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Fear Itself


Drei Green Lanterns, drei Epochen und dreimal derselbe gefährliche Gegner!

Die in Deutschland leider unveröffentlichte Story rund um die drei wichtigsten Green Lanterns der Erde! Jeder von ihnen muss sich einer uralten Kreatur mit unglaublichen Kräften entgegenstellen. Werden die Helden der Erde gegen diese Bedrohung ankommen können, oder werden sie sich am Ende der "Furcht selbst" beugen müssen?



Alan Scott: Die erste Green Lantern auf Erden, jedoch ohne die Verbindung zu den Wächtern. Seine Kraft bezieht er aus einer magischen Laterne. Mit der JSA kämpft er im zweiten Weltkrieg gegen die Nazis.



Hal Jordan: Die furchtloseste aller Green Lanterns. Wir erleben ihn hier zu seiner Blütezeit, als er noch in der JLA kämpfte und Testpilot bei Ferris war. Den GL Kraftring erhilt er von dem sterbenden Alien Abin Sur.





Kyle Rayner: Der bisher letzte Träger des GL Ringes, und Mitglied der aktuellen JLA. Er versucht in der Tradition der GLs zu folgen, doch eines unterscheidet ihn von seinem Vorgänger Hal: Er kennt Angst.



"Fear itself" ist ein in den USA erschienener One-shot, das unseren drei GLs einen ganz besonderen Gegner vorsetzt. Die Geschichte war auch fest für eine Veröffentlichung in Deutschland durch unser aller Lieblingsverlag Dino geplant, doch aufgrund der NS-Problematik und der auftauchenden Figuren wie dem "SS-Flash" (mit entsprechenenden Insignien auf der Brust) wurde entschieden diese Story doch nicht in Deutschland rauszubringen. Für all jene die wissen wollen was sie denn da verpast haben, oder ob sich der Band überhaupt gelohnt hätte, hier unser Bericht über "Fear Itself".

Die Künstler:

Autor Ron Marz: Der Green Lantern Autor der letzten Jahre, der Hal zu Parallax werden ließ, und eine neue Green Lantern namens Kyle Rayner einführte. Künstler: Der Zeichner Brad Parker kümmert sich hier um alle künstlerischen Aspekte wie Zeichnungen, Tusche und Farben. Ganz in der Tradition von Alex Ross, wirken die Bilder wie gemalt und nicht wie typische Comiczeichnungen. Insgesamt sind die Szenen sehr dunkel gehalten, was der düsteren und bedrohleichen Atmosphäre sehr entgegenkommt, und die Dunkelheit in der sich die Charaktere befinden verdeutlicht.


Story:

Washington, die Zeit des zweiten Weltkrieges. Die Nazis benutzen ein altes Artefakt genannt das "Auge des Osiris", welches der verschollene oberste Stein auf der Pyramide von Gizeh war, um ein Wesen mit unbeschreiblicher Macht freizusetzen, natürlich mit der Absicht damit die Welt zu beherrschen. Doch leider kann sich das Wesen befreien, und geht auf Zerstörungstour durch die Stadt. Die JSA, die gerade einen Phototermin mit dem US-Präsidenten hatte der noch einmal bestätigte dass die USA und ihre Bewohner nichts zu fürchten hätten als die Furcht selbt, greift ein und versucht der Lage Herr zu werden.Mit der blossen Haudrauf Taktik läst sich jedoch nicht viel erreichen, und einer nach dem anderen wird von einem Blitz aus dem Auge des Wesens getroffen und geht zu Boden, die Gedanken von purer Angst erfüllt. Der letze der steht ist Green Lantern Alan Scott. Doch auch er wird schliesslich von einem Blitz getroffen. Er findet sich in einem regelrechten Albtraum wieder, wo die Nazis an der Macht sind, und sich ihm eine "Nazi-JSA" entgegenstellt die ihn angreift. Alan erkennt, dass das Wesen sich in seine Gedanken eingeschlichen hat, und ihm das präsentiert, wovor er am Meisten Angst hat: Eine Welt in der die USA den Krieg verlieren, und die Nazis herrschen. Alan pumpt das Wesen mit seiner GL Energie voll, worauf es anscheinend explodiert. Green Lantern findet sich in seiner Welt wieder, am Boden das versteinerte Wesen.

