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  JLA/Avengers  

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Anmerkungen Heft 1
Rezension Heft 2
Anmerkungen Heft 2
Rezension Heft 3
Anmerkungen Heft 3 (Cover)
Anmerkungen Heft 3 (Inhalt)
Rezension Heft 4
Anmerkungen Heft 4
Rezension Hardcover
Bericht Teil 1: 1941 - 1972
Bericht Teil 2: 1972 - 1985
Bericht Teil 3: 1984 - 1997
Bericht Teil 4: 1996 - 2003
Bericht Deutschland
Original-Crossover
Kurt Busiek
George Pérez
Tom Smith

     


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JLA/Avengers

Teil 4: 1996 - 2003


Wiedergeburt oder Totgeburt?

Die Rächer in den typischen Liefeld-Posen: Grimmig, grimmiger und total grimmig.Die Rächer waren derweil trotz der vorübergehenden Einstellung ihrer Serie noch lange nicht am Ende. Unter dem Obertitel „Heroes Reborn“ starteten im November 1996 die vier Serien Fantastic Four, Captain America, Iron Man und natürlich The Avengers erneut mit der Nummer 1. Das (aus damaliger Sicht) Sensationelle daran war, daß für die Gestaltung der Serien zwei ehemalige Marvel-Superstars hatten gewonnen werden können, die sich einige Jahre zuvor mit der Gründung des Image-Verlages selbstständig gemacht hatten.

Während Jim Lee Iron Man und die Fantastischen Vier betreute, schrieb und zeichnete Rob Liefeld die Abenteuer von Captain America und den Rächern - nun in der eigenwilligen Konstellation Captain America, Thor, Vision, Scarlet Witch, Hawkeye, Swordsman und Hellcat -, die es (wie die übrigen „Heroes Reborn“-Helden auch) in ein Paralleluniversum verschlagen hatte, wo sie ihre Abenteuer erneut von Anfang an erlebten.

Doch Liefeld, der eigentlich ein (nicht sonderlich begabter) Zeichner ist, hatte gelinde gesagt wenig Ahnung davon, wie man eine gute Geschichte schreibt. Seine Abenteuer beschränkten sich daher mehr oder weniger auf Großpanel-Actionsequenzen, die jegliche inhaltliche Tiefe vermissen ließen - von Charakterisierungen ganz zu schweigen.

Auch der Rächer-erfahrene Walt Simonson, der gemeinsam mit Zeichner Michael Ryan mit Heft 8 (Juni 1997) Liefelds Nachfolge antrat, scheiterte an der Prämisse des Projektes. Selbst ein guter Autor war nun mal nicht in der Lage, eine modernisierte Fassung von über 30 Jahren Comicgeschichte in eine Handvoll Ausgaben zu pressen. So endeten sämtliche „Heroes Reborn“-Serien im November 1997 mit der jeweils dreizehnten Ausgabe, und die Helden kehrten im Verlauf der vierteiligen Miniserie Heroes Reborn: The Return (Dezember 1997) in ihr gewohntes Universum zurück.

Die Schotten-Liga

Kein Mittsommernachtsalptraum: Die Liga kehrt zu alter Größe zurück.Inzwischen hatte auch DC die Justice League einer - ungleich erfolgreicheren - Frischzellenkur unterzogen. Nach der dreiteiligen Miniserie Justice League: A Midsummer’s Nightmare (von Mark Waid, Fabian Nicieza, Jeff Johnson und Darick Robertson, September - Oktober 1996) folgte im Januar 1997 die erste Ausgabe einer brandneuen Serie, die den schlichten Titel JLA trug.

Geschrieben wurde die Serie von Grant Morrison, der vor allem durch Serien wie Doom Patrol oder Animal Man für DCs Sublabel für ältere Leser, Vertigo, bekannt geworden war, Zeichner war der bereits vom Underworld Unleashed-Crossover und der Amalgam-Ausgabe JLX #1 bekannte Howard Porter und Inker sein JLX-Partner John Dell.

