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Besprechung: Dc präsentiert # 19


Enthält :
die übrigen Seiten von US-Green Lantern #150,
die Hefte #151-153,
sowie einige Seiten aus Green Lantern Secret Files #3
Preis :
€ 6,95
E.V.T. :
04. Dezember 2003
Autor :
Judd Winick, Dan Curtis Johnson und Kyle Rayner.
Zeichner :
Dale Eaglesham, Eric Battle, Greg Scott und Kyle Rayner.
Tuscher :
Rodney Ramos, Robert Campanella, Mick Gray und... Kyle Rayner.
Übersetzer :
Christian Heiß



Inhalt:
US-Green Lantern #150, Teil Zwei:
Anfang und Ende (Teil Zwei)
(Beginning's End)



In DC Premium #19 wurde Oa wieder hergestellt. Dorthin reist jetzt Kyle, der mittlerweile einen Entschluss gefasst hat: Er liefert die gesamte Energie Ions in der zentralen Batterie ab, was einen interessanten Nebeneffekt hat: Die Guardians, die sich in Green Lantern #50 geopfert hatten, kehren zurück - als Kinder. Ganthet, der von den Kindern fortan "Papu" genannt wird, beginnt, sie zu erziehen und zu unterrichten. Nackte Logik allein soll nicht mehr der Weisheit letzter Schluss sein.


Zuhause zeigt Kyle Jade zwei Veränderungen, die er noch mit Ions Macht vollbracht hat: Zum einen kehrt der Ring, sollte er von Kyle getrennt werden, immer automatisch wieder zu ihm zurück. Die zweite Veränderung? Ein neues Kostüm, das wieder weitaus mehr Ähnlichkeit mit der Corps-Uniform hat.




US-Green Lantern #151:
Fest im Sattel
(Back in the Saddle)


Neuer Tag, neues Glück. Kyle, jetzt wieder als Green Lantern unterwegs, kümmert sich um einige Bankräuber und einen halbnackten Taschendieb im Park. Auffällig ist, dass alle wild fluchen. Kyle und Terry stellen fest, dass sich einige Mitarbeiter ungewöhnlich verhalten. Die sonst so fröhliche Jaz, Sekretärin von Kyles Chefin, ist mies gelaunt. Diese wiederum flucht und motzt, beschwert sich über die Hitze im Büro... und beginnt, sich auszuziehen. Nur noch mit ihrem Rock bekleidet (nein, von ihren Brüsten sieht man nicht viel, ihr notgeilen Spanner, kauft Euch gefälligst die Coupe oder so'n Schweinkram) kommt sie wieder zu sich und hat einen Nervenzusammenbruch. Doch auch im Rest der Feast-Redaktion benehmen sich die Leute auf einmal gar wunderlich, draußen auf den Straßen gibt es sogar Massenunruhen. Kyle unterstützt ein paar Polizisten, die merkwürdigerweise bei Sinnen geblieben sind, als ein riesiges grünes Schleimgummibärchen erscheint, das sich aufsplittet und vermehrt. Kyle findet den Ursprung der Killer-Haribos und kann seinen Augen nicht trauen: Es ist Jade.




US-Green Lantern #152:
Aus unseren Köpfen
(Out of Our Heads)



Und das Muster der grauenhaften Gastzeichner geht weiter. Wobei Eric Battle zum Glück lange nicht so übel ist wie Brandon Badeaux zuletzt. Wie auch immer: Dr. Emil Brown von den S.T.A.R. Labs hält Jade unter Betäubungsmitteln, bis Kyle und Alan Scott die Ursache für ihr Verhalten gefunden haben. Nebenbei müssen sie sich um die Tumulte in den Straßen Manhattans kümmern, immerhin erwägt der gute Giuliani bereits, den Ausnahmezustand zu verhängen. Offenbar war der Mann noch nie am ersten Mai in Berlin.


Mitten im Chaos fleht Alan dann Kyle an, ihn auszuschalten, da er spürt, wie etwas die Kontrolle über ihn ergreift.


