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Portrait Judd Winick Judd Winick erblickte am 12. Februar 1970 das Licht dieser Welt. Früh verschlug es ihn nach Long Island/ New York, wo er bereits im Alter von 16 Jahren professionell als Zeichner und Texter arbeitete.
Seine erste Arbeit war ein Ein-Panel-Comicstrip mit dem Titel Nuts and Bolts.Dieser erschien wöchentlich in mehreren kleinen lokalen New Yorker Zeitungen. Sein Lohn lag damals in Anfangszeiten bei gerade mal 10 $ die Woche. Im August 1988 entschloss sich Judd, die Universität von Michigan zu besuchen. Seinen Cartoon Nuts and Bolts nahm er natürlich mit und baute diesen zu einem 4-Panel-Strip aus. Dabei erschuf er mehrere Charaktere, die in loser Reihenfolge immer wieder auftauchten. Erschienen sind diese Strips fünf mal die Woche im The Daily Michigan. Kurz bevor Judd seine Zeit am College beendet hatte, hatte es sogar mal eine Gesamtausgabe eben jener Strips gegeben, die allerdings nach zwei Wochen ihres Erscheinens sofort ausverkauft war. Eine Neuauflage ist bisher nicht in Sicht. Zu dieser Zeit war sogar eine Agentur daran interessiert, seine Strips weiter zu vermarkten. Judd unterschrieb einen Vertrag und zog daraufhin nach Boston, um sich ganz der Entwicklung von Nuts and Bolts zu widmen. Irgendwie müssen die Verantwortlichen dann aber doch noch der Meinung gewesen sein, dass diese Strips nicht erfolgsträchtig sind, da sie diesen Vertrag dann nachhaltig doch noch auflösten. Das war natürlich ein herber Rückschlag, und so zog es Judd mit seinen Eltern zurück nach New York. Zuerst übernahm er kleine Jobs in der Werbung, konnte aber dadurch Kontakte zu dem TV-Sender Nickleodeon knüpfen, die sich sehr dafür interessierten, Nuts and Bolts als Zeichentrickserie zu konzipieren.Es gab sogar Ideen, die Charaktere in Mäuse umzuwandeln. Im August 1993 hatte Judd auf MTV eine Sendung namens The Real World gesehen. Diese Sendung ist vergleichbar mit dem deutschen Big Brother. Eine Gruppe von Menschen wird in eine Wohnung gesperrt und dabei von Kameras gefilmt. Wollte man als Kandidat daran teilnehmen, musste man ein kleines Video von sich selbst drehen und an einem Auswahlverfahren teilnehmen. Judd bewarb sich und wurde prompt als Kandidat ausgewählt. Im Februar 1993 betrat Judd das Haus. Selbstverständlich gab dieses seinen Strips eine ungeheuren Aufschwung, so dass diese wöchentlich im San Francisco Examiner erschienen. Judd illustrierte daraufhin die Buchreihe The Complete Idiot's Guide, eine Buchreihe, die Computer und deren Bedienung möglichst einfach zu erklären versuchte. Er steuerte ca. 300 Zeichnungen zu dieser Reihe bei. 1997 hatte es einmal eine Gesamtausgabe seiner Zeichnungen für diese Reihe gegeben - Terminal Madness, The Complete Idiot's Guide Computer Cartoon Collection. Kurz nachdem die Sendung The Real World in den USA ausgestrahlt wurde, verstarb Pedro Zamora, mit dem er sich in der Sendung das Zimmer geteilt hatte. Pedro war HIV-positiv, und jetzt war die Krankheit ausgebrochen.
Noch kurz vor seinem Tode hatte Pedro an Veranstaltungen teilgenommen und Aufklärungsarbeit über AIDS geleistet. Judd hatte sich mit ihm während der Sendung angefreundet, und so begleitete er den Freund und übernahm sogar die Veranstaltungen, als dieser auf Grund seiner Erkrankung nicht mehr konnte.
Selbst nach dem Tode Pedros hielt er noch Vorträge an über 70 amerikanischen Schulen. Er selbst bezeichnet diesen Lebensabschnitt als den erfülltesten, aber auch schwierigsten seines Lebens. Um Abstand zu gewinnen und auch um sich wieder seiner Karierre als Cartoonist zu widmen, stellte er diese Vorträge schliesslich ein.
Pedro verstarb am 11. November 1994 und wurde nur 22 Jahre alt.Im Mai 1995 arbeitete Judd seine Cartoons schliesslich um und stellte seinen Charakter Frumpy The Clown in den Mittelpunkt. Wieder versuchte er es über eine Agentur und hatte dieses Mal damit Erfolg. Frumpy The Clown lief in ca. 30 nationalen Zeitungen in den USA. Aber auch in diesem Fall gab es wieder Kritik an den Cartoons, so dass diese schliesslich wieder aus den Zeitungen herausgenommen wurden. Das war auch der Zeitpunkt, an dem sich Judd entschloss, den Cartoons den Rücken zu kehren. Irgendwie hatte er die Lust daran verloren, einen täglichen Comicstrip zu machen. Daraufhin entstand eine Graphic Novel, die seine Freundschaft mit Pedro zum Thema hatte. Mit dieser Arbeit hatte er für sich erkannt, dass er lieber nur als Autor und nicht als Zeichner arbeiten wolle. Judd arbeite dann an diversen Comicprojekten mit. Seine erste Zusammenarbeit in diesem Bereich hatte er mit Oni Press, wo er nochmals einmalig einen seiner alten Cartoons veröffentlichte.
Road Trip wurde in Band 9 und 10 von Oni Double Feature veröffentlicht. Mit dieser Story wurde er sogar für den Eisner Award 1998 für "best sequential story" nominiert.Von März bis Mai 1999 veröffentlichte er bei Image die dreiteilige Miniserie The Adventures of Barry Ween, Boy Genius, die auch ein Erfolg wurde und mittlerweile als Trade Paperback wieder aufgelegt wurde. Auch aus dieser Serie soll eine Zeichentrickserie fürs Fernsehen entstehen. Im Januer 2000 wurde Judd Winick schliesslich als Nachfolger von Ron Marz erwählt, Green Lantern zu schreiben, dessen Serie er mit der Nummer 129 übernimmt. |
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