Das neue Team bestand aus den ganz „großen Nummern“ Superman, Batman, Wonder Woman, dem neuen Flash Wally West, der neuen Green Lantern Kyle Rayner, Aquaman und dem Martian Manhunter. Damit führte Morrison die Ur-Liga von 1960 wieder zusammen - allerdings nur den Namen nach. Die einzelnen Figuren hatten sich, abgesehen vielleicht vom Martian Manhunter, im Laufe der Jahre so sehr weiterentwickelt, daß sie kaum noch Ähnlichkeit mit ihren Gegenstücken von damals hatten, Flash und Green Lantern waren sogar völlig neu besetzt. Mit dem neuen Green Arrow Connor Hawke und dem von Morrison geschaffenen Helden Aztek traten dem Team zudem schon bald zwei neue Mitglieder bei.

JLA. Mehr Buchstaben braucht es nicht.Morrison gelang es, jeder Figur das Äußerste abzugewinnen und ihre besonderen Fähigkeiten wie kein Zweiter zu nutzen: Superman (der unter Morrison - im Gegensatz zu seinen eigenen Serien - auch während seiner kurzen Phase als blau-weißes Energiewesen durchaus zu beeindrucken wußte) war der geborene Anführer, Batman der Meisterstratege, der Martian Manhunter war für eine dauerhafte telepathische Verbindung der Ligisten verantwortlich, und Green Lantern und Flash sorgten mit ihren kleineren Streitigkeiten für Kurzweil und ließen zumindest anfänglich Erinnerungen an die Giffen/DeMatteis-Ära aufkommen. Die Schattenseite dieser Entwicklung war, daß speziell Batman, der scheinbar auf jedes noch so unlösbare Problem eine Antwort wußte, unter den Fans bald den Ruf des „Unbesiegbaren“ besaß, was der Glaubwürdigkeit der Figur im Nachhinein eher schadete denn nutzte.

Schon bald outete sich Morrison als Fan des „Silver Age“, was sich vor allem an der Wahl der Gegner zeigte: Von Professor Ivo und T. O. Morrow über den Key und Starro bis hin zum Shaggy Man griff er auf zahlreiche, teilweise schon fast vergessene Gegner zurück, die er alle einer Modernisierung unterzog. Porter erwies sich dabei als echter Glücksgriff, er verstand es, Morrisons Visionen von übermenschlichen Helden, die gegen gewaltige Gefahren antraten, adäquat umzusetzen.

Die kosmische Bedrohung des Monats

Sechzehn Freunde sollt ihr sein...Nun ja, zumindest anfänglich. Im Laufe der Zeit übertrieb es Morrison dann doch gewaltig. Spätestens nach dem Sechsteiler „Rock of Ages“ in JLA #10-15 (Oktober 1997 - Februar 1998) stand fest, daß Morrison offenbar kaum eine Geschichte erzählen konnte, die nicht von irgendeiner gewaltigen Bedrohung handelte. Charakterisierungen der einzelnen Mitglieder, wie sie in den ersten Ausgaben noch zu finden waren, suchte man zunehmend vergebens. Da war es nicht gerade von Vorteil, daß die JLA in den Heften 16 und 17 (März - April 1998) um sieben zusätzliche Mitglieder, Steel, Huntress, Plastic Man, Oracle, den von Morrison geschaffenen Engel Zauriel - der zwischenzeitlich sogar die Hauptrolle in der Miniserie JLA: Paradise Lost (von Mark Millar und Ariel Olivetti, Januar - März 1998) hatte spielen dürfen -, Big Barda und Orion, erweitert wurde.