Kyle betäubt ihn mit Äther, der bewusstlose Alan steht daraufhin aber ohne Erklärung wieder auf und greift Kyle an. Parallel zur ebenfalls trotz Betäubungsmitteln aufwachenden Jade, die etwas von "Henry" murmelt, gibt sich dann der Drahtzieher hinter Alan's Verhalten zu erkennen: Henry King junior, auch bekannt als Brainwave. Seit seinen letzten Auftritten hat er allerdings glücklicherweise den Schneider gewechselt und stolziert jetzt schick im Anzug durch die Gehirne seiner Opfer. Es folgt der unvermeidliche Flashback, in dem noch einmal Brainwave's Geschichte aufgerollt wird. Sohn des ersten Brainwave, der aber nicht wie sein Vater die Justice Society bekämpfen wollte, und an der Seite von Jade, Obsidian, Atom Smasher (damals noch bekannt als Nuklon) und anderen Helden Mitglied bei Infinity, Inc. war. Er hatte eine Beziehung mit Jade, wurde aber nach dem Tod seines Vaters wahnsinnig. Er verließ Jade und das Team, übernahm die Kräfte seines Vaters und eine übelst hässliche Abwandlung dessen Kostüms und kämpfte gegen die Justice League, bevor Alan Scott ihn in einer Psychiatrie wegsperren und durch Medikamente Ruhigstellen ließ.


Aber wie das bei sabbernden, besinnungslosen Geistesgestörten ist, brauchen sie nur die richtige Medikamentenmischung zu finden (wie auch immer sie das anstellen mögen), dann sind sie ja bekanntlich frei. Zumindest hat es Brainwave so angestellt, um sich jetzt an Alan Scott zu rächen. Sein Plan war, Kyle dazu zu bringen, Alan zu töten. Klappt natürlich nicht. Aber anstatt jetzt die Kontrolle über Kyle zu übernehmen, um Alan zu töten, versucht er es andersherum. Erst als Kyle nur noch ein blutiger Klumpen unter einem von Alan's Energiekonstrukten ist, erscheint Jade auf der Bildfläche (anscheinend halten die S.T.A.R. Labs sie nicht mehr für gefährlich) und überredet Brainwave mit einem Baumstamm, aufzuhören. Daraufhin erzeugt er eine Energiewelle, die Jade und Alan ausknockt und verschwindet mit den Worten "Jetzt muss ich noch andere Dinge erledigen. Und Ihr solltet mich dabei besser nicht stören."




US-Green Lantern #153:
Man kann nie, nie, nie mehr nach Hause zurück...
(You Can Never, Never, Never Go Home Again)



Juhu, Klassentreffen. Ein Vorwand für Winick, Jade Kyles Mutter vorzustellen. Denn das Klassentreffen selbst ist belanglos, ziemlich langweilig und Klischeebeladen, interessanter sind da schon die Szenen mit Maura Rayner. Dem Leser ist sofort klar: Diese wurde offensichtlich mittlerweile von einem Superschurken entführt und durch eine Schauspielerin ersetzt, denn sie ist locker zwanzig Jahre jünger, sieht vollkommen anders aus als bei ihren letzten Auftritten und verhält sich auch vollkommen anders. Angeblich ist die Brigitte-Diät daran schuld. Wenige Augenblicke später wird allerdings klar, dass es sich offensichtlich bloß um einen weiteren Retcon handelt, denn Kyle isst neuerdings jeden Montagabend mit ihr zu Abend. Maura versteht sich jedenfalls wunderbar mit Jade und nimmt Kyle bloß übel, dass er sie nicht schon früher mitgebracht hat. Aber erinnern wir uns: Donna hat er ja auch nicht direkt mitgenommen. Um genau zu sein, erzählte er ihr sogar anfangs, seine Eltern wären tot.


Wie auch immer, nach dem Klassentreffen (auf dem G'nort übrigens einen Cameo als Kellner hat) beichtet Kyle seiner Mutter dann, dass er Gabriel Vasquez gefunden hat. Es kommt zu einer emotionalen Szene, die allerdings jäh unterbrochen wird: John ruft Kyle über das Handy an, weil Terry etwas zugestoßen ist.




