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JLA/Avengers


Sie vereinen die Tapferen und die Mutigen.
Sie sind DCs Superheldenteam Nr. 1.
Sie sind die Justice League of America.

Sie bilden das Team der mächtigsten Helden der Welt.
Sie sind Marvels All-Star-Superheldenteam.
Sie sind die ruhmreichen Rächer.

Jetzt endlich gemeinsam in einem riesigen Crossover - ab September 2003!

Grund genug, einmal die lange, verworrene Geschichte der beiden Teams zusammenzufassen...


Die Anfänge

Im Grunde begann alles mit der Justice Society of America. Das erste aller Superheldenteams, das von 1941 bis 1951, während des sogenannten „Golden Age“ der Superhelden, in DCs All-Star Comics auftrat, war der Vorläufer aller späteren Zusammenschlüsse kostümierter Helden.

Nachdem in den späten 50er Jahren Flash (in Showcase #4, September, 1956) und Green Lantern (Showcase #22, Oktober 1959) - mit neuen Kostümen und Geheimidentitäten ausgestattet - erfolgreich reaktiviert worden waren und damit ein Revival der Superhelden, das sogenannte „Silver Age“, ausgelöst hatten, entschloss sich der Redakteur Julius Schwartz, dasselbe auch mit der Justice Society zu versuchen.

Er nahm die zu jener Zeit bekanntesten und erfolgreichsten Helden - Superman, Batman und Wonder Woman, die drei großen Überlebenskünstler des „Golden Age“, die Neuauflagen von Flash und Green Lantern sowie Aquaman und den Martian Manhunter (gewissermaßen der erste neue Held des „Silver Age“), die zu jener Zeit ebenfalls regelmäßig eigene Abenteuer erlebten - und machte aus ihnen kurzerhand ein Team. Was den Namen anging, gefiel ihm der seiner Meinung nach zu „exklusive“ Ausdruck „Society“ („Gesellschaft“) nicht, er bevorzugte „League“ („Liga“ wie in „Baseball-Liga“), da er glaubte, daß die Leser sich damit besser identifizieren könnten.

In den Heften 28 bis 30 der „Try-Out“-Reihe The Brave and The Bold (März - Juli 1960) feierte die Justice League of America ihr Debüt und bekam aufgrund des großen Erfolges noch im November desselben Jahres ihre eigene Serie. Fester Bestandteil war von Anfang an der Jugendliche namens Lucas „Snapper“ Carr, das „Ehrenmitglied“ der Justice League, der als Identifikationsfigur für das jüngere Publikum gedacht war.

Das Konzept der Serie war einfach: Es gab irgendeine Bedrohung, die die Helden nur als Team bekämpfen konnten. Im Laufe der Geschichte teilten sie sich in kleinere Gruppen auf, lösten irgendwelche Aufgaben oder bekämpften Handlanger ihres Gegners, um am Ende wieder zusammenzukommen und gemeinsam die Gefahr zu beseitigen.

Superman und Batman tauchten in den ersten Ausgaben kaum auf, da ihre jeweiligen Redakteure befürchteten, daß die Verkaufszahlen ihrer eigenen Serien unter einem übermäßigen Einsatz der beiden Helden in den Abenteuern der Justice League leiden könnten.

Die Geschichten der Justice League wurden anfangs von Gardner Fox geschrieben, der schon für die Abenteuer der Justice Society zuständig gewesen war, während Mike Sekowsky die Zeichnungen übernahm.

Schon bald begannen die Fans auf den Leserbriefseiten der Justice League of America heiße Debatten zu führen, welche neuen Mitglieder ins Team aufgenommen werden sollten. Der erste, dem diese Ehre zuteil wurde, war Green Arrow. Seine Aufnahme ins Team erfolgte in Heft 4 (Mai 1961). Ihm folgte Atom, der in Heft 14 (September 1962) der Liga beitrat. Heft 9 (Februar 1962) berichtete unterdessen in einer Rückblende davon, wie die Liga ursprünglich überhaupt zusammengefunden hatte: So hatten sich die sieben Helden einst zusammengeschlossen, um gemeinsam die Bedrohung durch die außerirdischen Appellaxianer aufzuhalten.

Die ersten Ausgaben der Justice League waren voll von phantastischen Gegnern, von denen viele im Laufe der Jahre dem Team immer wieder das Leben schwermachen sollten, darunter der schurkische Professor Ivo, sein Android Amazo, der tyrannische Despero, der nicht minder gefährliche Kanjar Ro, der bösartige Magier Felix Faust und viele mehr.

Marvel rächt sich

Es dauerte nicht lange, bis auch die Konkurrenz auf die Justice League aufmerksam wurde. Der mittlerweile verstorbene Martin Goodmann, dem seinerzeit der Marvel-Verlag unterstand, wies seinen Redakteur Stan Lee an, eine Serie zu entwickeln, mit der man den Erfolg der Justice League wiederholen könnte. Das Ergebnis, The Fantastic Four, hatte zwar nicht viel mit dem Konzept der Justice League zu tun, aber die Serie war dennoch so erfolgreich, daß auch für Marvel fortan das „Silver Age“ anbrach und Lee zahlreiche neue Helden wie den unglaublichen Hulk, Spider-Man, Thor, Iron Man und - ein wenig später - die X-Men ins Leben rief.

Doch noch immer spukte in Lees Kopf das Konzept des „All-Star-Teams“ herum. So entschloss man sich schließlich, einige der erfolgreichsten Marvel-Solohelden, die im Fahrwasser der Fantastischen Vier auf den Markt gekommen waren, in einem weiteren Team zusammenzufassen. Iron Man, der Donnergott Thor sowie Ant-Man und dessen Gefährtin Wasp waren waren geradezu ideale Kandidaten. Um das Konfliktpotential zu erhöhen, wurde auch der unglaubliche Hulk ins Team aufgenommen, dessen Serie kurz zuvor nach nur sechs Ausgaben wieder eingestellt worden war.

Was den Namen des Teams anging, so hatte einmal mehr Lee den entscheidenden Einfall: Es sollte sich dabei um Helden handeln, die „Unrecht vergelten“, „Verbrechen rächen“ sollten - was lag da also näher als „The Avengers“ - „Die Rächer“?

Die erste Ausgabe von The Avengers erschien mit Coverdatum von September 1963 und erzählte davon, wie die fünf Helden gemeinsam einen Plan von Thors bösem Bruder Loki vereitelten und anschließend beschlossen, fortan ein Team zu bilden. Als Gegenstück zu Snapper Carr wechselte gemeinsam mit dem Hulk dessen Begleiter Rick Jones zu den Rächern und spielte sogar eine maßgebliche Rolle bei der Gründung des Teams. Geschrieben wurde die Serie anfangs von Stan Lee, gezeichnet von Jack Kirby - ein bewährtes Team, das für nahezu alle wichtigen Marvel-Hefte aus dieser Zeit verantwortlich zeichnete.

In Heft 2 (November 1963) präsentierte Ant-Man seine bereits aus Tales to Astonish #49 (November 1963) bekannte neue Identität als Giant-Man, in der folgenden Ausgabe verbündete sich der Hulk mit dem einstigen „Golden Age“-Helden Namor, dem Sub-Mariner gegen seine Teamkameraden und wurde in Heft 4 (März 1964) schließlich durch Captain America, einen weiteren reanimierten „Golden Age“-Helden, ersetzt.

Die Gegner der ersten Ausgaben waren unter anderem der Nazi-Kriegsverbrecher Baron Zemo und seine „Meister des Bösen“, der Zeitreisende Kang, sein - wie sich später herausstellen sollte - zukünftiges Ich Immortus sowie Wonder Man, der sich am Ende jedoch (scheinbar) für die Rächer opferte.

In Heft 10 (November 1964) schließlich verwendete Thor erstmals den Schlachtruf „Avengers Assemble!“ („Rächer sammeln!“), der innerhalb kürzester Zeit das Markenzeichen des Teams werden sollte und es bis heute ist.

Die Rückkehr der Justice Society

Die Justice League bekam derweil mit Hawkman, einem weiteren „wiederbelebten“ Helden des „Golden Age“, ein neues Mitglied. Damit hatte das Team eine Zusammensetzung erreicht, die heute unter Fans generell als „klassische“ Justice League gilt. In den Heften 21 und 22 (August - September 1963) war es derweil dazu gekommen, daß - basierend auf einer ein Jahr zuvor erschienenen Geschichte in Flash #123 (September 1962) - die Justice Society of America zurückkehrte, die - so wie man im Verlauf der Geschichte erfuhr - tatsächlich auf einer parallelen Erde, der sogenannten „Erde 2“, lebte.

Diese Geschichte etablierte die Tradition der Justice League/Justice Society-Crossover, die fortan jedes Jahr stattfinden sollten. Das zweite Treffen in den Heften 29 und 30 (August - September 1964) führte außerdem das schurkische „Crime Syndicate“, eine böse Version der Justice League von einer weiteren Parallelerde, der „Erde 3“, ein. Die weiteren Gegner aus jener Zeit beinhalteten so phantastische Gestalten wie Chronos, den Key, die Royal Flush Gang, Dr. Destiny, den Shaggy Man und die Queen Bee.

Mit Ausgabe 63 (Juni 1968) verließ Zeichner Mike Sekowsky die Justice League und wurde durch Dick Dillin ersetzt. Nur zwei Ausgaben später nahm auch Autor Gardner Fox aufgrund von Differenzen mit Chefredakteur Julius Schwartz seinen Hut und verließ nicht nur die Serie, sondern kehrte gleich dem DC-Verlag an sich den Rücken zu. Seinen Platz nahm nun Dennis „Denny“ O“Neil ein, der Jahre später die treibende Kraft hinter den Batman-Serien werden sollte.

Veränderungen

Auch bei den Rächern blieben die Kreativen nicht ewig. Nachdem Zeichner Jack Kirby die Serie nach nur acht Ausgaben wieder verlassen hatte, trat Don Heck seine Nachfolge an. Auch die Rächer selbst machten zahlreiche Veränderungen durch, so verließen mit Thor, Iron Man, Giant-Man und Wasp sämtliche Gründungsmitglieder vorübergehend das Team - zu jener Zeit ein absolutes Novum.

Ihre Nachfolger wurden in Heft 16 (Mai 1965) Hawkeye sowie die Zwillinge Quicksilver und Scarlet Witch, die ihre ersten Auftritte als Gegner von Iron Man bzw. den X-Men gehabt und erst später die Seiten gewechselt hatten. Der Grund dafür war unter anderem, daß man bei Marvel der Meinung war, daß es besser sei, unbekanntere Charaktere bei den Rächern auftreten zu lassen statt solchen, die bereits ihre eigenen Serien hatten. Seinen ersten Auftritt hatte inzwischen auch Edwin Jarvis, der in Tales of Suspense #59 (November 1964) als sympathischer Butler und enger Vertrauter der Rächer eingeführt worden war und beginnend mit The Avengers #16 zur regulären Nebenfigur wurde.

Mit Heft 37 (Februar 1967) nahm schließlich auch Stan Lee seinen Hut. Der neue Autor Roy Thomas, der bald darauf mit John Buscema einen neuen Zeichner zur Seite bekam, machte die Rächer populärer denn je. Thomas gab Hank Pym, dem früheren Giant-Man, die neue Identität des Goliath, machte den griechischen Gott Hercules und den afrikanischen Superhelden Black Panther zu Mitgliedern, ließ die einstige Schurkin Black Widow zur Verbündeten des Teams werden und führte mit dem bösartigen Roboter Ultron und Wonder Mans Bruder, dem Grim Reaper, zwei der gefährlichsten Gegner der Rächer ein. Ultron wiederum konstruierte einen Androiden namens Vision, der bald darauf ebenfalls den Rächern beitreten sollte.

Auch Thomas’ folgende Geschichten um Hank Pym, der vorübergehend schizophren wurde und sich fortan Yellowjacket nannte, das „Spiel“ zwischen dem Grandmaster und Kang, den Geheimbund Zodiac sowie seine letzte große Storyline, der „Kree/Skrull War“, in dessen Verlauf auch der Kree namens Mar-Vell alias Captain Marvel, dessen eigene Serie ebenfalls von Thomas geschrieben wurde, eine wichtige Rolle spielte (er sollte später lange Zeit zu den Verbündeten der Rächer zählen und wurde nach seinem Tod in der Graphic Novel The Death of Captain Marvel von 1983 sogar posthum zum Mitglied ernannt), zählen unter den Fans zu den besten Geschichten jener Zeit. Mit Heft 104 (1972) verließ Thomas dann die Serie und wurde Marvels neuer Chefredakteur.

Derweil machte auch die Justice League unter Dennis O’Neil zahlreiche Veränderungen durch. O’Neil legte sehr viel Wert auf die Charakterisierung der Figuren, entließ mehrere Mitglieder wie Wonder Woman, den Martian Manhunter und auch Snapper Carr aus dem Team und begann, der bis dato recht farblos gebliebenen Figur des Green Arrow (der bis zum damaligen Zeitpunkt wenig mehr als eine Kopie Batmans gewesen war) einen eigenständigen Charakter zu geben, was sich kurz darauf in den ebenfalls von O’Neil geschriebenen Ausgaben der Serie Green Lantern/Green Arrow noch fortsetzen sollte.

