudem bei Cliffhanger seine neue Miniserie Arrowsmith erscheinen, und bei Dark Horse ist eine neue Serie um den Barbaren Conan in Planung.

Kurt ist nach wie vor mit ganzem Herzen bei der Sache und stellt sich auch in Diskussionsforen im Internet regelmäßig der Kritik der Fans. Darüber hinaus ist er selbst noch immer Comicfan mit Leib und Seele und liest laut eigener Aussage wöchentlich zwischen 15 und 20 Heften, darunter Savage Dragon, Usagi Yojimbo und - bis zu deren Einstellung - Preacher und Superboy.

Kurt Busiek, der im Laufe seiner nun fast zwanzigjährigen Karriere schon für Verlage wie DC, Marvel, Eclipse, Disney, Harris, Dark Horse, Malibu, Image, Homage, Topps, Claypool, Milestone und Acclaim gearbeitet hat und eng mit seinem Autorenkollegen Mark Waid befreundet ist, lebt derzeit gemeinsam mit seiner Frau Ann, der gemeinsamen Tochter Sydney sowie ihrem treuen Welsh Corgi Hector im pazifischen Nordwesten der USA und verbringt definitiv viel zu viel Zeit im Internet, wo er geduldig die Fragen seiner Fans beantwortet.


Mehr:
Die Biographie von George Pérez
Die Biographie von Tom Smith


Torsten B. Abel


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Die ursprüngliche Fassung dieser Biographie erschien bei Splashcomics.

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