Auszug aus Green Lantern Secret Files #3:
Schwachstelle
(Single Point of Failure)



Wie in den anderen Secret Files der letzten Zeit erzählt Dan Curtis Johnson auch hier die Geschichte der Agentin Chase weiter. Auf dem Schwarzmarkt sind Informationen darüber, wie man Green Lantern's Ring ausschaltet. Doch als Chase und John Stack den Dealer festnehmen und die Informationen konfiszieren wollen, entpuppt sich der vermeintliche Dealer als Kyle selbst. Dieser hatte vermutlich über Batman von dem Deal erfahren, und er wollte die Käufer schnappen. So stehen jetzt natürlich beide Seiten mit leeren Händen da, wer der Dealer ist, erfährt man nicht. Es stellt sich heraus, dass Chase und Stack vermutet hatten, der Green-Lantern-Ring würde seinen Träger über kurz oder lang wahnsinnig machen. Bestes Beispiel sei Hal Jordan, aber auch Guy Gardner, sogar Wandel zum Schurken (in den Seiten der JSA) wurde auf den Ring seines Vaters zurückgeführt.




Auszug aus Green Lantern Secret Files #3:
City Dwellers
(City Dwellers)



Glaubt mir: Je weniger ich über Kyle Rayner's angeblichen Strip für die Zeitschrift "Feast" verliere, umso besser ist das für Euch. Er soll wohl eine Mischung aus Friends, Dork Tower und Alle unter einem Dach darstellen, ist aber nicht lustig, sondern einfach nur mies. Dabei sollte man meinen, Bob Schreck habe noch Verbindungen zu Oni-Künstlern wie Jim Mahfood, Andi Watson oder Scott Morse, die für die Aufgabe, Kyle's Strip zu verwirklichen, bedeutend besser geeignet gewesen wären. Auch Peter Bagge oder Jon Kovalic wären geradezu prädestiniert gewesen dafür. Judd Winick's Frumpy war auch klasse. Aber nein.....


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Was? Ihr wollt trotzdem wissen, was in dem Strip passiert? *Seufz* Na schön, aber ich hab Euch gewarnt. Es geht um eine WG in einer New Yorker 3-Zimmer-Wohnung. Dort wohnen der Slacker Davis, der sich anscheinend für einen Klon von Randall aus Clerks hält, die Afro-Amerikanerin Trudy, die blonde Dumpfbacke Shelli, der im gesamten Strip nicht auftauchende Richie und der Goldhamster Alphonse. Der "heutige" Strip trägt den Namen "Unter einem Dach - mit Ach und Krach". *Gähn* Also: Trudy hält Davis für einen Idioten, weil der Amerika aus der Wirtschaftskrise helfen will, indem er mehr kauft. Sollten übrigens alle tun. Aus diesem Grund kauft er ein Pony, das nun in der Wohnung steht. Die Pointe des ganzen soll dann wohl Shelli darstellen, die sich die Pferdeäpfel im Flur nicht erklären kann und das Pony für einen großen Hund hält. Auf dem letzten Bild taucht dann auch zum ersten und einzigen Mal der Goldhamster Alphonse auf, der allerdings nicht mehr tut, als Davis' Schuh festzuhalten. Okay, mir reicht's, ich hab Kopfschmerzen. Schluss jetzt.






Kommentar:


