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Hitman:
Hitcomics Sonderausgabe


Hitman: Hitcomics Sonderausgabe Autor:
Garth Ennis

Zeichner:
John McRea

Erscheinungsdatum:
2000

Preis: /





Die Seuche grassiert in Gotham, die Stadt ist gegen Aussen isoliert. Auf den Dächern steht ein Mann, der Tommy Monaghan sucht. Moe Dubelz hat wieder das Kopfgeld auf den Hitman erhöht, denn dieser hat seinen siamesischen Zwillingsbruder getötet. Daher hat der Mann beschlossen auch einmal sein Glück zu wagen und den Versuch zu starten Tommy umzubringen.
Tommy will derweilen einem ganz anderen Problem nachgehen, einem Problem namens Thrax. Und wen dieser Name an den Biokampfstoff Anthrax erinnert, liegt gar nicht mal so falsch, denn dieses Wesen ist genau das: Eine wandelnde biologische Waffe. Alle möglichen Viren kann er aus seinen Körperöffnungen ausscheiden und so alles und jeden um ihn herum vergiften. Allerdings hat Thrax auch ein Problem, denn sein Organismus ist instabil und bricht langsam aber sicher zusammen; der bakteriologische Holocaust steht unmittelbar bevor. Noch schlimmer ist die Tatsache, dass Thrax aus seinem Zuchtlabor geflohen ist und nun durch die sowieso schon von Krankheit geplagte Stadt Gotham stiefelt.

Darum hat man den Hitman angeheuert, Killer für Metawesen und anderes Supergesocks. Er soll Thrax mit einer besonders heiss brennenden Brandgranate ins Jenseits befördern. Aber da wird ihm ein Strich durch die Rechnung gemacht, denn der kleine, zehntklassige Killer bedroht Tommys Leben zwar nicht wirklich, schafft es aber ihn dermassen abzulenken, dass Thrax weiterziehen kann. Die Situation eskaliert zwar nicht, denn Tommy hat den kleinen Killer schnell am Wickel und die Waffe an seinem Kopf, als er mit seinem Röntgenblick bemerkt, dass noch jemand zugegen ist. Schnell eine zweite Waffe gezückt und eine kleine Ansprache gemacht und Batman tritt hinter einem Wasserturm hervor. Der dunkle Ritter ist mit der Gesamtsituation unzufrieden, Stadt verseucht, chronischer Schlafmangel und eine Waffe am Kopf, und beschliesst den beiden Killern aus dem Kessel erst einmal zu drohen. Tommy findet das allerdings weniger witzig und beschliesst den dunklen Ritter dem kleinen Killer zu überlassen, damit er keinen der Guten erschiessen muss und seinem Geld respektive Thrax nachgehen kann.

Allerdings hätte man sich auch denken können, was jetzt passiert: Die Fledermaus befreit sich aus der scheinbar auswegslosen Situation und jagt dem Hitman hinterher. Tommy findet Thrax, Batman findet Tommy und muss auch unbedingt noch in die Schusslinie stehen. Thrax, wenn er noch könnte, könnte fliehen, doch er ist kurz vor dem Tode und eine Gefahr für ganz Gotham. Das macht Tommy Batman, der ein grosser Verfechter von „leben und leben lassen“ ist, klar und der Capeträger in Schwarz muss dem Killer nachgeben.




Die „Die Seuche“-Ausgabe von Hitman präsentiert sich extrem hell, wenn man den Rest der Serie kennt. Obwohl auch von McCrea gezeichnet, scheint Gotham viel farbenfroher und weit weniger düster als er es im Rest seiner Serie tut, denn McCrea verwendet konventionelle Schatteneffekte in Form von Schraffuren. Das hellt die Serie enorm auf, zeigt aber auch, wie sich der Stil McCreas im Laufe der Serie entwickelt hat. Es ist zwar seltsam anzusehen, aber schlecht würde ich es nicht nennen. Ungewohnt wäre wohl das passendere Wort. Einzig Batman wirkt etwas hölzern und steif, was aber daran liegen kann, dass er sich wohl nicht in der angenehmsten Lage befindet, die der Menschheit bekannt ist.

Die Story ist simpel und leicht. Auf so wenigen Seiten ist es allerdings schwer, mehr Story hinein zu packen, ohne dass das ganze Heft darunter leidet. Doch man sieht, dass man damals noch nicht so recht gewusst hat, wo man mit dem Hitman hin will. Man legte schon damals wert auf Kontinuität, aber irgendwie stimmte es damals doch noch nicht so ganz. Tommy scheint etwas zu antiheldenhaft und zu cool. Er ist nicht der sympathische Loser, der er eigentlich sein sollte. Was aber ganz klar fehlt, obwohl ich auch keine Ahnung habe wo ich sie eingebaut hätte, war die Noonans-Bande. Hitman ohne das Noonans kommt mir vor wie ein Fisch mit Fahrrad.

Alles in allem ein schönes Heft mit tollem Cover, das ich jedem, auch den Einsteigern, empfehlen könnte - Wäre da nicht ein klitzekleines Detail. Dieses Detail ist die Tatsache, dass das Heft als Beilage zu einer HitComics-Ausgabe, sowie als Aboprämie mit einem Lobo-Abo kam. Ich weiss nicht wie schwer es ist, an diese Ausgabe heranzukommen. Ich kann mir das aber sehr schwer vorstellen, dass es dieses Heft leicht zu kaufen gibt, da ich es auch nicht hergeben würde und die HitComics-Ausgabe möglicherweise vergriffen ist.


Dominik "Bär" Bärlocher


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