Das erste Jahr der Liga... wieder mal.Zwischenzeitlich sprang Mark Waid für Morrison ein, der in der Zwischenzeit gemeinsam mit Brian Augustyn und Zeichner Barry Kitson die zwölfteilige Miniserie JLA: Year One (Januar - Dezember 1998) ins Leben gerufen hatte, die von den ersten Abenteuern der Post-Crisis-Ur-JLA um Flash (Barry Allen), Green Lantern (Hal Jordan), Aquaman, den Martian Manhunter und Black Canary erzählte. Die Geschichte, die einen übergreifenden Handlungsbogen verfolgte, schaffte das Kunststück und verwies auf zahlreiche alte Justice League-Ausgaben, die Waid zufolge nach wie vor ihre Gültigkeit besaßen, nur eben in mehr oder weniger modernisierter Form. Dabei berücksichtigte er auch die „neue“ Gründungsgeschichte der Liga aus Secret Origins #32, die er seinerzeit bereits als Redakteur betreut hatte, sowie die zweite Begegnung Supermans mit der Liga aus Action Comics #650.

Eine Million Superman-Hefte... das glauben die doch selbst nicht!Während Waid Morrison bei der JLA vertrat, bereitete dieser gemeinsam mit Zeichner Val Semeiks das Mega-Crossover DC One Million (November 1998) vor, in dessen Verlauf es die JLA in die Zukunft des 853. Jahrhundert verschlug, in der ihre fernen Nachfahren, die Mitglieder der Justice Legion A, lebten, und auch im Anschluß ging es munter weiter mit der „kosmischen Bedrohung des Monats“, und so kam es, daß Morrison nach einem Vierteiler mit der Justice Society und der Sonderausgabe JLA: Earth 2 (2000, mit Zeichner Frank Quitely), in der er seine modernisierte Version des „Crime Syndicate“, der bösen JLA von einer anderen Erde, auf die JLA treffen ließ, mit seiner letzten, „ultimativen“ Saga „World War Three“ (JLA #36 - 41, Dezember 1999 - Mai 2000), die er seit A Midsummer’s Nightmare und dem Beginn seiner Serie vorbereitet hatte, den letzten Höhepunkt seiner Arbeit für die Serie ablieferte und im Anschluß die JLA wieder verließ.

Traumteam

39 Rächer - sammeln!Nach der Rückkehr aus der „Heroes Reborn“-Welt erhielten Marvels „klassische“ Helden im Februar 1998 wieder „normale“ Serien, die anfangs unter dem Obertitel „Heroes Return“ liefen. Kurt Busiek, der in den frühen 80er Jahren bereits vier Justice League-Hefte geschrieben hatte, in der Zwischenzeit durch die Miniserie Marvels (1993, mit Alex Ross) und seine Superhelden-Hommage Astro City (ab August 1995, bei Homage Comics, mit Zeichner Brent Anderson) bekannt geworden war und mit den Thunderbolts und den Untold Tales of Spider-Man bereits zwei erfolgreiche Serien bei Marvel laufen hatte, war fortan für die Inhalte von Iron Man (vol. 3) und The Avengers (vol. 3) verantwortlich. Illustriert wurden die Rächer von niemand Geringerem als George Pérez.

Nach einem Eröffnungsdreiteiler, in dem sage und schreibe 39 (!) frühere Rächer auftraten, wurde in Heft 4 die - zumindest vorläufige - Stammbesetzung des Teams zusammengestellt. Die Rächer bestanden nun aus Captain America, Thor, Iron Man, Hawkeye, Vison, der Scarlet Witch, Warbird und dem beiden „Junior-Mitgliedern“ Justice und Firestar, denen sich bald auch der totgeglaubte Wonder Man wieder anschloss. Warbird verließ das Team aufgrund von Alkoholproblemen bald wieder, und auch Hawkeye wechselte schon nach wenigen Ausgaben zu den Thunderbolts.