Unter O’Neil begannen Figuren wie Batman und Green Arrow, die über keine Superkräfte verfügten, ihre kräftemäßig überlegenen, nahezu „allmächtigen“ Teamkameraden wie Superman und Green Lantern in Frage zu stellen. Konflikte zwischen den Teammitgliedern über ihre Vorgehensweise - man denke nur an den zutiefst konservativen Hawkman und den personifizierten Liberalen Green Arrow - wurden bald wichtiger als Superschurken oder außerirdische Bedrohungen.

In Heft 75 (November 1969), einem weiteren Justice League/Justice Society-Crossover, verließ Black Canary die Justice Society, wechselte die Erde und schloß sich der Justice League an. Diese Geschichte wurde im Laufe der Zeit mehrfach nachträglich umgeschrieben, so stellte sich mehr zehn Jahre später schließlich heraus, daß es sich bei ihr tatsächlich um die Tochter der ersten Black Canary handelte, die allerdings die Erinnerungen ihrer verstorbenen Mutter besaß und sich daher lange Zeit für diese gehalten hatte. Mit Heft 86 (Dezember 1970) übernahm dann Mike Friedrich die Justice League als Autor und blieb der Serie immerhin ein ganzes Jahr treu. Während dieser Zeit schreib er neben diversen Einzelgeschichten und dem nächsten Justice League/Justice Society-Crossover die dreiteilige „Starbreaker“-Saga.

Das erste Crossover - heimlich, still und leise

Bereits im Jahr 1969 kam es zum ersten, wenn auch inoffiziellen, Aufeinandertreffen der beiden Teams. In The Avengers (vol. 1) #69-70 (Oktober - November 1969) hatte im Zuge des „großen Spiels“ zwischen Kang und dem Grandmaster die Squadron Sinister ihren ersten Auftritt, deren Mitglieder - der superstarke Hyperion, der düstere Nighthawk, der superschnelle Whizzer sowie der mit Energiekräften ausgestattete Dr. Spectrum - starke Ähnlichkeit mit Mitgliedern der Justice League hatten.

Ein nunmehr von beiden Seiten vollzogenes, ebenfalls inoffizielles Crossover erfolgte dann zwei Jahre später. In The Avengers #85 und #86 (Februar - März 1971) gerieten Quicksilver, die Scarlet Witch, Thor und Goliath auf eine Parallelerde, die sogenannte „Erde S“ (nicht zu verwechseln mit DCs Prä-Crisis-„Erde S“, auf der die Marvel-Familie [sic!] beheimatet war) und begegneten dort dem Heldenteam jener Welt, der Squadron Supreme. Da diese dieselben Namen und Kostüme trugen wie die Mitglieder der Squadron Sinister (von denen sich später herausstellen sollte, daß sie nach dem Vorbild der Squadron Supreme geschaffen worden waren), hielten die Rächer sie zunächst für eben jene Schurken und bekämpften sie, verbündeten sich jedoch wenig später mit ihnen und besiegten gemeinsam den schurkischen Brain-Child (eine Art Gegenstück zum Justice League-Gegner Hector Hammond).

Auch mit den Mitgliedern der Squadron Supreme, die in diesen beiden Heften auftraten, verwiesen Thomas und Buscema wieder auf die Justice League: So führten sie neben den bereits bekannten Figuren Hyperion, Nighthawk, Whizzer und Dr. Spectrum Hawkeye (Green Arrow), Tom Thumb (Atom), den American Eagle (Hawkman) und Lady Lark (Black Canary) ein.

Ebenfalls noch im Februar 1971 erschien Justice League of America #87 von Mike Friedrich, Julius Schwartz und Dick Dillin. In diesem Heft bekamen die Titelhelden Besuch von den Helden vom Planeten Angor (die im Nachhinein Namen wie „Assemblers“ und „Justifiers“ verpaßt bekamen). Das Team bestand aus Wandjina (Thor), Jack B. Quick (Quicksilver), der Silver Sorceress (Scarlet Witch) und Blue Jay (Yellowjacket) und beabsichtigte, diejenigen zu vernichten, die ihre eigene Welt zerstört hatten. Einen Gastauftritt in diesem Heft hatte außerdem Zatanna, die einige Zeit später der Justice League beitreten sollte.

Die Mitglieder der Squadron Sinister gingen nach weiteren Auftritten in The Defenders #13-14 (Mai - Juli 1974) sowie in Giant-Size Defenders #4 (April 1975) eigene Wege. Dr. Spectrum trat gegen Iron Man an, wechselte in einen neuen Körper und starb kurz darauf, Hyperion traf mehrmals auf sein Gegenstück von der Squadron Supreme (das erste mal in The Mighty Thor [vol. 1] #280 [Februar 1979] in einer Geschichte, die - in Anlehnung an die klassischen Justice League/Justice Society-Crossover - den Titel „Crisis on Twin Earths!“ trug) und starb schließlich auch, Nighthawk wurde ehrlich, trat den Defenders bei und starb später ebenfalls, und nur der Whizzer, der unter dem neuen Namen Speed Demon zu einem Gegner Spider-Mans wurde, überlebte bis heute.

Die Squadron Supreme dagegen hatte im Laufe der Zeit noch zahlreiche Auftritte, neben einem weiteren Kampf gegen die Rächer in The Avengers #141 (November 1975) und einem Vierteiler in The Defenders #112-115 (Oktober 1982 - Januar 1983), in dem unter anderem Power Princess (Wonder Woman) und Arcanna (Zatanna) eingeführt wurden, dürfte der wohl bekannteste die zwölfteilige Maxiserie Squadron Supreme (September 1985 - August 1986), geschrieben vom mittlerweile verstorbenen Mark Gruenwald, sein, die heute als Vorbild sowohl für Mark Waids und Alex Ross’ Miniserie Kingdom Come als auch für Warren Ellis’ Stormwatch-Serie gilt. Die Squadron entwickelte sich bald von einer simplen Kopie der Justice League zu einem Team mit einer eigenständigen, vielschichtigen Geschichte, auch wenn die Mitglieder unter vielen Autoren allzu oft als simple Prügelknaben herhalten mußten und aus den fadenscheinigsten Gründen - zumeist aufgrund irgendwelcher Mißverständnisse und/oder unter dem Einfluß geistiger Kontrolle - gegen die Marvel-Helden antreten mußten, zuletzt in The Avengers (vol. 3) #5-6 (Juni - Juli 1998).

Auch die Assemblers durften in den späten 80er und frühen 90er Jahren mehrmals zurückkehren, unter anderem in Justice League #2-3 (Juni - Juli 1987) und in Justice League Quarterly #3 (Sommer 1991), letzteres enthielt zudem zahlreiche weitere Anspielungen auf die Marvel Comics. Spätere Auftritte von Blue Jay, der Silver Sorceress (die beide der Justice League beitraten) und ihren Gegnern, den bösartigen Extremists, verzichteten dagegen auf jegliche Verweise auf die Marvel Comics und setzten die Figuren statt dessen als „normale“ Charaktere ein.

Helden im Wandel der Zeit

Roy Thomas’ Nachfolger als Autor der Avengers wurde Steve Englehart. Dieser beschäftigte sich unter anderem mit der Liebe zwischen der Scarlet Witch und dem Androiden Vision sowie zwischen dem einstigen Schurken Swordsman und der geheimnisvollen Mantis, einem mehrteiligen Kampf der Rächer mit den Hauptfiguren der ebenfalls von ihm geschriebenen Serie The Defenders und schrieb schließlich mit „Celestial Madonna“ eine riesige, mehrteilige Saga, die sich neben der Hauptserie auch durch die Mitte 1974 gestartete, gemeinsam mit Roy Thomas geschriebene Begleitserie Giant-Size Avengers (ein Versuch Marvels, die jährlichen „Annuals“ durch vierteljährliche „Giant Size“-Hefte zu ersetzen; wie auch den „Giant Size“-Heften von Spider-Man, den X-Men, den Defenders, den Fantastic Four und dem alleine schon aufgrund des Titels legendären Giant-Size Man-Thing war den Giant-Size Avengers ebenfalls kein langes Leben beschieden) zog und schließlich in Giant-Size Avengers #4 (Juni 1975) mit der Hochzeit von Vision und der Scarlet Witch endete. Und während mit dem von den X-Men bekannten Beast mal wieder ein neues Mitglied zu den Rächern stieß, gab mit Heft 141 (November 1975) eine weitere (im Nachhinein) wichtige Person ihren Einstand: Der neue Zeichner George Pérez.

Pünktlich zur Jubiläumsnummer 150 (August 1976) wurde die Zusammensetzung des Teams einmal mehr von Grund auf umgestaltet, was auch für das Kreativteam galt, denn Englehart nahm seinen Hut als Autor und wurde für die nächsten Monate durch Gerry Conway ersetzt, der den totgeglaubten Wonder Man zurückbrachte und den Rächern beitreten ließ.

Derweil übernahm pünktlich mit Heft 100 (August 1972) Len Wein die Justice League of America. Nach seinem Eröffnungsdreiteiler, der „Seven Soldiers of Victory“-Saga, in deren Verlauf Zatanna, der Elongated Man und Metamorpho dem Team beitraten, folgte neben einem weiteren Team-Up mit der Justice Society der erste Auftritt der kriminellen Injustice Gang of the World, die erste Begegnung der Justice League mit John Stewart, Hal Jordans „Vertretung“ als Green Lantern, sowie die Aufnahme des Red Tornado ins Team.

Nachdem Wein die Serie bereits mit Heft 115 (Februar 1975) wieder verlassen hatte, wurden die nächsten Ausgaben von Cary Bates und Elliot S! Maggin geschrieben, die auch selbst (!) in einem Zweiteiler mit der Justice Society auftraten, bis sich mit Heft 125 (Dezember 1975) erstmals Gerry Conway der Serie annahm und sich im Laufe der nächsten Ausgaben mit Marty Pasko abwechselte.

Das zweite Crossover - mehr oder weniger

Inzwischen hatte sich auch ein zweites Quasi-Crossover zwischen den Rächern und der Justice League ereignet. Im Dezember 1972/Januar 1973 spielten gleich drei Hefte in der Stadt Rutland, Vermont, in der in der „realen Welt“ seit 1965 zu Halloween „Comic-Paraden“ abgehalten werden. In Amazing Adventures feat. The Beast #16, Justice League of America #103 und The Mighty Thor #207 traten jeweils die Autoren Steve Englehart, Gerry Conway sowie Len und Glynis Wein auf, die diese Hefte geschrieben hatten. Alle drei Hefte ergeben, hintereinander gelesen, eine zusammenhängende Geschichte, in der unter anderem mehrfach Engleharts Auto abhanden kommt.

Die Super-Freunde

Im Jahr 1973 schaffte es die Justice League sogar auf die Fernsehschirme, in Form der von den Hanna Barbera-Studios produzierten, kindergerechten Zeichentrickserie The Super Friends, die auf dem Sender ABC ausgestrahlt wurde und in der Superman, Batman und Robin, Aquaman, Wonder Woman sowie die Teenager Wendy und Marvin und Rex, der Superhund, wunderbar kitschige Abenteuer erlebten, die natürlich jedesmal mit einer Holzhammer-Moral endeten. Gastauftritte bekannter DC-Helden wie Flash oder Plastic Man waren keine Seltenheit.

Die Serie wurde 1975 nach zwei Staffeln wieder eingestellt, erhielt jedoch 1977 eine Fortsetzung namens The All-New Super Friends Hour. Wendy, Marvin und Rex wurden nunmehr durch die nicht minder lächerlichen „Wonder TwinsJayna und Zan und ihren Affen Gleek ersetzt, die später tatsächlich den Sprung ins Comic-Universum (in der Serie Extreme Justice) schaffen sollten. Durch möglichst „komische“ Handlungen wurde versucht, vor allem die jüngeren Zuschauer anzusprechen. 1977 produzierte Hanna Barbera darüber hinaus zwei je einstündige TV-Specials mit richtigen Schauspielern, die unter dem Titel Challenge of the Superheroes auf NBC ausgestrahlt wurden. Darin erhielten Adam West und Burt Ward die Gelegenheit, noch einmal in ihre alten Kostüme als Batman und Robin zu schlüpfen.

1978 folgte dann Challenge of the Super Friends. Nunmehr ohne die „Wonder Twins“, bekamen es die Helden diesmal mit der Legion of Doom zu tun, die von Lex Luthor angeführt wurde. 1979 hieß die Serie wiederum The World’s Greatest Super Friends, in der die „Wonder Twins“ zurückkehrten, während die Legion of Doom keine Rolle mehr spielte. Von 1980 bis 1984 liefen Wiederholungen der alten Folgen die Serie wieder unter dem schlichten Titel The Super Friends, 1984 folgten dann neue Folgen unter dem Titel Superfriends: The Legendary Super Powers Show, neuer Hauptgegner war nunmehr Darkseid.

