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JLA Sonderband #18

236 Seiten | DM 24,90 | EVT: 26. Juli

Die Fortsetzung von "Kingdom Come"! Die Entdeckung der Hypertime!

Starautor Mark Waid kehrt mit dieser Saga in die Welt seines Meisterwerkes "Kingdom Come" zurück und enthüllt das größte Geheimnis des DC Universums: Die Existenz der Hypertime. Doch vor dieser Enthüllung müssen die aktuellen Superman, Batman und Wonder Woman gemeinsam mit ihren Gegenstücken aus der Zukunft sowie den "Kingdom Come"-Helden Kid Flash, Nightstar und Offspring ein unglaubliches Abenteuer bestehen. Und ihr Gegner ist kein Geringerer als der mächtige Superman-Killer Gog!




Bewertungen:

Stephan Erdmann (aka "Loki"):

Das lang erwartete Kingdom ist erschienen.
Ich selbst hatte leider nie das Vergnügen Kingdom Come zu lesen,weswegen ich jedoch wahrscheinlich besser geeignet bin diesen Band als Einzelwerk zu bewerten.

Story 1: "Der Weg zur Hölle"
William war der einstige Überlebende einer Katastrophe, die ganz Kansas zerstörte, als Superman und seine Mitstreiter sich enttäuscht von der Menschheit abwendeten.
Unfähig dieses Erlebnis als kleiner Junge fing er in seinem Retter Superman einen Gott zu sehen, der der Menschheit diese Prüfung auferlegte. Gleichzeitig halten fünf der mächtigsten Wesen des DCU, die Quintessenz, diesen jungen Mann als geeignet diese Katastrophe zu verhindern. Bevor im jedoch vom Phantom Stranger das Wissen und die Macht dazu gegeben wurde hatte er eine Unterredung mit Superman, der ihm klarmachte, das Kansas keine Prüfung sondern ein Versagen seinerseits war. Verwirrt durch diese Erkenntnis und noch mehr durch das Wissen und die Macht, die ihm verliehen wurde beginnt er Superman zu töten, nur um in der Zeit zurückzureisen und dies nochmal zu tun.
Die Story ist meiner Meinung nach sehr gut bis überragend! Insbesondere die Vergötterung Supermans und der sich andeutende Wahnsinn, den man auch als Andeutung auf christliche Fehlleistungen im Mittelalter verstehen kann, hat es mir angetan. Der Kampf mit Superman ist schlichtweg beeindruckend und es wird sehr schnell klar, daß Gog, wie sich William jetzt nennt, zu einer sehr großen Gefahr wird.
Und scheinbar erleben wir das erste Mal, das sich der Phantom Stranger irrt!
Die anderen vier Mitglieder der Quintessenz sind offenabr durchaus einverstanden mit dem was Gog tut. Offenbar wollen sie, das sich die Katastrophe von Kansas noch viel früher ereignet. Die Story ist wie gesagt faszinierend und beeindruckend und von einer extrem hohen Erzähldichte, wie man an den vielen Geschehnissen sehen kann. Daher gibts es hierfür eine 4,75 von mir! Die Zeichnungen sind ausgezeichnet! Besonders hat es mir eine Szene auf der vierten Seite der Story angetan. William ist dabei in einem Interview mit einem Olsen und deutet auf das utopische Bild das Metropolis ist. Man kann wenn man richtig hinschaut geradezu sehen, wie geblendet William ist. Man sieht dieses Leuchten in den Augen förmlich, das sich nur einstellt, wenn man von etwas so überzeugt ist, das keinen Makel in der eigenen Vorstellung haben kann. Daher auch eine 4,75 für die Zeichnungen!

