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DC Premium 15

Batman: Hetzjagd


DC Premium 15 Seitdem Jerry Siegel und Joe Shuster die ersten waren, die für SUPERMAN sich im Jahre 1938 zusammengetan hatten, wurden die besten Comics geschaffen, wenn Künstler zusammenarbeiteten und gemeinsam Werke schufen von atemberaubender Spannung und Schönheit. Ein solches Dream-Team sind schon seit Jahren Doug Moench und Paul Gulacy. Beide arbeiteten schon mit vielen anderen Künstlern zusammen, aber wenn sie zusammen etwas schufen, dann schien jedes Mal eine bestimmte Form von Chemie ins Spiel zu kommen. Ihre frühen Werke bei Marvel "Master of Kung Fu" oder aber auch das Science Fiction Epos "Six from Sirius" (dt. die SPLITTER) zeugen davon. Ebenso "James Bond" bei Dark Horse oder unzählige Arbeiten mit dem Mitternachtsdetektiven Batman. Angefangen von US-Batman #393 (März 1986), über "Batman versus Predator II" (dt. bei DINO), bis hin zu "Legends of the Dark Knight" #11 bis #15: "Prey" (dt. bei CARLSEN).

Und nun taten sie sich wieder zusammen, um eine Geschichte über Batman zu erzählen und dem Batman-Mythos eine weitere interessante Facette abzugewinnen.

Wahlkampf in Gotham City. Senator John Kirk hält in aller Öffentlichkeit vor dem Rathaus auf einem großen und hellen Platz eine Wahlrede. Für die Polizei stellt dies natürlich ein großes Sicherheitsrisiko dar, aber John Kirk bestand darauf. So bleibt diese Gelegenheit auch nicht ungenutzt und er wird - trotzdem Batman die Gegend observiert - erschossen. Sehr schnell hat Batman ausgespäht, woher die Schüsse kamen und ist dem Schützen auf der Spur. Er verfolgt ihn und kann ihn in die Enge treiben. Aus Angst, dass der verzweifelte Täter einen Polizisten verletzen könnte, stößt Batman den Beamten zur Seite. Leider vor laufender Kamera. Batman kann den Attentäter überwältigen. In den Medien werden Bilder gesendet, wie der Täter abgeführt wird. Nähere Umstände, die zu seiner Verhaftung geführt haben, sind nicht bekannt. Auch Commissioner Gordon gibt keinen Kommentar ab.

Die Aufnahmen sind zwar von denkbar schlechter Qualität, aber es bleibt ein Hauch von Ungewissheit. Die Aufnahmen weisen auf die Existenz eines Wesens hin, das bisher als reiner Mythos galt, der Vigilant, dessen Namen man nur geflüstert hat..."Der Batman".

Jahrelang hatte Batman sich alle Mühe gegeben, dieses Bild von sich in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Doch nun scheint es Videoaufzeichnungen von ihm in Aktion zu geben, die rund um die Uhr im Fernsehen laufen und eine öffentliche Diskussion entfachen.

Existiert Batman wirklich? In Gotham City? Oder ist er nur ein Mythos? Das Ergebnis von Legendenbildung?

Das riskante Spiel, den Glauben an Batman - besonders unter Kriminellen zu nähren - und andererseits keine Aufmerksamkeit zu erregen, diese Gratwanderung, scheint nun verloren zu sein.

Wenn ein offizieller Vertreter des Gesetzes von einem selbsternannten Hüter der Gerechtigkeit übermannt wird, wie weit ist es dann noch bis zum Lynchmord. Die "Gotham-Videos" haben eine "Batman-Affäre" zur Folge und so erklärt schließlich ein Sprecher des Justizministeriums , dass alle unautorisierten Vigilanten vierundzwanzig Stunden Zeit haben, sich in Gewahrsam der Behörden zu begeben, um so durchaus mögliche, härtere Sanktionen zu vermeiden. Die Frist verstreicht, und so wird ein "Vigilanten-Sonderkommando" nach Gotham berufen. Die Leitung dieser Gruppe - "Bloodhawks" - übernimmt der ehemalige Special-Force Offizier David Atlee Redum. Er und seine Leute haben den Auftrag, mit allen Mitteln ihr Ziel zu verfolgen. Commissioner James Gordon ist auch ihm unterstellt. Redum und seine Leute haben die Vollmacht des Senates und mehr Rechte als Gordon: Eine perfekt geölte Tötungsmaschine.

