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JLA/Avengers #3: Die Rezension Titel: „Book Three: Strange Adventures“Autor: Kurt Busiek Zeichner: George Pérez Kolorist: Tom Smith Letterer: Richard Starkings (Comicraft) Redakteure: Tom Brevoort (Marvel), Dan Raspler & Mike Carlin (DC) Chefredakteure: Joe Quesada (Marvel), Mike Carlin (DC) Cover: George Pérez & Tom Smith Verlag: Marvel Comics Erscheinungsdatum: 26. November 2003 Umfang: 48 Seiten (Prestige-Format) Preis: 5,95 $ Inhalt: Die Handlung beginnt mit der Justice League der 70er oder 80er Jahre, die soeben Dr. Doom daran gehindert hat, den Wall der Quelle zu erstürmen. Behilflich war ihnen dabei ihr neuestes Mitglied Hawkeye. Noch während Green Arrow sich darüber beklagt, daß dieser mit seiner Freundin Black Canary flirtet, verändert sich die Realität, und plötzlich ist Hawkeye verschwunden. Die Justice League beschließt, ein paar alten Freunden einen Besuch abzustatten. Szenenwechsel - man sieht Eternity und Kismet in inniger Umarmung. Ein erneuter Szenenwechsel führt den Leser dann zur Hydrobase, wo die Rächer der 80er Jahre soeben Brainiac besiegt haben. In diesem Moment erscheint die Justice League auf der Insel, und während die beiden Teams von Jarvis bedient werden, erwächst in Captain America trotz Wonder Womans Beteuerungen, Begegnungen zwischen Helden von „Erde-1“ und „Erde-2“ seien seit den Begegnungen zwischen der Justice Society und den Invaders zur Zeit des Zweiten Weltkrieges nichts Besonderes mehr, sehr schnell das Gefühl, daß etwas mit der Realität nicht stimmt. Noch während er darüber nachdenkt, ändert sich die Realität erneut, und die beiden Teams veranstalten plötzlich eine „Hawaii“-Grillparty auf dem Satelliten der Justice League. Während Wonder Woman und Wonder Man ein Armdrücken veranstalten und Vision und der Red Tornado sich über ihr Familienleben austauschen, gelangt auch Superman zu der Erkenntnis, daß etwas mit der Realität nicht stimmt. Plötzlich ändert sich die Realität erneut, und die beiden Teams befinden sich plötzlich im Rächer-Hauptquartier der frühen 90er Jahre. Während die Wasp Captain America daran erinnert, wie die beiden Teams der 60er Jahre gegen Amazo und Ultron-4 gekämpft hatten, die beiden Teams der 70er Jahre gegen den Grimmen Schnitter und den Key - der im Besitz der Schlangenkrone gewesen war - und die beiden Teams der 80er Jahre gegen Kang und den Lord of Time, vergewissern sich Batman und Iron Man, daß sich die Herren des Bösen noch immer in sicherem Gewahrsam befinden. Plötzlich gehen Captain America und Superman aufeinander los, und die Realität zersplittert. Als Nächstes finden sich Aquaman und Vision in einem verwüsteten Metropolis wieder, wo sie von Silver Swan, Killer Croc, Shrapnel, Mammoth, Bloodsport, Sonar, der Silver Banshee und Poison Ivy angegriffen werden. Während ihnen weitere Mitglieder der JLA und der Rächer zu Hilfe kommen, müssen die übrigen Mitglieder beider Teams im New York City des Marvel-Universums ebenfalls eine Katastrophe verhindern. Schließlich entdecken die Helden auf beiden Erden einen Riß, der die beiden Universen verbindet und aus dem Krona emporsteigt. Daraufhin erhalten sie einen Teil ihrer Erinnerungen an die vergangenen Ereignisse zurück, doch im Gegenzug müssen Superman und Iron Man erkennen, daß die Realitäten beginnen, einander zu überlagern. Zwar gelingt es ihnen mit den vereinten Kräften von Green Lantern (Hal Jordan) und der Scarlet Witch, den Riß fürs Erste wieder zu schließen, woraufhin beide Teams wieder in ihre jeweiligen Universen versetzt werden, doch nachdem die