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JLA/Avengers #1: Die Rezension Titel: „Book One: A Journey Into Mystery“Autor: Kurt Busiek Zeichner: George Pérez Kolorist: Tom Smith Letterer: Richard Starkings (Comicraft) Redakteure: Tom Brevoort (Marvel), Dan Raspler & Mike Carlin (DC) Chefredakteure: Joe Quesada (Marvel), Mike Carlin (DC) Cover: George Pérez & Tom Smith Verlag: Marvel Comics Erscheinungsdatum: 3. September 2003 Umfang: 48 Seiten (Prestige-Format) Preis: 5,95 $ Inhalt: Die Handlung beginnt auf dem Planeten Polemachus, auf dem eigentlich gerade ein großer Feiertag ansteht. Man sieht Arkon, seine Frau Thundra und den Großwesir. Plötzlich erscheinen zwei riesige, rotglühende Augen am Himmel, und eine gewaltige Stimme verlangt eine „Antwort“ auf ein nicht näher erläutertes „Geheimnis“. Als das geheimnisvolle Wesen diese nicht bekommt, vernichtet es Polemachus kurzerhand. Szenenwechsel. Der Planet Qward, eine Welt, die sich in einem Antimaterie-Universum befindet. Man sieht die Thunderer und die Waffenmeister, die vom Crime Syndicate of Amerika, bestehend aus Ultraman, Owlman, Superwoman, Johnny Quick und Kraftring, angegriffen werden. Plötzlich erscheinen wieder die Augen am Himmel, die Stimme verlangt erneut eine Antwort, die sie wieder nicht erhält, und so werden auch Qward, das Crime Syndicate sowie das gesamte Antimaterie-Universum ausgelöscht. Das kosmische Wesen namens Eternity beobachtet die Ereignisse, greift jedoch nicht ein. Weiter geht es mit dem Grandmaster, der ebenfalls angegriffen wird. Sein Angreifer entpuppt sich schließlich als Krona, der - wieder einmal - auf der Suche nach einer Antwort auf die „ultimative Frage“ ist. Einen Monat später bekommen es auf der Erde des DC-Universums die Mitglieder der JLA (Superman, Batman, Wonder Woman, Aquaman, der Plastic Man, der Martian Manhunter, Green Lantern und der Flash) mit dem Marvel-Schurken Terminus zu tun, dem sie nie zu vor begegnet sind. Nachdem sie ihn besiegt haben, erscheint der Spectre und bringt Terminus ein sein eigenes Universum zurück. Auf der Marvel-Erde kämpfen derweil die Rächer (Captain America, Thor, Iron Man, die Scarlet Witch, Quicksilver, Warbird, She-Hulk, Jack of Hearts, die Wasp, Yellowjacket, Vision und Triathlon) gegen den alten JLA-Gegner Starro, den Sterneneroberer, der sie mit Hilfe seiner Sonden einen nach dem anderen unter seine Kontrolle bringt, bis es den verblieben Rächern mit Hilfe der Scarlet Witch schließlich gelingt, Starro zu besiegen und in die Flucht zu schlagen. Sie gelangen zu der Erkenntnis, daß er aus einem anderen Universum stammt, als sie plötzlich ein Notruf Quasars erreicht. Zurück in ihrem Anwesen, informiert Quasar die Rächer, daß auf zahlreichen Planeten plötzlich Eindringlinge aus einem anderen Universum aus dem Nichts erschienen sind, so bekommt es die Imperiale Garde der Shi’ar mit Lobo zu tun, während die Aakon von den Khund angegriffen werden. Daraufhin bringt die Wasp Iron Man auf die Idee, ein Frühwarnsystem zu entwickeln, das sie warnen soll, sobald jemand von außerhalb ihr Universum betreten sollte. Zur selben Zeit unternimmt der Flash eine Erkundungsmission ins Marvel-Universum, wo er fast von einem Mutanten über den Haufen gerannt wird, der von einem wütenden Mob verfolgt wird. Zu seinem Entsetzen muß Wally erkennen, daß im Marvel-Universum keine Speedforce existiert. Derweil beobachtet die JLA in ihrem Wachturm auf dem Mond einen Angriff der Skrull auf Thanagar, wo sie es mit den Wingmen zu tun bekommen, sowie einen Kampf zwischen Mongul und den Brood, als ein stark in Mitleidenschaft gezogener Flash zurückkehrt. Noch bevor dieser einen