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Besprechung: Dc präsentiert # 16
Enthält : US-Green Lantern #147-149, sowie den Großteil von #150. Preis : € 6,95 E.V.T. : September 03 Autor : Judd Winick Zeichner : Dale Eaglesham, Brandon Badeaux, Pat Quinn Tuscher : Rodney Ramos, Dan Davis, John Lowe Übersetzer : Christian Heiß Inhalt: US-Green Lantern #147: Hand Gottes, Tag Zwei: Aufstehen (Hand of God, Day Two: Standing Up) Wir erinnern uns: 1.: Kyle Rayner absorbierte scheißeviel Green-Lantern-Energie und wurde zum allmächtigen Ion. 2.: Seine Mittlerweile-Wieder-Freundin Jade trägt neuerdings einen Green-Lantern-Ring. 3.: John Stewart ist seit geraumer Zeit von Selbstzweifeln geplagt. Die Superschurkin Fatality hatte ihm offenbart, dass er körperlich gesund sei und nur durch eine innere Blockade an den Rollstuhl gefesselt sei. Dies ist die Ausgangssituation der vorliegenden Story. Kyle besucht John und bietet seine Hilfe an. Er bestätigt Fatality's Befund und entfernt den Rest von Parallax' Energie, mit der John sich selbst unbewusst am Gehen hinderte. Doch dies alleine reicht nicht aus - John's Versuch, aus dem Rollstuhl aufzustehen, scheitert. Frustriert sucht er die Hilfe einiger Spezialisten, darunter auch die eines Psychotherapeuten. Dieser sieht eine Verbindung zu einem Unfall, den John als Fünfzehnjähriger hatte. In dem Alter "borgte" John sich nämlich hin und wieder das Auto seiner Tante, um herumzucruisen. John erzählt, dass er an besagtem Tag dann allerdings mit einem Truck zusammenstieß, dessen betrunkener Fahrer eine rote Ampel ignoriert hatte, dass er und sein jüngerer Bruder Damon, der mit im Wagen war, unverletzt blieben und lediglich das kleine Hündchen Rose, das auf dem Rücksitz war, starb. John erzählt weiter, von seinen Karrieren als Architekt, als Green Lantern, als Darkstar, doch selbst unter Hypnose wird ihm der Grund für seine geistige Blockade nicht bewusst. Sein Therapeut und er sind beide der Meinung, dass Schuldgefühle der Grund sind, aber Schuldgefühle weswegen? Es ist nicht wegen der Zerstörung Xanshis, es liegt nicht an der Tatsache, dass John seiner Meinung nach immer nur die zweite Wahl im Corps nach Hal (und Guy) war, es hat nichts mit der Vernichtung der Darkstars durch Grayven zu tun. Noch einmal widmen sich die beiden dem Unfall vor so vielen Jahren. John will es nicht wahrhaben, er sträubt sich, er versucht, es zu verdrängen, doch letztendlich akzeptiert er... dass Rose kein Hündchen war. Damals starb kein Hund bei dem Unfall, es starb John's kleine Schwester. Und damit ist es geschafft. Die Blockade ist weg. Und John kann wieder gehen... US-Green Lantern #148: Hand Gottes, Tag Drei: Verloren & Gefunden (Hand of God, Day Three: Lost & Found) Kommen wir zu Jade. Sie befindet sich gerade im Kampf mit Sonar, dem selbsternannten Herrscher des Schalls. Dabei wird sie von Kyle in seiner Ion-Form beobachtet, der die ganze Zeit überlegt, ob er seiner Freundin den Kampf zutraut oder ob er sie beschützen soll. Als Sonar ihr gerade den Ring abnehmen will, entschließt er sich, einzugreifen - doch sie schafft ihn auch alleine, obwohl sie sich dabei einige Rippen anknackst. Inzwischen langweilt sich Clark Kent vor dem Fernseher. Als allmächtiger Ion ist Kyle nämlich mittlerweile allgegenwärtig damit beschäftigt, die Welt zu retten, und jetzt gibt es für Superman einfach nichts mehr zu tun. Doch dazu später mehr. Denn auch Jade durchlebt gerade eine persönliche Krise. Sie hatte über ihren Vater Alan Scott Green-Lantern-ähnliche Kräfte geerbt. Kräfte, die sie später verlor. Als Sonar ihr den Ring wegnehmen wollte, fühlte sie sich machtlos. Kyle entlockt ihr das Zugeständnis, dass sie ihre angeborenen Kräfte vermisst. Er gibt ihr ihre Kräfte zurück, sie verändert daraufhin ihr Kostüm, und die beiden fliegen durch die Nacht. US-Green