Den Abschluß bildete schließlich von 1985-1986 The Superpowers Team: Galactic Guardians. Unterstützt durch bekannte Comichelden wie Green Lantern, den Flash und Cyborg von den Teen Titans, stellte diese Inkarnation der „Super Friends“ die wohl originalgetreuste Adaption der Comic-Vorlage dar.

Goldene Zeiten

Mit Heft 158 (April 1977) nahm sich Jim Shooter der Avengers an. Seine Geschichten, die unter anderem von Sal Buscema, John Byrne und George Pérez gezeichnet wurden, handelten von den Kämpfen der Rächer gegen Gegner wie Graviton, den zurückgekehrten Ultron sowie Graf Nefaria. Zu Shooters größten Erfolgen zählt die „Korvac Saga“, die sich durch die Hefte 167 bis 177 (Januar - November 1978) zog.

Zwischenzeitlich schrieben auch Roger Stern und David Michelinie zahlreiche Hefte, letzterer unter anderem den Mehrteiler „Yesterday Quest“, in dessen Verlauf mehr über die Vergangenheit von Quicksilver und der Scarlet Witch enthüllt wurde, sowie Heft 181 (März 1979), in dem der verhaßte Regierungsbeamte Henry Peter Gyrich die Anzahl der aktiven Rächer auf sieben beschränkte, doch es war wiederum Shooter, der die Storyline „The Fall of Henry Pym“ verfaßte, in der das einstige Gründungsmitglied der Rächer aufgrund seines unverantwortlichen Handelns aus dem Team ausgeschlossen wird. Abgeschlossen wurde die Saga dann von Roger Stern in Heft 230 (April 1983).

Die Justice League of America wurde derweil vorübergehend von Steve Engelhart, ironischerweise Gerry Conways Vorgänger bei den Avengers, geschrieben, der unter anderem Snapper Carr unter dem Namen „Star-Tsar“ kurzzeitig zum Gegner der Liga werden ließ, bis Conway mit Heft 151 (Februar 1978) endgültig zum festen Autoren der Serie wurde.

Conway versuchte in der Folgezeit, die Justice League wieder zu ihren Wurzeln zurückzuführen, führte Firestorm in die Liga ein und ließ Wonder Woman zurückkehren, machte wieder große Bedrohungen zum Mittelpunkt der Geschichten und schrieb zahlreiche Mehrteiler über und mit Zatanna, der Secret Society of Super-Villains, Despero, Starro und sogar Darkseid. Auch die „böse“ Justice League, das Crime Syndicate von Erde 3, durfte in den Heften 207-209 (Oktober - Dezember 1982) endlich zurückkehren.

Mit Heft 184 (November 1980) gab George Pérez dann seinen Einstand als Zeichner und zeichnete die Serie bis Heft 197 (Dezember 1981). Sein Nachfolger wurde Don Heck, der immerhin bis Heft 216 (Juli 1983) blieb.

Das dritte Crossover - zu schön um wahr zu sein

Im Jahr 1975 hatten Marvel und DC erstmals ein gemeinsames Heft veröffentlicht, die Comic-Adaption des Filmklassikers The Wizard of Oz. Das Ganze war jedoch in Wahrheit lediglich eine Art „Generalprobe“ für das, was ein Jahr später folgen sollte: The Battle of The Century: Superman vs. The Amazing Spider-Man, das erste Heft, in dem tatsächlich, hochoffiziell, DC- und Marvel-Charaktere aufeinandertrafen. Bald folgten weitere Werke nach demselben Strickmuster, zunächst einmal mehr die Kombination Superman and Spider-Man, gefolgt von Batman vs. The Incredible Hulk (beide 1981) und The Uncanny X-Men and The New Teen Titans (1982).

Das nächste Crossover war eigentlich schon beschlossene Sache, ja, es hätte genaugenommen sogar schon vor X-Men/Teen Titans erscheinen sollen. Als Autor für das von zahlreichen Fans geforderte Crossover Justice League of America & The Avengers war Gerry Conway vorgesehen gewesen, als Zeichner George Pérez, die ja beide schon Erfahrungen mit beiden Teams hatten sammeln können. Die Geschichte sollte davon handeln, daß Kang und der Lord of Time, zwei zeitreisende Gegner der Rächer und der Justice League, das Universum jeweils nach ihren eigenen Vorstellungen neu erschaffen wollten und zu diesem Zweck die Rächer und die Justice League gegeneinander ausspielten. Doch Differenzen zwischen den beiden Chefredakteuren Jim Shooter (Marvel, zum damaligen Zeitpunkt zugleich auch Avengers-Autor) und Dick Giordano (DC) über zweifellos vorhandene Schwächen in Conways Script führten dazu, daß sich bereits die Vorproduktion immer weiter hinauszögerte.

Nachdem Shooter - zweifellos eine der meistgehaßten Personen der Comicszene - Conways ersten Handlungsentwurf schließlich vorliegen hatte, lehnte er diesen ab und ordnete zahlreiche Änderungen an, so war er insbesondere mit dem Ausgang zahlreicher Zweikämpfe und den Charakterisierungen einzelner Figuren unzufrieden. Derweil hatte Pérez aufgrund eines Mißverständnisses bereits mit dem Zeichnen angefangen und nahm seinerseits Änderungen an der Handlung (deren Schwächen auch ihm aufgefallen waren) vor, und so hatte er bereits 21 Seiten fertiggestellt, bevor man ihm mitteilte, daß die Handlung noch überhaupt nicht abgesegnet war.

Daraufhin wurde die Geschichte von Roy Thomas (der ja ebenfalls schon für beide Serien geschrieben hatte) so überarbeitet, daß möglichst viele der bereits fertig gezeichneten Seiten verwendet werden konnten (am Ende waren es lediglich eine Seite, die außen vor hätte bleiben sollen, sowie einige wenige Panels, die neu hätten gezeichnet werden müssen), doch obwohl Shooters Wünschen entsprochen worden war, ließ sich dieser nunmehr viel Zeit damit, das überarbeitete Script auch nur zu lesen.

Am Ende wurde das Crossover aufgrund zunehmender Streitigkeiten zwischen den Chefetagen der beiden Verlage wieder abgeblasen und ein verärgerter George Pérez, der sich mittlerweile weigerte, das Crossover fertigzustellen, selbst wenn man sich doch noch über das Script einig werden sollte, wurde für 21 Seiten bezahlt, die nie erschienen. Aufgrund dieser Erfahrung weigerte er sich viele Jahre lang, irgendetwas für Marvel zu zeichnen. Die genauen Hintergründe machten später in verschiedenen Versionen die Runde, und die Verlage schoben sich auf den Redaktionsseiten ihrer Hefte gegenseitig die alleinige Schuld für das Scheitern des Projektes in die Schuhe, ferner wurden auch alle anderen Crossover zwischen DC und Marvel auf Eis gelegt.

Die frühen 80er

Mittlerweile war Roger Stern zum regulären Autoren der Avengers geworden und schrieb ihre Abenteuer immerhin ganze fünf Jahre lang, bis er mit Heft 287 (Januar 1988) schließlich aufgrund von Differenzen mit dem zuständigen Redakteur, Mark Gruenwald, gefeuert wurde.

Während dieser fünf Jahre schrieb auch Stern zahlreiche Geschichten, die heute als Klassiker gelten, darunter einen Mehrteiler über den Schurken Kang, einen weiteren Mehrteiler, in der sich der Android Vision selbst zu einer großen Gefahr für die Welt entwickelt, die vierteilige Miniserie The X-Men vs. The Avengers (April - Juli 1987) sowie seine letzten beiden großen Storylines „The Mansion Siege“ (auch bekannt als „Avengers Under Siege“), in der die „Meister des Bösen“ das Hauptquartier der Rächer stürmen und dabei Jarvis und Hercules schwer verletzen (was noch Jahre später Auswirkungen haben sollte, unter anderem auf die Serie Thunderbolts), und „Assault on Olympus“.

Während seiner Zeit als Rächer-Autor machte Stern zahlreiche neue Mitglieder zu wichtigen Bestandteilen des Teams, darunter She-Hulk, Starfox, den Black Knight, den Neffen des verstorbenen gleichnamigen Superschurken, Namor, den intriganten Dr. Druid sowie die von ihm selbst für das Amazing Spider-Man Annual #16 (1982) geschaffene neue Heldin namens Captain Marvel (die heute unter dem Namen Photon bekannt ist). Stern als Zeichner zur Seite stand lange Zeit der schier unermüdliche John Buscema.

Die Justice League of America blieb derweil weiterhin in der Hand des nicht minder unermüdlichen Gerry Conway. Gemeinsam mit dem neuen Zeichner Chuck Patton versuchte er, das Team zu verjüngen. Im Justice League of America Annual #2 (1984) wurde die Justice League aufgelöst, nachdem die Mitglieder in Heft 230 (September 1984) nicht auf einen Notruf reagiert hatten, und Aquaman gründete gemeinsam mit dem Martian Manhunter, dem Elongated Man, Vibe, Vixen, Steel, Gypsy und Zatanna ein neues Team.

Etwas Besonderes stellten derweil im Nachhinein die Hefte 224, 231 und 232 (März, Oktober & November 1984) sowie 240 (Juli 1985) dar: Geschrieben wurden sie nämlich von einem Gastautoren, einem jungen Kurt Busiek.

Conways neues Team kam bei den Lesern überhaupt nicht an, die neuen Mitglieder konnten trotz der Rückkehr altbekannter Gegner wie Despero und Amazo ihren Vorgängern nicht das Wasser reichen, und so gingen die Verkaufszahlen rapide in den Keller. Auch der neue Zeichner Luke McDonnell (ab Heft 245, Dezember 1985) und der neue Autor Jean Marc DeMatteis (ab Heft 256, November 1986) konnten den Niedergang der Justice League nicht mehr verhindern.

Die Krise

Von April 1985 bis März 1986, pünktlich zum 50. Geburtstag von DC, erschien die zwölfteilige Maxiserie Crisis on Infinite Earths (in Anlehnung an die alten Justice League/Justice Society-Crossover, die ja immer Titel wie „Crisis on Earth 2“ etc. getragen hatten), geschrieben von Marv Wolfman und gezeichnet von George Pérez, in deren Verlauf sämtliche Parallelerden des DC-Multiversums zu einer einzigen Erde verschmolzen. Damit wollte man das überaus komplexe DC-Universum einheitlicher und vor allem übersichtlicher gestalten.

In der Folge wurden die Ursprungsgeschichten zahlreicher Helden modernisiert oder sogar völlig neu geschrieben. John Byrne verhalf Superman in der sechsteiligen Miniserie Man of Steel (Oktober - Dezember 1986) zu einem Quasi-Neustart, Frank Miller modifizierte Batmans Herkunftsgeschichte im Vierteiler „Batman: Year One“ (Batman #404-407, Februar - Mai 1987), und George Pérez selbst verknüpfte Wonder Woman in ihrer neuen Serie (ab Februar 1987), die er sowohl schrieb (!) als auch zeichnete, weitaus mehr mit ihren griechischen Wurzeln, als dies vor der Crisis der Fall gewesen war.

Auch an der Justice League ging die Crisis nicht spurlos vorüber. Nach der neuen DC-Geschichtsschreibung waren Superman und Batman nun keine Gründungsmitglieder mehr, sondern waren dem Team erst später beigetreten. Auch Wonder Woman, die Pérez’ neuer Serie zufolge erst Jahre nach der Gründung der Justice League in die „Welt der Männer“ gekommen war, gehörte nicht mehr zur Urbesetzung. Ihren Platz nahm nunmehr Black Canary ein, die der Liga ursprünglich erst viel später beigetreten war. Demenstprechend wurde die Gründungsgeschichte aus Justice League of America #9 in Secret Origins (vol. 3) #32 (November 1988) von Keith Giffen, Gardner Fox, Peter David und Zeichner Eric Shanower überarbeitet, so hatte Superman in dieser Version der Liga zwar gegen die Appellaxianer geholfen, jedoch das Angebot, der Liga beizutreten, abgelehnt. Der Kampf gegen Xotar aus The Brave and the Bold #29 (Mai 1960) wurde dementsprechend in Action Comics #650 (Februar 1990) nachträglich zur zweiten Begegnung der Justice League mit dem Stählernen umerklärt und später im Superman: The Man of Steel Annual #4 (1995) und in JLA: Year One #7 (Juli 1998) noch mehrfach nacherzählt.

Am Schlimmsten von der Neuschreibung betroffen war zweifellos Hawkman. Dessen Mitgliedschaft in der Liga wurde einige Jahre nach der Crisis dahingehend geändert, als daß es vielmehr der „Golden Age“-Hawkman und seine Frau und Partnerin Hawkgirl von der Justice Society gewesen waren, die einst der Liga beigetreten waren. Zwischenzeitlich war ein Hochstapler als zweiter Hawkman ebenfalls Mitglied der Liga gewesen, während der „neue“ Hawkman der Liga erst beitrat, nachdem er im Zuge des Crossovers Zero Hour (September 1994) mit dem ersten Hawkman verschmolzen war. Im Laufe der Zeit wurde die Figur dann derart kaputtgeschrieben, daß sich DC schließlich entschloß, ihn „sterben“ zu lassen und ins Comic-Limbo zu verbannen, aus dem er erst vor wenigen Jahren in der neuen JSA-Serie wieder zurückkehrte.