Argh. Den Kommentar und das Fazit muss ich ja auch noch schreiben. Sorry, aber City Dwellers hat mich echt mitgenommen. Also gut. Ich fasse mich kurz: Uärgks. Schien das letzte Heft noch, als ginge es bergauf, ist dieses hier zu großen Teilen miserabel. Das einzig Lobenswerte ist das Ende der Ion-Storyline. Das hab ich eh nicht gerafft: Kyle kann mit seinem Ring alles machen. Und als Ion hat er dann mehr Energie und kann... alles machen?! Wow, welche Steigerung. Und das Kostüm war ja mit dem dicken I-Punkt fast so schlimm wie Stan Lees Kreationen der letzten fünf Jahre zusammen, Stripperella eingeschlossen. Aber zum Heft: Woher kommen die kleinen Guardians bitte? In GL #50 hatten sich die Guardians geopfert, damit Ganthet den Angriff von Parallax und die Zerstörung von Oa überlebt. Judd Winick deutet das ganze so, dass sie ihre Lebenskraft in Green-Lantern-Energie umgewandelt haben, die Kyle's Ring all die Jahre gespeist hat. Als Kyle dann die Ion-Energie in die Batterie bringt, liefert er gleichzeitig die Lebensenergie der Guardians wieder ab, die sich nach seinen Worten roh anfühlte... wie Kinder. Okay....... Wenn ich mich richtig erinnere, musste Kyle seinen Ring immer an seiner eigenen Batterie laden, die aus einem Brocken Oa entstand. Die Energie war also nicht im Ring. Hmmm... Er hat nach all den Jahren noch Energie übriggehabt, was wohl noch für etwas über zwanzig Guardian-Kinder reichte. Aber wieso gibt es jetzt Jungen und Mädchen? Und wenn er nur die Lebensenergie hatte, wo kommen dann ihre neuen Körper her? Und welche Energie speist jetzt seinen Ring? Und... überhaupt... Mensch, ich hab noch immer Kopfschmerzen von City Dwellers, und jetzt muss ich mich mit so 'nem Mumpitz herumschlagen!


So. Zum nächsten. Kyle's neues Kostüm. Ganz okay. Scheiß-Frisur. Recht einfallslose Maske. Ein lächerliches Hundehalsband. Ansonsten stört mich eigentlich nur, dass sich die Zeichner und Koloristen nicht einigen können, wie das Kostüm denn jetzt tatsächlich aussieht. Besonders die Arme und Beine, aber auch die Stiefel verändern sich ja jetzt häufiger als das durchschnittliche Rob-Liefeld-Kostüm. Schade, eigentlich. Aber schlimmer als Ion oder das One-Million-Kostüm konnte es ja eh nicht werden. Wobei Klein-Kyle während "Sins of Youth" einige nette Ideen hatte, die mir weitaus besser gefielen als das Jim-Lee-Teil.


Tja... die Brainwave-Story. Voller Widersprüche und Ungereimtheiten. Als wir Brainwave das letzte Mal sahen, wirkte er, als hätte er gerade einen City-Dwellers-Sammelband gelesen. Wie genau hat er sich denn dann aus der Psychiatrie befreit? Sein Gehirn war ungefähr so leistungsfähig wie ein angeschimmelter Kopf Blumenkohl. Er wurde permanent mit Medikamenten ruhiggestellt, konnte sich also nicht einmal den Sabber vom Mund wischen. Und dann experimentiert der Kerl mit seinen Medikamenten herum und verändert mal eben so die Dosis von allem? Hä? Des Weiteren... wenn doch die ganze Stadt randaliert, wieso dann nicht alle in der Redaktion, sondern nur eine Handvoll ausgewählter Leute? Und wieso sind ausgerechnet die Polizisten und die komische Frau mit Sonnenschirm und Kätzchen auf dem Arm davon ausgenommen? Wieso konnte Alan Scott seine Äther-Betäubung innerhalb von Sekunden wegstecken? Wo kam am Ende Jenny her? Und wieso wirkten ihre Medikamente jetzt auch nicht mehr? Puuuuuuh..... Tja. Zum Klassentreffen hab ich ja weiter oben schon alles gesagt, was der Unfug mit Kyles Mutter soll, verstehe ich immer noch nicht, und zum Cliffhanger mit Terry komme ich nächstes Mal, ich muss jetzt zur Erholung von City Dwellers erst einmal meinen Kopf ein paar Mal gegen die Tischplatte schlagen, vielleicht kann ich ja dann darüber lachen. Ach ja, halt, da war ja noch die Chase-Story. Mit einem Wort: Belanglos. Was sehr betrüblich ist, denn ihre eigene Serie mit den J.H. Williams III-Zeichnungen (Promethea) war wirklich klasse.


Fazit:
Sorry, aber ein Fazit gibt's jetzt wirklich nicht mehr. Nach diesem Heft, besonders nach City Dwellers, brauche ich erst einmal frische Luft und was zu essen. *Ächz* Mir raucht der Kopf.


Michael Heide

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