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  JLA/Avengers  

Rezension Heft 1
Anmerkungen Heft 1
Rezension Heft 2
Anmerkungen Heft 2
Rezension Heft 3
Anmerkungen Heft 3 (Cover)
Anmerkungen Heft 3 (Inhalt)
Rezension Heft 4
Anmerkungen Heft 4
Rezension Hardcover
Bericht Teil 1: 1941 - 1972
Bericht Teil 2: 1972 - 1985
Bericht Teil 3: 1984 - 1997
Bericht Teil 4: 1996 - 2003
Bericht Deutschland
Original-Crossover
Kurt Busiek
George Pérez
Tom Smith

     







JLA/Avengers

JLA/Avengers: The Collector’s Edition: Die Rezension


Titel: „Book One: A Journey Into Mystery“, „Book Two: A Contest of Champions“, „Book Three: Strange Adventures“, „Book Four: The Brave… and the Bold“
Autor: Kurt Busiek
Zeichner: George Pérez
Kolorist: Tom Smith
Letterer: Richard Starkings (Comicraft)
Redakteure: Tom Brevoort (Marvel), Dan Raspler & Mike Carlin (DC; Einzelhefte), Robert Greenberger (DC; Sammlerausgabe)
Chefredakteure: Joe Quesada (Marvel), Mike Carlin (DC)
Cover: George Pérez & Tom Smith
Verlag: DC Comics
Erscheinungsdatum: 11. August 2004
Umfang: 244 Seiten (Hardcover)
Preis: 75,- $ (im Schuber inklusive Kompendium)


Inhalt:

Der Inhalt ist selbstverständlich derselbe wie in den vier Einzelheften, und die jeweiligen Inhaltsangaben sind in den entsprechenden Rezensionen nachzulesen: Heft 1, Heft 2, Heft 3, Heft 4.


Kommentar:

Da ich die Geschichte selbst schon in den Rezensionen der Einzelhefte besprochen habe, beschränke ich mich im Folgenden auf die Änderungen sowie das Zusatzmaterial der Hardcover-Sammlerausgabe.
Da wären zunächst einmal diverse Fehler der Einzelhefte zu nennen, die für die Sammlerausgabe korrigiert wurden: Hawkmans Heimatstadt St. Roch, auf Seite 36 in Heft 1 (Seite 50 in der Sammlerausgabe) fälschlich „St. Roche“ geschrieben, wurde für die Sammlerausgabe um das überflüssige „e“ gekürzt. Gleiches gilt für Tippfehler wie „loaclly“ (statt „locally“) auf Seite 29 (147) in Heft 3, „But I wield their energies not“ (statt „now“) und „nothingess“ (statt „nothingness“) auf Seite 2 (172) in Heft 4 sowie den irrtümlich als „Morgan Edge“ bezeichneten Maxwell Lord auf Seite 5 (175) in Heft 4, und sogar der irrtümlich als „Superman“ kolorierte Martian Manhunter auf Seite 37 (155) in Heft 3 erstrahlt nun in seinen richtigen Farben.
Auf der anderen Seite wurden Fehler wie Aquamans fehlende Blumenkette und die fehlende Blume in Wonder Womans Haaren auf Seite 9 (127) in Heft 3, „Hronmeer“ (statt „H’ronmeer“) auf Seite 10 (128) in Heft 3 sowie das falsch kolorierte Bein des Plastic Man auf dem Cover von Heft 3 (Seiten 116-117) nicht korrigiert - zumindest in letzterem Fall gab Kolorist Tom Smith allerdings bereits zu erkennen, daß er darauf keinen Einfluß gehabt habe und DC nicht bereit gewesen sei, den dafür notwendigen Mehraufwand zu erbringen.
Die Farben wirken deutlich kräftiger als in den Einzelheften, sogar kräftiger als in den deutschen Ausgaben, die ja zumindest stellenweise eine höhere Farbsättigung als die US-Ausgaben vorzuweisen hatten - auf einigen Seiten sogar fast schon zu kräftig. Darüber hinaus läßt das Überformat des Bandes (etwas größer als DIN A4) George Pérez’ Zeichnungen sehr schön zur Geltung kommen, und selbst winzige Details, die man in den Einzelheften aufgrund ihrer geringen Größe noch übersehen könnte, lassen sich nun deutlich erkennen.