Und wieder dreht sich das Besetzungskarussell...Busiek und Pérez erwiesen sich sogleich als absoluter Glücksgriff. Während Busiek die Figuren wunderbar treffend charakterisierte, verlieh Pérez - neben seinem einmaligen Gespür für scheinbar unwichtige Details - jeder Figur ein eigenes, unverwechselbares Gesicht. Speziell seine Versionen von Hawkeye, der Wasp und der Scarlet Witch suchen bis heute ihresgleichen.

Zu Busieks größeren Werken gehören das Crossover Live Kree or Die, ein Mehrteiler mit Ultron sowie das Mega-Crossover Maximum Security. Zudem ließ er die von ihm und Pérez geschaffenen Helden Triathlon und Silverclaw dem Team beitreten. Mit Heft 34 (November 2000) nahm Pérez derweil aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied von den Rächern und wurde durch Alan Davis ersetzt.

Die Rächer-Invasion

Die geheime Geschichte der Rächer.In der Zwischenzeit präsentierte Busiek außerdem gemeinsam mit Roger Stern und Zeichner Carlos Pacheco die zwölfteilige Miniserie Avengers Forever (Dezember 1998 - November 1999), die zahlreiche Lücken und Widersprüche in der Geschichte der Rächer (wie beispielsweise John Byrnes Eskapaden bei den West Coast Avengers oder das Crossover The Crossing) klären und zudem endlich das Problem lösen sollte, daß sich aus der Tatsache ergab, daß Immortus das zukünftige Ich von Kang war. Avengers Forever war so erfolgreich, daß daraus bereits im Januar 2000 die Serie Captain Marvel (vol. 5) von Peter David und Chris Cross um den Sohn des ersten Captain Marvel und wiederum einige Monate später die Miniserie Avengers Infinity (September - Dezember 2000) von Roger Stern und Sean Chen um ein kurzlebiges Team „kosmischer“ Rächer hervorgingen.

Gemeinsam stehen sie...1999 war es den Rächern dann auch endlich vergönnt, in Form einer eigenen, kurzlebigen Zeichentrickserie mit dem Titel Avengers: United They Stand ins Fernsehen zu kommen, zu der auch eine (ebenfalls kurzlebige) Comicadaption von Ty Templeton und Derec Aucoin erschien, die vom Großteil der Fans jedoch schlichtweg ignoriert wurde. Im selben Jahr erschien bei Marvel eine (einmal mehr) kurzlebige Serie mit dem Titel A-Next (12 Hefte, Oktober 1998 - September 1999), die die Abenteuer eines zukünftiges Rächer-Teams, bestehend unter anderem aus American Dream, Coal Tiger, Freebooter, Bluestreak, Earth Sentry, einem neuen Goliath, Jubilee, Speedball, Mainframe, einem neuen Thunderstrike, Stinger (der Tochter von Ant-Man II) und J2 (dem Sohn des Schurken Juggernaut) im sogenannten „MC2“-Universum, das aus der Serie Spider-Girl hervorgegangen war, zum Thema hatte.

Turmbau zu Babel

Ra's al Ghul kreuzigt die Liga.Morrisons Nachfolger bei der JLA wurde Mark Waid, der zuvor bereits bei einigen Ausgaben für Morrison eingesprungen war. Sein Eröffnungsviersteiler „Tower of Babel“ (JLA #43-46, Juli - Oktober 2000) sorgte für einschneidende Veränderungen, was den Umgang der Teammitglieder miteinander anging, so wurde beispielsweise Batman nach den Ereignissen um seinen Erzfeind Ra’s al Ghul aus der Liga geworfen. Einen noch größeren Einschnitt stellte dann Heft 50 (Februar 2001) dar, in dem zwar einerseits Batman ins Team zurückkehrte, andererseits aber sämtliche aktiven Ligisten, allen voran Superman und Batman, ihre jeweiligen Geheimidentitäten vor ihren Teamkameraden enthüllten (beide Ideen waren nicht wirklich neu, Waid recycelte vielmehr fleißig Elemente aus seiner JLA: Year One-Maxiserie). Inzwischen hatte auch Howard Porter die JLA verlassen und wurde von dem durch seine Arbeit für Wildstorms The Authority bekannt gewordenen Bryan Hitch beerbt.

