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Anmerkungen Heft 1
Rezension Heft 2
Anmerkungen Heft 2
Rezension Heft 3
Anmerkungen Heft 3 (Cover)
Anmerkungen Heft 3 (Inhalt)
Rezension Heft 4
Anmerkungen Heft 4
Rezension Hardcover
Bericht Teil 1: 1941 - 1972
Bericht Teil 2: 1972 - 1985
Bericht Teil 3: 1984 - 1997
Bericht Teil 4: 1996 - 2003
Bericht Deutschland
Original-Crossover
Kurt Busiek
George Pérez
Tom Smith

     


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JLA/Avengers

Teil 2: 1972 - 1985


Helden im Wandel der Zeit

Die Doppelhochzeit des Jahrhunderts.Roy Thomas’ Nachfolger als Autor der Avengers wurde Steve Englehart. Dieser beschäftigte sich unter anderem mit der Liebe zwischen der Scarlet Witch und dem Androiden Vision sowie zwischen dem einstigen Schurken Swordsman und der geheimnisvollen Mantis, einem mehrteiligen Kampf der Rächer mit den Hauptfiguren der ebenfalls von ihm geschriebenen Serie The Defenders und schrieb schließlich mit „Celestial Madonna“ eine riesige, mehrteilige Saga, die sich neben der Hauptserie auch durch die Mitte 1974 gestartete, gemeinsam mit Roy Thomas geschriebene Begleitserie Giant-Size Avengers (ein Versuch Marvels, die jährlichen „Annuals“ durch vierteljährliche „Giant Size“-Hefte zu ersetzen; wie auch den „Giant Size“-Heften von Spider-Man, den X-Men, den Defenders, den Fantastic Four und dem alleine schon aufgrund des Titels legendären Giant-Size Man-Thing war den Giant-Size Avengers ebenfalls kein langes Leben beschieden) zog und schließlich in Giant-Size Avengers #4 (Juni 1975) mit der Hochzeit von Vision und der Scarlet Witch endete. Und während mit dem von den X-Men bekannten Beast mal wieder ein neues Mitglied zu den Rächern stieß, gab mit Heft 141 (November 1975) eine weitere (im Nachhinein) wichtige Person ihren Einstand: Der neue Zeichner George Pérez.

Pünktlich zur Jubiläumsnummer 150 (August 1976) wurde die Zusammensetzung des Teams einmal mehr von Grund auf umgestaltet, was auch für das Kreativteam galt, denn Englehart nahm seinen Hut als Autor und wurde für die nächsten Monate durch Gerry Conway ersetzt, der den totgeglaubten Wonder Man zurückbrachte und den Rächern beitreten ließ.

Trauer um einen unbekannten Helden.Derweil übernahm pünktlich mit Heft 100 (August 1972) Len Wein die Justice League of America. Nach seinem Eröffnungsdreiteiler, der „Seven Soldiers of Victory“-Saga, in deren Verlauf Zatanna, der Elongated Man und Metamorpho dem Team beitraten, folgte neben einem weiteren Team-Up mit der Justice Society der erste Auftritt der kriminellen Injustice Gang of the World, die erste Begegnung der Justice League mit John Stewart, Hal Jordans „Vertretung“ als Green Lantern, sowie die Aufnahme des Red Tornado ins Team.

Nachdem Wein die Serie bereits mit Heft 115 (Februar 1975) wieder verlassen hatte, wurden die nächsten Ausgaben von Cary Bates und Elliot S! Maggin geschrieben, die auch selbst (!) in einem Zweiteiler mit der Justice Society auftraten, bis sich mit Heft 125 (Dezember 1977) erstmals Gerry Conway der Serie annahm und sich im Laufe der nächsten Ausgaben mit Marty Pasko abwechselte.

Das zweite Crossover - mehr oder weniger

Willkommen in Rutland, der Stadt, in der sich Marvel- und DC-Helden die Klinke in die Hand geben.Inzwischen hatte sich auch ein zweites Quasi-Crossover zwischen den Rächern und der Justice League ereignet. Im Dezember 1972/Januar 1973 spielten gleich drei Hefte in der Stadt Rutland, Vermont, in der in der „realen Welt“ seit 1965 zu Halloween „Comic-Paraden“ abgehalten werden. In Amazing Adventures feat. The Beast #16, Justice League of America #103 und The Mighty Thor #207 traten jeweils die Autoren Steve Englehart, Gerry Conway sowie Len und Glynis Wein auf, die diese Hefte geschrieben hatten. Alle drei Hefte ergeben, hintereinander gelesen, eine zusammenhängende Geschichte, in der unter anderem mehrfach Engleharts Auto abhanden kommt.