Lantern #149: Hand Gottes, Tag Vier (Hand of God, Day Four) Der Watchtower der JLA. Kristall-Eroberer von Karalyx (kein Witz, die heißen wirklich so) haben eine Invasionsflotte am Rande der Milchstraße zusammengezogen. Innerhalb von Sekundenbruchteilen schickt Kyle sie ans andere Ende des Universums, um ein Exempel zu statuieren. Er entwaffnet sie nicht, er tötet sie nicht, er demonstriert einfach nur seine grenzenlose Macht, um zukünftige Möchtegern-Eroberer abzuschrecken. Dies ist der Eimer Wasser, der das Fass zum Überlaufen bringt. Superman, der ja bereits in #148 einige Seiten vor sich hingegrübelt hat, stellt Kyle zur Rede. Er macht ihm klar, dass es der Job eines Superhelden ist, die Menschen zu beschützen, ihnen zu helfen, aber nicht für sie zu leben. Menschen müssen ihren Weg selbst finden, sie brauchen Freiheit, die Ion ihnen vorenthält. Superman fordert Kyle auf, seinen Platz in der Welt zu finden und den anderen Menschen ihren Platz zu lassen. Und so trifft Kyle eine Entscheidung. Er will seinen Vater und damit seinen Platz in der Welt finden. US-Green Lantern #150, Teil Eins: Anfang und Ende (Teil Eins) (Beginning's End) Tja, jetzt ist sie da. Die dicke Nummer 150. Und als ordentliche Jubiläumsnummer muss das Ding natürlich einige Seiten mehr haben. Dadurch wurde Panini das Format gesprengt, einige Seiten werden im nächsten Heft nachgereicht. Aber wozu nutzt Winick die überzähligen Seiten? Er rollt zur Abwechslung mal wieder die gesamte Geschichte der Green Lanterns noch einmal auf. Alan Scott, der im Zugwrack eine grüne Laterne findet und zur ersten menschlichen Green Lantern wird. Hal Jordan, der von Abin Sur einen Ring bekommt und dem Corps beitritt. Die Rekrutierungen von John Stewart und Guy Gardner, Hals Wandlung zu Parallax... Kyle reist durch die Zeit und beobachtet all diese Wendepunkte in der Geschichte der Green Lanterns. Während er darüber nachdenkt, diese zu beeinflussen, bekommt er Besuch von Hal Jordan, der ja mittlerweile als Spectre aktiv ist. Er macht Kyle deutlich, dass all diese Ereignisse vielleicht genauso ablaufen mussten, dass das Schicksal einen Plan verfolgen könnte. Und dass Kyle nicht eingreifen sollte. Dieser muss die Diskussion erst einmal verdauen und kommt auf seinen im letzten Heft gefassten Plan zurück, seinen Vater zu finden. Innerhalb weniger Minuten suchte er den gesamten Planeten nach Menschen ab, die eine ähnliche DNS-Struktur haben wie er selbst. Seinen Vater findet er in Austin, Texas, wo er unter dem Decknamen Raymond Hauser lebt. Die beiden reden. Über alles. Angefangen damit, dass nicht nur "Raymond Hauser" ein Deckname ist, bereits "Aaron Rayner" war nicht der wirkliche Name von... Gabriel Vasquez. Ganz recht, Kyles Vater ist Mexikaner. Doch damit nicht genug, erzählt er auch von seiner Vergangenheit. Soldat, Killer für die CIA, Waffenschmuggler für die IRA, liebender Ehemann und Vater, ein Schreibtischjob in Washington, D.C., wie das halt alles so kommt. Ein Auftrag im mittleren Osten sei ihm dann wichtiger als seine Familie gewesen, woraufhin er Kyle's Mutter verließ. Kyle forscht heimlich ein bisschen in den Gedanken und der Erinnerung seines Vaters und findet den wahren Grund dafür: Die CIA meldete sich wieder bei ihm und befahl ihm, jemanden aus seiner Vergangenheit zu töten. Er floh, man setzte Killer auf ihn an, letztendlich kam er dann zu dem Schluss, dass er seine Frau verlassen muss, um ihre und Kyles Sicherheit zu wahren, dass er es allerdings so aussehen lassen muss, als hätte sie ihn verlassen. Er sah sie nie wieder. Kyle und sein Vater verabschieden sich und planen, den Kontakt zu halten. Was Kyle nicht weiß - sein Vater hat bereits vor Jahren herausgefunden, dass sein Sohn Green Lantern ist und sammelt jeden Artikel über ihn. Die paar, die wir sehen, leiden allerdings offensichtlich