Auch bei Marvel hatte es inzwischen eine, nein, sogar zwei Miniserien gegeben, die (fast) alle der damaligen Helden in einer Geschichte vereinten. Sowohl der Dreiteiler Marvel Super Hero Contest of Champions (Juni - August 1982) von Mark Gruenwald, Bill Mantlo, Steven Grant und John Romita jr. als auch die zwölfteilige Maxiserie Marvel Super-Heroes: Secret Wars (Mai 1984 - April 1985) von Jim Shooter, Mike Zeck und Bob Layton waren jedoch vergleichsweise eher belanglose Prügelorgien mit Überlänge denn eine Saga von Crisis-ähnlichen Ausmaßen. Dennoch sorgten die drei Geschichten dafür, daß sowohl Marvel als auch DC fortan in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen derartige „Mega-Crossover“ stattfinden ließen.

Im Westen viel Neues

Inzwischen war Roger Stern auf die Idee gekommen, ein zweites Rächer-Team einzuführen. Im September 1984 erschien das erste Heft einer vierteiligen Miniserie mit dem Titel West Coast Avengers, der - auf Wunsch von Redakteur Mark Gruenwald - im Oktober 1985 eine fortlaufende Serie von Steve Englehart und Al Milgrom folgte, die - nach einem anfänglichen Crossover mit der ebenfalls von Englehart geschriebenen zwölfteiligen Maxiserie The Vision and the Scarlet Witch (vol. 2, Oktober 1985 - September 1986) zum Auftakt - der „Mutterserie“ durchaus das Wasser reichen konnte, was nicht zuletzt auch die alljährlichen Crossover in den Annuals der beiden Serien bewiesen.

Die Westküstenrächer waren ein Ableger der Rächer, die sich an der Westküste der USA, in Los Angeles, Kalifornien, niedergelassen hatten. Anfangs setzten sie sich zusammen aus Hawkeye, Iron Man, Tigra, Wonder Man und Mockingbird, wenig später schloss sich ihnen auch Hank Pym - nunmehr unter seinem bürgerlichen Namen - an. Doch gerade als die Zusammensetzung des Teams mit Hawkeye, Wonder Man, Vision, Scarlet Witch und Mantis eine ereignisreiche Zukunft versprach, wurde Englehart gefeuert.

Mit Heft 42 (März 1989) gab John Byrne seinen Einstand als Autor und Zeichner. Dieser war nach dem Erfolg seines Superman-Reboots mit der Miniserie Man of Steel offenbar überzeugt, fortan jeder Serie, an der er mitarbeite, seinen Stempel aufdrücken zu müssen. So verwandelte er durch die Rückkehr zahlreicher erst kurz zuvor ausgetretener Teammitglieder, die Einführung des unbeliebten Ersatz-Captain America US Agent als neuem Anführer, die Demontage und anschließende „Robotisierung“ Visions und andere eigenwillige Einfälle innerhalb weniger Ausgaben Engleharts Werk - sowohl was die Westküstenrächer als auch die Vision and Scarlet Witch-Maxiserie angeht - in einen regelrechten Scherbenhaufen und machte nebenbei zahlreiche Jahre Charakterentwicklung quasi ungeschehen. Außerdem benannte er die Serie mit Heft 47 (Oktober 1989) in Avengers West Coast um.

Die eigenartigste Kreation Byrnes war jedoch ein kurzzeitig von Hawkeye geführtes Team aus Kanada, das sich - ohne jegliche Legitimation - „Great Lake Avengers“ nannte. Die Figuren sollten in erster Linie der Belustigung der Leser dienen und kehrten vor einigen Jahren in der Serie Thunderbolts unter dem neuen Namen „Lightning Rods“ zurück.

Gerechtigkeit International

Inzwischen waren die Verkaufszahlen der Justice League of America so weit gesunken, daß man sich bei DC zu einem Radikalschnitt gezwungen sah. Die Serie wurde mit Heft 261 (April 1987) eingestellt und Autor J.M. DeMatteis beauftragt, gemeinsam mit Keith Giffen einen Neustart durchzuführen. Im Mai 1987 erschien daraufhin - nach einem ersten Auftritt im sechsten und letzten Heft des Crossovers Legends (März 1987) - die erste Ausgabe der neuen Serie, die anfangs den schlichten Titel Justice League trug.

Unter der Leitung des einflussreichen Maxwell Lord entwickelte sich die neue Justice League, die unter anderem aus Batman, Black Canary, dem Martian Manhunter, Mr. Miracle, Oberon, Captain Marvel, Blue Beetle und Green Lantern (Guy Gardner) bestand, bald zu einer weltweit agierenden Organisation mit Botschaften in aller Welt. Dementsprechend wurde der Titel der Serie mit Heft 7 (November 1987) auch in Justice League International umgeändert.

Von Anfang an überzeugten Giffen und DeMatteis, die zunächst vom Zeichner Kevin Maguire, später von Ty Templeton und Adam Hughes unterstützt wurden, durch einen erfrischend anderen Stil als ihre Vorgänger. Humor stand plötzlich im Mittelpunkt, statt kosmischer Bedrohungen waren nun hauptsächlich Slapstick und interne Streitigkeiten an der Tagesordnung. Insbesondere Guy Gardner, der sich immer wieder mit Batman anlegte (und dementsprechend bereits in Heft 5 [September 1987] von diesem eine Lektion erteilt bekam), das bald unzertrennliche Duo Blue Beetle und Booster Gold sowie der Martian Manhunter, der eine bizarre Sucht nach Oreo-Keksen (!) entwickelte, waren für zahlreiche Lacher gut. In den Heften 18-21 (Oktober 1988 - Januar 1989) hatte schließlich der von Giffen geschaffene Weltraum-Rüpel Lobo einen Gastauftritt und wurde sogar beinahe in die Liga aufgenommen (!), ein wichtiger Schritt auf seinem Weg in Richtung Superhelden-Satire.

Der Erfolg gab Giffen und DeMatteis recht, ihre „Superhelden-Sitcom“ verkaufte sich - zumindest anfangs - außerordentlich gut. Daraufhin kam man bei DC auf die Idee, daß zwei Serien noch besser wären als eine. So erschien im April 1989 die erste Ausgabe der Justice League Europe (ebenfalls von Giffen und DeMatteis), die ihr Hauptquartier in Paris bezog und sich anfänglich aus Captain Atom, dem Flash, Metamorpho, dem Elongated Man, Power Girl, Rocket Red 4, dem Animal Man und Wonder Woman zusammensetzte. Gleichzeitig änderte die Serie Justice League International ihren Namen in Justice League America (ab Heft 26, Mai 1989).

Den Höhepunkt des Ableger-Wahns stellte wohl das Justice League America Annual #4 (1990) dar, in dem die abstruse Justice League Antarctica, bestehend aus den Superschurken (!) Major Disaster, Big Sir, dem Clock King, dem Cluemaster, Mighty Bruce sowie der Silver Surfer-Parodie Scarlet Skier und der recht einfältigen Green Lantern G’Nort, ihren ersten (und glücklicherweise auch letzten) Auftritt hatte. Im Winter desselben Jahres erschien auch die erste Ausgabe der Justice League Quarterly, die, wie der Name schon sagte, vierteljährlich weitere Abenteuer der Justice League präsentierte.

Doch nach einigen Jahren hatten Giffen und DeMatteis ihr Pulver verschossen, und die Fans konnten über Blue Beetles flache Witze nicht mehr so recht lachen. So verabschiedeten sich die beiden dann mit dem Mehrteiler „Breakdowns“, der sich durch beide Serien zog und schließlich in Justice League America #60 und Justice League Europe #36 (beide März 1992) endete.

Rächer International

Auch bei den Rächern änderte sich inzwischen einiges. Die Autoren kamen und gingen, ebenso wie die Zeichner. Walter „Walt“ Simonson, der durch seine Ausgaben von The Mighty Thor bekannt geworden war, verwandelte Namors Frau Marrina in ein riesiges Seeungeheuer, das die Rächer schließlich töten mußten, und schrieb eine mehrteilige Saga, in der der „Rat der zeitlosen Kangs“ und Starfox’ Nichte Nebula (später zu Kangs Geliebter Ravonna umerklärt) eine wichtige Rolle spielten und die mit der vorübergehenden Auflösung der Rächer endete. Nach dem Crossover The Evolutionary War, in dem ein mehr als kurzlebiges Reserveteam zum Einsatz kam, gründete Captain America im Jubiläumsheft 300 (Februar 1989) in seiner vorübergehenden Identität als „The Captain“ ein neues Team, zu dem unter anderem Gilgamesh, Quasar und sogar Mr. Fantastic und Invisible Woman von den Fantastischen Vier (!) gehörten.

John Byrne, dem die Ehre zuteil wurde, für kurze Zeit beide Rächer-Serien zu schreiben (ab The Avengers #305, Juli 1989), ersetzte den eher langweiligen Ersatz-Hercules Gilgamesh dann durch seine ungleich interessantere Mit-Eternal Sersi, machte Spider-Man (!) zum Reservemitglied und ließ Vision von den Westküstenrächern wieder zum Hauptteam wechseln, während sowohl die Rächer als auch die Westküstenrächer in das Mega-Crossover Acts of Vengeance (Dezember 1989 - Februar 1990) verwickelt wurden, bei dem Loki versuchte, sich dafür zu rächen, daß er einst für die Gründung der Rächer verantwortlich gewesen war. Zwischenzeitlich erschien auch die Begleitserie Solo Avengers (später Avengers Spotlight, Dezember 1987 - Januar 1991) von wechselnden Kreativteams, die in der ersten Hefthälfte eine Quasi-Soloserie Hawkeyes darstellte und im zweiten Teil jeweils wechselnde Teammitglieder in den Mittelpunkt rückte.

Fabian Nicieza ließ die Rächer dann mit ihren russischen Gegenstücken vom People’s Protectorate und dem kanadischen Superheldenteam Alpha Flight zusammenarbeiten, und Larry Hama machte den schwarzen Superhelden Rage und den ehemaligen Spider-Man-Gegner Sandman zu Reservemitgliedern, während seine Rächer zu einem international tätigen Team im Auftrag der Vereinten Nationen wurden - ein Konzept, das selbstverständlich auffallende Ähnlichkeit mit DCs Justice League International aufwies.

Hotel California

Mit Heft 60 (Juli 1990) übernahmen Autor Roy Thomas und Zeichner Paul Ryan die Avengers West Coast. In seinem Eröffnungsvierteiler führte Thomas die von Byrne begonnenen Handlungsfäden um Immortus und die Scarlet Witch zu Ende und erklärte bei der Gelegenheit zahlreiche Entwicklungen mehrerer Jahrzehnte in beiden Rächer-Serien mit dem Einfluß von Immortus - eine Idee, die Kurt Busiek Jahre später in der Miniserie Avengers Forever wieder aufgreifen sollte.

In der Folgezeit führte Thomas neue Mitglieder wie Spider-Woman und Living Lightning ins Team ein. Seine Geschichten krankten jedoch trotz guter Charakterisierungen der Teammitglieder daran, daß selbige mehr damit beschäftigt waren, sich gegenseitig das Leben schwer zu machen (beispielweise die beiden Dickköpfe Hawkeye und US Agent) als gegen (unter Thomas ohnehin nicht sonderlich einfallsreiche) Gegner zu kämpfen. Nachdem Heft 100 dann auch noch mit dem (für halbwegs aufmerksame Leser recht vorhersehbaren) „aufsehenerregenden“ Tod von Mockingbird aufgewartet hatte, wurden die Avengers West Coast schließlich im Januar 1994 mit Heft 102 eingestellt und das Team aufgelöst, da die zuständigen Redakteure einen „eigenständigeren“ Titel wünschten (tatsächlich sollte die neue Serie verstärkt Iron Man in den Mittelpunkt rücken, da zu dieser Zeit eine neue Zeichentrickserie mit ihm in Planung war).

Das vierte Crossover - guter Witz

Im April 1990 erschien, von der Mehrheit der Fans unbemerkt, tatsächlich ein Crossover zwischen den Rächern und der Liga - zumindest fast. In Heft 7 von Marvels Parodie-Serie What The..?! ließen Scott Lobdell und Rurik Tyler in einer Geschichte mit dem Titel „Us Against Them“ die „Just-A-League“, bestehend unter anderem aus Superb-Man, Mr. Bat-Mom, dem Marshmellow Man Hunter, dem Plastelongatic Man, A-Wet-Man (Aquaman) und Bland Canary, auf die „Revengers“ treffen, zu denen unter anderem Chaplin America (Captain America), Sore (Thor), Least (Beast), Wondrous Man, Visionary, She-Bulk, Tiggera (Tigra) und der Silas Mariner (Sub-Mariner) gehörten.