Szenenwechsel: Die Ferris Gesellschaft während des kalten Krieges, wo Testpilot und Green Lantern Hal Jordan seinen Ring auftankt, um zu einem Testflug zu starten. Wir erleben mal wieder eine Episode zwischen Carol Ferris und Hal, so zeimlich füh in seiner Karriere, als die beiden sich noch neckten. Auf seinem Testflug wird Hal's schöner neuer Flieger von einer aus einem U-Boot abgeschossenen Rakete runtergeholt. Hal kann sich mit Hilfe seines Ringes retten und stürmt das U-Boot. An Bord findet er Russen, die ihm erzählen, dass Aufzeichnungen der Nazis gefunden worden sind, die eine Waffe mit immenser Kraft beschrieben, und die in Amerika verlorengegangen war. Gemeint ist natürlich das versteinerte Wesen, das nach Russland gebracht werden sollte, um den kalten Krieg zu gewinnen. Leider schafft es das Wesen Energie aus Hal's Ring zu saugen und erwacht zum Leben. Seit dem ersten Kampf mit der JSA scheint es noch gewachsen zu sein. Hal ruft seine Freunde von der JLA zu Hilfe (der Roster aus Year One). Doch wieder erzeugt das Wesen Angst in den Köpfen seiner Gegner. Hal findet sich in einer Welt des atomaren Holocaust wieder, seine Stadt eingeäschert, und die Ligamitglieder tot. J'onn, der Martian Manhunter, kann ihn gerade noch per Telepathie waren, er solle furchtlos sein, da das Wesen Furcht als Waffe einsetzt. Hal schafft es das Wesen zu zerstören, jedoch kann man es nicht finden, da es versteinert auf dem Boden des Meeres liegt. Hal berichtet den anderen von seiner schlimmsten Erfahrung, dass Coast City zerstört werden könnte, woraufhin ihn die anderen aufmuntern. Mit ihm in der Nähe könne der Stadt gar nichts passieren (was für eine Anspielung auf die Geschehnisse in Emerald Twilight).

Heute: Kyle Rayner, die letzte GL sitzt mit seinen GL-Vorgängern John Stewart, Guy Gardner und Alan Scott im Warriors. Gemeinsam tauschen sie Erinnerungen an alte Zeiten aus und spielen Karten. Später ist Kyle in seiner Wohnung am Arbeiten, doch da er keine Ideen hat, hofft er ein Besuch im Museum würde ihm Inspiration bringen. Dort ist auch ein glatzköpfiger Typ in einer Robe, der vor einem seltsam bekannten versteinerten Artefakt den Untergang der Welt vorhersagt. Bevor Kyle sich versieht saugt das Wesen auch ihm Energie aus dem Ring. Es erwacht und erweckt damit die Aufmerksamkeit der JLA, die schon nach Kyle Ausschau gehalten hat, und ihm nun zu Hilfe kommt. J'onn und Arthur erkennen, dass sie schon einmal gegen diese Kreatur gekämpft haben, die sich nun aus der Energie der Stadt bedient und immer grösser wird. Kyle kann ihr nichts entgegensetzen und wird von einem Blitz getroffen, der ihm seine Ängste präsentiert: Die JLA lacht ihn aus - Versagen, was Major Foce Alex antat - Versagen, Donna's Weggang - Versagen, Parallax ungebändigt - Versagen, Ganthet's Geschenk nicht würdig - Versagen.
Kyle's grösste Angst ist Versagen. Alan Scott eilt ihm zu Hilfe und erklärt ihm, dass er schon einmal diesen Kampf gekämpft hat, und dass das Wesen allen ihre Ängste präsentiert. Es voll mit Energie zu pumpen wäre der falsche Weg. Kyle jedoch erkennt, dass das Wesen diesen Angstmechanismus nur zu seiner Verteidigung einsetzt, zweifelt jedoch an sich, weil er Angst hat zu versagen. Die JLA stellt sich ihm entgegen und versucht ihn zu überzeugen, der richtige Weg sei das Wesen von seiner Energieaufnahme zu trennen. Kyle sieht das anders, und aufgrund seines Gefühls fliegt er in die Kreatur hinein und gibt ihm all seine Ringenergie. Es sieht so aus, als hätte Kyle einen Fehler gemacht und als würde alles in einem Desaster enden. Superman äussert: "I think he failed us". Doch nach einer grossen Energieentladung sehen wir Kyle, in der Hand ein wunderschönes Objekt haltend, dass aussieht wie ein kleiner Stern. Das hässliche Wesen versuchte nur sich zu verwandeln, ähnlich dem Vorgang wenn aus einer Raupe ein Schmetterling wird. Angesprochen darauf wie er das wissen konnte, äussert sich Kyle: "It wasn't a leap of logic, it was a leap of faith". Das Wesen entschwindet in den Weltraum, und Kyle und Alan treffen sich an Hal's Mahnmal wieder wo sie noch einmal über die vergangenen Ereignisse sprechen. Kyle hat seinen Gefühlen nachgegeben, und damit die Welt gerettet. Statt sich seiner Angst hinzugeben oder sie nicht zu beachten, hat er sie bekämpft


Zeichnungen:

