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Green Lantern #1

Inhalt:
Kyle Rayner, besser bekannt als Green Lantern, befindet sich im Kampf mit einigen Roboter-Tentakeln, die anscheinden von den Manhuntern gesteuert werden. Dabei erinnert er sich, wie er zwei Wochen zuvor unerwartet ein Angebot des "Feast Magazine" bekam, für sie zu arbeiten. Überglücklich, endlich einen festen Job gefunden zu haben, nahm er sofort an. Er bekam sogar einen Assistenten zugeteilt, den sechzehnjährigen Terry Berg. Und als er mit seiner Arbeit schon gut in der Zeit zu liegen schien, krachte eine Ansammlung von Roboter-Tentakeln genau auf seinen Schreibtisch. Die Tentakel greifen Kyle sogleich an. Kyle setzt sich zur Wehr, doch letztendlich unterliegt er. Als er wieder erwacht, findet er sich auf einer Art Raumstation wieder, umringt von einer nicht unbeträchtlichen Anzahl von Manhunters. Außerdem wurde ihm anscheinend einiges an Technik implantiert. Kyle zögert nicht lange und greift die Manhunter mit grünen Energiegebilden an, was leider nicht sehr wirkungsvoll ist, da die Manhunter in der Überzahl sind. Derweil wird im Antimaterie-Universum von Qward ein neuer gelber Energiering erschaffen.

Auf der Erde findet Terry derweil Kyles zerstörte Wohnung vor und lernt anschließend John Stewart kennen, der gezwungen ist, Terry eine kleine Lüge bezüglich des Loches in der Decke zu erzählen.

Die Manhunter haben Kyle mittlerweile an ihren Labortisch gefesselt. Große Teile von Kyles Körper wurden mit Technik-Implantaten versehen, von denen unzählige Kabel zu diversen Maschinen und Anschlüßen führen. Das ist jedoch bei Weitem nicht Kyles größstes Problem, mehr noch beschäftigt ihn die Tatsache, dass sich sein Ring nicht mehr an seiner Hand befindet, sondern in einem dafür konzipierten Behälter der Manhunter. Und wie ihm Manhunter 2.0 erkärt, dient die ganze Technik an seinem Körper dazu, dem Ring vorzugaukeln, dass er sich noch in den Hände seines Besitzers befindet, da er ansonsten nicht funktionieren würde. Selbstsicher legt Manhunter 2.0 den Ring an.


Kommentar:
Ein gelungenes Heft. Gelungen, nicht fantstisch oder gar umwerfend. Von der Nummer 1 der neuen Green Lantern-Serie hier in Deutschland und den darin enthaltenen ersten beiden Heften des neuen Green Lantern-Autoren Judd Winick hätte ich ein klein wenig mehr erwartet.

Es ist ja sehr schön, dass Kyle einen neuen Job gefunden hat, aber dafür fast 10 Seiten aufzuwenden, halte ich für weniger gelungen. Das Einbeziehen von John Stewart in die Handlung gefällt mir schon etwas besser, einfach, weil er lange nicht mehr in den Heften aufgetaucht ist. Ein Fan von Geschichten mit den Manhuntern war ich noch nie, aber die Idee, den Green Lantern Ring zu stehlen und ihm mit Hilfe von futuristischer Technik vorzuspielen, dass er sich noch an der Hand seines Besitzers befindet, gefällt mir recht gut. Bei der Umsetzung dieser Idee hapert es allerdings an machen Stellen. Kyles Fluchtversuche sind etwas langweilig geschrieben, und zudem sollte Green Lantern eigentlich wesentlich weniger Probleme haben, sich von ein paar Roboter-Tentakeln zu befreien oder ein paar Manhunter zu besiegen, als es in dem Heft den Anschein hat. Als die Manhunter den Ring dann in ihre Gewalt gebracht haben, ist man doch gespannt, wie es in Heft 2 weitergehen wird.

Sehr positiv fallen die vielen witzigen Dialoge auf, die Judd Winick in das Heft mit eingebaut hat, davon können in Zukunft ruhig noch mehr kommen. Was aus dem Heft mehr als deutlich hervorgeht, ist, dass Judd Winick ein sehr großer Star Trek-Fan zu sein scheint, am Ende ist Kyle mit seinen vielen Implantaten, dem Anschluß auf der Stirn und der halben Maske kaum noch von einem Borg zu unterscheiden. Als Manhunter 2.0 Kyle dann noch erzählt, dass alle Manhunter nunmehr ein Bewußtsein teilen, fragt Kyle ihn, ob er ihm gleich erzählen wird, dass er assimiliert wird, auch dies macht deutlich, dass der Autor nicht nur an Comics, sondern auch an Star Trek interessiert ist.

Die letzten beiden Seiten des Heftes sind mit zwei aufeinander folgenden Splashpanels nicht sehr gut gelungen, zumal das eine auch noch sehr schlecht umgesetzt worden ist.

Zeichner Darryl Banks hat vor allem im ersten Teil des Heftes eine weniger beeindruckende Leistung abgeliefert, im zweiten bessert er sich dann leicht. Teilweise arg kantige Zeichnungen sehen ihm gar nicht ähnlich, dass die Qualität seiner Zeichnungen von Heft zu Heft schwankt, ist mir allerdings schon vorher aufgefallen. Ich verstehe das nicht ganz, kann aber versprechen, dass seine Zeichnungen in den nächsten Heften wieder besser werden, bis er den qualitativen Höchststand seiner Zeichnerkarriere erreicht. Auch Kolorist Andy Smith hat in diesem Heft keine sonderliche Glanzleistung vollbracht.

Die Übersetzung ins Deutsche ist sehr gut gelungen, zumindest sofern ich das beurteilen kann, ohne das Original gelesen zu haben. Auf der Leserbriefseite gibt es freundlicherweise eine Inhaltsübersicht der von DCD ausgelassenen Hefte, was mir recht gut gefällt. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es in Zukunft zwei Leserbriefseiten geben sollte.

Man kann also sagen, dass man mit einem Kauf von Green Lantern #1 nichts wirklich falsch macht, allerdings auch ruhig sein Geld für die nächsten Ausgaben sparen kann, die werden nämlich viel besser.


Benjamin Hofmann


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