Wertung: 4,75 Punkte (Story) und 4,75 Punkte (Zeichnungen)

Story 2: "Die unendliche Rache"
Ein passender Titel!
Deadman begrüßt die gefallenen Supermen und diese sehen sich an, was Gog ihnen und ihren früheren Ichs antut. Immer weitere Supermen fallen und Gogs Einfallsreichtum hierbei ist beispiellos!
Wir erfahren auch mehr über die Geschichte, die zur Katastrophe von Kansas führte und erfahren auch warum die Mitglieder der Quintessenz dies in Gang setzten.
Dabei haben Zeus, Ganthet, Highfather und Shazam sehr unterschiedliche und sehr eigennützige Motive, was den Stranger entsetzt. Um diese überwachen zu können rekrutiert er nun seinen eigenen Streiter, Rip Hunter von den Linear Men! Dieser hilft Gog zu bekämpfen zu der Zeit als Superman und Wonder Womans Sohn geboren werden. Dieser entkommt jedoch mit dem Sohn und Hunter entschließt sich Wonder Woman, Superman und Batman ins 20. Jahrhundert mitzunehmen entgegen dem Willen der Linear Men! Die Story ist sehr actionlastig durch die verschiedenen Kämpfe Gogs gegen die Supermen und schließlich dem Kampf zwischen Gog und praktisch allen Helden von Kingdom Come.
Jedoch wird hier auch nochmal verdeutlicht, was für ein Machtpotential Gog verkörpert und die Weichen für das zukünftige wird gelegt. Nachdem Hunter die drei in die Vergangenheit mitnahm ist allen bekannt, das ihre Zukunft damit beendet wäre. Egal ob sie Gog nun bezwingen, bevor er Kansas vernichtet oder nicht wird ihre Zeitlinie nicht mehr existieren. Weshalb es hier auch zum Bruch zwischen Hunter und den Linear Men kommt. Eine erste Andeutung auf das "Größte Geheimnis des DCU" haben wir hier bereits: Der Stranger wählt Hunter, weil er der Einzige wäre, der "mein Werkzeug sein kann". Nun ist ja bekannt, das Hunter bevor er den Linear Men beitrat auch als Schurcke unterwegs war und es sich hierbei auch noch um ein Zeitreiseproblem handelt. War bisher noch immer die Meinung vorherrschend solche Probleme wären Waverider oder Hourmans Domaine überrascht diese Wahl dann doch etwas. Auch die Motive der Mitglieder der Quintessenz verdeutlichen erstmals den eigentlichen Zweck dieser Vereinigung: Das Kontrollieren der anderen! Alles in allem stört die Actionlastigkeit etwas, aber wiederum liegt die Erzähldichte erstaunlich hoch und es sind ein paar echte Überraschungen dabei! Daher eine 4,5 für die Story! Die Zeichnungen sind hier weniger mein Fall! Seien es die gefallenen Supermen, Mxyzptlk oder Gog. Sie alle erscheinen mir sehr deplaziert! Green Lanterns Rüstung erinnert mich dann doch zu stark an Iron Man von der Konkurenz, als daß ich es mögen würde und den Abschuß stellt Hunter dar, der hier teilweise jünger als Mathew Rider aussieht! Daher nur eine 3,0 für die Zeichnungen! Wären die Szenen zur Geburt nicht einigermaßen gelungen gewesen wäre es sogar noch schlechter ausgefallen!
Wertung: 4,5 Punkte (Story) und 3,0 Punkte (Zeichnungen)

Story 3: "Annäherungen"
Wir erfahren vom Versuch Ibn Al Xu'Ffaschs die Lage zu retten. Hierzu reaktiviert er Luthor, Brainiac und Ra's Al Ghul. Mit der Hilfe dieser drei Genies will er die Katastrophe abwenden, aber diese wollen ihn hintergehen und er muß alle drei töten. Erzählt wird das ganze als Rückblende auf der Couch seines Psychiaters bei denen wir auch lernen, das Ibn von Ra's erzogen wurde, sowie das er der Sohn von Batman und Talia Al Ghul, Ra's Tochter, ist.
Seine Zerissenheit wird wunderbar in Szene gesetzt wärend des Fechtkampfes mit Ra's und die Anfangs- und Endszenen charackterisieren ihn noch weiter! Nightstar scheint so etwas wie der Anker, der ihn stabil zwischen dem Ergeiz seines Vaters und dem Wahnsinn seines Großvaters hält. Und schließlich rekrutiert Hunter sie beide zur Rettung der Erde! Die Story gefällt sehr auf der psychologischen Ebene, wenn es auch schmerzhaft ist solche hochkaräter wie Luthor und Brainiac zu verheizen! Ibn scheint ein sehr vielversprechender Charackter zu sein, der hier gekonnt in Szene gesetzt wurde. Man merkt ihm sowohl optisch als auch sprachlich und charackteristisch die Verwandschaft deutlich an und man findet hier eine willkommene Figur, die sich auch schon weit über ein reines Genergebnis entwickelt hat. Die Story erreicht also 4,5 Punkte! Die Zeichnungen sind ansichtssache! So werden Ra's, Nightsat und Ibn wunderbar dargestellt, Luthor, Brainiac und Hunter, der wieder verjüngt aussieht, jedoch unter Wert gezeichnet. Da sie jedoch alle drei hier keine größere Rolle haben ist das Gesamthergebnis eher positiv! Daher eine 4,0!
Wertung: 4,5 Punkte (Story) und 4,0 Punkte (Zeichnungen)

