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DC Premium #31DREIGESTIRN Autor & Zeichner:Matt Wagner
Erschienen:
Preis: 196 Seiten
Enthält: US-Batman/Superman/Wonder Woman: Trinity #1-3
Und so wird dieser weiße Fleck auf der Comiclandkarte endlich getilgt – und zwar von keinem anderen als Matt Wagner. Wagner schafft es, den drei Archetypen von Helden interessante Wesenszüge angedeihen zu lassen, die unglaublich viel Spaß machen zu lesen. Nicht ganz gebunden an die bestehende Kontinuität – aber keine Elseworld – entwickelt er eine Story, die von vorne bis hinten spannend und unterhaltend ist.
Eine Gruppe von Männern will in die S.T.A.R. Labs einbrechen. Da sie aber wissen, dass Superman in Metropolis stets nach dem Rechten schaut, möchten sie sein Kommen schon möglichst früh erkennen, und begehen ein Attentat, das das Erscheinen des Stählernen mit Sicherheit nach sich ziehen wird. Sie erschießen den Zugführer einer dahin donnernden Bahn – nur das schnelle Eingreifen von Superman kann das Schlimmste verhindern. Aber der Anschlag war dennoch für die Männer sehr erfolgreich: Unbemerkt konnten sie Supermans Flugfrequenz aufzeichnen. Dennoch gelingt ihnen der Einbruch wider Erwarten nicht: Ein neuer Held erscheint ganz unerwartet und kann die Diebestour vereiteln. Und schon Tags darauf bittet Bruce Wayne Clark Kent um ein Treffen, um ihn über seine Ermittlungen und Befürchtungen zu informieren. Hinter all dem steckt eine Gruppe, die sich selbst “Die Säuberer“ nennt. Aber nicht nur auf das Kryptonit in den S.T.A.R. Labs haben es die Säuberer abgesehen, sondern auch auf irgend etwas, das Lex Luthor gehört. Zeitgleich befreit in den Tiefen der Antarktis wieder eine Gruppe der Säuberer ein Wesen aus dem ewigen Eis, welches da ohnmächtig eingeschlossen ist. Ein Wesen, das über ähnliche Kräfte verfügt wie der Stählerne selbst: Bizarro! Er ist das verunglückte genetische Experiment von Lex Luthor – unberechenbar selbst für ihn, und so muss es sein Dasein im ewigen Eis fristen. Bis heute.
Es stellt sich heraus, dass der Kopf der Säuberer der “Dämon“ ist, der zum Wohle des Planeten Erde diesen von der Plage Menschheit befreien will – sein Name ist Ra’s al Ghul. Aber nicht nur mit Bizarro hat er einen Gehilfen gefunden – auch verdingt sich ihm eine weibliche Söldnerin mit unglaublichen Kräften an. Sie bietet sich und ihre Fähigkeiten auf dem internationalen Markt der Terroristen an - an den Höchstbietenden.
Dieser hat auch sogleich eine Aufgabe für ihn. Er soll in Russland zwei Atombomben stehlen. Aber aus Dankbarkeit und Übereifer erfüllt er diese Aufgabe sogar über das Soll hinaus und stiehlt ein Atom-U-Boot mit sechs. Und so nimmt die Verkettung der Ereignisse seinen weiteren Verlauf. Bizarro fliegt das U-Boot in die Wüste Sahara, unter deren heißen Sand sich ein geheimes Versteck der Säuberer befindet. Berichten zufolge war die Gestalt, die das U-Boot stahl blau/rot gekleidet und verfügte über unbeschreibliche Kräfte. Die Amazonen kennen jemanden, auf den diese Beschreibung passt, und so schicken sie eine Gesandte aus, um ihn zur Rede zu stellen. Wonder Woman trifft in Metropolis ein, und hier kommt es zur ersten historischen Begegnung zwischen der Amazonenprinzessin und dem Mann aus Stahl. Aber sie muss beschämt feststellen, dass dieser Superman edel ist und zu solch einer Tat nie in der Lage wäre. Sie machen in der Wüste das Versteck ausfindig, aber es erwartet sie dort nur eine Gruppe von Selbstmordattentätern, die bereits eine weitere Bombe zum Ticken gebracht haben. Sonst ist das Versteck leer – über den Verbleib weiterer Anhänger und der übrigen vier Bomben ist nichts bekannt. Die Anhänger der Säuberer werden fanatisch dargestellt – Parallelen zu aktuellen politischen Ereignissen sind beabsichtigt und daher kein Zufall. Superman kann in letzter Minute die Bombe tief unter die Erde drücken, wo sie dann unterirdisch explodiert. Wonder Woman ist fasziniert über die Kräfte dieses neuen Verbündeten. Mit der Detonation sind alle weiteren Hinweise über die Gruppe der Plünderer oder den Verbleib der anderen Bomben vernichtet. Aber kurz vor ihrer Flucht konnte Wonder Woman an einem Paket, das für Gotham bestimmt war, noch einen Knoten an der Verpackungsschnur erkennen, den nur Amazonen zu knüpfen verstehen. Dies ist der einzige Hinweis, den sie haben. Und so starten sie nach Gotham City, wo Batman währenddessen eine Gruppe der Säuberer bei einem geheimen Waffengeschäft stört. Er kann die Männer alle überwältigen – aber der Kraft und dem Geschick der geheimnisvollen Söldnerin ist er nicht gewachsen. Sie flieht, und lässt den Rest der Mannschaft und das Waffenarsenal zurück. Batman versucht aus einem der Männer mehr Informationen herauszubekommen – mit einer Methode, die sehr stark an die Szene in Frank Millers “The Dark Knight Returns“ erinnert: Kopfüber hält er den Mann vom obersten Stockwerk eines Hochhauses hinunter und droht ihn fallen zu lassen.
