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Die Rächer und die Justice League in Deutschland Die ruhmreichen Rächer auf Deutsch Die „Rächer“ begrüßten die deutschen Leser das erste Mal 1967 auf den Seiten von Hit Comics #23 aus dem Bildschriftenverlag. Wie es sich für die kunterbunte Reihe, die schon Material aus The Amazing Spider-Man, The Fantastic Four, The Incredible Hulk und anderen Serien veröffentlicht hatte, gehörte, startete man mit einem offenbar willkürlich ausgewählten Heft, der US-Nummer 27, und ließ in unregelmäßigen Abständen insgesamt 24 weitere Hefte, immerhin in chronologischer Reihenfolge und nahezu lückenlos bis US-Heft 60 (mit Thor als Zweitserie), folgen, bis die Reihe dann im Jahr 1970 eingestellt wurde, woraufhin noch einmal fünf weitere Hefte unter dem eigenständigen Titel Die Rächer folgten, denen ein hochkompliziertes Numerierungssystem (die Hefte waren mit 211 bis 215 numeriert) zugrundelag und die US-Hefte aus dem Bereich zwischen Heft 66 und 90 nachdruckten. Weiter ging es dann 1974 mit dem Williams-Verlag, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die Marvel-Comics in chronolgischer Reihenfolge und von Anfang an (!) neu aufzulegen. So wurden Die ruhmreichen Rächer konsequent mit der US-Nummer 1 gestartet, und das Konzept wurde - bis auf die Auslassung von US-Heft 6, das (wie könnte es anders sein) einen Auftritt des Nazi-Schurken Baron Zemo enthielt - konsequent durchgezogen, bis die Serie schließlich gemeinsam mit den anderen Marvel-Serien im November 1978 mit Heft 100, das die US-Nummer 101 enthielt, wieder eingestellt wurde.Daraufhin übernahm 1979 der berühmt-berüchtigte Condor-Verlag die deutssprachigen Marvel-Lizenzen, der die Rächer - wie die meisten anderen Marvel-Helden auch - ins kleinformatige Taschenbuch verbannte. Nachdem die ersten beiden Bände des Die Rächer Comic-Taschenbuches einmal mehr die ersten US-Hefte - diesmal inklusive der von Williams ausgelassenen Nummer 6 - nachgedruckt hatten, schloß man mit Taschenbuch 3 und der US-Nummer 102 direkt an Williams an. Während einzelne Ausgaben übersprungen und andere in Reihen wie Marvel Comic-Stars und Marvel Comic-Sonderheft oder als Zweitgeschichten im Die Spinne Comic-Magazin und im Die Fantastischen Vier Comic-Album veröffentlicht wurden, kam ab Band 20 auch noch die fortlaufende West Coast Avengers-Serie als Zweitserie hinzu, allerdings - was bei Condor alles andere als ungewöhnlich war - gegenüber der „Mutterserie“ zeitlich versetzt. Einzelne Hefte aus Serien wie Solo Avengers/Avengers Spotlight wurden zudem als Füllmaterial verwendet, während des Racheakte-Crossovers kamen sogar Iron Man-und Quasar-Hefte hinzu, die Teil des Crossovers waren. Die Rächer-Taschenbücher hielten sich immerhin bis 1996, bis der Condor-Verlag aufgrund des auslaufenden Lizenzvertrags mit Marvel USA sämtliche Marvel-Serien einstellen mußte, das Die Rächer Comic-Taschenbuch mit Band 47, der immerhin noch The Avengers (vol 1) #351 und Avengers West Coast #74 enthielt, während von letzterer Serie bereits einige Monate zuvor - man bedenke die unterschiedlichen Zeitebenen bei Condor - im Rahmen des Crossovers Sturm auf die Galaxis (Operation: Galactic Storm) im Captain America Comic-Taschenbuch #20-22 außerdem noch die Hefte 80-82 veröffentlicht worden waren, im Captain America-Taschenbuch #26 folgten sogar noch die beiden letzten Hefte, die Nummern 101 und 102.Nach dem Condor-Aus wurden die Marvel-Lizenzen ab 1997 von Marvel Deutschland/Panini Comics übernommen, wo man sich allerdings aufgrund des Onslaught-Crossovers und des darauf folgenden „Heroes Reborn“-Reboots entschloß, die „klassischen“ Helden - abgesehen von ein paar Captain America- und Thor-Ausgaben in der Sammelreihe Marvel Special - zunächst außen vor zu lassen. So wurden Ende 1998 von den Avengers (vol. 1) nur noch die beiden letzten Nummern, 401 und 402, im Rahmen eben jenes Crossovers in den extra-dicken Heften 22 und 23 der ersten X-Men-Serie von Panini