And she's buying a ladder to heaven...In der Zwischenzeit waren zudem zahlreiche Sonderausgaben erschienen, darunter die JLA Secret Files & Origins (ab September 1997), die viele Hintergrundinformationen zu den Figuren und Geschichten, die bis dahin unklare Zusammenhänge klären sollten, enthielten, JLA: Foreign Bodies (1999, von Len Kaminski und Val Semeiks), JLA: Heaven’s Ladder (2000, von Waid und Hitch) und natürlich Just Imagine Stan Lee with Jerry Ordway Creating the JLA (Dezember 2001), die ganz eigene Version der Liga aus der Feder von Marvel-Altmeister Stan Lee. Aber auch Miniserien wie JLA: Incarnations (7 Hefte, Juli 2001 - Februar 2002; von John Ostrander und Val Semeiks), die die verschiedenen Inkarnationen der Liga Revue passieren ließ sowie auch das „Fifth Week“-Event Justice Leagues (März 2001) von verschiedenen Autoren und Zeichnern, in dessen Verlauf völlig neue Versionen der „Justice League of A...“ auftraten, waren keine Seltenheit.

JLA, JSA etc.Mit der Young Justice (von Peter David und Todd Nauck) bekam ein jugendlicher Ableger des Teams, zu dem unter anderem Superboy, Robin, Impulse und das neue Wonder Girl gehörten, eine eigene, fortlaufende Serie (55 Hefte, September 1998 - Mai 2003). Und als wäre das alles noch längst nicht genug, stieg im August 1999 auch noch die altehrwürdige Justice Society in völlig neuer Besetzung mit der neuen Serie JSA (von James Robinson, David S. Goyer und Stephen Sadowski) wie Phönix aus der Asche auf. Im Dezember 2002 erschien sogar ein Crossover mit dem Titel JLA/JSA: Virtue & Vice (von Geoff Johns, David S. Goyer und Carlos Pacheco), ebenso wie ein „Elseworlds“-Crossover mit den Helden von DCs Sublabel Wildstorm, Planetary/JLA: Terra Occulta (September 2002, von Warren Ellis und Jerry Ordway).

Die Zukunft

Die ultimativsten Helden der Welt!Nach dem großen Erfolg der Serien Ultimate Spider-Man und Ultimate X-Men, die in einem Paralleluniversum spielen und von modernisierten Versionen der bekannten Marvel-Helden erzählen, wurde auch sogleich eine „ultimative“ Version der Rächer in Angriff genommen, die, von Mark Millar geschrieben und von Bryan Hitch gezeichnet, in der bewährten Besetzung Captain America, Iron Man, Thor, Wasp, Giant-Man und Hulk seit März 2002 unter dem Titel The Ultimates erscheint, da man vor dem naheliegenderen Titel „Ultimate Avengers“ offenbar zurückschreckte. Wie die beiden Schwesterserien stellt auch The Ultimates eine gelungene Modernisierung des Rächer-Konzeptes dar (im Gegensatz etwa zum „Heroes Reborn“-Fiasko), und insbesondere die Storyline um den geistig instabilen Hank Pym und seine Eheprobleme mit der Wasp wurden mehr als gelungen ins neue Jahrtausend übertragen. Die Serie ist so erfolgreich, daß jüngst sogar ein vierteiliges Crossover mit den „Ultimativen X-Men“, Ultimate War (Februar - April 2003; von Mark Millar und Chris Bachalo), erschien.