Die Super-Freunde

Super-nett zu Super-Freunden, super-fies zu Super-Feinden...Im Jahr 1973 schaffte es die Justice League sogar auf die Fernsehschirme, in Form der von den Hanna Barbera-Studios produzierten, kindergerechten Zeichentrickserie The Super Friends, die auf dem Sender ABC ausgestrahlt wurde und in der Superman, Batman und Robin, Aquaman, Wonder Woman sowie die Teenager Wendy und Marvin und Rex, der Superhund, wunderbar kitschige Abenteuer erlebten, die natürlich jedesmal mit einer Holzhammer-Moral endeten. Gastauftritte bekannter DC-Helden wie Flash oder Plastic Man waren keine Seltenheit.

Die Serie wurde 1975 nach zwei Staffeln wieder eingestellt, erhielt jedoch 1977 eine Fortsetzung namens The All-New Super Friends Hour. Wendy, Marvin und Rex wurden nunmehr durch die nicht minder lächerlichen „Wonder TwinsJayna und Zan und ihren Affen Gleek ersetzt, die später tatsächlich den Sprung ins Comic-Universum (in der Serie Extreme Justice) schaffen sollten. Durch möglichst „komische“ Handlungen wurde versucht, vor allem die jüngeren Zuschauer anzusprechen. 1977 produzierte Hanna Barbera darüber hinaus zwei je einstündige TV-Specials mit richtigen Schauspielern, die unter dem Titel Challenge of the Superheroes auf NBC ausgestrahlt wurden. Darin erhielten Adam West und Burt Ward die Gelegenheit, noch einmal in ihre alten Kostüme als Batman und Robin zu schlüpfen.

1978 folgte dann Challenge of the Super Friends. Nunmehr ohne die „Wonder Twins“, bekamen es die Helden diesmal mit der Legion of Doom zu tun, die von Lex Luthor angeführt wurde. 1979 hieß die Serie wiederum The World’s Greatest Super Friends, in der die „Wonder Twins“ zurückkehrten, während die Legion of Doom keine Rolle mehr spielte. Von 1980 bis 1984 liefen Wiederholungen der alten Folgen die Serie wieder unter dem schlichten Titel The Super Friends, 1984 folgten dann neue Folgen unter dem Titel Superfriends: The Legendary Super Powers Show, neuer Hauptgegner war nunmehr Darkseid.

Den Abschluß bildete schließlich von 1985-1986 The Superpowers Team: Galactic Guardians. Unterstützt durch bekannte Comichelden wie Green Lantern, den Flash und Cyborg von den Teen Titans, stellte diese Inkarnation der „Super Friends“ die wohl originalgetreuste Adaption der Comic-Vorlage dar.

Goldene Zeiten

Der Niedergang eines Helden.Mit Heft 158 (April 1977) nahm sich Jim Shooter der Avengers an. Seine Geschichten, die unter anderem von Sal Buscema, John Byrne und George Pérez gezeichnet wurden, handelten von den Kämpfen der Rächer gegen Gegner wie Graviton, den zurückgekehrten Ultron sowie Graf Nefaria. Zu Shooters größten Erfolgen zählt die „Korvac Saga“, die sich durch die Hefte 167 bis 177 (Januar - November 1978) zog.

Zwischenzeitlich schrieben auch Roger Stern und David Michelinie zahlreiche Hefte, letzterer unter anderem den Mehrteiler „Yesterday Quest“, in dessen Verlauf mehr über die Vergangenheit von Quicksilver und der Scarlet Witch enthüllt wurde, sowie Heft 181 (März 1979), in dem der verhaßte Regierungsbeamte Henry Peter Gyrich die Anzahl der aktiven Rächer auf sieben beschränkte, doch es war wiederum Shooter, der die Storyline „The Fall of Henry Pym“ verfaßte, in der das einstige Gründungsmitglied der Rächer aufgrund seines unverantwortlichen Handelns aus dem Team ausgeschlossen wird. Abgeschlossen wurde die Saga dann von Roger Stern in Heft 230 (April 1983).