Bericht abliefern kann, erscheint Uatu, der Beobachter vor dem Wachturm. J’Onn versucht, telepathisch Kontakt zu ihm aufzunehmen, doch Uatu blockt ihn ab. Unmittelbar darauf erscheint der Grandmaster im Wachturm und warnt die JLA vor einer kosmischen Gefahr. Um diese abzuwenden, muß die JLA zwölf kosmische Artefakte aus beiden Universen in ihren Besitz bringen, darunter die Glocke, das Rad und den Krug, das Buch der Ewigkeit, die Medusa-Maske, Ras Sphäre, den Schicksalsspeer sowie Green Lanterns Energiebatterie. Der Grandmaster warnt die Justice League, daß auch andere nach den Artefakten suchen werden. Unter den Augen des noch immer schweigsamen Uatu befördert der Flash daraufhin seine Teamkameraden, denen sich Atom angeschlossen hat, ins Marvel-Universum. Dort hat Iron Man derweil das Frühwarnsystem fertiggestellt, als Hawkeye, den Captain America herbeigerufen hat, eintrifft. Unmittelbar darauf meldet das Frühwarnsystem das Eintreffen der Justice League auf dem Mond der Marvel-Erde. Die Ligisten sehen sich auf der ihnen fremden Welt um, entdecken das von Dr. Doom regierte Latveria, das verwüstete Genosha, den Hulk, der soeben eine Stadt verwüstet hat, sowie den Punisher, den Batman kurzerhand daran hindert, ein paar Drogendealer zu erschießen. Ein ungewohnt aggressiver Superman gelangt schließlich zu der Überzeugung, daß die Rächer unfähige Schwächlinge seien, die sich allem Anschein nach nicht für die Probleme ihrer Welt interessieren. Im Anschluß finden sich die Mitglieder der JLA auf der Monsterinsel ein, wo sie es mit Fin Fang Foom, Giganto, Tricephalous, Van Dooms Kreatur und einigen anderen Monstern zu tun bekommen und anschließend das erste Artefakt, den Ultimativen Vernichter, finden. Zwar versuchen die mittlerweile ebenfalls auf der Insel eingetroffenen Rächer, ihnen diesen wieder abzunehmen, doch Wonder Woman gelingt es, den Destruktor im letzten Moment wieder zurückzuholen, bevor die JLA von einem von Iron Man gebauten Signaturmodulator in ihr Universum zurückgeschickt wird. Daraufhin treffen die Rächer auf Metron, der ihnen ebenfalls von der drohenden Gefahr berichtet und sie seinerseits anweist, die zwölf kosmischen Artefakte zu beschaffen, darunter die sechs Seelensteine, der Stab von Watoomb, die Truhe ewigen Winters, das Böse Auge von Avalon und der Kosmische Würfel. Beobachtet werden sie dabei von Atom, der nicht mit dem Rest der JLA ins DC-Universum zurückgekehrt ist. Bevor er wieder verschwindet, übergibt Metron Iron Man eine Mutterbox, mit deren Hilfe dieser eine Schallröhre öffnet und die Rächer ins DC-Universum, nach Metropolis, bringt. Dort laufen sie zufällig Loophole über den Weg, der soeben eine Bank ausgeraubt hat, und nehmen ihn und seine Handlanger kurzerhand fest. Als herbeigeeilte Passanten die ihnen unbekannten Helden sogleich um Autogramme bitten, ziehen sich die Rächer zurück und informieren sich zunächst einmal über den Beliebtheitsgrad der JLA in der Öffentlichkeit, wobei das Flash-Museum ganz besonders Quicksilvers Aufmerksamkeit erregt. Ein ungewohnt aggressiver Captain America gelang schließlich zu der Überzeugung, daß die Mitglieder der JLA faschistische Egoisten seien, die der Welt ihren Willen aufzwingen wollen. Kurz darauf kommt es endlich zur ersten „richtigen“ Konfrontation zwischen den Rächern und der JLA, die Hawkeye sogleich mit der Squadron Supreme vergleicht. Superman fordert Captain America auf, sich zu ergeben, woraufhin Thor ihn mit seinem Hammer niederstreckt. Beobachtet wird der sich daraus entwickelnde Kampf von Metron und dem Grandmaster, die gemeinsam darüber sinnieren, daß die „Mission“ der JLA und der Rächer lediglich