JLA erneut ins Marvel-Universum gereist ist, erscheint der Phantom Stranger im Rächer-Anwesen und warnt sie, daß die Gefahr noch lange nicht vorüber sei. Daraufhin bringt der Stranger JLA und Rächer ins Versteck des Grandmasters, der im Sterben liegt. Mit letzter Kraft erklärt er den beiden Teams, wie er die beiden Universen verbunden und Krona dazwischen gefangen hat, doch ist dieser nunmehr drauf und dran, beide Universen auszulöschen. Bevor sich die beiden Teams aufmachen, ihn aufzuhalten, zeigt ihnen der Grandmaster noch, wofür sie eigentlich kämpfen, zeigt ihnen ihr wahres, nicht beschönigtes Schicksal in ihren jeweiligen Universen, darunter den Tod des Flash (Barry Allen), Hank Pyms Wandlung zum Psychopathen, der seine Frau schlägt, den Tod der Kinder der Scarlet Witch sowie die Wandlung Hal Jordans zu Parallax. Dennoch beschließen die Helden einstimmig, daß sie nicht das Recht haben, „Gott zu spielen“, und machen sich auf, ein letztes Mal gegen Krona anzutreten, wobei sie erneut von Metron beobachtet werden. Fortsetzung folgt… Kommentar: Beschränkten sich die beiden vorangegangenen Hefte noch nahezu ausschließlich auf die JLA und die Rächer der Gegenwart, so schöpft Kurt Busiek hier nunmehr aus der vierzigjährigen Geschichte beider Teams und läßt die Inkarnationen der beiden Teams aus verschiedenen Jahrzehnten aufeinandertreffen, was durch Rückblenden und Bilder an der Wand noch weiter ausgebaut wird. Dabei hält er sich jedoch keineswegs penibel an die historische Genauigkeit der entsprechenden Szenen und verstößt in zahlreichen Fällen sogar absichtlich gegen die etablierte Continuity. Während sich dies anfangs noch auf simple Anachronismen wie Kostüme, die die entsprechenden Figuren zu bestimmten Zeitpunkten eigentlich gar nicht getragen haben, beschränkt, wird schnell klar, daß den Figuren in der neuentstandenen „Realität“ augenscheinlich jegliche schwerwiegenden Schicksalsschläge erspart geblieben sind. Deutlich wird dies insbesondere an den Personen von Flash II (Barry Allen) und Green Lantern II (Hal Jordan), die das gesamte Heft über unter den Hauptfiguren zu finden sind, obwohl sie eigentlich lägst verstorben sind. Auf diese Weise hat Busiek, von der Verpflichtung befreit, sich an die bestehende Marvel- bzw. DC-Geschichtsschreibung zu halten, nicht nur einen Weg gefunden, die Fan-Lieblinge Hal Jordan und Barry Allen erneut als JLA-Mitglieder auftreten und erneut ihre Heldenhaftigkeit unter Beweis stellen zu lassen, sondern zudem noch Prä-Crisis-Elemente wie das „Adler“-Kostüm Wonder Womans oder das Raumschiff Brainiacs in die Geschichte einfließen lassen. Die gemeinsame Geschichte der Justice League und der Rächer als zwei befreundete Teams, die von Parallelerden stammen, spielt selbstverständlich auf die Prä-Crisis-„Erde 1“/„Erde 2“-Crossover zwischen der Justice League und der Justice Society an, und tatsächlich könnte man sich ein entsprechendes Konzept durchaus als moderne Version jener Tradition vorstellen. Zu allem Überfluß hat Busiek mit den Rückblenden auch noch einen Weg gefunden, das ursprüngliche, unvollendete und unveröffentlichte Justice League/Avengers-Crossover von 1983 in seine Geschichte zu integrieren. Jenes Crossover hat zugleich noch eine zweite Bedeutung im Zusammenhang mit diesem Heft, denn sämtliche Inkarnationen der Teams, die bei den verschiendenen Zusamentreffen zu sehen sind, scheinen spätestens in den 80er Jahren in ihrer Entwicklung „stehengeblieben“ zu sein - einerseits offenbar, weil das erste Crossover in den 80ern erschienen wäre, zum anderen aber selbstverständlich auch, weil