Autoren:
Keith Giffen, J.M. DeMatteis
Zeichner:
Kevin Maguire
Preis: 20,45 Euro
Erscheinungsdatum: 18. Juli 2002
Die alte Justice League hat eine Krise durchlebt und sich aufgelöst. Eine neue wird gegründet. Zu den Mitgliedern gehören alte Hasen wie der Martian Manhunter, aber auch Neulinge wie Mr. Miracle. Das Team muss sich unter anderem gegen Terroristen, die Red Rockets, und den Grey Man zur Wehr setzen.
Doch auch unter den Ligisten kommt es zu allerhand Streitigkeiten, Rivalitäten und Zänkereien, nicht zuletzt wegen jedermanns Liebling Guy Gardner. Und ganz nebenbei nimmt Maxwell Lord die Zukunft der JLA in seine Hände.
Als erstes ein großes Dankeschön an Torsten, der mir diesen Band ausgeliehen hat. So, nachdem die Formalitäten erledigt sind, wenden wir uns dem Inhalt zu.
Um es kurz zu machen, das, was wir über diese Geschichten gehört haben, stimmt nicht. Nicht mal ansatzweise.
Die Geschichten sind viel besser, als ihr Ruf es erahnen lässt. Wir bekommen eine Liga präsentiert, die absurder eigentlich nicht sein kann. Guy Gardner macht sich bei allen unbeliebt, Batman ist der egozentrische Anführer der Gruppe, der immer die richtige Strategie parat hat, Blue Beetle fühlt sich andauernd falsch eingesetzt, und so weiter, und so fort. Jedes Mitglied des Teams hat die eine oder andere Macke, die dem Leser auf humorvolle Art und Weise nahe gebracht wird.
Und dann ist da ja noch Maxwell Lord, der versucht, die Zukunft der Liga zu bestimmen, und dabei in die Geschicke des Teams eingreift. Alle Charaktere werden irgendwie überzogen dargestellt.
Die üblichen Superheldenkämpfe gibt es natürlich auch, aber sie werden zur Nebensache. Das Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf die zwischenmenschlichen Beziehungen im Team. Daher wirken die meisten Kämpfe eher als störender Faktor, weil sie längst nicht so humorvoll sind, wie beispielsweise der ständige Störenfried Guy Gardner.
Ich glaube, ich kann verstehen, wieso Guy Gardner damals so geliebt wurde. Er ist ein ziemlicher Egoist, noch schlimmer als Batman. Wo Batman dem Team seinen Willen aufzwingt, und damit auch noch durch kommt, meint Gardner immer im Recht zu sein. Er hält sich für den größten, und muss dennoch immer vor Batman kuschen. Kurzum, er ist ein liebenswerter Kerl, den man einfach hassen muss. Ein Charakter mit den üblichen Ecken und Kanten.
Wen wundert's, dass die beste Szene im ganzen Band diejenige ist, in der Guy Gardner ein für alle mal klar gemacht bekommt, dass er nur eine große klappe hat. Ein Schlag, der Guy Gardner für immer veränderte, oder?
Kommen wir zum Subplot um Maxwell Lord. Der bekommt ja am Ende seinen Willen, und schafft seine Justice Leage International. Hier stört es mich etwas, dass der Band dann zu Ende ist. Viel zu interessant erscheint mir die Tatsache, wer ihn unterstützt hat. Aber so ist das nun einmal, und wir Fans können nur hoffen, das bald eine Fortsetzung erscheint.
Die Zeichnungen von Kevin Maguire unterstützen den Humor der Stories voll und ganz. Er schafft es, sowohl ernste Szenen zu zeichnen, als auch die vielen humorvollen Sequenzen, in denen seine Qualität voll und ganz zum tragen kommt. Dort wirken Gestik und Mimik der verschiedenen JLA Mitglieder übertrieben, was dem Humor voll und ganz zu Gute kommt.
Die Übersetzung ist gut gelungen, wenn mich auch etwas stört, dass Guy Gardner in der siebten Story, als er von den anderen entdeckt wird, 99 Luftballons singt -ein Lied das er im Original hundertprozentig nicht gesungen hat! Ansonsten ist es die gewohnt hohe "Kups-Qualität", wenn man auch ab und zu man merkt, dass ihre Majestät bei der Übersetzung durch arge Platzprobleme beeinträchtigt war und auf unellegante Lösungen umschwenken musste. Ich sage nur "Batman schlug ihn!".
Was den Preis angeht, so fehlen mir leider die Vergleichsmöglichkeiten. Mir selber erscheint er ziemlich happig, allerdings weiß ich jetzt nicht, wieviel man für das amerikanische Original bezahlt hat.
Mein Fazit: Jetzt können wir nur hoffen, dass bald eine Fortsetzung erscheint.
Götz 'comicfreak' Piesbergen