Ihnen stehen die neuesten technischen Entwicklungen zur Verfügung: Hochmoderne Überwachungstechnologie, Infrarot, Hitzsensoren, Radartaster, Bewegungssensoren, Helikopter die völlig geräuschlos im Flüstermodus durch die Nacht fliegen können.

Die Jagd beginnt.......

Als erste werden Batman und Robin mit der neuen Situation konfrontiert und sie spüren am eigenen Leib, mit welchen Mitteln und welcher Entschlossenheit die Männer von "Bloodhawk" zugreifen. Ebenso Huntress, Nightwing, Catwoman und Batgirl geraten ins Visier der Jäger.

Batman und sein Team arbeiten fest zusammen um gegenüber dieser Übermacht sich zu behaupten. Auch Orakel liefert wichtige Puzzlesteine, die alle wichtig sind, um mehr über David Atlee Redum zu erfahren. Und plötzlich gewinnt alles eine nicht geahnte politische Dimension. David Atlee Redum ist Chef der staatlichen Geheimorganisation "Foreign Intelligence Agency" kurz FIA. Und der tote Senator war Leiter einer Überwachungskommission für stattliche Geheimdienste, die die FIA wohl eher kritisch sah.

Die FIA verübt Terroranschläge, um neue "Gefahren" und Feinde zu schaffen, wo gar keine sind. Sie gibt sich selbst ihre Daseinsberechtigung. Und immer wieder fließt so Geld vom Kongress in diese Behörde. Ihr Ziel ist die Bekämpfung von Terrorismus und von Bananenrepubliken, die "Reiche des Bösen" sind.

Unübersehbar ist eine eher kritische Sicht auf aktuelle politische Situationen und Moench beweist fast seherische Qualitäten. Was Moench in altbewährter Manier hier runterspult ist Action vom Feinsten. Gekonnt von Paul Gulacy in Bilder umgesetzt.

Der Autor Doug Moench widmet sich hier der Frage, wie Batman "funktioniert". Ihn interessiert nicht so sehr, wie Batman von anderen Autoren dargestellt wird, sondern er gibt hier seine Sicht wieder. Batman ist ein Schatten in der Nacht - seine Existenz ist nur seinen Freunden bekannt. Batman als Teamspieler - aber ein urbaner Mythos des 20. Jahrhunderts.

Nur gemeinsam - auch Catwoman bekommt einen wichtigen Part zugeschrieben - und durch Einsatz aller seiner körperlichen und geistigen Fähigkeiten, gelingt es ihm, David Atlee Redum zu besiegen und ihm die Nächte Gotham Citys für sein Team zurück zu stehlen. Diese Helden sind so bizarr, sie kann es nicht geben!

Diese Geschichte ist ganz klar nach NML angesiedelt, auch wenn die Skylines nicht mehr erkennen lassen, dass hier erst vor kurzem ein Erdbeben apokalyptischen Ausmaßes gewütet hatte.

Dies kann man wohl damit erklären, dass Gulacy mit seinen Arbeiten schon Anfang 1999 begonnen hatte und die Redakteure sich über das genaue Ausmaß des apokalyptischen Erdbebens noch nicht im Klaren waren. Gulacy bezeichnet "Outlaws" als eines seiner besten Werke und das das Arbeiten ihm sehr viel Spaß gemacht hat, das kann man in jedem Panel erkennen. Der Liebhaber anatomischer Formen - besonders weiblicher - ließ hier seinem Schaffensdrang freien Lauf und so war es auch nicht verwunderlich, dass Denny O'Neil ihn anhalten musste, einige Bilder, etwas dezenter zu verändern. Besonders bei Batgirl musste das Cape des öfteren herhalten, um die Umrisse zu verhüllen.

So gesehen, scheint diese Lektüre von der monatlichen Continuity losgelöst, aber als alleinstehende Geschichte ein wahrer Lesegenuss.


Norbert Elbers



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