veröffentlicht. Richtig los ging es dann - neben einem Marvel Klassik-Band, der einmal mehr die ersten zehn US-Hefte von 1963/64 nachdruckte - im Januar 1999 mit den „Wiedergeburt der Helden“-Serien, die Panini als Einzelhefte (!) veröffentlichte, darunter eben auch Die Rächer, die jedoch genau wie die US-Vorlage mit Heft 13 wieder eingestellt wurden. Da das Einzelheft-Format bei den deutschen Lesern überhaupt nicht angekommen war, erschien die nachfolgende Busiek-Serie ab März 2000 - analog zu den USA anfangs unter dem Obertitel „Die Rückkehr der Helden“ - als Die Rächer (vol. 2) nunmehr mit Busieks Iron Man als Zweitserie. Die US-Nummer 7 erschien dabei als Teil des Crossovers Leb, Kree, oder stirb! in Heft 21 der Sammelreihe Marvel Special. Doch offenenbar mochten die deutschen Leser auch keine Zweitserien, denn ebenso wie die „Schwesterserie“ Die Fantastischen Vier (vol. 2) wurde auch die zweite Rächer-Serie nach nur zehn Ausgaben wieder eingestellt, und ab Februar 2001 erschienen alle vier „Helden“-Serien, darunter eben auch Die Rächer (vol. 3), nunmehr in Form von 100seitigen, zweimonatlichen Serien im „Prestige“-Format, auch, um den Abstand zu den US-Serien bis auf ein Jahr zu reduzieren. Zusätzlich erschienen im Rahmen verschiedener Reihen wie Marvel Millennium und Marvel Extra Sonderausgaben und Miniserien wie Rächer aller Zeiten und Rächer der Ewigkeit, während die Rächer-Serie selbst nach dem Ende der „Aufholjagd“ mit Heft 8 (April 2002) auf zwei US-Hefte pro Ausgabe plus Zusatzmaterial wie Annuals, Miniserien etc. umgestellt wurde, damit der Umfang der Hefte erhalten bleiben konnte. Wider Erwarten brachte jedoch auch dieses Format letzten Endes nicht den gewünschten Erfolg, insbesondere das qualitativ stark schwankende Zusatzmaterial in der zweiten Hefthälfte sowie der aufgrund des Umfangs nicht gerade geringe Preis brachten offenbar viele Leser dazu, von der Serie abzuspringen. Aus diesem Grund wurden die Rächer im Februar 2003 einmal mehr mit einer neuen Nummer 1 (der mittlerweile vierten bei Panini) gestartet, diesmal endlich, wie von einem Großteil der Leser seit langer Zeit gefordert, zweimonatlich mit jeweils zwei US-Heften pro deutscher Ausgabe. Sinnigerweise ereignete sich dieser Neustart jedoch genau in einer laufenden Storyline, Busieks „Kang Dynasty“-Saga, so daß nicht ausgeschlossen ist, daß die potentiellen Neukunden, die man mit diesem erneuten Neustart zu erreichen hoffte, gleich wieder verschreckt Abstand von der Serie nahmen.Die Gerechtigkeitsliga in Deutschland Die „Gerechtigkeitsliga“ brauchte relativ lange, um in Deutschland Fuß fassen zu können. Das erste Mal begrüßte die Liga den deutschen Leser in Superman/Batman #8 (Jahrgang 1968) des Ehapa-Verlags mit einer Geschichte aus Superman’s Girl Friend Lois Lane #74. Es folgten vereinzelt weitere Gastauftritte in den Superman/Batman-Heften und den Superman-Taschenbüchern sowie - schließlich - Justice League of America #100 im Superman Extra Taschenbuch #8.In der Folgezeit wurden in diversen Superman-Taschenbüchern, einer Superman Sonderausgabe und zwei Roter Blitz-Heften einzelne Hefte der Justice League of America aus dem Bereich zwischen den Nummern 100 und 119 veröffentlicht, bis dann 1977 schließlich das erste Gerechtigkeitsliga Album erschien. Die Serie, die zunächst zwei, später drei US-Ausgaben enthielt, veröffentlichte immerhin nahezu alle Hefte zwischen den Nummern 127 und 224 (insgesamt wurden nur dreizehn Hefte ausgelassen), allerdings alles andere als in chronologischer Reihenfolge, bis die Serie schließlich 1984 mit Ausgabe 28, die die US-Nummer 223 enthielt, wieder eingestellt wurde. Weitere Ausgaben waren zudem ab 1981 in den Superman/Batman-Heften veröffentlicht worden. Die höchste Nummer, die Ehapa insgesamt veröffentlicht hatte, war dabei Heft 239. 