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DC Premium 13

Batman/Deadman - Tod und Ehre


DC Premium 13: Batman/Deadman Autor:
James Robinson

Zeichner:
John Estes

Preis: 10,25/15,35 Euro (SC/HC)
Erscheinungsdatum: 20.06.2002






Um es direkt vorweg zu nehmen: Diese Geschichte ist außergewöhnlich -außergewöhnlich gut in jeder Beziehung: Story und Zeichnungen!

Selten erlebt man Batman in solch einer Situation. Er wird zum Magier, der okkulte Sprüche aufsagt und Dämonen und Geister beschwört. Tief in seiner Bathöhle schneidet er sich die Adern auf, trinkt sein eigenes Blut aus sakralen Kelchen, ruft Geister herbei, und versucht sie zu bannen und zu bezwingen.

Für unseren Meisterdetektiv eine wirkliche neue Herausforderung, die er jedoch ohne zu zögern annimmt. Und das aus gutem Grund: Gilt es doch seine Unschuld zu beweisen. Und das scheint sehr schwierig zu sein, hat er doch bei einer Feierlichkeit zu Ehren eines hohen Bürgers aus Gotham City in einem vollen Restaurant ein Blutbad angerichtet und unzählige Gäste - vor noch mehr Zeugen - niedergemetzelt. Alle haben es gesehen - auch Commissioner Gordon, der das ganze Gebäude mit seinen Spezialeinheiten umstellt hat. Eine wirklich extreme Situation, in der sich unser Fledermausmann da befindet.

Doch damit nicht genug: Zusätzlich muss noch die Seele eines Mannes -Albert Yeats- gerettet werden, dessen spätere Wiedergeburt für die gesamte Menschheit von großer Wichtigkeit sein soll. Er wird eine Art "Erlöser" werden, der alle Menschen auf ihrem Weg zum Frieden ein großes Stück weiterbringen wird. Geht aber seine Seele verloren, wird nichts daraus.
Und die Chancen stehen wirklich schlecht, hat doch jemand anderes -Frederick Chaplin- wie Goethes Faust einen Pakt mit dem Teufel geschlossen und muss nun als Preis für geleistete Dienste seine Seele hergeben. Doch so kurz vor dem Zahltag kommen ihm verständlicherweise Bedenken, und er möchte Albert Yeats die Schuld für ihn begleichen lassen. Chaplin hat einen Geisterbeschwörer auf Yeats angesetzt, um den Deal perfekt zu machen. Der Magier überträgt den Pakt auf die Seele von Albert Yeats. Der Zahltag rückt immer näher, und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Eine wirklich aussichtslose Situation, in der sich Batman da also befindet, aber zum Glück hat er einen sehr guten Freund, auf dessen loyale Dienste er sich immer verlassen kann: Deadman, Boston Brand, der ermordete Zirkusakrobat, der als ruhelose und unsichtbare Seele auf dieser Erde verbleiben darf (oder muss) und unserem Mitternachts-Detektiven schon sehr oft geholfen hat.
So auch diesmal. Und da hat Batman Glück, denn Deadman hätte allen Grund, nicht gut auf ihn zu sprechen zu sein. Glaubte Batman doch - nach einem irreführenden Hinweis von Felix Faust- sein Freund wäre für die sinnlosen Morde in dem Restaurant verantwortlich. Batman versuchte daraufhin tatsächlich ihn mit einem Zauberspruch aus der Geisterwelt zu verbannen, um ihn den Behörden zu übergeben. Zum Glück sah er seinen Irrtum noch während der Zeremonie ein und konnte Deadman -seine Seele- in seinem Zustad belassen. Glück für Batman, denn Deadman und seine Fähigkeiten sind noch enorm wichtig.

Und diese Hilfe hat er auch bitter nötig, sind seine Gegner doch böse Geister, Dämonen und Teufelsbeschwörer. Alles Zutaten für eine Handlung epischen Ausmaßes. Und wie es sich gehört, gewinnt am Ende natürlich das Gute, und das Böse unterliegt im immerwährenden Kampfe. Aber wirklich vernichtet ist das Böse nicht, es flieht, bleibt aber ein ewiger Bestandteil dieser Welt. Doch das Ende ist sehr hoffnungsvoll: Auch wenn Albert Yeats am Ende recht schnell an Aids stirbt, so bleibt die Gewissheit, dass seine Reinkarnation zum Wohle der Menschheit bevorsteht. Mit Albert Yeats stirbt ein Mensch, der sich zeitlebens nicht immer rechtschaffen verhalten hat, am Ende aber zum Helden wird; und für den es sogar eine Verheißung gibt, eine wichtige Aufgabe wartet auf ihn. Das Gute wird durch ihn an Macht gewinnen. Ein Stück mehr Frieden wird diese Welt bekommen, und für das Böse bleibt weniger Raum.
Warum Albert Yeats Aids hat, wird nicht erläutert, warum auch...? Es würde diese Geschichte nicht weiterbringen, sondern nur Nebenkriegsschauplätze eröffnen, die für die Handlung unwichtig sind. Wichtig ist, dass Albert Yeats sich am Ende seiner Irrfahrt durch das Leben endlich die richtige Richtung gibt und erkennt, worauf es ankommt. Weglaufen kann man nicht immer - irgendwann ist es für jeden an der Zeit, seine Fehler zu erkennen und mutig zu sein: "Denn sonst habe ich nicht wirklich gelebt!"

Auch für Batman bedeutet dieses Abenteuer eine neue Erfahrung. Deadman ist ein Freund, auf den man sich immer verlassen kann und auf den man zählen darf. Dieses Vertrauen soll nie mehr erschüttert werden.

Wie Batman es genau gelingt, seine Unschuld zu beweisen, sei hier nicht verraten, nur soviel: Nicht nur Deadman verfügt über die Macht, Personen zu übernehmen und ihre Körper zu benutzen. Im Laufe der Geschichte wird so ziemlich jeder Charakter mal von einem bösen, mal von einem guten Geist übernommen und man muss höllisch aufpassen, wer wann wer ist: Spricht da gerade Commissioner Gordon, der böse Geist in seinem Körper, oder Deadman? Aufmerksamkeit ist gefragt, aber am Ende ist es immer schlüssig und die Gefahr, vor Langeweile abzuschweifen, besteht nicht.

Rasant und gekonnt von James Robinson geschrieben und in herrlichen Bildern von John Estes umgesetzt, weiß diese Geschichte von Anfang an zu fesseln. Robinson ist ein Autor, der sein Metier versteht und eine Handlung entwickelt, die jederzeit schlüssig und spannend ist. Die Gemälde von John Estes vermögen die Atmosphäre noch zu steigern, und ziehen einen von der ersten bis zur letzten Seite in ihren Bann.

Batman im Kampfe mit übernatürlichen Phänomenen, Geistern und Dämonen ist nicht neu - es passt sehr gut zu diesem Charakter. Und so ist diese Geschichte eine Bereicherung.

Norbert Elbers



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