sich die wirklich schweren Schicksalsschläge für die meisten der Figuren in den späten 80er bzw. frühen 90er Jahren ereignet haben. Ein kleiner Wermutstropfen sollte dagegen nicht außer Acht gelassen werden, denn Neueinsteiger und Leser, die sich nicht sonderlich gut mit der Geschichte beider Teams auskennen, dürften sich angesichts der schieren Masse der auftretenden Figuren sowie der häufigen Zeitsprünge und Wechsel der Schauplätze vermutlich hoffnungslos überfordert fühlen. Dies sollte aber auch nicht weiter überraschen, handelt es sich hierbei doch augenscheinlich um ein Heft für Fans, das auf gerade mal 48 Seiten beinahe 40 Jahre Comicgeschichte Revue passieren läßt. Und kleinliche Kritikpunkte allzu sehr auf einzelne Figuren oder Verlage fixierter Fans, der langjährige Rächer-Autor Kurt Busiek „bevorzuge“ eindeutig die JLA und „demütige“ die Marvel-Figuren - insbesondere Thor -, erweisen sich bei genauerer Betrachtung als wenig mehr als die Meinung einer lautstarken Minderheit, die enttäuscht darüber ist, daß „ihr“ Held zur Abwechslung einmal nicht im Alleingang das Universum retten durfte. Das kurze Intermezzo, als die auf beiden Erden versprengten Teams gemeinsam die Folgen irgendwelcher Katastrophen bekämpfen, wirkt leider leicht deplaziert und trägt eher wenig zur Handlung bei und ist daher wohl als Füllszene anzusehen, um die 48 Seiten des Heftes zu füllen. Dafür ist die Szene, in der der Grandmaster den JLA- und Rächer-Mitgliedern schmerzlich vor Augen führt, welch grausames Schicksal einige von ihnen - oder zumindest die Personen, die ihnen nahestehen - erwartet, ist dagegen umso eindrucksvoller in Szene gesetzt und unterstreicht insbesondere noch einmal den Heldenmut von Barry Allen und Hal Jordan, als sie - trotz ihres Wissens um ihr Schicksal - beschließen, die Realität wieder in ihre gewohnten Bahnen zu bringen. Was die Zeichnungen angeht, muß selbstverständlich zunächst einmal das Cover erwähnt werden, auf dem Zeichner George Pérez sage und schreibe 208 Figuren (!) untergebracht hat - sämtliche Figuren, die jemals Mitglied der Justice League oder der Rächer gewesen sind. Auf der einen Seite wirkt das Cover doch etwas überladen, ist aber nichtsdestotrotz sehr eindrucksvoll, und es verwundert somit nicht wirklich, daß Pérez sich beim Zeichnen eine Sehnenscheidenentzündung zugezogen hat, was dazu geführt hat, daß das sich Erscheinen des letzten Heftes um ganze drei Monate verzögerte. Auch die Zeichnungen im Heftinneren wissen wie immer zu gefallen, insbesondere bleiben selbstverständlich die beiden Doppelseiten mit den überlappenden Erden und natürlich mit den 31 Szenen aus den reichhaltigen Geschichten des Marvel- und des DC-Universums im Gedächtnis, aber auch die Grillparty auf dem JLA-Satelliten, der Wall der Quelle oder auch Kleinigkeiten wie das Entsetzen der Scarlet Witch über den Verlust ihrer Kinder sind, wie man es von Pérez gewohnt ist, sehr gelungen. Auch die Kolorierung von Tom Smith ist einmal mehr lobend hervorzuheben, insbesondere die blassen Farben im verschneiten Metropolis, die auf den ersten Blick den Eindruck erwecken, daß etwas ganz Furchbares geschehen sei. War der Preis von 5,95 $ bei den ersten beiden Heften noch ein möglicher Hinderungsgrund, so sollte er im Falle dieses Heftes keine Rolle mehr spielen, denn alleine schon das eindrucksvolle Cover sollte den Preis mehr als rechtfertigen. Fazit: Beste Unterhaltung für langjährige Fans, Neueinsteiger und Gelegenheitsleser ohne größere Vorkenntnisse sollten dagegen lieber die Finger davon lassen. Das bislang beste Heft der Reihe. Deutsche