1989 übernahm der Norbert Hethke Verlag die Lizenzen für die deutsche Veröffentlichung der DC-Serien und brachte die neue Giffen/DeMatteis-Serie in Form von überformatigen Gerechtigkeitsliga-Alben, die jeweils zwei US-Nummern enthielten, heraus. Hethkes DC-Serien war jedoch allgemein kein langes Leben beschieden, und so wurde auch diese Serie 1990 nach nur vier Ausgaben wieder eingestellt. Danach herrschte erst einmal wieder für mehrere Jahre Funkstille, abgesehen von der Veröffentlichung der Doomsday-Story aus Justice League America #69 durch den Carlsen-Verlag im Rahmen des Superman-Bandes Der Tag, an dem Superman starb (1995).1995 nahm sich dann der Dino-Verlag der DC-Serien an und begann 1997, nur vier Monate nach US-Start, mit der Veröffentlichung von Morrisions JLA unter dem Titel JLA - Die neue Gerechtigkeitsliga. Bald wurde die Serie um JLA-Specials und JLA-Sonderbände erweitert, die zum einen Zusatzmaterial wie JLA: Das erste Jahr, JLA: Das verlorene Paradies und die Geheimen Archive, zum anderen aber auch älteres Material wie die Crisis on Infinite Earths, die nur rudimentär mit der JLA in der Form zu tun hatten, enthielten. Zudem wurden im Rahmen der DC Archiv Edition-Reihe die allerersten Abenteuer der Ur-Justice League aus den 60er Jahren den deutschen Lesern erstmals zugänglich gemacht. Doch auch die Dino-Ära sollte nicht ewig andauern, und nachdem der einstige Top-Seller JLA bereits 2000 mit Heft 39 eingestellt und zunächst in die JLA Sonderbände verbannt worden war, mußte der Verlag Anfang 2001 schließlich sein komplettes DC-Programm einstellen, wobei die JLA immerhin noch bis zum Ende der Morrison-Ära (Heft 41, in JLA Sonderband #20) veröffentlicht worden war. Noch im selben Jahr übernahm dann der deutsche Ableger des italienischen Panini-Verlags, der bereits recht erfolgreich die Marvel-Serien auf Deutsch veröffentlichte, die DC-Lizenzen. Die JLA wurde im Prestigeformat weitergeführt, man startete mit Heft 43, der ersten Waid-Ausgabe (die fehlende Ausgabe 42 wurde später im Rahmen der Comic Action 2001 als „Nullnummer“ nachgereicht), und präsentierte zunächst zweimonatlich drei US-Hefte, bis man sich schließlich gezwungen sah, aufgrund des schrumpfenden Abstandes zu den US-Ausgaben „Füllmaterial“ wie den Justice Leagues-Mehrteiler, JLA: Schwarze Messe oder JLA: Inkarnationen einzuschieben. Darüber hinaus erschienen weitere Sonderausgaben wie JLA: Heaven’s Ladder oder JLA: Eine für alle in Ergänzungsreihen wie DC Premium. Panini setzte außerdem die von Dino begonnene DC Archiv Edition-Reihe fort, so daß Justice League of America auf Deutsch mittlerweile bis Heft 22 komplett vorliegt. Ähnlich wie im Falle der Rächer schienen die Leser offenbar auch das qualitativ stark schwankende Füllmaterial der teuren JLA-Serie nicht sonderlich anziehend zu finden, so daß Panini im Juni 2003 mit JLA - Die neue Serie auch diese Serie wieder neu startete, genau wie im Falle der Rächer diesmal als zweimonatliche Heftserie mit jeweils zwei US-Heften. Dabei wurden allerdings die US-Hefte 59 und 60 ausgelassen, und es ist eher zweifelhaft, daß diese noch irgendwann nachgereicht werden.JLA - Die neue Serie läuft bis heute, und da Panini zugleich auch noch die Rächer auf Deutsch veröffentlicht, dürfte offensichtlich sein, bei welchem Verlag die deutsche Ausgabe des JLA/Avengers-Crossovers erscheinen wird. Torsten B. Abel Dieser Text darf nicht ohne vorherige Genehmigung in andere Seiten eingebunden oder sonstwie veröffentlicht werden. Die Coverabbildung zum Die Rächer-Taschenbuch #1 wurde zur Verfügung gestellt von Daniel Wamsler. Die Coverabbildungen zu Die Rächer (Panini, vol. 1) #1, Die Rächer (Panini, vol. 2) #1 und Die Rächer (Panini, vol. 3) #1 wurden zur Verfügung gestellt von Michael Händeler und seiner Coverscans-Seite. Die Coverabbildung zum Gerechtigkeitsliga-Album (Ehapa) #1 wurde zur Verfügung gestellt von Georg Vogt jr.. Die Coverabbildung zu JLA (Panini, vol. 1) #1 wurde zur Verfügung gestellt von Andreas Eich und seiner JLA Fanpage. Die Coverabbildung zu JLA (Panini, vol. 2) #1 wurde zur Verfügung gestellt von Andreas Dietz. |
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