Eine halbe Nummer, die dazwischengerutscht ist.Derweil wurde Kieron Dwyer mit The Avengers (vol. 3) #48 (Januar 2002) neuer Zeichner der Serie, und Kurt Busiek, der es im Laufe der Zeit dann doch ein wenig mit seinen Marvel-Geschichtsstunden übertrieb, verabschiedete sich schließlich mit der gigantischen „Kang Dynasty“-Storyline, die in den Heften 41-55 (Juni 2001 - August 2002) erschien, und wurde mit Heft 57 (Oktober 2002) durch den JSA-erfahrenen Geoff Johns ersetzt, neuer Zeichner ist seit Heft 65 (Mai 2003) Olivier Coipel. Seit Heft 41 wird auf dem Cover zudem alternativ die Numerierung der ersten Serie fortgeführt (in diesem Fall die Nummer 456). Das aktuelle Team setzt sich zusammen aus Captain America, Jack of Hearts, She-Hulk, Warbird, der Wasp, Vision sowie einem Neuzugang, dem zweiten Ant-Man (Scott Edward Lang).

Derzeit läuft die Serie nach wie vor relativ erfolgreich, zudem erschienen und erscheinen zahlreiche Miniserien und Sonderhefte wie Avengers: The Ultron Imperative (2001, von Kurt Busiek, Roy Thomas, Roger Stern, Steve Englehart und einer ganzen Heerschar an Zeichnern), Avengers Two: Wonder Man and The Beast (2000, von Roger Stern und Mark Bagley) sowie, ganz aktuell, die Avengers Icons-Miniserien, in denen einmal mehr einzelne Mitglieder im Mittelpunkt stehen. Besonders originell ist dabei wohl Avengers #1½ (November 1999), das sich sehr überzeugend zwischen die beiden ersten Hefte der Originalserie einfügt und von Autor Roger Stern und Zeichner Bruce Timm sehr liebevoll im klassischen Lee/Kirby-Stil gehalten wurde.

Die JLA fliegt wieder.Mark Waid hat Anfang 2002 die JLA wieder verlassen und ist zum Verlag CrossGen gewechselt, während Bryan Hitch, wie bereits erwähnt, mittlerweile für Marvel die Ultimates zeichnet. Das aktuelle Kreativteam der JLA besteht seit Heft 61 (Februar 2002) aus Joe Kelly, der bereits mit Marvels Top-Seller, den X-Men, Erfahrungen mit einer Teamserie hatte sammeln können, und dem ehemaligen Superman: The Man of Steel-Zeichner Doug Mahnke. Ihr bislang größtes Werk stellt der Mehrteiler „The Obsidian Age“ (JLA #68-75, September 2002 - Januar 2003) dar, in dessen Verlauf die JLA das seit dem Crossover Our Worlds at War (2001) verschollene Atlantis inklusive Aquaman in die Gegenwart zurückholt. Gegenwärtig besteht die JLA aus Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern (John Stewart, der den Platz des ausgetretenen Kyle Rayner eingenommen hat), Major Disaster (!), Firestorm, Atom sowie den Neuzugängen Faith und Manitou Raven.

Die Justice League in Bewegung.Die Zukunft der JLA dürfte nach wie vor recht rosig aussehen, zumal - nach einer „Bewährungsprobe“ in der zweiteiligen Episode „The Call“ aus der Zeichentrickserie Batman Beyond (November 2000), in der eine Zukunftsversion der Justice League, die „Justice League Unlimited“ (JLU), aufgetreten war - im November 2001 die neue Zeichentrickserie Justice League: The Animated Series angelaufen ist, die von Bruce Timm, dem Schöpfer der Batman- und Superman-Animated-Serien, und Rich Fogel produziert wird. In nicht selten selten mehrteiligen, fast schon epischen Geschichten muß die Justice League, bestehend aus Superman (George Newbern), Batman (Kevin Conroy), Wonder Woman (Susan Eisenberg), Green Lantern/John Stewart (Phil LaMarr), Hawkgirl (Maria Canals), dem Martian Manhunter (Carl Lumbly) und dem Flash (Michael Rosenbaum, bekannt als Lex Luthor aus Smallville) die Erde ein ums andere Mal vor Katastrophen und nicht zuletzt den teuflischen Plänen der der von Lex Luthor angeführten Injustice Gang retten. Mittlerweile läuft Justice League: The Animated Series in der zweiten Staffel, und angesichts der guten Quoten ist ein Ende vorerst nicht abzusehen.