dazu diene, Zeit zu schinden, damit der Grandmaster seinen wahren Plan in Gang setzen kann, um Krona aufzuhalten. Beobachtet wird die Szene von Atom, der Metron gefolgt ist. Fortsetzung folgt… Kommentar: Whew. Es ist vollbracht. Es ist tatsächlich erschienen. Zugegeben, es kann noch einiges passieren, bevor Heft 4 in den Handel kommt, doch stehen die Chancen sehr gut, daß die Geschichte diesmal tatsächlich vollständig erscheinen wird. Als Auftakt ist JLA/Avengers durchaus gelungen und macht in jederlei Hinsicht Spaß auf die Fortsetzung. Erfreulich ist, daß Busiek nicht einfach einmal mehr das altbekannte Schema F für Crossover bemüht, sondern sich Mühe gibt, den Konflikt zwischen den beiden Teams tatsächlich einmal einigermaßen glaubwürdig zu begründen, und begnügt sich nicht einfach mit dem berüchtigten „Mißverständnis“. Zumindest Captain America und Superman vertrauen dem jeweils anderen Team wirklich nicht, da sie die Folgen von dessen Wirken auf ihrer jeweiligen Welt mit eigenen Augen gesehen haben. Nicht gänzlich ausgeschlossen ist dabei jedoch, daß die beiden unter irgendeiner Art von geistiger Kontrolle stehen. Mit diesem Heft ist Busiek ganz in seinem Element und lädt zu einem Streifzug durch das Marvel- und das DC-Universum ein, wie nur er es kann. Mit spielender Leichtigkeit präsentiert er dem Leser Orte wie Polemachus, Qward, die Monsterinsel, Latveria, Genosha und Metropolis und läßt quasi ganz nebenbei eine ganze Legion wichtiger und unwichtiger Figuren aus beiden Universen auftreten, die selbst langjährige Leser teilweise noch nie gesehen haben. Den Vogel schießt Busiek dann jedoch mit den zwölf kosmischen Artefakten ab, die zum Teil bereits vor vierzig Jahren ihren ersten Auftritt hatten und/oder das letzte Mal vor über zehn Jahren zu sehen gewesen waren. Ganz besonders freuen dürfte sich darüber hinaus ein langjähriger Comicfan namens Kirk Philbrick, der auf Seite 42 verewigt wurde. Die Charaktere der Figuren sind gut getroffen, insbesondere Busieks erklärter Liebling Hawkeye weiß wieder einmal mit seinen bissigen Bemerkungen zu erfreuen. Und der „Squadron Supreme“-Kommentar sorgt dann schließlich für den mit Abstand besten Lacher des gesamten Heftes. Der einzige Aspekt der Handlung, der mir wirklich negativ auffiel, ist die Tatsache, daß die beiden Teams überhaupt gegeneinander kämpfen müssen, anstatt sich wie erwachsenene Menschen gleich zu verbünden. Hier mußte Busiek zweifellos den zahlreichen Fanwünschen Tribut zollen, die unbedingt sehen wollten, wie Thor Superman vermöbelt oder Batman gegen Captain America antritt. Die Zeichnungen strotzen, wie man es von George Pérez gewohnt ist, nur so vor Detailreichtum, und man sieht jeder einzelnen Seite an, wieviel Liebe Pérez in dieses Werk gesteckt hat. Auch die schlicht atemberaubende Computerkolorierung von Tom Smith war selten besser. Nicht gefallen haben mir lediglich Thors Nase auf dem Cover, die ein wenig an eine Steckdose erinnert, sowie der etwas uninspirierte Einheits-Schriftzug. Aber das sind wirklich nur Details, die dem Lesespaß nicht den geringsten Abbruch tun. Ach ja, und der Preis ist mit 5,95 $ doch ein wenig happig. Dafür bekommen wir aber immerhin 48 Seiten bester Unterhaltung ohne Werbung. Fazit: Wenn ich eine anspruchsvolle Geschichte lesen will, greife ich zu Watchmen. Wenn ich dagegen einfach ein unterhaltsames Superhelden-Crossover randvoll mit Anspielungen auf die Geschichte zweier traditionsreicher Comic-Universen lesen will, ist JLA/Avengers #1 mit Sicherheit keine verkehrte Wahl. Deutsche Fassung: JLA/Die Rächer #1 Titel: „Buch Eins: Reise in das Unerklärliche“Übersetzer: Christian Heiß