![]() |
|
![]() |
Startseite -> DC Universe -> Batman -> Besprechung: DC Premium 26 |
|||
|
|
DC Premium 26Batman - Absolution Autor:Jean-Marc DeMatteis
Künstler:
Erschienen:
Preis:
Wenn dem so ist, was passiert, wenn Batman mit solch einem anderen Menschen konfrontiert wird? Vor zehn Jahren: Wayne Enterprises ist das Ziel eines terroristischen Angriffs. Zu der Tat bekennt sich eine Gruppe von Terroristen – “Die Kinder Mayas“ unter der Führung von Jennifer Blake. Firmenmogule töten die Normalbürger jeden Tag zu Tausenden. Ihre Gier nach Profit geht über Leichen – und die Firma von Bruce Wayne ist eine dieser Firmen, die weltweit für Ausbeutung und Unterdrückung sorgt. So ist die Argumentation der Gewaltverbrecher, und der Tod unschuldiger Opfer wird billigend in Kauf genommen. Batman jagt die Terroristin durch die ganze Welt – zehn lange Jahre hindurch – und ist doch immer zu spät. Immer wieder gelingt der Frau die Flucht. Eine Thematik, die spätestens nach den Ereignissen des 11. September in New York, wieder an Aktualität gewonnen hat. Aber die Arbeiten zu Batman: Absolution begannen schon früher – zu einem Zeitpunkt, an dem noch keiner an solch einen Wahnsinn dachte. Batman gibt nicht eher Ruhe, bis er der Gerechtigkeit genüge getan hat und Jennifer Blake der irdischen Gesetzgebung überantwortet hat.
Sehr schnell gelingt es dem Autor J.M. DeMatteis auf die Fragen zu kommen, die ihm wichtig sind: “Was ist Gerechtigkeit?“ – “Was sind Schuld und Sühne?“ – “Was ist Vergebung und vom wem wird sie gespendet?“ Er arbeitet ein Profil von Batman heraus, das weitab vom monatlichen Mainstream angesiedelt ist. Er gibt ein Bild wieder, das eine sehr persönliche Sicht auf einen Batman gibt, der sehr private Fragen beantwortet: Batman glaubt an eine Intelligenz, die das Universum ins Leben rief, aber an einen Schöpfer, der über Seelen urteilt und Vergebung erteilt, nicht. Falls es einen Gott im Himmel gibt, hat er vor langer Zeit das Interesse an der Welt verloren. Er hat die große kosmische Uhr gestellt und dann die Welt sich selbst überlassen. Wir werden alle irgendwann in der Dunkelheit enden. So folgt der dunkle Rächer ihrer Spur – und wenn der Tag kommt, an dem er sie finden wird, wird sie keine Macht dieser Welt vor Batmans Zorn retten können. Die Flucht der Jennifer Blake dauert nun schon zehn Jahre an und sie führt durch ganz Amerika, Europa und Asien. Immer wieder lernt Batman Menschen kennen, die mit Jennifer Blake in Kontakt stehen. So lernt er schließlich – getarnt als der amerikanische Detektiv Harry Malone - in Indien John Small kennen, den Sohn sehr reicher Eltern. Hier in Indien verprasst er sein Geld, hilft aber auch gemeinnützigen Organisationen vor Ort. Kaum, dass er ihn kennen gelernt hat, wird er auch schon Opfer eines Anschlags, den er nur schwer verletzt überlebt. Malone nimmt sofort die Verfolgung auf, aber die schlechten Straßenverhältnisse lassen ihn gegen einen Baum fahren - der Attentäter entkommt. Durch den Aufprall ist Malone/Bruce Wayne für kurze Zeit besinnungslos – er sieht wieder den Mord an seinen Eltern und eine Blut weinende Frau, die die Worte: “...der die Krone trägt...“ spricht. Batman sucht den kranken Small am Krankenlager auf. Von ihm erfährt er, dass Jennifer Blake nach Thailand geflohen sein soll, doch kurz vor dem Weiterflug erkennt er, dass dies wohl eine Finte sein könnte: Der junge Fahrer von Small, der ihn zum Flughafen gebracht hat, zitiert aus einem Buch eines Gurus – und dieser Guru ist für den jungen Mann der, “der die Krone trägt...“. Jetzt geht alles sehr schnell: Batman, der sich ganz auf Logik und Deduktion verlässt, gibt hier seiner Intuition den Vorrang und sucht die Grabstätte dieses Gurus auf. Sie ist eine Mission, in der Schwestern sich um verwaiste Kinder kümmern. Hier endlich findet er Jennifer Blake: Sie nennt sich jetzt Schwester Mond. Diese Visionen, und dieses gefühlsmäßige Handeln, wie aus einem inneren Zwang, einer Eingebung heraus, sind Anzeichen einer Handlung eines anderen, eines höheren Wesens?