Die Liga im Zeichen des Stählernen

Nach dem Abgang von Giffen und DeMatteis formierte sich die Liga in Justice League Spectacular #1 (1992) neu. Das damalige Superman-Mastermind Dan Jurgens übernahm die Justice League America (ab Heft 61, April 1992) sowohl als Autor als auch als Zeichner, während sich die Autoren Will Jacobs und Gerard Jones der Justice League Europe annahmen, die ab Heft 51 (Juni 1993) kurioserweise den Titel Justice League International (!) trug. Die Zeit der humorvollen Liga gehörte der Vergangenheit an, die Geschichten wurden wieder ernster.

Unter Jurgens’ Federführung kehrte Superman ins Team zurück, der eher widerwillig die Rolle des Anführers übernahm, doch Jurgens tat sich schwer mit den anderen Figuren wie Fire, Ice, Booster Gold (den er immerhin selbst geschaffen hatte), Blue Beetle, Guy Gardner, Maxima und Bloodwynd (bei dem es sich, wie sich später herausstellen sollte, in Wahrheit um den Martian Manhunter handelte).

Als Jurgens seine Saga um das Monster Doomsday, das schließlich Superman töten sollte, startete, hetzte er die Kreatur in Heft 69 (Dezember 1992) zunächst auf die Justice League, die dabei schwer durch die Mangel genommen wurde. Nach Supermans Tod in Superman (vol. 2) #75 (Januar 1993) machte Jurgens dann Wonder Woman zur neuen Anführerin der Liga - sehr zum Unwillen von Captain Atom.

Zwangsarbeiter

Die Nachfolgerserie der Avengers West Coast, die im Juli 1994 startete, trug den Titel Force Works und stammte vom Autorenduo Dan Abnett und Andy Lanning. Das Team setzte sich aus Iron Man, Hawkeye, der Scarlet Witch, US Agent, Spider-Woman und Century zusammen. Wonder Man wurde gleich in der ersten Ausgabe geopfert, um dem Leser deutlich zu machen, um wieviel „dunkler“ und „realistischer“ die neue Serie doch war. Eine typische Serie der frühen 90er Jahre eben.

Doch die Fans mochten die neue Serie nicht sonderlich, und so wurde diese kurz nach dem Rächer-Crossover The Crossing (September 1995 - Februar 1996), das einmal mehr zahlreiche Figuren wie Iron Man und die Wasp auf den Kopf stellte, mit Ausgabe 22 (April 1996) wieder eingestellt, Hawkeye, die Scarlet Witch und Iron Man - der im Verlauf von The Crossing durch eine jüngere Version seiner selbst, unter Fans berüchtigt als „Teen Tony“, ersetzt worden war - kehrten zu den Rächern zurück. Immerhin war es dem Team zwischenzeitlich (wie geplant) vergönnt gewesen, in der kurzlebigen Iron Man-Zeichentrickserie (1994-1996) eine feste Nebenrolle zu spielen.

Expansion und Implosion

Inzwischen wurde mit Justice League Task Force #1 (Juni 1993, von David Michelinie und Sal Velluto) ein weiterer Ableger der Justice League gestartet. Unter der Führung des Martian Manhunter führte das Team, dessen Mitglieder jeweils für die entsprechende Mission zusammengestellt wurden und somit häufig wechselten, geheime Missionen im Auftrag der UN durch.

Dan Jurgens nahm derweil Abschied von der Justice League America und überließ die Serie ab Heft 78 (August 1993) Dan Vado, der sich mehr darauf konzentrierte, glaubhafte Charaktere zu entwickeln. Daher verzichtete er bei der Zusammensetzung seines Teams auch auf zu viele „große“ Helden und beschäftigte sich eher mit Figuren wie Ray, Maxima, Guy Gardner und (dem echten) Bloodwynd.

Im Zuge des Crossovers Zero Hour: Crisis in Time (September 1994) wurde die nunmehr von Gerard Jones geschriebene und von Chuck Wojtkiewicz gezeichnete Justice League America unter Wonder Womans Führung ein weiteres Mal umgestaltet. Derweil verwandelte der Martian Manhunter die Justice League Task Force in eine Art Trainingsplattform für jüngere, unerfahrene Helden.

Einer davon war der „vergessene“ Held namens Triumph, der während der Zero Hour eingeführt wurden war. Die Idee hinter der Figur war, daß Triumph Gründungsmitglied der Ur-Liga gewesen, jedoch unmittelbar darauf in einer Raum-Zeit-Spalte verschwunden war und mit ihm jegliche Hinweise auf seine Existenz aus dem Zeitstrom. Im Zuge der Zero Hour kehrte er nun zurück und mußte erkennen, daß sich niemand mehr an ihn und seine Heldentaten erinnerte. In Justice League International (vol. 2) #68 (September 1994), übrigens dem letzten Heft der Serie, schloß er sich nun der Justice League Task Force an und versuchte, an sein altes Leben anzuknüpfen. Der Figur wurde sogar eine vierteilige Triumph-Miniserie (Juni - September 1995) gewidmet, doch der „vergessene Ligist“ kam nicht sonderlich gut bei den Lesern an und wurde so schließlich aus dem Team gefeuert, ging einen Pakt mit dem Höllenfürsten Neron ein und kehrte später sogar als Gegner der neuen JLA zurück.

Derweil wurde mit Extreme Justice #0 (Januar 1995, von Dan Vado und Mark Campos) noch ein Ableger der Justice League mit den Mitgliedern Captain Atom, Maxima, Blue Beetle, Booster Gold, Amazing Man, Firestorm und den bislang nur aus der Super Friends-Zeichentrickserie bekannten Wonder Twins gestartet, die mit „extremeren“ Mitteln als das Hauptteam gegen das Verbrechen vorgehen wollten. Das Team betrachtete sich selbst als „offizielle“ Justice League, wurde jedoch von der Öffentlichkeit nur „Extreme Justice“ genannt, ein Name, den die Mitglieder selbst bis zuletzt ablehnten.

Im Laufe der nächsten Ausgaben wechselte die Besetzung der Justice League America unter Jones und Wojtkiewicz ständig, und die Serie verkaufte sich - wieder mal - zunehmend schlechter. Zuletzt bestand das Team sogar aus drittklassigen Figuren wie Nuklon, Metamorpho und Obsidian. So kam es dann, daß alle Serien inklusive Ablegern kurz vor dem Mega-Crossover The Final Night (November 1996) eingestellt wurden, Extreme Justice im Juli 1996 mit Heft 18, die Justice League Task Force im August 1996 mit Heft 37 und die Justice League America ebenfalls im August 1996 mit Heft 113.

In der Zwischenzeit hatten Mark Waid und Alex Ross in der vierteiligen Miniserie Kingdom Come (1996) eine Zukunftsversion des DC-Universums, darunter auch der Justice League, präsentiert. Das Team der Zukunft bestand aus Superman, Wonder Woman, Power Woman (ehemals Power Girl), Hawkman, Red Robin (Dick Grayson), Flash (Wally West) und Green Lantern (Alan Scott), denen sich im Laufe der Handlung auch Batman wieder anschloss.

Ein Kuriosum der besonderen Art stellte derweil der JLA-TV-Pilotfilm von 1997 dar. Die Liga setzte sich zusammen aus dem Flash (Barry Allen, gespielt von Ken Johnston), Atom (gespielt von Jon Kassir), Fire (gespielt von Michelle Hurd), Green Lantern (Guy Gardner, gespielt von Matthew Settle), dem Martian Manhunter (gespielt von David Ogden Stiers) sowie der am Ende des Pilotfilms zum Team hinzustoßenden Ice (gespielt von Kimberly Oja). Gegner war ein gewisser „Weatherman“ (gespielt von Miguel Ferrer), Regie führte Lewis Teague. Tatsächlich war bei CBS sogar eine ganze JLA-TV-Serie geplant gewesen, doch die mehr als peinlichen Kostüme, die klischeetriefende Story, die Charaktere, die zumeist nur die Namen mit ihren Comic-Vorbildern gemeinsam hatten, sowie die grottenschlechten Effekte sorgten dafür, daß das Projekt kurzerhand wieder auf Eis gelegt und der Pilotfilm selbst bislang meist nur auf irgendwelchen versteckten Sendeplätzen ausgestrahlt wurde.

Der Niedergang der Rächer

Bei den Rächern wurde derweil mit Heft 334 (Juli 1991) Larry Hama vom späteren Marvel-Chefredakteur Bob Harras abgelöst, der der Serie längere Zeit treu bleiben sollte. Harras führte unter anderem einen neuen Swordsman ein, schrieb den Sechsteiler „The Collection Obsession“ und Teile des Crossovers Operation: Galactic Storm (März - Juni 1992), das sich durch beide Rächer-Serien sowie die Soloserien der einzelnen Mitglieder zog, steckte die Teammitglieder in einheitliche Lederjacken und machte aus der Serie bald eine Art „Soap Opera“, was besonders an der Dreiecksbeziehung Sersi/Black Knight/Crystal deutlich wurde. Weitere Werke von Harras beinhalteten den Mehrteiler „The Gatherers“ sowie das Rächer/X-Men-Crossover „Bloodties“, das 1993 zum dreißigjährigen Jubiläum der Rächer erschien.

Als Zeichner stand Harras zunächst Steve Epting zur Seite, später dann Mike Deodato jr., der die Serie auch bis zum Ende gestaltete. Seit Heft 384 (März 1995) schrieb auch Terry Kavanagh an der Serie mit und war auch mit verantwortlich für das bereits erwähnte Crossover The Crossing, bis die Serie schließlich aufgrund von zunehmend schlechteren Verkaufszahlen - wie einige andere Serien auch - im Zuge des aus den X-Men-Serien hervorgegangenen Onslaught-Crossovers (August - September 1996) mit der Nummer 402 (September 1996) eingestellt wurde, während Marvels „klassische“ Helden im Kampf gegen Onslaught scheinbar ihr Leben ließen. Die letzten drei Ausgaben stammten dabei aus der Feder von Mark Waid.

Der Kampf des Jahrhunderts

In den Jahren seit 1994 hatten sich Marvel und DC einander wieder angenähert, und so waren tatsächlich einige Crossover-One-Shots möglich. Schließlich einigte man sich darauf, ein großes Crossover zwischen beiden Verlagen herauszubringen, das alle bisherigen Aufeinandertreffen von Marvel- und DC-Helden in den Schatten stellen sollte. Eine der treibenden Kräfte hinter dem Projekt war der mittlerweile verstorbene Mark Gruenwald.

Nach dem Crossover Green Lantern/Silver Surfer: Unholy Alliances (1995), das die Vorgeschichte erzählte, erschien die vierteilige Miniserie DC versus Marvel (bzw. Marvel versus DC, Februar - Mai 1996) von Ron Marz, Peter David, Dan Jurgens und Claudio Castellini. Die Ankündigungen waren groß: Nur ein Universum sollte die Schlacht überleben.

So kam es dann zu elf Kämpfen zwischen Marvel- und DC-Helden, darunter auch Mitgliedern der Justice League und der Rächer, die jedoch mit jeweils nur drei Seiten enorm kurz waren, so daß kaum Zeit blieb, einen „richtigen“ Vergleich zwischen den Helden vorzunehmen.

Den Ausgang von sechs dieser Kämpfe konnten die Leser per Abstimmung entscheiden, und so geschah es - neben dem bis heute heftig umstrittenen Sieg Wolverines über Lobo -, daß Marvel in Heft 3 der Miniserie mit 6:5 knapp über DC triumphierte. Danach kam es, wie es den Lesern versprochen wurde: Nur ein Universum überlebte. Das Amalgam-Universum, eine bizarre Mischung aus dem Marvel- und dem DC-Universum.

Aus zwei mach eins

Für eine Woche erschien kein neues Marvel- oder DC-Heft, sondern statt dessen zwölf „Amalgam“-Ausgaben, deren Hauptfiguren Verschmelzungen aus DC- und Marvel-Charakteren darstellten. Eines der wohl interessantesten Hefte stellte JLX #1 (April 1996) von Gerard Jones, Mark Waid, Howard Porter und John Dell dar. Die Hauptfiguren dieses Heftes, eine Mischung aus den Mitgliedern der Justice League und der X-Men, mußten am Anfang des Heftes gegen die „Judgment League Avengers“ antreten. Das Heft kann in vielerlei Hinsicht als „Vorgeschmack“ auf die wenige Monate später gestartete JLA-Serie (mehr dazu weiter unten) angesehen werden.

In DC versus Marvel #7 (Mai 1996) fand das Amalgam-Universum dann sein (vorläufiges) Ende, die Universen wurden - vorerst - wieder getrennt. Nur wenige Monate später erschien bei DC jedoch die vierteilige Miniserie All Access (Dezember 1996 - Februar 1997) von Ron Marz und Jackson Guice, in der die zu jener Zeit brandneue JLA (mehr dazu weiter unten) gegen Marvels Top-Seller, die X-Men, antreten mußte. Das letzte Heft von All Access endete damit, daß das Amalgam-Universum als eigenständiges Universum neben dem Marvel- und dem DC-Universum etabliert wurde.