Fassung: JLA/Die Rächer #3 Titel: „Buch Drei: Seltsame Abenteuer“Übersetzer: Christian Heiß Letterer: RAM Redakteure: Christian Grass, Christian Heiß, Verena Müller, Luigi Mutti, Lisa Pancaldi Chefredakteur: Tony Verdini Cover: George Pérez & Tom Smith Verlag: Panini Comics Erscheinungsdatum: 19. Mai 2004 Umfang: 48 Seiten (Prestige-Format) Preis: 4,00 € (reguläres Cover); 6,50 € (Variant-Cover) Kommentar: Und wieder eine gelungene deutsche Umsetzung. Das matte Cover ist diesmal definitiv um Längen besser als die glänzende US-Fassung und läßt die Farben fast noch kräftiger wirken. Allerdings hätte eventuell jemand den zuständigen Grafikern sagen sollen, daß der Strichcode in der Originalfassung nicht ohne Grund über dem falsch kolorierten Bein des Plastic Man plaziert war, anstatt den Großteil von Vixen zu verdecken… An der Übersetzung von Christian Heiß habe ich auch diesmal wieder nur Kleinigkeiten zu bemängeln, so legt die Übersetzung von „hunk o’man“ (zu Deutsch etwa: „Prachtkerl“) mit „Göttergatte“ nahe, daß Black Canary und Hawkeye zu Beginn des Heftes verheiratet seien, was die Originalfassung nicht impliziert, ferner leuchtet mir nicht ganz ein, wieso aus dem „particle accelerator“ ein „Partikelgenerator“ wurde, die „Herren des Bösen“ sind auch nicht wirklich besser als die in Deutschland etablierten „Meister des Bösen“, und die Erklärung für das seltsame Verhalten von Captain America und Superman seit Heft 1 geht in der deutschen Übersetzung leider ein wenig unter. Dagegen finde ich die Übersetzung des Grim Reaper als „Grimmer Schnitter“ aus einem Grund, der mir selbst nicht so ganz verständlich ist, äußerst originell, und Thor tritt wie schon in den beiden vorangegangenen Heften allen übrigen Figuren verbal in den Hintern. Und sogar der „Urknall“, den ich in der Übersetzung des vorangegangenen Heftes noch vermißte, fehlt diesmal nicht. Während Panini weiterhin daran festhält, den Kolorist Tom Smith in den Credits fälschlich als „Tuscher“ aufzulisten, braucht das Druckbild auch diesmal den Vergleich mit dem US-Original nicht zu scheuen, ja mehr noch, das „ACTOR“-Bild auf Seite 7 ist sogar deutlich schärfer als das erkennbar verkleinerte Bild in der US-Fassung. Ach ja, eines noch: Daß die Textkästen auf Seite 4 nötig waren, leuchtet mir ja noch ein, aber man hätte doch wohl auch dezentere Hintergrundfarben wählen können? Abgerundet wird das Ganze wie immer von einer Einleitung, die, wie schon in der US-Fassung, die Ereignisse der beiden vorangegangenen Hefte zusammenfaßt, sowie Kurzbiographien zu den verschiedenen Green Lanterns und Iron Man. Fazit: Gute, sehr lesbare Übersetzung, ausgezeichnete Druckqualität und alles in allem eine mehr als preiswerte Alternative zum Original. Anmerkung: Es existiert außerdem eine Variant-Cover-Edition, die exklusiv über den Panini-Online-Shop erhältlich ist und 6,50 € kostet. Das Covermotiv ist Seite 48 (166) aus diesem Heft entnommen.Die Anmerkungen zum Cover von Heft 3 Die Anmerkungen zum Inhalt von Heft 3 Die Rezension zu Heft 2 Die Rezension zu Heft 4 Die Rezension zur Hardcover-Sammlerausgabe Torsten B. Abel Dieser Text darf nicht ohne vorherige Genehmigung in andere Seiten eingebunden oder sonstwie veröffentlicht werden. Die Coverabbildung zur US-Ausgabe wurde zur Verfügung gestellt von Andreas Dietz, die Coverabbildung zur regulären Ausgabe von JLA/Die Rächer #3 von Michael Händeler und seiner Coverscans-Seite, und die Coverabbildung zur Variant-Cover-Ausgabe von mk63179, ebenfalls über die Coverscans-Seite. |
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