Abgerundet wird der Band von Einleitungen von Rächer-Erfinder Stan Lee (der hier erstmals öffentlich ein offenes Geheimnis zugibt, nämlich die Tatsache, daß die Rächer ebenso wie die Fantastischen Vier ursprünglich den Versuch darstellen, vom Erfolg von DCs Justice League zu profitieren) und Justice League-Schöpfer Julius Schwartz (der noch vor dem Erscheinen von Avengers/JLA #4 verstarb), einem Überblick über die Mitglieder der JLA und der Rächer, die zumindest im ersten Heft die Hauptrollen spielen, den Covern der Einzelhefte in voller Größe und ohne störende Schriftzüge, einem Schlüssel zum Cover von Heft 3 mit einer Kurzübersicht über die einzelnen Charaktere sowie Kurzbiographien zu Autor Kurt Busiek, Zeichner George Pérez, Kolorist Tom Smith und Letterer Richard Starkings.
Eher enttäuschend ist dabei allerdings, daß der Coverschlüssel scheinbar direkt von einer Fanseite übernommen wurde - die Numerierung der Figuren ist identisch, und sogar Fehler wie der bürgerliche Name des Scarlet Skier (eigentlich „Dren Keeg“, hier ebenso wie auf jener Seite jedoch fälschlich als „Kirtan Rodd“ aufgeführt, wobei es sich in Wahrheit um den richtigen Namen von Mr. Nebula, dem „kosmischen Dekorateur“ und ehemaligen Meister des Scarlet Skier, handelt) finden sich in beiden Versionen. Autor Kurt Busiek gab bereits zu erkennen, daß er in dem Glauben gelassen worden sei, der Coverschlüssel sei von Zeichner George Pérez zur Verfügung gestellt worden, was jedoch augenscheinlich nicht der Fall ist.

Fazit: Überformat und kräftige Farben sowie korrigierte Fehler, dies jedoch nicht nachhaltig, und das Zusatzmaterial wurde scheinbar teilweise direkt von einer Fanseite übernommen. Insgesamt nicht fehlerfrei, dennoch eine recht gelungene Sammlerausgabe von JLA/Avengers, die sich allerdings aufgrund des Preises von 75,- $ (inklusive Kompendium) wirklich nur für Sammler und Komplettisten oder aber als Geburtstags- oder Weihnachtsgeschenk lohnt.


Das Kompendium:

Avengers/JLA: Compendium


Titel: „When Titans Sort of Clashed“, „When Titans Did Clash“, „Behind the Lines: Special Report“, „The Death of a Dream“, „JLA/Avengers 1983“, „What Happened Next…“, „JLA/Avengers 2003“, „The JLA/Avengers You Never Saw“, „Who? What? Where?“
Autoren: Dick Giordano, George Pérez, Kurt Busiek u.a.
Redakteur: Robert Greenberger (DC)
Chefredakteure: Joe Quesada (Marvel), Mike Carlin (DC)
Cover: George Pérez
Verlag: DC Comics
Erscheinungsdatum: 11. August 2004
Umfang: 64 Seiten (Hardcover)
Preis: 75,- $ (im Schuber inklusive Sammelband)

Kommentar:

