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DC Premium #4 - Harvest Breed
Batman: Bluternte

Vietnamkrieg, 1964 - zwei amerikanische GI's bekommen Kontakt zu einer Voodoo-Priesterin. Einer der beiden - Broussard - sagt, die Voodoo-Lady hat mächtiges gris gris, sagt, dass er sie bei unglaublichen Taten beobachtet hat. Wunden heilten vor seinen Augen. Schlossen sich einfach, ohne jede Narbe. Er sagte, dass könnte unseren Jungs helfen. Wenn sie uns das beibringen würde, wären wir die besten Ärzte der Welt.

Der andere - Absalom Boudreaux - ist eher skeptisch, aber dennoch besuchen sie eines Abends die Priesterin in ihrer Hütte. Aber der Preis, den sie zahlen müssen ist hoch: Boudreaux bekommt diese Fähigkeit und dazu noch die Gabe zu sehen, wenn er einen Menschen berührt, wie dieser stirbt. Aber dennoch ist dies auch eine große Last für ihn - die Schmerzen, die er sieht und das Leid, das er erfährt, hinterlassen ihre Spuren: "Ich ertrage das nicht mehr. Es macht mich wahnsinnig!"

Die Prophezeiung seines Freundes seines eigenen Todes erträgt Broussard nicht. Aber da ist es schon zu spät: Die Voodoo-Lady tötet ihn und kurz vor ihrem eigenen Tod übergibt sie Boudreaux ein Baby. Er nimmt es an und nennt sie Luci.

Vor sieben Jahren: In Gotham City werden drei grausame Morde begangen. Die Mordserie hört zwar auf, aber der Mörder bleibt unerkannt. An den Tatorten hatte damals ein junges Mädchen Visionen. Um nicht selbst mit diesen Taten in Verbindung gebracht zu werden, erzählt sie nicht mehr - dafür bekommt sie Hausarrest und ist nun gefangen in ihren eigenen vier Wänden.

Gegenwart: In Gotham City werden wieder grausame Morde begangen. Auf drei aufeinanderfolgenden Tagen - jeweils um Mitternacht - werden drei Menschen auf gleiche Art und Weise wie damals umgebracht. Batman wird von Alpträumen nachts gequält und hat Angst, dass er seine Grenzen überschreiten könnte. Die einzige Spur, die Batman hat, ist das junge Mädchen von damals: Luci Boudreaux. Sie ist Vietnamesin und lebt zusammen mit ihren Adoptiveltern. Ihr Vater ist Dr. Absalom Boudreaux, der ehemalige Vietnamsoldat, der Wunderheilungen vollbracht haben soll. Von Luci erfährt Batman, welche Bedeutung die drei Tatorte haben, und dass sie einen Hinweis auf den vierten möglichen Tatort geben. Aber leider ergeben sich aus der geographischen Lage der drei alten Punkte drei neue Punkte für den in Frage kommenden vierten Tatort: Ein Museum, ein Möbelmarkt und der S-Bahnhof.

Der Detektiv Batman entscheidet sich gegen das Museum, weil dort die Sicherheitsvorkehrungen zu gut sind und für den S-Bahnhof. Und tatsächlich wird er dort Zeuge, wie jemand versucht eine Frau zu töten. Batman greift ein und kann den Mord an dieser Frau auch gerade noch verhindern. Der vermeintliche Mörder ist kein Mensch, ist eine Kreatur, wie sie in der Hölle existieren könnte.

Batman hat einen Mord verhindert, aber von Commissioner Gordon muss er erfahren, dass im Museum der eigentliche rituelle Mord geschah und dass dort auch noch viele Sicherheitskräfte ums Leben gekommen sind.

Batman steht wieder am Anfang seiner Suche. In Gotham City spitz sich die Situation zu. Überall in der Stadt werden Dämonen gesichtet.

Von Luci erfährt Batman den genauen Umfang der Ursachen und Auswirkungen dieser rituellen Morde. Mit diesen Morden kann man einen "Riss in die Realität" bewirken und die Ausgeburten der Hölle für seine Ziele in Anspruch nehmen. Um den "Riss in der Realität" zu vollenden, sind fünf Morde an fünf aufeinander folgenden Tagen nötig. Nun hat der unbekannte Mörder sein Ziel fast erreicht: Vier Morde an vier Tagen! Der Detektiv Batman sinnt abermals über die Tatorte nach: In seiner Bathöhle sitzt er vor einem riesigen Stadtplan, den er auf dem Batcomputer anzeigen lässt. Die geographischen Punkte der vier Tatorte ergeben nun genau den fünften Tatort: Es ist die Kathedrale von Gotham City.

Dort angekommen findet er auch Luci und ihre Mutter Cicily vor, die gerade versucht ihren Mann Dr. Absalom Boudreaux zu töten: Sie ist die Mörderin, die versucht mit den rituellen Morden die Wesen der Hölle zu rufen. Ihr Motiv: Sowohl Ihre Tochter als auch ihr Mann verfügen über besondere Gaben - sie möchte auch über besondere Fähigkeiten verfügen. Sie möchte die Familie durch diese Tat wieder vereinen! So zu mindestens stellt sie sich das vor. Ihr Wissen hat sie aus Büchern, die sie wohl falsch gedeutet hat.