Wenige Monate später erschien ein zweiter Schub mit zwölf weiteren Amalgam-Ausgaben. Die Justice League war auch diesmal wieder in Form der JLX (JLX Unleashed, Juni 1997, von Christopher Priest und Oscar Jimenez) vertreten. Im Laufe der Geschichte hatten einige Mitglieder der Judgment League Avengers einen Gastauftritt.

Das vorläufige Ende der Access-Saga stellte dann die vierteilige Miniserie Unlimited Access (Dezember 1997 - März 1998) von Karl Kesel und Pat Olliffe, die diesmal bei Marvel erschien, dar, in der es zu einem Aufeinandertreffen der ursprünglichen Rächer in der Formation ab The Avengers (vol. 1) #4 (März 1964) und der ursprünglichen Justice League in der Post-Crisis-Version aus Secret Origins #32 und der zeitgleich mit Unlimited Access gestarteten Maxiserie JLA: Year One kam.

Aufgrund zunehmender Rechtsstreitigkeiten zwischen den beiden Verlagen, an denen Gerüchten zufolge ein gewisser italienischer Klebebildchen-Hersteller auch nicht ganz unschuldig sein soll, besaßen Crossover zwischen Marvel- und DC-Helden in der Folgezeit dann wieder Seltenheitswert, so daß auch das von zahlreichen Fans nach wie vor sehnsüchtig erwartete JLA/Avengers-Crossover wieder in weite Ferne rückte.

Wiedergeburt oder Totgeburt?

Die Rächer waren derweil trotz der vorübergehenden Einstellung ihrer Serie noch lange nicht am Ende. Unter dem Obertitel „Heroes Reborn“ starteten im November 1996 die vier Serien Fantastic Four, Captain America, Iron Man und natürlich The Avengers erneut mit der Nummer 1. Das (aus damaliger Sicht) Sensationelle daran war, daß für die Gestaltung der Serien zwei ehemalige Marvel-Superstars hatten gewonnen werden können, die sich einige Jahre zuvor mit der Gründung des Image-Verlages selbstständig gemacht hatten.

Während Jim Lee Iron Man und die Fantastischen Vier betreute, schrieb und zeichnete Rob Liefeld die Abenteuer von Captain America und den Rächern - nun in der eigenwilligen Konstellation Captain America, Thor, Vision, Scarlet Witch, Hawkeye, Swordsman und Hellcat -, die es (wie die übrigen „Heroes Reborn“-Helden auch) in ein Paralleluniversum verschlagen hatte, wo sie ihre Abenteuer erneut von Anfang an erlebten.

Doch Liefeld, der eigentlich ein (nicht sonderlich begabter) Zeichner ist, hatte gelinde gesagt wenig Ahnung davon, wie man eine gute Geschichte schreibt. Seine Abenteuer beschränkten sich daher mehr oder weniger auf Großpanel-Actionsequenzen, die jegliche inhaltliche Tiefe vermissen ließen - von Charakterisierungen ganz zu schweigen.

Auch der Rächer-erfahrene Walt Simonson, der gemeinsam mit Zeichner Michael Ryan mit Heft 8 (Juni 1997) Liefelds Nachfolge antrat, scheiterte an der Prämisse des Projektes. Selbst ein guter Autor war nun mal nicht in der Lage, eine modernisierte Fassung von über 30 Jahren Comicgeschichte in eine Handvoll Ausgaben zu pressen. So endeten sämtliche „Heroes Reborn“-Serien im November 1997 mit der jeweils dreizehnten Ausgabe, und die Helden kehrten im Verlauf der vierteiligen Miniserie Heroes Reborn: The Return (Dezember 1997) in ihr gewohntes Universum zurück.

Die Schotten-Liga

Inzwischen hatte auch DC die Justice League einer - ungleich erfolgreicheren - Frischzellenkur unterzogen. Nach der dreiteiligen Miniserie Justice League: A Midsummer’s Nightmare (von Mark Waid, Fabian Nicieza, Jeff Johnson und Darick Robertson, September - Oktober 1996) folgte im Januar 1997 die erste Ausgabe einer brandneuen Serie, die den schlichten Titel JLA trug.

Geschrieben wurde die Serie von Grant Morrison, der vor allem durch Serien wie Doom Patrol oder Animal Man für DCs Sublabel für ältere Leser, Vertigo, bekannt geworden war, Zeichner war der bereits vom Underworld Unleashed-Crossover und der Amalgam-Ausgabe JLX #1 bekannte Howard Porter und Inker sein JLX-Partner John Dell.

Das neue Team bestand aus den ganz „großen Nummern“ Superman, Batman, Wonder Woman, dem neuen Flash Wally West, der neuen Green Lantern Kyle Rayner, Aquaman und dem Martian Manhunter. Damit führte Morrison die Ur-Liga von 1960 wieder zusammen - allerdings nur den Namen nach. Die einzelnen Figuren hatten sich, abgesehen vielleicht vom Martian Manhunter, im Laufe der Jahre so sehr weiterentwickelt, daß sie kaum noch Ähnlichkeit mit ihren Gegenstücken von damals hatten, Flash und Green Lantern waren sogar völlig neu besetzt. Mit dem neuen Green Arrow Connor Hawke und dem von Morrison geschaffenen Helden Aztek traten dem Team zudem schon bald zwei neue Mitglieder bei.

Morrison gelang es, jeder Figur das Äußerste abzugewinnen und ihre besonderen Fähigkeiten wie kein Zweiter zu nutzen: Superman (der unter Morrison - im Gegensatz zu seinen eigenen Serien - auch während seiner kurzen Phase als blau-weißes Energiewesen durchaus zu beeindrucken wußte) war der geborene Anführer, Batman der Meisterstratege, der Martian Manhunter war für eine dauerhafte telepathische Verbindung der Ligisten verantwortlich, und Green Lantern und Flash sorgten mit ihren kleineren Streitigkeiten für Kurzweil und ließen zumindest anfänglich Erinnerungen an die Giffen/DeMatteis-Ära aufkommen. Die Schattenseite dieser Entwicklung war, daß speziell Batman, der scheinbar auf jedes noch so unlösbare Problem eine Antwort wußte, unter den Fans bald den Ruf des „Unbesiegbaren“ besaß, was der Glaubwürdigkeit der Figur im Nachhinein eher schadete denn nutzte.

Schon bald outete sich Morrison als Fan des „Silver Age“, was sich vor allem an der Wahl der Gegner zeigte: Von Professor Ivo und T. O. Morrow über den Key und Starro bis hin zum Shaggy Man griff er auf zahlreiche, teilweise schon fast vergessene Gegner zurück, die er alle einer Modernisierung unterzog. Porter erwies sich dabei als echter Glücksgriff, er verstand es, Morrisons Visionen von übermenschlichen Helden, die gegen gewaltige Gefahren antraten, adäquat umzusetzen.

Die kosmische Bedrohung des Monats

Nun ja, zumindest anfänglich. Im Laufe der Zeit übertrieb es Morrison dann doch gewaltig. Spätestens nach dem Sechsteiler „Rock of Ages“ in JLA #10-15 (Oktober 1997 - Februar 1998) stand fest, daß Morrison offenbar kaum eine Geschichte erzählen konnte, die nicht von irgendeiner gewaltigen Bedrohung handelte. Charakterisierungen der einzelnen Mitglieder, wie sie in den ersten Ausgaben noch zu finden waren, suchte man zunehmend vergebens. Da war es nicht gerade von Vorteil, daß die JLA in den Heften 16 und 17 (März - April 1998) um sieben zusätzliche Mitglieder, Steel, Huntress, Plastic Man, Oracle, den von Morrison geschaffenen Engel Zauriel - der zwischenzeitlich sogar die Hauptrolle in der Miniserie JLA: Paradise Lost (von Mark Millar und Ariel Olivetti, Januar - März 1998) hatte spielen dürfen -, Big Barda und Orion, erweitert wurde.

Zwischenzeitlich sprang Mark Waid für Morrison ein, der in der Zwischenzeit gemeinsam mit Brian Augustyn und Zeichner Barry Kitson die zwölfteilige Miniserie JLA: Year One (Januar - Dezember 1998) ins Leben gerufen hatte, die von den ersten Abenteuern der Post-Crisis-Ur-JLA um Flash (Barry Allen), Green Lantern (Hal Jordan), Aquaman, den Martian Manhunter und Black Canary erzählte. Die Geschichte, die einen übergreifenden Handlungsbogen verfolgte, schaffte das Kunststück und verwies auf zahlreiche alte Justice League-Ausgaben, die Waid zufolge nach wie vor ihre Gültigkeit besaßen, nur eben in mehr oder weniger modernisierter Form. Dabei berücksichtigte er auch die „neue“ Gründungsgeschichte der Liga aus Secret Origins #32, die er seinerzeit bereits als Redakteur betreut hatte, sowie die zweite Begegnung Supermans mit der Liga aus Action Comics #650.

Während Waid Morrison bei der JLA vertrat, bereitete dieser gemeinsam mit Zeichner Val Semeiks das Mega-Crossover DC One Million (November 1998) vor, in dessen Verlauf es die JLA in die Zukunft des 853. Jahrhundert verschlug, in der ihre fernen Nachfahren, die Mitglieder der Justice Legion A, lebten, und auch im Anschluß ging es munter weiter mit der „kosmischen Bedrohung des Monats“, und so kam es, daß Morrison nach einem Vierteiler mit der Justice Society und der Sonderausgabe JLA: Earth 2 (2000, mit Zeichner Frank Quitely), in der er seine modernisierte Version des „Crime Syndicate“, der bösen JLA von einer anderen Erde, auf die JLA treffen ließ, mit seiner letzten, „ultimativen“ Saga „World War Three“ (JLA #36 - 41, Dezember 1999 - Mai 2000), die er seit A Midsummer’s Nightmare und dem Beginn seiner Serie vorbereitet hatte, den letzten Höhepunkt seiner Arbeit für die Serie ablieferte und im Anschluß die JLA wieder verließ.

Traumteam

Nach der Rückkehr aus der „Heroes Reborn“-Welt erhielten Marvels „klassische“ Helden im Februar 1998 wieder „normale“ Serien, die anfangs unter dem Obertitel „Heroes Return“ liefen. Kurt Busiek, der in den frühen 80er Jahren bereits vier Justice League-Hefte geschrieben hatte, in der Zwischenzeit durch die Miniserie Marvels (1993, mit Alex Ross) und seine Superhelden-Hommage Astro City (ab August 1995, bei Homage Comics, mit Zeichner Brent Anderson) bekannt geworden war und mit den Thunderbolts und den Untold Tales of Spider-Man bereits zwei erfolgreiche Serien bei Marvel laufen hatte, war fortan für die Inhalte von Iron Man (vol. 3) und The Avengers (vol. 3) verantwortlich. Illustriert wurden die Rächer von niemand Geringerem als George Pérez.

Nach einem Eröffnungsdreiteiler, in dem sage und schreibe 39 (!) frühere Rächer auftraten, wurde in Heft 4 die - zumindest vorläufige - Stammbesetzung des Teams zusammengestellt. Die Rächer bestanden nun aus Captain America, Thor, Iron Man, Hawkeye, Vison, der Scarlet Witch, Warbird und dem beiden „Junior-Mitgliedern“ Justice und Firestar, denen sich bald auch der totgeglaubte Wonder Man wieder anschloss. Warbird verließ das Team aufgrund von Alkoholproblemen bald wieder, und auch Hawkeye wechselte schon nach wenigen Ausgaben zu den Thunderbolts.

Busiek und Pérez erwiesen sich sogleich als absoluter Glücksgriff. Während Busiek die Figuren wunderbar treffend charakterisierte, verlieh Pérez - neben seinem einmaligen Gespür für scheinbar unwichtige Details - jeder Figur ein eigenes, unverwechselbares Gesicht. Speziell seine Versionen von Hawkeye, der Wasp und der Scarlet Witch suchen bis heute ihresgleichen.

Zu Busieks größeren Werken gehören das Crossover Live Kree or Die, ein Mehrteiler mit Ultron sowie das Mega-Crossover Maximum Security. Zudem ließ er die von ihm und Pérez geschaffenen Helden Triathlon und Silverclaw dem Team beitreten. Mit Heft 34 (November 2000) nahm Pérez derweil aus gesundheitlichen Gründen seinen Abschied von den Rächern und wurde durch Alan Davis ersetzt.

Die Rächer-Invasion

In der Zwischenzeit präsentierte Busiek außerdem gemeinsam mit Roger Stern und Zeichner Carlos Pacheco die zwölfteilige Miniserie Avengers Forever (Dezember 1998 - November 1999), die zahlreiche Lücken und Widersprüche in der Geschichte der Rächer (wie beispielsweise John Byrnes Eskapaden bei den West Coast Avengers oder das Crossover The Crossing) klären und zudem endlich das Problem lösen sollte, daß sich aus der Tatsache ergab, daß Immortus das zukünftige Ich von Kang war. Avengers Forever war so erfolgreich, daß daraus bereits im Januar 2000 die Serie Captain Marvel (vol. 5) von Peter David und Chris Cross um den Sohn des ersten Captain Marvel und wiederum einige Monate später die Miniserie Avengers Infinity (September - Dezember 2000) von Roger Stern und Sean Chen um ein kurzlebiges Team „kosmischer“ Rächer hervorgingen.