Das Kompendium beginnt mit einem Kurzüberblick über inoffizielle DC/Marvel-Crossover. Dabei handelt es sich um wenig mehr als eine Erläuterung der Hintergründe der alljährlichen Halloween-Parade in Rutland, Vermont, sowie eine Auflistung sämtlicher Marvel- und DC-Hefte, die im Laufe der Jahre in Rutland spielten. Nicht erwähnt wird dabei, daß drei der Hefte - Amazing Adventures feat. The Beast #16, Justice League of America #103 und The Mighty Thor (vol. 1) #207 - durch eine gemeinsame Nebenhandlung verbunden sind, die sich durch alle drei Hefte zieht und in der Steve Englehart, Gerry Conway sowie Len und Glynis Wein, die Verfasser der drei Hefte, auftreten. Ebenso unerwähnt bleiben die Begegnungen zwischen den Rächern und der Squadron Supreme bzw. der Squadron Sinister sowie zwischen der Justice League und den „Assemblers“ vom Planeten Angor, bei denen es sich ja um die Marvel-Versionen der Justice League bzw. die DC-Version der Rächer handelt.
Weiter geht es mit einem - mehr oder weniger vollständigen - Überblick über die offiziellen DC/Marvel-Crossover, bei denen selbst das von beiden Verlagen koproduierte The Wizard of Oz aus dem Jahr 1975 nicht unerwähnt bleibt. Die diversen Superman/Spider-Man-Crossover werden ebenso erwähnt wie der regelrechte Crossover-Boom der 90er Jahre, der mit DC versus Marvel, den Access-Miniserien und den „Amalgam“-Heften seinen Höhepunkt fand. Die Auflistung am Ende orientiert sich dann an den Crossover Classics- und sonstigen Sammelbänden.
Der Schwerpunkt des Kompendiums liegt dann auf einem Überblick über das unvollendete, nie veröffentlichte JLA/Avengers-Crossover aus dem Jahr 1983. Zu diesem Zweck werden zunächst ein Artikel eines namentlich nicht genannten Verfassers, der ursprünglich in Marvel Age #19 (Oktober 1984) erschien, sowie eine Kolumne des damaligen DC-Chefredakteurs Dick Giordano, die ursprünglich als Antwort auf den Marvel Age-Artikel in diversen DC-Publikationen mit Coverdatum vom Januar 1985 veröffentlicht wurde, in ihrer vollen Länge abgedruckt, um beide Versionen der „wahren Gründe“ für das Scheitern des Crossovers zu beleuchten. Dies steht allerdings im Widerspruch zur ursprünglichen Ankündigung der vorliegenden Sammlerausgabe, der zufoge eigentlich ein Artikel von Ex-DC-Redakteur KC Carlson über das unveröffentlichte Crossover vorgesehen war.

Weiter geht es mit dem eigentlichen Highlight des Kompendiums: Alle 21 Originalseiten, die George Pérez seinerzeit für das von Gerry Conway und Roy Thomas geschriebene Crossover angefertigt hatte, werden erstmals komplett veröffentlicht, wobei Pérez selbst den Inhalt aus seiner eigenen Erinnerung zusammenfaßt. Negativ anzumerken wäre hierbei, daß die Originalseiten mittlerweile in den Besitz verschiedener Sammler übergegangen sind und so nur schwer wieder aufzutreiben waren, was in einigen Fällen einen enormen finanziellen Aufwand bedeutet hätte, den DC nicht bereit war einzugehen. Aus diesem Gründ konnten die Seiten 4, 5, 11, 14, 16, 17 und 20 nur von Fotokopien, die bereits vor langer Zeit erstellt worden waren, reproduziert werden, was das Endergebnis sehr uneinheitlich erscheinen läßt. Im Anschluß folgt dann eine Zusammenfassung der Seiten 22-64, die George Pérez nicht mehr gezeichnet hatte und deren geplanten Inhalt er im Juni 1994 für das Programmheft der Heroes Convention in Charlotte, North Carolina einmal mehr aus seiner Erinnerung zusammengefaßt hatte.
Es folgt Kurt Busieks ursprünglicher Entwurf der Handlung des Crossovers, der sich in manchen Punkten leicht von der fertigen Fassung unterscheidet. Wirklich auffällig ist dabei allerdings der Mittelteil von Heft 3, der ursprünglich noch ganz anders hätte aussehen sollen: So hatte Busiek ursprünglich geplant, die „Marvel-Version der JLA“ (Superman als problembelasteter Held namens Cal Ellsworth, der insgeheim für den Untergang seiner Heimatwelt Krypton verantwortlich war, Batman als „Spider-Man“-ähnlicher Teenager, der in seiner Heldenidentität von der Öffentlichkeit gefürchtet wird, der Flash als „Hulk“-ähnlicher Irrläufer, ein Hawkman, der mit einem an den Rollstuhl gefesselten Polizisten namens Joe Carter auf eine ähnliche Weise verbunden ist wie Marvels Captain Marvel mit Rick Jones etc.) und die „DC-Version der Rächer“ (Captain America als US-Senator, dessen Einsatzgebiet die fiktive Stadt „Capitol City“ ist, Iron Man als Roboter, der von Professor Tony Stark ferngesteuert wird, Quicksilver und die Scarlet Witch als jugendliche Abenteurer namens Wendy und Peter und Hawkeye als Fernsehdetektiv, der falsche „okkulte Phänomene“ entlarvt etc.) zu zeigen, doch wurde diese Idee letztendlich wieder verworfen, weil es die Dynamik der Geschichte gestört und zu sehr an das „Amalgam“-Universum erinnert hätte. Dennoch werden im Anschluß gleich zwei Versionen von Busieks Skript des entsprechenden Kapitels in voller Länge abgedruckt.