Story 4: "Nicht ohne Kampf"
Dies ist das Gegenstück zur dritten Story, in der geklärt wird, wie Nightstar sich auf das Ende vorbereitete. Wir erfahren viel über ihre Verlustängste, die sie aufgrund der frühen Tode ihrer Großeltern immer hatte. Nachdem ihre Eltern Nightwing und Starfire sich auch noch trennten kam es wohl zu einer Distanzierung zu ihren Eltern und sie fand ihr Glück in der Beziehung zu Ibn, dessen Abstammung Dick natürlich nicht schmeckte. Hier erleben wir ein letztes gemeinsames Abenteuer von Nightstar und ihrem Vater, der neuerdings wieder als Robin unterwegs ist. Sie versuchen einen Freund davor abzuhalten angesichts des kommenden Endes in seinem Wahn ein Gebäude im Weltraum, das Green Lantern erschuf um die Essensversorgung nach der Kansaskatastrophe zu gewährleisten. Nightstar wird ähnlich gut charackterisiert und stellt ebenfalls eine vielschichtige, gut ausgebaute Figur dar.
Obwohl die Story eher actionorientiert ist vermittelt sie wieder eine extrem hohe Erzähldichte, weshalb wir auch hier eine 4,5 vergeben! Die Zeichnungen sind allesamt ansehnlich und wirken auch nicht deplaziert. Hunter wirkt erstmals nicht so jung (dafür erscheint Robin etwas zu jung). Green Lanterns Station wirkt faszinierdend, also alles in allem recht gute Zeichnungen, was wir mit einer 4,25 belohnen.
Wertung: 4,5 Punkte (Story) und 4,25 Punkte (Zeichnungen)

Story 5: "Flexibilität"
Hier erfahren wir mehr über Plastic Mans Sohn, der sich unterrespektiert fühlt.
Wir erfahren, das Plastic Man auch als Vater der Clown früherer Tage blieb und Offsprings Freundin ihn deswegen nicht mag. Schlußendlich sprechen sich Vater und Sohn aus und Offspring beschließt etwas gegen das Schicksal zu unternehmen. Da ich schon von Plastic Man kein großer Fan bin erscheint mir diese Story auch nicht gerade berauschend. Die Szene in der Plas mit Offsprings Freundin in dessen Gestalt spricht haben etwas, aber ansonsten vermisse ich die tieflastigkeit und Erzähldichte der anderen Storys. Daher nur eine 3,5!
Die Zeichnungen sind für diesen Charackter ungewöhnlich ernsthaft, was aber nicht besonders plausibel ist, da selbst zur Zeit der größten Frustration hier doch eher das komische Element des Protagonisten angesprochen wird. Auch verstört es etwas, das Plas optisch gealtert ist, da er doch bisher als ewig jung aussehend galt. Schließlich gehört er schon in der normalen DC-Kontinuität als einer der ältesten Figuren. Da die Bilder ansprechend aber irgendwie deplaziert wirken belassen wir es bei einer 3,75
Wertung: 3,5 Punkte (Story) und 3,75 Punkte (Zeichnungen)