1999 war es den Rächern dann auch endlich vergönnt, in Form einer eigenen, kurzlebigen Zeichentrickserie mit dem Titel Avengers: United They Stand ins Fernsehen zu kommen, zu der auch eine (ebenfalls kurzlebige) Comicadaption von Ty Templeton und Derec Aucoin erschien, die vom Großteil der Fans jedoch schlichtweg ignoriert wurde. Im selben Jahr erschien bei Marvel eine (einmal mehr) kurzlebige Serie mit dem Titel A-Next (12 Hefte, Oktober 1998 - September 1999), die die Abenteuer eines zukünftiges Rächer-Teams, bestehend unter anderem aus American Dream, Coal Tiger, Freebooter, Bluestreak, Earth Sentry, einem neuen Goliath, Jubilee, Speedball, Mainframe, einem neuen Thunderstrike, Stinger (der Tochter von Ant-Man II) und J2 (dem Sohn des Schurken Juggernaut) im sogenannten „MC2“-Universum, das aus der Serie Spider-Girl hervorgegangen war, zum Thema hatte.

Turmbau zu Babel

Morrisons Nachfolger bei der JLA wurde Mark Waid, der zuvor bereits bei einigen Ausgaben für Morrison eingesprungen war. Sein Eröffnungsviersteiler „Tower of Babel“ (JLA #43-46, Juli - Oktober 2000) sorgte für einschneidende Veränderungen, was den Umgang der Teammitglieder miteinander anging, so wurde beispielsweise Batman nach den Ereignissen um seinen Erzfeind Ra’s al Ghul aus der Liga geworfen. Einen noch größeren Einschnitt stellte dann Heft 50 (Februar 2001) dar, in dem zwar einerseits Batman ins Team zurückkehrte, andererseits aber sämtliche aktiven Ligisten, allen voran Superman und Batman, ihre jeweiligen Geheimidentitäten vor ihren Teamkameraden enthüllten (beide Ideen waren nicht wirklich neu, Waid recycelte vielmehr fleißig Elemente aus seiner JLA: Year One-Maxiserie). Inzwischen hatte auch Howard Porter die JLA verlassen und wurde von dem durch seine Arbeit für Wildstorms The Authority bekannt gewordenen Bryan Hitch beerbt.

In der Zwischenzeit waren zudem zahlreiche Sonderausgaben erschienen, darunter die JLA Secret Files & Origins (ab September 1997), die viele Hintergrundinformationen zu den Figuren und Geschichten, die bis dahin unklare Zusammenhänge klären sollten, enthielten, JLA: Foreign Bodies (1999, von Len Kaminski und Val Semeiks), JLA: Heaven’s Ladder (2000, von Waid und Hitch) und natürlich Just Imagine Stan Lee with Jerry Ordway Creating the JLA (Dezember 2001), die ganz eigene Version der Liga aus der Feder von Marvel-Altmeister Stan Lee. Aber auch Miniserien wie JLA: Incarnations (7 Hefte, Juli 2001 - Februar 2002; von John Ostrander und Val Semeiks), die die verschiedenen Inkarnationen der Liga Revue passieren ließ sowie auch das „Fifth Week“-Event Justice Leagues (März 2001) von verschiedenen Autoren und Zeichnern, in dessen Verlauf völlig neue Versionen der „Justice League of A...“ auftraten, waren keine Seltenheit.

Mit der Young Justice (von Peter David und Todd Nauck) bekam ein jugendlicher Ableger des Teams, zu dem unter anderem Superboy, Robin, Impulse und das neue Wonder Girl gehörten, eine eigene, fortlaufende Serie (55 Hefte, September 1998 - Mai 2003). Und als wäre das alles noch längst nicht genug, stieg im August 1999 auch noch die altehrwürdige Justice Society in völlig neuer Besetzung mit der neuen Serie JSA (von James Robinson, David S. Goyer und Stephen Sadowski) wie Phönix aus der Asche auf. Im Dezember 2002 erschien sogar ein Crossover mit dem Titel JLA/JSA: Virtue & Vice (von Geoff Johns, David S. Goyer und Carlos Pacheco), ebenso wie ein „Elseworlds“-Crossover mit den Helden von DCs Sublabel Wildstorm, Planetary/JLA: Terra Occulta (September 2002, von Warren Ellis und Jerry Ordway).

Die Zukunft

Nach dem großen Erfolg der Serien Ultimate Spider-Man und Ultimate X-Men, die in einem Paralleluniversum spielen und von modernisierten Versionen der bekannten Marvel-Helden erzählen, wurde auch sogleich eine „ultimative“ Version der Rächer in Angriff genommen, die, von Mark Millar geschrieben und von Bryan Hitch gezeichnet, in der bewährten Besetzung Captain America, Iron Man, Thor, Wasp, Giant-Man und Hulk seit März 2002 unter dem Titel The Ultimates erscheint, da man vor dem naheliegenderen Titel „Ultimate Avengers“ offenbar zurückschreckte. Wie die beiden Schwesterserien stellt auch The Ultimates eine gelungene Modernisierung des Rächer-Konzeptes dar (im Gegensatz etwa zum „Heroes Reborn“-Fiasko), und insbesondere die Storyline um den geistig instabilen Hank Pym und seine Eheprobleme mit der Wasp wurden mehr als gelungen ins neue Jahrtausend übertragen. Die Serie ist so erfolgreich, daß jüngst sogar ein vierteiliges Crossover mit den „Ultimativen X-Men“, Ultimate War (Februar - April 2003; von Mark Millar und Chris Bachalo), erschien.

Derweil wurde Kieron Dwyer mit The Avengers (vol. 3) #48 (Januar 2002) neuer Zeichner der Serie, und Kurt Busiek, der es im Laufe der Zeit dann doch ein wenig mit seinen Marvel-Geschichtsstunden übertrieb, verabschiedete sich schließlich mit der gigantischen „Kang Dynasty“-Storyline, die in den Heften 41-55 (Juni 2001 - August 2002) erschien, und wurde mit Heft 57 (Oktober 2002) durch den JSA-erfahrenen Geoff Johns ersetzt, neuer Zeichner ist seit Heft 65 (Mai 2003) Olivier Coipel. Seit Heft 41 wird auf dem Cover zudem alternativ die Numerierung der ersten Serie fortgeführt (in diesem Fall die Nummer 456). Das aktuelle Team setzt sich zusammen aus Captain America, Jack of Hearts, She-Hulk, Warbird, der Wasp, Vision sowie einem Neuzugang, dem zweiten Ant-Man (Scott Edward Lang).

Derzeit läuft die Serie nach wie vor relativ erfolgreich, zudem erschienen und erscheinen zahlreiche Miniserien und Sonderhefte wie Avengers: The Ultron Imperative (2001, von Kurt Busiek, Roy Thomas, Roger Stern, Steve Englehart und einer ganzen Heerschar an Zeichnern), Avengers Two: Wonder Man and The Beast (2000, von Roger Stern und Mark Bagley) sowie, ganz aktuell, die Avengers Icons-Miniserien, in denen einmal mehr einzelne Mitglieder im Mittelpunkt stehen. Besonders originell ist dabei wohl Avengers #1½ (November 1999), das sich sehr überzeugend zwischen die beiden ersten Hefte der Originalserie einfügt und von Autor Roger Stern und Zeichner Bruce Timm sehr liebevoll im klassischen Lee/Kirby-Stil gehalten wurde.

Mark Waid hat Anfang 2002 die JLA wieder verlassen und ist zum Verlag CrossGen gewechselt, während Bryan Hitch, wie bereits erwähnt, mittlerweile für Marvel die Ultimates zeichnet. Das aktuelle Kreativteam der JLA besteht seit Heft 61 (Februar 2002) aus Joe Kelly, der bereits mit Marvels Top-Seller, den X-Men, Erfahrungen mit einer Teamserie hatte sammeln können, und dem ehemaligen Superman: The Man of Steel-Zeichner Doug Mahnke. Ihr bislang größtes Werk stellt der Mehrteiler „The Obsidian Age“ (JLA #68-75, September 2002 - Januar 2003) dar, in dessen Verlauf die JLA das seit dem Crossover Our Worlds at War (2001) verschollene Atlantis inklusive Aquaman in die Gegenwart zurückholt. Gegenwärtig besteht die JLA aus Superman, Batman, Wonder Woman, Flash, Green Lantern (John Stewart, der den Platz des ausgetretenen Kyle Rayner eingenommen hat), Major Disaster (!), Firestorm, Atom sowie den Neuzugängen Faith und Manitou Raven.

Die Zukunft der JLA dürfte nach wie vor recht rosig aussehen, zumal - nach einer „Bewährungsprobe“ in der zweiteiligen Episode „The Call“ aus der Zeichentrickserie Batman Beyond (November 2000), in der eine Zukunftsversion der Justice League, die „Justice League Unlimited“ (JLU), aufgetreten war - im November 2001 die neue Zeichentrickserie Justice League: The Animated Series angelaufen ist, die von Bruce Timm, dem Schöpfer der Batman- und Superman-Animated-Serien, und Rich Fogel produziert wird. In nicht selten selten mehrteiligen, fast schon epischen Geschichten muß die Justice League, bestehend aus Superman (George Newbern), Batman (Kevin Conroy), Wonder Woman (Susan Eisenberg), Green Lantern/John Stewart (Phil LaMarr), Hawkgirl (Maria Canals), dem Martian Manhunter (Carl Lumbly) und dem Flash (Michael Rosenbaum, bekannt als Lex Luthor aus Smallville) die Erde ein ums andere Mal vor Katastrophen und nicht zuletzt den teuflischen Plänen der der von Lex Luthor angeführten Injustice Gang retten. Mittlerweile läuft Justice League: The Animated Series in der zweiten Staffel, und angesichts der guten Quoten ist ein Ende vorerst nicht abzusehen.

Außerdem ist für Juli - Dezember 2003 eine sechsteilige Miniserie mit dem Titel Formerly Known as the Justice League geplant, in sich Keith Giffen, J.M. DeMatteis und Kevin Maguire (!) noch einmal ihrer einstigen „Schützlinge“ Blue Beetle, Booster Gold, Captain Atom, Fire, Elongated Man, L-Ron sowie Mary Marvel (als Ersatz für ihren Bruder Captain Marvel) annehmen werden.

Das fünfte (sechste?) und definitve Crossover - jetzt aber!

Nachdem Joe Quesada im August 2000 zum neuen Marvel-Chefredakteur befördert worden war, machte sich dieser sogleich daran, einen neuen Anlauf des JLA/Avengers-Projektes in Angriff zu nehmen. Nachdem er erst einmal die Hintergründe des Scheiterns des ersten Crossovers geklärt hatte, nahm er Kontakt zu DC-Chefredakteur Mike Carlin auf, um endlich einen Schlußstrich unter die vergangenen achtzehn Jahre zu ziehen und ein neues JLA/Avengers-Crossover in die Wege zu leiten, das diesmal tatsächlich erscheinen sollte.

So wurde am 2. März 2001 auf der MegaCon in Orlando, Florida offiziell eine vierteilige JLA/Avengers-Miniserie angekündigt. Als Autor war Kurt Busiek ausgewählt worden, der zum damaligen Zeitpunkt Autor der Avengers gewesen war und in den 80ern auch schon vier Justice League of America-Hefte geschrieben hatte und damit - neben Steve Englehart, Roy Thomas, Gerry Conway und Mark Waid - zu den fünf Autoren gehört, die schon mit beiden Serien Erfahrungen hatten sammeln können. Waid wiederum, ein guter Freund Busieks, war zwar ursprünglich als Co-Autor vorgesehen gewesen, konnte jedoch aufgrund anderweitiger Verpflichtungen (ein Exklusivvertrag mit dem Verlag CrossGen) nur als Berater fungieren.

Bei der Wahl des Zeichners dagegen kannten die Verlage, genau wie die Fans, keine Kompromisse, nur George Pérez kam dafür in Frage. Zwar hatte dieser soeben einen Exklusivvertrag mit CrossGen abgeschlossen, doch hatte er - in weiser Voraussicht - eine Klausel einbauen lassen, die ihn im Falle des Zustandekommens des Projektes vorübergehend von seinen Pflichten entband. Aufgrund seiner schier unglaublichen Liebe zum Detail, diversen (kleineren) Veränderungen bezüglich der Figuren sowie seiner Krankheit (Pérez leidet seit Jahren unter schwerer Diabetes) kam er jedoch nicht annähernd so schnell voran wie erwartet, und nachdem nach einem Jahr sein Vertrag mit CrossGen wieder in Kraft getretenen war, dauert es nun noch einmal länger, bis das Werk endlich fertiggestellt ist und wir es - das erste Heft wird im September 2003 erscheinen - endlich in den Händen werden halten können.