Außerdem ist für Juli - Dezember 2003 eine sechsteilige Miniserie mit dem Titel Formerly Known as the Justice League geplant, in sich Keith Giffen, J.M. DeMatteis und Kevin Maguire (!) noch einmal ihrer einstigen „Schützlinge“ Blue Beetle, Booster Gold, Captain Atom, Fire, Elongated Man, L-Ron sowie Mary Marvel (als Ersatz für ihren Bruder Captain Marvel) annehmen werden.

Das fünfte (sechste?) und definitve Crossover - jetzt aber!

Ein bereits wieder hoffnungslos veraltetes Promo-Bild - man beachte Green Lanterns und Aquamans Kostüme.Nachdem Joe Quesada im August 2000 zum neuen Marvel-Chefredakteur befördert worden war, machte sich dieser sogleich daran, einen neuen Anlauf des JLA/Avengers-Projektes in Angriff zu nehmen. Nachdem er erst einmal die Hintergründe des Scheiterns des ersten Crossovers geklärt hatte, nahm er Kontakt zu DC-Chefredakteur Mike Carlin auf, um endlich einen Schlußstrich unter die vergangenen achtzehn Jahre zu ziehen und ein neues JLA/Avengers-Crossover in die Wege zu leiten, das diesmal tatsächlich erscheinen sollte.

So wurde am 2. März 2001 auf der MegaCon in Orlando, Florida offiziell eine vierteilige JLA/Avengers-Miniserie angekündigt. Als Autor war Kurt Busiek ausgewählt worden, der zum damaligen Zeitpunkt Autor der Avengers gewesen war und in den 80ern auch schon vier Justice League of America-Hefte geschrieben hatte und damit - neben Steve Englehart, Roy Thomas, Gerry Conway und Mark Waid - zu den fünf Autoren gehört, die schon mit beiden Serien Erfahrungen hatten sammeln können. Waid wiederum, ein guter Freund Busieks, war zwar ursprünglich als Co-Autor vorgesehen gewesen, konnte jedoch aufgrund anderweitiger Verpflichtungen (ein Exklusivvertrag mit dem Verlag CrossGen) nur als Berater fungieren.

Bei der Wahl des Zeichners dagegen kannten die Verlage, genau wie die Fans, keine Kompromisse, nur George Pérez kam dafür in Frage. Zwar hatte dieser soeben einen Exklusivvertrag mit CrossGen abgeschlossen, doch hatte er - in weiser Voraussicht - eine Klausel einbauen lassen, die ihn im Falle des Zustandekommens des Projektes vorübergehend von seinen Pflichten entband. Aufgrund seiner schier unglaublichen Liebe zum Detail, diversen (kleineren) Veränderungen bezüglich der Figuren sowie seiner Krankheit (Pérez leidet seit Jahren unter schwerer Diabetes) kam er jedoch nicht annähernd so schnell voran wie erwartet, und nachdem nach einem Jahr sein Vertrag mit CrossGen wieder in Kraft getretenen war, dauert es nun noch einmal länger, bis das Werk endlich fertiggestellt ist und wir es - das erste Heft wird im September 2003 erscheinen - endlich in den Händen werden halten können.


Weiter geht es mit der Justice League und den Rächern in Deutschland.


Torsten B. Abel


Dieser Text darf nicht ohne vorherige Genehmigung in andere Seiten eingebunden oder sonstwie veröffentlicht werden.

Die Coverabbildung zu The Avengers (vol. 3) #1 wurde zur Verfügung gestellt von Vu Nguyen und seiner George Pérez-Fanseite.

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