Diese sehr drastische Methode kann die dazugekommene Amazonenprinzessin gar nicht gutheißen. Mit ihrem Lasso der Wahrheit ist sie in der Lage, auch sanfter an die Informationen zu kommen. Diese erste Begegnung von Batman und Wonder Woman ist von Wagner grandios in Szene gesetzt. Tief unter Gotham City, wo die „Ley-Linien“ besonders stark sind, ist ein weiteres Versteck der Säuberer. Wonder Woman dringt dort ein: Sie hatte die Flugbahn von Bizarro beobachtet und war ihm gefolgt. Superman kommt nicht mit, weil Batman herausgefunden hatte, dass Ra’s al Ghul wohl im Weltall einen Anschlag auf die weltweite Satellitenkommunikation geplant hat. Eine sehr seltene Konstellation der künstlichen Erdtrabanten ist eingetreten, die es erlaubt, durch die Detonation nur einer Bombe fast alle Satelliten zu zerstören. Und tatsächlich ist eine weitere Atombombe auf dem Weg ins All. Superman kann sie unschädlich machen – da sind es nur noch drei. Tief unter Gotham City verliert Wonder Woman ihren Kampf gegen Bizarro. Batman dringt ebenfalls in das Versteck ein und hat sich (wie könnte man es auch anders erwarten) bestens auf alle Eventualitäten vorbereitet. Die ihm überlegene Söldnerin setzt er mit Gas außer Gefecht und Bizarros Augen blendet er durch einen extrem hellen Blitz eines “Solarspektrallasers“. Außer sich vor Wut fliegt der davon. Ra’s al Ghul flieht und lässt Batman und die angeschlagene Wonder Woman mit einer Atombombe allein. Unten lebt auch eine Zauberin, die die Geheimnisse der Ley-Linien kennt und bewahrt: Jaleel ist eine mystische Magierin, die auch die Geheimnisse um Wonder Womans Herkunft kennt – sie ist aus Lehm geformt und zum Leben erweckt. Von der Essenz dieser Dämpfe benebelt und noch vom schweren Kampf mit Bizarro gekennzeichnet, ist sie keine große Hilfe für Batman. Batman erklettert die Bombe und möchte sie entschärfen. Doch Jaleel versucht ihn daran zu hindern. Mit letzter Kraft versucht Wonder Woman ihrerseits sie daran zu hindern. Jaleel durchbohrt Wonder Woman mit ihrem Speer. Von einem Batarang getroffen fängt Jaleel an zu taumeln und stürzt in die Tiefe. Sekunden vor ihrem Tod robbt Wonder Woman in die Lazarus-Grube und stürzt sich hinein. Batman entschärft die Atombombe – da sind es nur noch zwei.
Rasend vor Wut – aber geheilt – entsteigt Wonder Woman dem Bade. Sie fliegt zurück zu ihrer Insel der Amazonen, um dort sich zu erholen. Ra’s al Ghul erkennt unterdessen, dass all seine Pläne bisher gescheitert sind. Für seine beiden letzten Atombomben sucht er nach einem geeigneten Versteck, um ganz neu mit seinen Planungen zu beginnen. Von seiner Söldnerin – es stellt sich heraus, dass es Artemis ist erfährt er von der geheimen Insel der Amazonen. Und so beschließt er, diese zu erobern. Sie kommt ihm als verborgener Rückzugsort sehr gelegen. Es kommt zum finalen Showdown um die Paradiesinsel.
Wagner versteht es eine grandiose Story zu entwickeln und diese in herrlichen Bildern umzusetzen. Die Charakterisierung der handelnden Akteure ist sehr nachvollziehbar und allen drei Hauptpersonen lässt er die gleiche Liebe angedeihen. Ihm gelingt es, mit sehr viel Gefühl allen drei Helden Raum zu gewähren, um alle ihre Wesenszüge voll präsentieren zu können. Eine überaus spannende Handlung, aber auch viel Humor und sehr pointierte Dialoge vermögen den Leser von der ersten Seite an zu fesseln. Sehr viele kleine Details lassen den Leser schmunzeln und erhöhen den Lesegenuss auf sehr angenehme Weise: Sowohl der kurze Auftritt von Robin (Dick Grayson), als auch die kleine Szene, in der Aquaman durchs Bild taucht und Batman ihm ganz verwundert nachschaut. Oder aber auch am Schluss das kurze Erscheinen von Talia. Aber auch Entsprechungen zu aktuellen Themen baut Wagner ein: Ra’s al Ghul wird als Fanatiker dargestellt, der Alles seinen Zielen unterodnet. Seine Anhänger folgen ihm mit blindem Gehorsam – ihr eigenes Leben ist für sie wertlos geworden. Selbstmordkommandos sind selbstverständlich. Um Superman im Kampf um die Paradiesinsel abzulenken hat Ra’s al Ghul zwei vollgetankte Jets Richtung Metropolis gesandt. Sie sollen zeitgleich in das höchste Gebäude der Stadt – den Lex Tower – fliegen: Viele Tote wären die Folge. Hier sind die Flugzeuge ferngesteuert und ohne Passagiere – aber die Parallele ist unverkennbar.
Die vielen kleinen Diskrepanzen zu der bisherigen Kontinuität tun der Geschichte in keinster Weise einen Abbruch: So war es bisher so, dass Ra’s al Ghul erst in Batmans Leben eintrat, als Dick Grayson das Dynamische Duo verlassen hatte um zu studieren. Das erste Aufeinandertreffen von Batman und Ra’s al Ghul kann man in der Museum Edition #5 nachlesen.
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