Noch einmal muss man hier die Zeichungen erwähnen, die doch nicht sehr comicstandard sind. Fans von Alex Ross können sich über stimmige Bilder mit Ausdruckskraft freuen. Auch wenn der Stil augenscheinlich abgekupfert scheint, nimmt ihm das nichts an Faszination, zumal Ross auch nicht der Erfinder dieses Styles ist. Insgesamt herrscht eine Dunkelheit in den Bildern vor, die doch eher zu düsteren Charakteren wie Batman passt, und normalerweise nicht zu Green Lantern, der ja in Remineszenz an seinen Namen für Helligkeit stehen sollte. Das ist natürlich Symolismus. Selbst eine GL kann gegen das Böse und diese dunkle Furcht nur schwer gegenhalten. Licht ist Hoffnung und Dunkel repräsentiert Furcht, denn nur wenige fürchten sich nicht in der Dunkelheit. Die Bilder waren teilweise so dunkel, dass unsere Scans noch einmal bearbeitet werden mussten, um auch Details gut erkennen zu können.
Wer sich immer schon mal gefragt hat, wie Hal und Kyle (als echte Menschen, nicht als blosse Zeichnungen, die ja eher Details vermissen lassen) aussehen könnten, bekommt hier auch eine Idee davon wie Brad Parker sie sieht. Mich persönlich erinnert Hal doch stark an Bruce Campbell, Star der "Evil Dead" Horror-Saga und bekannt auch als Autolycus aus "Hercules" und "Xena".


Meinung:

Wow, ich habe die Story jetzt für diesen Text zum dritten Mal gelesen, und muss sagen, dass sie mir immer besser gefällt, vor allem auch weil man immer mehr kleine Details entdeckt die beim ersten mal nicht auffallen. Dazu gehört auch, dass die Stories immer mit dem Abbild einer 1-Dollar Note beginnen, auf der was drauf ist? ...Eine Pyramide, deren Spitze ein Auge hat, das den Betrachter anguckt; das "Auge des Osiris". Ebenso nett ist der Schuldschein über die Zeche der in Guy Gardner's Bar hängt, ausgestellt von einem gewissen Hernn Tommy "Hitman" Monaghan. Erleichternd geradezu ist die Anspielung und Auflösung von Sandman's Spuch in JLA #22 wo er Kyle gegenüber sagte: "Dieser Mann, Jordan, der den magischen Ring vor dir trug... [...] Du wirst ihn übertreffen. Du weisst schon jetzt was er niemals lernen konnte". "Aber sicher doch! Hal Jordan war der beste, das weiss jeder. Und jeder sagt mir das, egal, was ich tue...Ich habe ihn getroffen: Der Mann war ein echter Star, was sollte ich schon kennen was er nicht kannte?" "Furcht. Du wirst ihn übertreffen".
Endlich erfahren wir was Sandman mit diesen Worten meinte, und ich glaube "Fear Itself" war auch ein ganz grosser Schritt Kyle's in Richtung Erwachsenwerden und Selbstzweifel überwinden lernen. Es war schön mal wieder einen Blick in die Vergangenheit von Alan und Hal zu werfen, die Ferris Aircraft Werke wiederzusehen, und zu sehen, dass Kyle doch in die JLA gehört, zu den mächtigsten Wesen die auf Erden wandeln. Die Geschichte hat nur wenige Fehler, einige werden vielleicht anmerken, dass dreimal dasselbe passiert: Wesen taucht auf - Kampf - Erkenntisse Sammeln - Gewinnen. Dagegenhalten würde ich, dass das Interessante daran die Vorgehensweise der Protagonisten ist, die vom Charakter selbiger geprägt ist und sich in den ersten beiden Kämpfen auch als unnütz herausstellt.
Die Zeichnungen tun ihr übriges um eine spannende Atmosphäre zu erzeugen. Zwar hätte man die Geschichte auch in der traditionellen Comiczeichnerart realisieren können, aber man muss doch zugeben, dass Brad Parker hier eine sehr gute Arbeit abgeliefert hat, die durch den dunklen Ton und die Schatten in den Panels die Gefühle und die Stimmung unserer drei Green Lanterns zu vermittlen weiss.
Leider muss man für diese Geschichte etwa 30,00 DM hinlegen (bei 82 Seiten), bekommt dafür aber auch ein schönes Paperback, mit einer tollen Story und schönen Zeichnungen, auch wenn die Geschichte etwas ausserhalb der Continuity liegt und nicht zum Verständniss der Geschehenisse in der reguläen Reihe gebraucht wird. Daher mein Rat an alle Hardcore Green Lantern Leser: Kaufen. Alle anderen: Überlegt euch, ob euch eine einzige Geschichte so viel Geld wert ist, denn um GL zu verstehen müsst ihr sie nicht kennen.


Wer sich gerne mal selbst eine Meinung zu diesem Band machen will, kann sich an den Händler seines Vertrauens wenden. "Fear Itself" sollte für $14,95 euch gehören. Für einen echten Green Lantern Fan eine lohnende Investition, zumal auch endlich der Spruch des Sandman aus JLA # 22 Sinn macht (ich sass vorher da und hab versucht irgendwo einen Sinn zu finden, aber die Ereignisse in 1.000.000 passten da auch nicht so ganz rein).


Bericht von Paskalis Siassios

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