Story 6: "Die Zeit rennt"
Um Kid Flash oder vielmehr noch um die Familie West dreht sich diese Story!
Iris lernten wir ja schon wärend Chain Lightning kennen und hier wurde deutlich was dort angedeutet wurde. Angetrieben von Ehrgeiz und Geltungsbedürfnis übernimmt sie die Tradition der Flash gegen den Willen Wallys. Dieser hat sich mittlerweile so sehr distanziert, das ein Kontakt einfach nicht mehr möglich ist. Wärend eines Gesprächs mit ihrem Bruder, der das Erbe ablehnt entschließt sie sich auch sich gegen das Schicksal zu wehren und schlußendlich gibt ihr Wally auch endlich die Anerkennung, nach der sie sich sehnt. Dummerweise ist sie nicht da um es zu hören! Eine interessante Charckterisierung haben wir sowohl bei Iris als auch bei ihrem Bruder Barry, die das eine und das andere Extrem beim Geltungsdrang darstellen. Ihr ewig hastender Vater ist dabei keine Hilfe mehr seit Jahren und wir sehen hier den Grundstein für eine wichtige Charackterentwicklung bei Iris als sie beschließt sich gegen das Schicksal zu wehren. Weniger aus Geltungssucht diesesmal, als aus der Notwendigkeit heraus. So zumindest ist meine Interpretation, das Wally ihr endlich den Respekt zollt und sie beim Namen Kid Flash nennt! Für eine derartige Charackterisierung hätte es eigentlich die Höchstnote gegeben, aber dies ist nur bei mehrmaligen und genauen Hinsehen ersichtlich, weshalb wir uns mit einer 4,75 begnügen! Die Zeichnungen sind genial! Von klaren Strichzeichnungen in realen Raum über verschwommene Strichzeichnungen bei den Erinnerungen und Phantasien wirkt es einfach stimmig und klasse! Besonders gut gefällt mir auch der Tättowierer, der mal etwas anders aussieht als wie man so jemanden normalerweise ablichtet! Für die Zeichnungen gibts hier eine glatte 5,00!
Wertung: 4,75 Punkte (Story) und 5,00 Punkte (Zeichnungen)

Story 7: "Heimsuchungen"
Wir erfahren von Booster Golds neuesten Versuch Geld zu verdienen und machen dabei den Sprung ins 20. Jahrhundert, in die aktuelle DC-Continuity! Wir erfahren vom Schicksal der Kellnerin Rose, die es hart erwischte und sich selbst die Schuld gibt.
Nach und nach erst stellt sie fest, das sie nicht anders ist, als die anderen Kellner in dieser Bar und nachts entdeckt sie geisterhafte Erscheinungen! Booster bittet einen alten Freund sich das mal anzusehen und Batman entdeckt recht schnell, das die Geistererscheinungen mit den hierhergereisten Ibn, Nightstar, Kid Flash und Offspring zusammenhängen. Ibn hat jedoch auch den Stolz seines Großvaters geerbt und weigert sich Batman zu erklären was passiert, da dieser es selbst rausfinden solle! Schlußendlich erhascht Rose einen Blick auf eine der Geistererscheinungen, die darstellt, hätte sie anders entschieden und stellt fest, daß ihr Schicksal das gleiche gewesen wäre. Drei Punkte seien hier kurz besonders erwähnt:
Zum einen handelt es sich hierbei natürlich um eine Anspielung auf das Meisterwerk Astro City.
Die anderen beiden Punkte betreffen wieder das große Geheimnis:
Zum einen erhascht Batman einen Blick auf Batwoman, die in der Prä-Crisiszeit auf Erde2 lebte und dort die Tochter von Bruce Wayne und Selina Kyle war. Für einen kurzen Moment erinnert er sich an sie.
Zum anderen erscheinen die Geistererscheinungen in Zusammenhang mit dem Aufenthalt der vier Zeitreisenden.
All dies gibt uns weitere Schlüße auf das was dieses große Geheimnis ist!
Sowohl Zeichnung als auch Story empfinde ich als schlichtweg genial, weswegen beide eine glatte 5,00 bekommen!
Wertung: 5,00 Punkte (Story) und 5,00 Punkte (Zeichnungen)