Letterer: RAM Redakteure: Christian Grass, Christian Heiß, Verena Müller, Luigi Mutti, Lisa Pancaldi Chefredakteur: Tony Verdini Cover: George Pérez & Tom Smith Verlag: Panini Comics Erscheinungsdatum: 18. März 2004 Umfang: 48 Seiten (Prestige-Format) Preis: 4,00 € (reguläres Cover); 6,95 € (Variant-Cover) Kommentar: Auf der Comic Action 2003 versprach mir Panini-Chefredakteur Tony Verdini eine „perfekte“ deutsche Fassung von JLA/Avengers. Da Irren bekanntlich menschlich ist, war dies erwartungsgemäß nicht in Gänze möglich, doch es steht außer Frage, daß sich die Paninis wirklich verdammt viel Mühe gegeben haben, dieses Versprechen einzuhalten. Zunächst einmal die Äußerlichkeiten: Das Cover der deutschen Ausgabe sieht dem Cover der US-Fassung zum Verwechseln ähnlich, und wäre da nicht die fehlende Glanzbeschichtung, wäre die Illusion (abgesehen selbstverständlich vom Schriftzug) nahezu perfekt. Die Übersetzung von Christian Heiß, dem „schlechtesten Übersetzer der Welt“™, ist ebenfalls als sehr gelungen zu bezeichnen, wobei mir insbesondere seine Version von Thor, die mich bereits in Marvel Exklusiv #32: Wettkampf der Champions zu beeindrucken wußte, sehr gefällt. Die Charaktere reden - mit Ausnahme von Thor, versteht sich - flüssig und nicht zu geschwollen, und auf allzu auffällige Eindeutschungen wurde erfreulicherweise ebenfalls verzichtet. Mein einziger Kritikpunkt an der Übersetzung betrifft Power Ring vom Crime Syndicate, der in der deutschen Fassung zu „Kraftring“ wurde. Insgesamt also eine überdurchschnittliche Heiß-Übersetzung, und einzig der gute Koenig Kups persönlich könnte dies wohl auf Anhieb übertreffen. Kleinere Kritikpunkte betreffen das Einheits-Lettering, das selbst bei Figuren wie Thor und Vision (die in der Originalfassung beide einen individuellen Schriftsatz vorzuweisen hatten) zum Einsatz kommt, die mysteriöse Verwandlung von Fallville, Iowa in „Fallville in Ohio“ sowie eine leere Sprechblase Metrons auf Seite 40 - wer will, kann ja die Worte „Und nun…“ ergänzen. Und Kolorist Tom Smith freut sich bereits, daß er in den Credits der deutschen Fassung irrtümlich als „Tuscher“ aufgelistet wurde… Das Druckbild ist ebenfalls von sehr hoher Qualität und nur für das geübte Auge überhaupt vom Original zu unterscheiden - tatsächlich wirken die Farben in der deutschen Fassung teilweise sogar fast noch kräftiger als in der US-Vorlage. Abgerundet wird das Ganze von einer Einleitung, die zusätzlich zu den im Original ebenfalls vorhandenen klassischen JLA- und Rächer-Einleitungstexten auch noch ein paar Informationen über das unvollendete Originalcrossover aus den 80er Jahren bietet, sowie Kurzbiographien zu Superman und Thor. Fazit: Wer Geld sparen will und bereit ist, sich dafür mit einer eingedeutschten Ausgabe anstelle des Originaltextes zufriedengeben oder wer überhaupt muttersprachliche Texte bevorzugt, dem sei die deutsche Ausgabe von JLA/Die Rächer #1 wärmstens ans Herz gelegt. Anmerkung: Es existiert außerdem eine auf 600 exemplare limitierte Variant-Cover-Edition, die anläßlich der von Modern Graphics veranstalteten Händlermesse „Open House 2004“ erschien und 6,95 € kostet. Das Covermotiv ist der Doppelseite 30/31 (148-149) aus US-Heft 3 entnommen.Die Anmerkungen zu Heft 1 Die Rezension zu Heft 2 Die Rezension zur Hardcover-Sammlerausgabe Torsten B. Abel Dieser Text darf nicht ohne vorherige Genehmigung in andere Seiten eingebunden oder sonstwie veröffentlicht werden. Die Coverabbildung zur Variant-Cover-Ausgabe von JLA/Die Rächer #1 wurde zur Verfügung gestellt von Michael Händeler und seiner Coverscans-Seite. |
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