noch an Nachwirkungen aus der JLA-Tower-of-Babel-Storyline, aber das kennt man ja mittlerweile. Der Rest von #150 folgt dann in der Rezension zum nächsten Panini-Heft, da dort die restlichen Seiten gelandet sind. Ein ernst gemeintes Kompliment übrigens an Panini. Der Bruch ist geschickt gewählt, unaufmerksamen Lesern dürfte nicht aufgefallen sein, dass das Heft dort eigentlich noch gar nicht am Ende war. Kommentar: Puuuh. Spätestens seit meiner Rezi zu Graduation Day ist bekannt, dass ich Judd Winick bei Superhelden-Comics eher deplaziert finde. Diesmal bin ich weitestgehend zufrieden, allerdings habe ich ein Problem: Natürlich wird eine Geschichte nicht dadurch besser, dass man die Continuity über die Qualität stellt. Aber muss man deswegen permanent an der Geschichte der Figuren herumpfuschen? Eigentlich schon seit Kyle's Wandlung zu Ion habe ich den Eindruck, dass Winick massive Veränderungen wichtiger sind als gute Stories. Wobei man sagen muss: John's Geschichte ist wirklich nett. Seine Figur wird nicht unbedingt interessanter dadurch, dass er als Kind für den Tod seiner Schwester verantwortlich war, aber wenn man unbedingt einen Weg sucht, ihn wieder das Laufen lernen zu lassen, ist es sicherlich nicht der schlechteste. Wenn man allerdings einen Gastzeichner sucht, weil Dale Eaglesham gerade nicht kann, dann ist Brandon Badeaux sicherlich nicht der beste. Am Jade-Heft gäbe es kaum etwas auszusetzen, wenn Badeaux etwas besser wäre. Seine Gesichter wirken aufgedunsen und verbeult, wirklich alle Figuren (Jade, Merayn und Lois, sowie Terry und sein Freund David) sehen aus, als würden sie jeden Tag acht Stunden im Bodybuilding-Center schwitzen, und als dann in einer für die Story belanglosen Szene alle in die Disco gehen, sehen die Posen wirklich gruselig aus. (Was genau treiben beispielsweise John und Merayn da mitten auf der Tanzfläche? Und das Heft hat im Original den Comic-Code-Stempel bekommen? Aber wer weiß, vielleicht ist es ja auf Merayn's Heimatplaneten vollkommen normal, sein Hinterteil in aller Öffentlichkeit am Schritt seines Partners zu reiben, ich kenn mich da ja nicht so aus...) Sauer aufgestoßen hat mir dann allerdings die #150. Die langwierige Nacherzählung der GL-Geschichte mag ja einsteigerfreundlich sein (auch wenn die den ganzen Ballast nicht unbedingt wissen müssen; wenn ein Detail irgendwann wichtig wird, wird es ja sowieso noch einmal erwähnt), auf mich wirkte es allerdings, als habe DC lediglich den Preis des Original-Heftes anlässlich der 150 anheben wollen und deshalb die paar Alibi-Seiten hinzugefügt. Und dann der Vater. Winick pfuscht an seiner Vergangenheit, an seiner Gegenwart und an seiner Nationalität herum. Er ignoriert sämtliche Hinweise aus früheren Heften, dass der Mann ein hohes Tier beim Militär ist und seinen Sohn Kyle damit unter Druck setzen will, dass er dessen Identität herausgefunden hat. Und wofür? Für eine armselige kleine Vater-Sohn-hach-ich-hab-dich-ja-so-vermisst-Story, die es so ähnlich schon viel zu oft und in der Regel auch schon besser gab. Da muss man das Heft schon waagerecht halten, damit einem der Kitsch nicht von den Seiten läuft. Das gibt nämlich immer so hässliche Flecken... Oh, und hatte nicht auch schon Kyles Mutter so ein Buch mit Green-Lantern-Artikeln? Oder schmeiße ich da was mit Ma Kent durcheinander? Die hatte nämlich auf jeden Fall eines. Originell... Fazit: Ein Deus-Ex-Machina-Plot nach dem anderen. Man merkt dem Heft wirklich an, dass die #150 anstand und einige massive Nichts-wird-mehr-so-sein-wie-es-war-Events vorbereitet werden mussten. Wenn man sich allerdings damit abfindet und die mehr als unnötigen Continuity-Veränderungen hinnehmen kann, ist das Heft sogar einigermaßen brauchbar. Von Brandon Badeaux mal abgesehen. Michael Heide |
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