Story 8: "Mächtige Flüße"
Er ist da!
Gog ist im Kansas des Jahres 1998 und der Endkampf steht an! Zuvor jedoch unterhält sich Hunter jedoch noch mit einem mysteriösen Unbekannten.
Was folgt ist das Zusammentreffen von Alt und Jung sowie eine ewig zu dauernde Prügelorgie! Schließlich transportiert Hunter sie alle in die Hypertime, wo der Kampf auch entschieden wird! Siehe da es gibt die Hypertime! Unzählige verschiedene Zeitlinien ergeben also die Realität in ihrer Ganzheit!
Sowie erfahren wir, daß der Mann, mit dem sich Hunter beraten hatte der erwachsene Sohn von Clark und Diana ist, der mit der natürlichen Begabung in die Hypertime zu reisen geboren wurde! Dies ist sicherlich die schwächste Story, da sie fast nur aus dem Endkampf besteht auch wenn zwischendurch der Kampfort wechselt. Der Sieg ist jedoch umso unrealistischer, da erstens nicht geklärt wird, warum Gogs Strahl auf ihn zurückprallt und warum dieser Strahl, nachdem ihn so ziemlich jede bekannte Superwaffe des DCU nichts ausmachte, ihn bezwingt! Auch stellt sich die Frage, warum Hunter sie überhaupt in die Hypertime brachte, da die Waffen ja auch in der gewohnten Zeitlinie waren, nachdem sie hergebracht wurden. Alles in allem ist der Kampf eine müde Prügelei und die Auflösung einfach aufgesetzt, weshalb ich für die Story nur eine 3,00 abgebe! Die Zeichnungen nun wieder erreichen nicht unbedingt das Niveau der anderen Storys. Besonders die Unterscheidung Diana-alt, Diana-jung ist optisch nur am Schild erkennbar. Daher auch hierfür nur eine 3,5.
Wertung: 3,00 Punkte (Story) und 3,50 Punkte (Zeichnungen)

Leserbetreuung: Der redaktionelle Teil ist wie gewohnt hervorragend. Man wird mit allem notwendigen zu Kingdom Come und den Charakteren versorgt, so daß auch ich alles verstehen konnte!
Wertung: 4,00 Punkte

Heftbewertung: Alles in allem ist der Band fasziniernd und wahrscheinlich wegweisend für künftige Storys rum um die Hypertime. Die Möglichkeiten für die Autoren sind enorm. Angefangen bei nostalgischen Auftritten altbekannter Gesichter bis hin zu einer Möglichkeit, all die Zeitreisen wieder unter einen Hut zu bringen!

- 4,25 Punkte -


Bewertungen:

Torsten B. Abel:

Story 1: Zwar knüpft die Geschichte an Kingdom Come an, aber direkt mit diesem Meisterwerk vergleichen sollte man sie dennoch nicht. Immerhin wird Gog gut als desillusionierter Ex-Jünger Supermans charakterisiert, der fatalerweise enorme Macht geschenkt bekommt, diese jedoch ganz anders einsetzt als geplant. Ein ganz gelungener Auftakt.
Wertung: 3,75 Punkte

Story 2: Das Highlight dieser Geschichte ist sicher Deadmans Auftritt gleich zu Beginn.Ansonsten erfahren wir, welch originelle Methoden sich Gog ausgedacht hat, um Superman zu töten, beobachten die Linear Men und wohnen der Geburt von Supermans und Wonder Womans Sohn bei. Aber irgendwie sind weder diese Momente noch der Kampf gegen Gog sonderlich aufregend umgesetzt. Gähn! Auch die Zeichnungen von Ariel Olivetti gefallen mir nicht besonders.
Wertung: 3,25 Punkte

Story 3: Eine interessante Charakterisierung eines Mannes, der zwischen dem Erbe seines Vaters und dem seines Großvaters hin- und hergerissen ist. Ibn al Xu'ffasch vereint die Zielsetzungen Batmans und die Methoden eines Ra's al Ghul. Die Szenen aus seiner wenig erfreulichen Kindheit einerseits und die lichten gemeinsamen Momente mit seiner Geliebten Nighstar andererseits (man beachte die Farbgebung) verdeutlichen die Zerissenheit seiner Seele, die er auch am Ende nicht wirklich überwindet.
Wertung: 4,25 Punkte