Das Crime Syndicate ist wieder da...Die Justice League of America wurde derweil vorübergehend von Steve Engelhart, ironischerweise Gerry Conways Vorgänger bei den Avengers, geschrieben, der unter anderem Snapper Carr unter dem Namen „Star-Tsar“ kurzzeitig zum Gegner der Liga werden ließ, bis Conway mit Heft 151 (Februar 1978) endgültig zum festen Autoren der Serie wurde.

Conway versuchte in der Folgezeit, die Justice League wieder zu ihren Wurzeln zurückzuführen, führte Firestorm in die Liga ein und ließ Wonder Woman zurückkehren, machte wieder große Bedrohungen zum Mittelpunkt der Geschichten und schrieb zahlreiche Mehrteiler über und mit Zatanna, der Secret Society of Super-Villains, Despero, Starro und sogar Darkseid. Auch die „böse“ Justice League, das Crime Syndicate von Erde 3, durfte in den Heften 207-209 (Oktober - Dezember 1982) endlich zurückkehren.

Mit Heft 184 (November 1980) gab George Pérez dann seinen Einstand als Zeichner und zeichnete die Serie bis Heft 197 (Dezember 1981). Sein Nachfolger wurde Don Heck, der immerhin bis Heft 216 (Juli 1983) blieb.

Das dritte Crossover - zu schön um wahr zu sein

Super-Man haut die Super-Spinne zu Super-Klump... oder so.Im Jahr 1975 hatten Marvel und DC erstmals ein gemeinsames Heft veröffentlicht, die Comic-Adaption des Filmklassikers The Wizard of Oz. Das Ganze war jedoch in Wahrheit lediglich eine Art „Generalprobe“ für das, was ein Jahr später folgen sollte: The Battle of The Century: Superman vs. The Amazing Spider-Man, das erste Heft, in dem tatsächlich, hochoffiziell, DC- und Marvel-Charaktere aufeinandertrafen. Bald folgten weitere Werke nach demselben Strickmuster, zunächst einmal mehr die Kombination Superman and Spider-Man, gefolgt von Batman vs. The Incredible Hulk (beide 1981) und The Uncanny X-Men and The New Teen Titans (1982).

Das nächste Crossover war eigentlich schon beschlossene Sache, ja, es hätte genaugenommen sogar schon vor X-Men/Teen Titans erscheinen sollen. Als Autor für das von zahlreichen Fans geforderte Crossover Justice League of America & The Avengers war Gerry Conway vorgesehen gewesen, als Zeichner George Pérez, die ja beide schon Erfahrungen mit beiden Teams hatten sammeln können. Die Geschichte sollte davon handeln, daß Kang und der Lord of Time, zwei zeitreisende Gegner der Rächer und der Justice League, das Universum jeweils nach ihren eigenen Vorstellungen neu erschaffen wollten und zu diesem Zweck die Rächer und die Justice League gegeneinander ausspielten. Doch Differenzen zwischen den beiden Chefredakteuren Jim Shooter (Marvel, zum damaligen Zeitpunkt zugleich auch Avengers-Autor) und Dick Giordano (DC) über zweifellos vorhandene Schwächen in Conways Script führten dazu, daß sich bereits die Vorproduktion immer weiter hinauszögerte.

Nachdem Shooter - zweifellos eine der meistgehaßten Personen der Comicszene - Conways ersten Handlungsentwurf schließlich vorliegen hatte, lehnte er diesen ab und ordnete zahlreiche Änderungen an, so war er insbesondere mit dem Ausgang zahlreicher Zweikämpfe und den Charakterisierungen einzelner Figuren unzufrieden. Derweil hatte Pérez aufgrund eines Mißverständnisses bereits mit dem Zeichnen angefangen und nahm seinerseits Änderungen an der Handlung (deren Schwächen auch ihm aufgefallen waren) vor, und so hatte er bereits 21 Seiten fertiggestellt, bevor man ihm mitteilte, daß die Handlung noch überhaupt nicht abgesegnet war.

Nicht wirklich das Cover zu Justice League/Avengers, vielmehr das Covermotiv von David Anthony Kraft's Comics Interview #6 (August 1983).Daraufhin wurde die Geschichte von Roy Thomas (der ja ebenfalls schon für beide Serien geschrieben hatte) so überarbeitet, daß möglichst viele der bereits fertig gezeichneten Seiten verwendet werden konnten (am Ende waren es lediglich eine Seite, die außen vor hätte bleiben sollen, sowie einige wenige Panels, die neu hätten gezeichnet werden müssen), doch obwohl Shooters Wünschen entsprochen worden war, ließ sich dieser nunmehr viel Zeit damit, das überarbeitete Script auch nur zu lesen.