Doch der Riss in der Realität ist schon sehr groß - ein riesiger Dämon (der Teufel selbst?) erscheint. Luci - genauer eine Astralprojektion ihrer selbst - greift ein und zusammen mit Batman besiegt sie den Dämon und die Pforten zur Hölle schließen sich wieder. Die Mutter ist tot, der Vater und Luci haben überlebt.

Ein Comic, der beim ersten Lesen sehr viele Fragen aufwirft:

- Wieso hat Bruce Wayne diese Alpträume?

- Ist Cicily derselbe Mörder wie vor 7 Jahren?

- Wenn "Nein" - wer dann?

- Warum hatte sie damals aufgehört?

- Warum gerade jetzt fängt sie wieder an?

- Die Familie vereinen, indem man den Mann umbringt?

- Die Morde im Museum scheinen in der Tat etwas schwierig gewesen zu sein für Cicily - wie hat sie es gemacht?

- Wie schafft es Luci an verschiedenen Orten zu erscheinen, obwohl sie im Zimmer eingesperrt ist?

Aber je länger man darüber nachdenkt, desto klarer erscheint einem die Handlung - die vermeintlichen Logikfehler entpuppen sich als besondere Herausforderung an den Leser!

Hier werden vom Leser einige Überlegungen und Schlussfolgerungen abverlangt - echte Detektivarbeit eben!

Die Handlung gewinnt nur durch eigens Weiterdenken. Von der Art und Weise, wie die Handlung erzählt wird - vom Storytelling - also etwas nicht Alltägliches.

Wir wissen von Luci, wie das Ritual funktioniert und dass es in der Vergangenheit schon manchmal versucht wurde. Wenn der Mörder es nicht schafft, diese fünf Morde zu festgelegten Zeiten in bestimmten Intervallen zu wiederholen, dann hat er versagt und wird bestraft. Der Mörder, der vor sieben Jahren in Gotham City diese Morde begangen hat, wurde nie gefasst. Nach drei Morden hörte die Serie auf, ohne dass jemals die genauen Hintergründe bekannt geworden wären. Es kann also nur so gewesen sein, dass der damalige Täter den vierten Mord nicht schaffte (Warum auch immer? Hatte Luci etwas damit zu tun?) und deshalb von der Hölle bestraft wurde - das Töten hatte ein Ende, ohne dass jemand wusste warum. Ein namenloser Versager, von dem sonst nicht bekannt wurde. Nur ist bekannt, dass Luci damals an den Tatorten gesehen wurde. Nun fangen diese Morde wieder an und Luci ruft Batman zu Hilfe, indem sie ihm diese Albträume schickt. Der kapiert ja auch sogleich, wo er suchen muss. Seine Alpträume haben ein Ende.

Wie kann ferner eine unbedarfte Hausfrau, die ja laut eigener Aussage nichts besonderes ist, im Museum trotz diverser Hightech-Sicherheitsvorkehrungen mehrere bewaffnete Polizisten umbringen? Es ist nur so zu erklären, dass dies ja ihr vierter Mord ist und zu diesem Zeitpunkt sie ja schon nicht mehr alleine agiert. In der S-Bahn der Dämon agiert nur aus dem einzigen Grund, eine falsche Fährte zu legen. Man kann also annehmen, dass auch im Museum sie nicht mehr allein ist. In der Kirche - kurz vor dem fünften Mord - sind auch Dämonen zugegen, die versuchen Batman aufzuhalten und ihn zu töten.

Die letzte Ungereimtheit - den eigenen Mann umbringen, damit man die Familie vereint - scheint schwer auflösbar. Aber dennoch ist die Lösung banal: Cicily wurde von der Gier nach Macht geblendet und hat falschen Hoffnungen zuviel vertraut. Die Geister die sie rief haben sie schließlich ins Verderben gerissen.

Überhaupt finde ich, dass Batman durchaus in einen Plot mit vielen okkulten Elementen sehr gut passt. Das hat Tradition und ist nichts Neues. Erinnern möchte ich da nur an den Dämon Etrigan oder Mahakala. Auch Geschichten mit Voodoo-Zauber sind im Batman-Universum oft anzutreffen. Ist nicht die Mutter von Tim Drake durch den einen Voodoo-Priester - The Obeah-Man - getötet worden? (TEC #621, Sep. 1990)

Okkultes und Übernatürliches (Deadman, Ragman) sind bei Batman genauso zu Hause, wie der Kampf gegen Kleinkriminelle in Gothams Straßenschluchten.

Ganz witzig wäre noch zu bemerken, dass einige Handlungsorte genannt werden: Robinson Art Museum, Sprangs Möbelmarkt und die Kane Müllverbrennungsanlage. Warum der eine mit Kunst, der andere mit Müll in Verbindung gebracht wird......ob man hier evtl. eine Wertung des Autors erkennen kann......ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Sehr positiv muß man auch die Bindung erwähnen. Dieses Buch weist nicht die übliche billige Klebung auf, sondern eine echte Buchbindung mit Faden - das garantiert eine lange Lebensdauer. Die ist auch sehr wichtig, denn gerne wird man sich dieses Meisterwerk immer wieder anschauen.

Fazit: Ein Kunstwerk mit Alleinstellungscharakter - unbedingt lesen!


Norbert Elbers

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