Story 4: Die Parallelhandlung zur vorangegangenen Story beschäftigt sich mit Ibns Geliebter Mar'i alias Nightstar. Eine etwas actionlastigere Geschichte, die in Rückblenden ihre Sorge um ihre Eltern und ihre daraus resultierende Unsicherheit im Umgang mit Ibn schildert. In der Gegenwart hat sie dann eine Aussprache mit ihrem Vater. Während dieses Gespräches reift sie und schafft es schließlich, sich von ihrer Angst davor, verlassen zu werden, zu lösen. Ingesamt eine ganz gute Geschichte.
Wertung: 4 Punkte

Story 5: Auf den ersten Blick eine eher humorvolle Geschichte, die jedoch im Grunde genommen sehr tragisch ist. Nicht umsonst heißt es, daß Clowns im Privatleben oft äußerst traurige Leute sind. Offsprings größtes Problem ist, daß er bei allem, was er tut, immer mit seinem Vater verglichen wird, und seine Witze dienen in Wahrheit nur dazu, seine Minderwertigkeitskomplexe zu überdecken. Und doch merkt man in den gemeinsamen Szenen mit seinem Vater, daß die beiden wirklich etwas verbindet. Originell sind auch die Ideen für Ernies Freunde Avia, Zatara sowie Star-Spangled Kid und Stripesy. Fazit: Eine der besten Geschichten in diesem Band.
Wertung: 4,5 Punkte

Story 6: Und wieder eine gelungene Charakterisierung. Während Iris wirklich bemüht ist, dem Erbe ihres Vaters gerecht zu werden, hat ihr fauler Bruder Barry nur sein eigenes Vergnügen im Sinn. Erst am Ende gelingt es Iris, endlich den Segen ihres Vaters zu erlangen. Gerade weil die Geschichte ohne jegliche Action auskommt, ist sie hervorragend gelungen und bietet viel kurzweilige Unterhaltung.
Wertung: 4,25 Punkte

Story 7: Auch wenn die Geschichte im großen Zusammenhang des Bandes eine wichtige Rolle spielt, kann sie durchaus auch für sich alleine stehen. Die Geschichte könnte statt in Metropolis auch problemlos in Astro City spielen, denn genau wie in Kurt Busieks Ausnahmeserie steht auch hier ein normaler Mensch im Mittelpunkt, eine junge Frau, die von ihren eigenen Sorgen und Nöten geplagt wird und vom großen Zusammenhang nur am Rande etwas mitbekommt. Am Ende, nach der Begegnung mit Batman, hat sie zwar noch immer keine Ahnung von den Hintergründen, dafür ist in privater Hinsicht jedoch einen großen Schritt weitergekommen. Für sich genommen definitiv die beste Geschichte in diesem Band. Auch die Zeichnungen von Barry Kitson, die scheinbar direkt an JLA: Das erste Jahr anknüpfen, passen hervorragend.
Wertung: 5 Punkte

Story 8: Das eher actionlastige Finale, die Auflösung, die Begegnung "unserer" Helden mit ihren zukünftigen Gegenstücken und schließlich die Entdeckung der Hypertime. Im Gegensatz zu den vorangegangenen, eher charakterorientierten Geschichten eine reine Action-Story, die mich eigentlich nicht sonderlich vom Hocker reißt - zu "kosmisch" halt.
Wertung: 3,25 Punkte

Leserbetreuung: Zwei Textseiten zu Kingdom Come und der Vorgeschichte von Kingdom sowie jeweils eine Infoseite zur Quintessenz und den Linear Men. Dino-Standard.
Wertung: 3,75 Punkte

Heftbewertung: Wer ein zweites Kingdom Come erwartet, wird sicher zwangsläufig enttäuscht sein, aber für sich genommen ist dieser Band trotzdem ganz okay. Die Geschichten, die sich auf einzelne Figuren konzentrieren und ihren jeweiligen Charakter ausleuchten, sind dabei besser als die eher actionorientierte Rahmenhandlung.

- 4 Punkte -

Gesamtbewertung

Bewertung: 4/5
- 4,25 -






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