Am Ende wurde das Crossover aufgrund zunehmender Streitigkeiten zwischen den Chefetagen der beiden Verlage wieder abgeblasen und ein verärgerter George Pérez, der sich mittlerweile weigerte, das Crossover fertigzustellen, selbst wenn man sich doch noch über das Script einig werden sollte, wurde für 21 Seiten bezahlt, die nie erschienen. Aufgrund dieser Erfahrung weigerte er sich viele Jahre lang, irgendetwas für Marvel zu zeichnen. Die genauen Hintergründe machten später in verschiedenen Versionen die Runde, und die Verlage schoben sich auf den Redaktionsseiten ihrer Hefte gegenseitig die alleinige Schuld für das Scheitern des Projektes in die Schuhe, ferner wurden auch alle anderen Crossover zwischen DC und Marvel auf Eis gelegt.

Die frühen 80er

Hercules bezieht mächtig Dresche.Mittlerweile war Roger Stern zum regulären Autoren der Avengers geworden und schrieb ihre Abenteuer immerhin ganze fünf Jahre lang, bis er mit Heft 287 (Januar 1988) schließlich aufgrund von Differenzen mit dem zuständigen Redakteur, Mark Gruenwald, gefeuert wurde.

Während dieser fünf Jahre schrieb auch Stern zahlreiche Geschichten, die heute als Klassiker gelten, darunter einen Mehrteiler über den Schurken Kang, einen weiteren Mehrteiler, in der sich der Android Vision selbst zu einer großen Gefahr für die Welt entwickelt, die vierteilige Miniserie The X-Men vs. The Avengers (April - Juli 1987) sowie seine letzten beiden großen Storylines „The Mansion Siege“ (auch bekannt als „Avengers Under Siege“), in der die „Meister des Bösen“ das Hauptquartier der Rächer stürmen und dabei Jarvis und Hercules schwer verletzen (was noch Jahre später Auswirkungen haben sollte, unter anderem auf die Serie Thunderbolts), und „Assault on Olympus“.

Während seiner Zeit als Rächer-Autor machte Stern zahlreiche neue Mitglieder zu wichtigen Bestandteilen des Teams, darunter She-Hulk, Starfox, den Black Knight, den Neffen des verstorbenen gleichnamigen Superschurken, Namor, den intriganten Dr. Druid sowie die von ihm selbst für das Amazing Spider-Man Annual #16 (1982) geschaffene neue Heldin namens Captain Marvel (die heute unter dem Namen Photon bekannt ist). Stern als Zeichner zur Seite stand lange Zeit der schier unermüdliche John Buscema.

Justice League of America, Version 2.0.Die Justice League of America blieb derweil weiterhin in der Hand des nicht minder unermüdlichen Gerry Conway. Gemeinsam mit dem neuen Zeichner Chuck Patton versuchte er, das Team zu verjüngen. Im Justice League of America Annual #2 (1984) wurde die Justice League aufgelöst, nachdem die Mitglieder in Heft 230 (September 1984) nicht auf einen Notruf reagiert hatten, und Aquaman gründete gemeinsam mit dem Martian Manhunter, dem Elongated Man, Vibe, Vixen, Steel, Gypsy und Zatanna ein neues Team.

Etwas Besonderes stellten derweil im Nachhinein die Hefte 224, 231 und 232 (März, Oktober & November 1984) sowie 240 (Juli 1985) dar: Geschrieben wurden sie nämlich von einem Gastautoren, einem jungen Kurt Busiek.

Conways neues Team kam bei den Lesern überhaupt nicht an, die neuen Mitglieder konnten trotz der Rückkehr altbekannter Gegner wie Despero und Amazo ihren Vorgängern nicht das Wasser reichen, und so gingen die Verkaufszahlen rapide in den Keller. Auch der neue Zeichner Luke McDonnell (ab Heft 245, Dezember 1985) und der neue Autor Jean Marc DeMatteis (ab Heft 256, November 1986) konnten den Niedergang der Justice League nicht mehr verhindern.