Die ruhmreichen Rächer auf Deutsch

Die „Rächer“ begrüßten die deutschen Leser das erste Mal 1967 auf den Seiten von Hit Comics #23 aus dem Bildschriftenverlag. Wie es sich für die kunterbunte Reihe, die schon Material aus The Amazing Spider-Man, The Fantastic Four, The Incredible Hulk und anderen Serien veröffentlicht hatte, gehörte, startete man mit einem offenbar willkürlich ausgewählten Heft, der US-Nummer 27, und ließ in unregelmäßigen Abständen insgesamt 24 weitere Hefte, immerhin in chronologischer Reihenfolge und nahezu lückenlos bis US-Heft 60 (mit Thor als Zweitserie), folgen, bis die Reihe dann im Jahr 1970 eingestellt wurde, woraufhin noch einmal fünf weitere Hefte unter dem eigenständigen Titel Die Rächer folgten, denen ein hochkompliziertes Numerierungssystem (die Hefte waren mit 211 bis 215 numeriert) zugrundelag und die US-Hefte aus dem Bereich zwischen Heft 66 und 90 nachdruckten.

Weiter ging es dann 1974 mit dem Williams-Verlag, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Marvel-Comics in chronolgischer Reihenfolge und von Anfang an (!) neu aufzulegen. So wurden Die ruhmreichen Rächer konsequent mit der US-Nummer 1 gestartet, und das Konzept wurde - bis auf die Auslassung von US-Heft 6, das (wie könnte es anders sein) einen Auftritt des Nazi-Schurken Baron Zemo enthielt - konsequent durchgezogen, bis die Serie schließlich gemeinsam mit den anderen Marvel-Serien im November 1978 mit Heft 100, das die US-Nummer 101 enthielt, wieder eingestellt wurde.

Daraufhin übernahm 1979 der berühmt-berüchtigte Condor-Verlag die deutssprachigen Marvel-Lizenzen, der die Rächer - wie die meisten anderen Marvel-Helden auch - ins kleinformatige Taschenbuch verbannte.

Nachdem die ersten beiden Bände des Die Rächer Comic-Taschenbuches einmal mehr die ersten US-Hefte - diesmal inklusive der von Williams ausgelassenen Nummer 6 - nachgedruckt hatten, schloß man mit Taschenbuch 3 und der US-Nummer 102 direkt an Williams an. Während einzelne Ausgaben übersprungen und andere in Reihen wie Marvel Comic-Stars und Marvel Comic-Sonderheft oder als Zweitgeschichten im Die Spinne Comic-Magazin und im Die Fantastischen Vier Comic-Album veröffentlicht wurden, kam ab Band 20 auch noch die fortlaufende West Coast Avengers-Serie als Zweitserie hinzu, allerdings - was bei Condor alles andere als ungewöhnlich war - gegenüber der „Mutterserie“ zeitlich versetzt. Einzelne Hefte aus Serien wie Solo Avengers/Avengers Spotlight wurden zudem als Füllmaterial verwendet, während des Racheakte-Crossovers kamen sogar Iron Man-und Quasar-Hefte hinzu, die Teil des Crossovers waren.

Die Rächer-Taschenbücher hielten sich immerhin bis 1996, bis der Condor-Verlag aufgrund des auslaufenden Lizenzvertrags mit Marvel USA sämtliche Marvel-Serien einstellen mußte, das Die Rächer Comic-Taschenbuch mit Band 47, der immerhin noch The Avengers (vol 1) #351 und Avengers West Coast #74 enthielt, während von letzterer Serie bereits einige Monate zuvor - man bedenke die unterschiedlichen Zeitebenen bei Condor - im Rahmen des Crossovers Sturm auf die Galaxis (Operation: Galactic Storm) im Captain America Comic-Taschenbuch #20-22 außerdem noch die Hefte 80-82 veröffentlicht worden waren, im Captain America-Taschenbuch #26 folgten sogar noch die beiden letzten Hefte, die Nummern 101 und 102.

Nach dem Condor-Aus wurden die Marvel-Lizenzen ab 1997 von Marvel Deutschland/Panini Comics übernommen, wo man sich allerdings aufgrund des Onslaught-Crossovers und des darauf folgenden „Heroes Reborn“-Reboots entschloß, die „klassischen“ Helden - abgesehen von ein paar Captain America- und Thor-Ausgaben in der Sammelreihe Marvel Special - zunächst außen vor zu lassen.

So wurden Ende 1998 von den Avengers (vol. 1) nur noch die beiden letzten Nummern, 401 und 402, im Rahmen eben jenes Crossovers in den extra-dicken Heften 22 und 23 der ersten X-Men-Serie von Panini veröffentlicht. Richtig los ging es dann - neben einem Marvel Klassik-Band, der einmal mehr die ersten zehn US-Hefte von 1963/64 nachdruckte - im Januar 1999 mit den „Wiedergeburt der Helden“-Serien, die Panini als Einzelhefte (!) veröffentlichte, darunter eben auch Die Rächer, die jedoch genau wie die US-Vorlage mit Heft 13 wieder eingestellt wurden. Da das Einzelheft-Format bei den deutschen Lesern überhaupt nicht angekommen war, erschien die nachfolgende Busiek-Serie ab März 2000 - analog zu den USA anfangs unter dem Obertitel „Die Rückkehr der Helden“ - als Die Rächer (vol. 2) nunmehr mit Busieks Iron Man als Zweitserie. Die US-Nummer 7 erschien dabei als Teil des Crossovers Leb, Kree, oder stirb! in Heft 21 der Sammelreihe Marvel Special.

Doch offenenbar mochten die deutschen Leser auch keine Zweitserien, denn ebenso wie die „Schwesterserie“ Die Fantastischen Vier (vol. 2) wurde auch die zweite Rächer-Serie nach nur zehn Ausgaben wieder eingestellt, und ab Februar 2001 erschienen alle vier „Helden“-Serien, darunter eben auch Die Rächer (vol. 3), nunmehr in Form von 100seitigen, zweimonatlichen Serien im „Prestige“-Format, auch, um den Abstand zu den US-Serien bis auf ein Jahr zu reduzieren. Zusätzlich erschienen im Rahmen verschiedener Reihen wie Marvel Millennium und Marvel Extra Sonderausgaben und Miniserien wie Rächer aller Zeiten und Rächer der Ewigkeit, während die Rächer-Serie selbst nach dem Ende der „Aufholjagd“ mit Heft 8 (April 2002) auf zwei US-Hefte pro Ausgabe plus Zusatzmaterial wie Annuals, Miniserien etc. umgestellt wurde, damit der Umfang der Hefte erhalten bleiben konnte.

Wider Erwarten brachte jedoch auch dieses Format letzten Endes nicht den gewünschten Erfolg, insbesondere das qualitativ stark schwankende Zusatzmaterial in der zweiten Hefthälfte sowie der aufgrund des Umfangs nicht gerade geringe Preis brachten offenbar viele Leser dazu, von der Serie abzuspringen. Aus diesem Grund wurden die Rächer im Februar 2003 einmal mehr mit einer neuen Nummer 1 (der mittlerweile vierten bei Panini) gestartet, diesmal endlich, wie von einem Großteil der Leser seit langer Zeit gefordert, zweimonatlich mit jeweils zwei US-Heften pro deutscher Ausgabe. Sinnigerweise ereignete sich dieser Neustart jedoch genau in einer laufenden Storyline, Busieks „Kang Dynasty“-Saga, so daß nicht ausgeschlossen ist, daß die potentiellen Neukunden, die man mit diesem erneuten Neustart zu erreichen hoffte, gleich wieder verschreckt Abstand von der Serie nahmen.

Die Gerechtigkeitsliga in Deutschland

Die „Gerechtigkeitsliga“ brauchte relativ lange, um in Deutschland Fuß fassen zu können. Das erste Mal begrüßte die Liga den deutschen Leser in Superman/Batman #8 (Jahrgang 1968) des Ehapa-Verlags mit einer Geschichte aus Superman’s Girl Friend Lois Lane #74. Es folgten vereinzelt weitere Gastauftritte in den Superman/Batman-Heften und den Superman-Taschenbüchern sowie - schließlich - Justice League of America #100 im Superman Extra Taschenbuch #8.

In der Folgezeit wurden in diversen Superman-Taschenbüchern, einer Superman Sonderausgabe und zwei Roter Blitz-Heften einzelne Hefte der Justice League of America aus dem Bereich zwischen den Nummern 100 und 119 veröffentlicht, bis dann 1977 schließlich das erste Gerechtigkeitsliga Album erschien. Die Serie, die zunächst zwei, später drei US-Ausgaben enthielt, veröffentlichte immerhin nahezu alle Hefte zwischen den Nummern 127 und 224 (insgesamt wurden nur dreizehn Hefte ausgelassen), allerdings alles andere als in chronologischer Reihenfolge, bis die Serie schließlich 1984 mit Ausgabe 28, die die US-Nummer 223 enthielt, wieder eingestellt wurde. Weitere Ausgaben waren zudem ab 1981 in den Superman/Batman-Heften veröffentlicht worden. Die höchste Nummer, die Ehapa insgesamt veröffentlicht hatte, war dabei Heft 239.

1989 übernahm der Norbert Hethke Verlag die Lizenzen für die deutsche Veröffentlichung der DC-Serien und brachte die neue Giffen/DeMatteis-Serie in Form von überformatigen Gerechtigkeitsliga-Alben, die jeweils zwei US-Nummern enthielten, heraus. Hethkes DC-Serien war jedoch allgemein kein langes Leben beschieden, und so wurde auch diese Serie 1990 nach nur vier Ausgaben wieder eingestellt. Danach herrschte erst einmal wieder für mehrere Jahre Funkstille, abgesehen von der Veröffentlichung der Doomsday-Story aus Justice League America #69 durch den Carlsen-Verlag im Rahmen des Superman-Bandes Der Tag, an dem Superman starb (1995).

1995 nahm sich dann der Dino-Verlag der DC-Serien an und begann 1997, nur vier Monate nach US-Start, mit der Veröffentlichung von Morrisions JLA unter dem Titel JLA - Die neue Gerechtigkeitsliga.

Bald wurde die Serie um JLA-Specials und JLA-Sonderbände erweitert, die zum einen Zusatzmaterial wie JLA: Das erste Jahr, JLA: Das verlorene Paradies und die Geheimen Archive, zum anderen aber auch älteres Material wie die Crisis on Infinite Earths, die nur rudimentär mit der JLA in der Form zu tun hatten, enthielten. Zudem wurden im Rahmen der DC Archiv Edition-Reihe die allerersten Abenteuer der Ur-Justice League aus den 60er Jahren den deutschen Lesern erstmals zugänglich gemacht. Doch auch die Dino-Ära sollte nicht ewig andauern, und nachdem der einstige Top-Seller JLA bereits 2000 mit Heft 39 eingestellt und zunächst in die JLA Sonderbände verbannt worden war, mußte der Verlag Anfang 2001 schließlich sein komplettes DC-Programm einstellen, wobei die JLA immerhin noch bis zum Ende der Morrison-Ära (Heft 41, in JLA Sonderband #20) veröffentlicht worden war.

Noch im selben Jahr übernahm dann der deutsche Ableger des italienischen Panini-Verlags, der bereits recht erfolgreich die Marvel-Serien auf Deutsch veröffentlichte, die DC-Lizenzen. Die JLA wurde im Prestigeformat weitergeführt, man startete mit Heft 43, der ersten Waid-Ausgabe (die fehlende Ausgabe 42 wurde später im Rahmen der Comic Action 2001 als „Nullnummer“ nachgereicht), und präsentierte zunächst zweimonatlich drei US-Hefte, bis man sich schließlich gezwungen sah, aufgrund des schrumpfenden Abstandes zu den US-Ausgaben „Füllmaterial“ wie den Justice Leagues-Mehrteiler, JLA: Schwarze Messe oder JLA: Inkarnationen einzuschieben. Darüber hinaus erschienen weitere Sonderausgaben wie JLA: Heaven’s Ladder oder JLA: Eine für alle in Ergänzungsreihen wie DC Premium. Panini setzte außerdem die von Dino begonnene DC Archiv Edition-Reihe fort, so daß Justice League of America auf Deutsch mittlerweile bis Heft 22 komplett vorliegt.

Ähnlich wie im Falle der Rächer schienen die Leser offenbar auch das qualitativ stark schwankende Füllmaterial der teuren JLA-Serie nicht sonderlich anziehend zu finden, so daß Panini im Juni 2003 mit JLA - Die neue Serie auch diese Serie wieder neu startete, genau wie im Falle der Rächer diesmal als zweimonatliche Heftserie mit jeweils zwei US-Heften. Dabei wurden allerdings die US-Hefte 59 und 60 ausgelassen, und es ist eher zweifelhaft, daß diese noch irgendwann nachgereicht werden.

JLA - Die neue Serie läuft bis heute, und da Panini zugleich auch noch die Rächer auf Deutsch veröffentlicht, dürfte offensichtlich sein, bei welchem Verlag die deutsche Ausgabe des JLA/Avengers-Crossovers erscheinen wird.


Torsten B. Abel


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