Abgerundet wird das Kompendium schließlich von Kurt Busieks und George Pérez’ offiziellen Anmerkungen zu den vier Teilen von JLA/Avengers, mit einer nach Seiten geordneten Auflistung aller auftretenden Figuren, Orte und Gegenstände aus dem DC- und dem Marvel-Universum. Leider sind auch die Anmerkungen wieder nicht ganz fehlerfrei, so stimmen die aufgeführten Erstauftritte mehrere Figuren nicht, diverse Details sind nicht gänzlich korrekt und anderes fehlt sogar komplett. Dennoch sind solche marginalen Irrtümer angesichts der schieren Menge der aufgelisteten Informationen noch verschmerzbar.
Wirklich negativ fällt allerdings auf, daß die im Vorfeld versprochene Galerie von Promo-Zeichnungen nicht enthalten ist: Das Covermotiv von David Anthony Kraft’s Comics Interview #6 (August 1983) fehlt ebenso wie die beiden Cover von Wizard: The Comics Magazine #125 (Februar 2002) und Wizard: The Comics Magazine #144 (September 2003), das ursprüngliche Promo-Bild für das Crossover von der MegaCon 2001 ist nur in verkleinerter Form - und zu allem Überfluß auch noch in der überarbeiteten DC-Kolorierung - zu sehen, die „ACTOR“-Version von der MegaCon 2002 mit den Reservemitgliedern der beiden Teams fehlt ganz, genau wie das Bild von der Heroes Convention Charlotte 2001 und das „Last Team Standing“-Bild aus Wizard: The Comics Magazine #105 (Juni 2000), und die beiden übrigen „ACTOR“-Zeichnungen (die Hommage an das Cover von Justice League of America #21 und das „Damenbild“), die immerhin auf Seite 7 (125) in Heft 3 zu sehen sind, sind ebenfalls nur in verkleinerter Form - und zu allem Überfluß auch noch in Schwarzweiß - enthalten.

Fazit: Das Kompendium bietet die Originalzeichnungen des unvollendeten Crossovers von 1983, ausführliche Anmerkungen zum vorliegenden Crossover und zahlreiche weitere Hintergrundinformationen, allerdings hat DC aus Kostengründen auf die zuvor versprochene Galerie von Promo-Zeichnungen verzichtet, und auch einige der anderen Beiträge sind rigiden Sparmaßnahmen zum Opfer gefallen. In Verbindung mit dem Hardcover sicher keine völlige Fehlinvestition, allerdings könnte man bei einem Preis von 75,- $ für beide Bände zusammen doch schon ein wenig mehr Sorgfalt erwarten.


Die Anmerkungen zu Heft 1
Die Anmerkungen zu Heft 2
Die Anmerkungen zum Cover von Heft 3
Die Anmerkungen zum Inhalt von Heft 3
Die Anmerkungen zu Heft 4
Die Rezension zu Heft 1
Die Rezension zu Heft 2
Die Rezension zu Heft 3
Die Rezension zu Heft 4


Torsten B. Abel


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