Die Krise

Krise auf Erde 1... und auf Erde 2... und auf Erde 3...Von April 1985 bis März 1986, pünktlich zum 50. Geburtstag von DC, erschien die zwölfteilige Maxiserie Crisis on Infinite Earths (in Anlehnung an die alten Justice League/Justice Society-Crossover, die ja immer Titel wie „Crisis on Earth 2“ etc. getragen hatten), geschrieben von Marv Wolfman und gezeichnet von George Pérez, in deren Verlauf sämtliche Parallelerden des DC-Multiversums zu einer einzigen Erde verschmolzen. Damit wollte man das überaus komplexe DC-Universum einheitlicher und vor allem übersichtlicher gestalten.

In der Folge wurden die Ursprungsgeschichten zahlreicher Helden modernisiert oder sogar völlig neu geschrieben. John Byrne verhalf Superman in der sechsteiligen Miniserie Man of Steel (Oktober - Dezember 1986) zu einem Quasi-Neustart, Frank Miller modifizierte Batmans Herkunftsgeschichte im Vierteiler „Batman: Year One“ (Batman #404-407, Februar - Mai 1987), und George Pérez selbst verknüpfte Wonder Woman in ihrer neuen Serie (ab Februar 1987), die er sowohl schrieb (!) als auch zeichnete, weitaus mehr mit ihren griechischen Wurzeln, als dies vor der Crisis der Fall gewesen war.

Die Entstehung der Liga, Version 2.0.Auch an der Justice League ging die Crisis nicht spurlos vorüber. Nach der neuen DC-Geschichtsschreibung waren Superman und Batman nun keine Gründungsmitglieder mehr, sondern waren dem Team erst später beigetreten. Auch Wonder Woman, die Pérez’ neuer Serie zufolge erst Jahre nach der Gründung der Justice League in die „Welt der Männer“ gekommen war, gehörte nicht mehr zur Urbesetzung. Ihren Platz nahm nunmehr Black Canary ein, die der Liga ursprünglich erst viel später beigetreten war. Demenstprechend wurde die Gründungsgeschichte aus Justice League of America #9 in Secret Origins (vol. 3) #32 (November 1988) von Keith Giffen, Gardner Fox, Peter David und Zeichner Eric Shanower überarbeitet, so hatte Superman in dieser Version der Liga zwar gegen die Appellaxianer geholfen, jedoch das Angebot, der Liga beizutreten, abgelehnt. Der Kampf gegen Xotar aus The Brave and the Bold #29 (Mai 1960) wurde dementsprechend in Action Comics #650 (Februar 1990) nachträglich zur zweiten Begegnung der Justice League mit dem Stählernen umerklärt und später im Superman: The Man of Steel Annual #4 (1995) und in JLA: Year One #7 (Juli 1998) noch mehrfach nacherzählt.

Am Schlimmsten von der Neuschreibung betroffen war zweifellos Hawkman. Dessen Mitgliedschaft in der Liga wurde einige Jahre nach der Crisis dahingehend geändert, als daß es vielmehr der „Golden Age“-Hawkman und seine Frau und Partnerin Hawkgirl von der Justice Society gewesen waren, die einst der Liga beigetreten waren. Zwischenzeitlich war ein Hochstapler als zweiter Hawkman ebenfalls Mitglied der Liga gewesen, während der „neue“ Hawkman der Liga erst beitrat, nachdem er im Zuge des Crossovers Zero Hour (September 1994) mit dem ersten Hawkman verschmolzen war. Im Laufe der Zeit wurde die Figur dann derart kaputtgeschrieben, daß sich DC schließlich entschloß, ihn „sterben“ zu lassen und ins Comic-Limbo zu verbannen, aus dem er erst vor wenigen Jahren in der neuen JSA-Serie wieder zurückkehrte.

Kann man einen Krieg wirklich geheimhalten?Auch bei Marvel hatte es inzwischen eine, nein, sogar zwei Miniserien gegeben, die (fast) alle der damaligen Helden in einer Geschichte vereinten. Sowohl der Dreiteiler Marvel Super Hero Contest of Champions (Juni - August 1982) von Mark Gruenwald, Bill Mantlo, Steven Grant und John Romita jr. als auch die zwölfteilige Maxiserie Marvel Super-Heroes: Secret Wars (Mai 1984 - April 1985) von Jim Shooter, Mike Zeck und Bob Layton waren jedoch vergleichsweise eher belanglose Prügelorgien mit Überlänge denn eine Saga von Crisis-ähnlichen Ausmaßen. Dennoch sorgten die drei Geschichten dafür, daß sowohl Marvel als auch DC fortan in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen derartige „Mega-Crossover“ stattfinden ließen.


Weiter geht es in Teil 3.


Torsten B. Abel


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