Der Subkontinent und die klimatischen Bedingungen schaffen Batman: Die Hitze, der Schlafentzug, die Anstrengungen, Durchfall und seine Verletzungen fordern ihren Tribut. Genau in dem Augenblick, in dem er Jennifer Blake findet, bricht er zusammen und wacht erst neunzehn Stunden später wieder auf. An seinem Krankenbett Jennifer Blake, die ihn aufopferungsvoll pflegt. Batman erkennt darin nur einen Akt der Täuschung. Sie erzählt sehr offen ihr ganzes Leben und wie sie wurde, was sie jetzt ist: Von ihrem Elternhaus, von ihrem kleinen Bruder Michael. Er ist geistig behindert, aber er ist es, der dem Leben der Mutter und ihrem Leben einen Sinn gibt. Den Vater hat sie nie gekannt, die Mutter – eine sehr religiöse Frau - stirbt sehr früh. Jennifer und Michael kommen zu Pflegeeltern. Diese geben aber Michael aus Kostengründen in ein Pflegeheim, wo er stirbt und mit ihm stirbt auch ein Stück von Jennifer Blake und wird härter wiedergeboren. Und sie flieht. Sie tut, was sie tun muss, um auf der Straße zu überleben und mit zwanzig ist da nur noch Hass. Die Lösung scheint so einfach: Reiße alles nieder, zerfetze es, vernichte es – besser Ruinen, besser Nichts, als nur Lügen und Verderben. Jetzt bei den Schwestern in Indien sucht sie Buße und Vergebung. Selbst der kleinste Tropfen an Liebe reicht aus, um die Hölle zu ertragen. So viele Masken, so viele Lügen – wer kennt sich besser mit Masken und Lügen aus, als Batman? Doch Batman ergreift Jennifer Blake – die anderen Schwestern stellen sich ihm in den Weg. Da greift Small die Mission an, denn er möchte Batman erledigen – er weiß um seine Hartnäckigkeit und seine Fähigkeiten. Er hat keine Lust ebenfalls über so lange Zeit verfolgt zu werden: Er ist es, der die Kinder Mayas anführt. Sein Attentat war nur vorgetäuscht und jetzt ist er gekommen um Batman und Jennifer Blake tu töten! Der Showdown ist atemberaubend inszeniert und Autor und Künstler ziehen hier alle Register ihres Könnens. Überall explodieren Bomben und die Waisenhäuser stehen in Flammen. Batman und die Schwestern versuchen die Kinder zu retten. Im letzten Waisenhaus kann Jennifer Blake ein Kind gerade noch Batman übergeben und dann bricht das Haus zusammen: In den Flammen Jennifer Blake. Überall Chaos und völlig überforderte Menschen – das Feuer scheint alle und alles zu verschlingen: Da öffnen sich die Himmel und Wasserfluten ergießen sich über die Hoffnungslosen. Ein göttlicher Akt der Barmherzigkeit?
Bis zum Schluss lässt der Autor offen, wer und was Jennifer Blake wirklich war: Hat der weltgrößte Detektiv Recht oder ist Jennifer Blake ein Mensch, der die unglaubliche Fähigkeit besaß, sich zu ändern. Die Zeichnungen von Brian Ashmore sind alles andere als gewöhnlich. Das Minenspiel seiner Figuren ist sehr ausgeprägt und Ashmore versteht es, dadurch jede Szene noch spannender und authentischer zu gestalten. Seine Zeichnungen sind sehr realistisch und detailgetreu – aber nie überzogen. Seine Arbeiten mit Wasserfarben geben den Bildern Tiefe und Ausdruck. Was gibt es sonst noch über Brian Ashmore zu berichten: Er ist einfach nur ein netter Kerl, er ist verheiratet, hat drei Kinder – seine Frau heißt übrigens Jennifer. Für Batman: Absolution hat er hart gearbeitet: zwölf Stunden am Tag, sechs bis sieben Tage in der Woche. Das Härteste für ihn war, seine Familie nicht zu sehen. Aber die Arbeit hat ihm sehr viel Spaß gemacht und Batman ist für ihn ein ganz besonderer Charakter. Wie einige andere Künstler auch, arbeitet er gerne mit Freunden als Vorlagen für seine Figuren: “Es macht Spaß mit meinen Freunden und meiner Familie zu arbeiten, sie als Vorlage für Charaktere zu sehen. Ich stecke sie in Kostüme – nicht ganz exakt, aber schon sehr ähnlich.“ Für Batman stand Jeff Schaaf Modell und die Künstlerin Carol Hagan war Vorlage für die Jennifer Blake.
Für weitere Informationen über den Künstler (vielleicht möchte auch jemand eine Originalseite von Batman: Absolution käuflich erwerben?) kann man nur einen Blick auf seine Homepage empfehlen: |
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
|
|
© 2003 DC Fan-Page, siehe Impressum |