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DC Crossover #2: Legende der grünen Flamme
Autor:Neil Gaiman Zeichner: Eddie Campbell, Mike Allred, Mark Buckingham, John Totleben, Mat Wagner, Eric Shanower, Jim Aparo, Kevin Nowlan, Jason Little Tusche: Terry Austin, Arthur Adams Farben: Matt Hollingsworth, Kevin Nowlan Cover: Frank Miller Übersetzung: Steve Kups Gil Kane gewidmet Preis: DM 7,95 EVT: 05. 07. 2001 "Legende der grünen Flamme" ist die mit knapp zwölf Jahren Verspätung nachgelieferte Finalausgabe der kurzlebigen Anthologiereihe "Action Comics Weekly". Inhalt: 1949, vier Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, findet der Fliegerheld Blackhawk in den Trümmern von Berlin eine geheimnisvolle grüne Laterne. Vierzig Jahre später erhält Clark Kent Besuch von seinem Heldenkollegen Hal Jordan. Als Lois Lane zwei Einladungen zu einer Museumseröffnung loswerden will, da sie anderweitig beschäftigt ist, nehmen Clark und Hal das Angebot ohne zu zögern an. Auf dem Weg, der sie durch einen Park führt, werden sie von ein paar Strauchdieben überfallen, die Hal jedoch problemlos außer Gefecht setzen kann. Im Museum entdecken die beiden die Laterne, die Blackhawk einst gefunden hatte. Hal sorgt dafür, daß sie ungestört sind, und versucht dann, seinen Ring an der Batterie aufzuladen. Es folgt eine Explosion, und als die beiden wieder zu sich kommen, werden sie von Deadman im Totenreich begrüßt. Nach einem kurzen Gespräch versucht Hal, seinem Ring zu befehlen, sie wieder in ihre Körper zurückzuschicken. In der Zwischenzeit beschließt der Phantom Stranger, sein New Yorker Apartment gegen den Willen der "Lords der Ordnung" zu verlassen. Superman und Green Lantern finden sich derweil in der Hölle wieder, wo sie von einem dämonischen Vogel namens Ginträne begrüßt werden. Superman ist gelähmt vor Entsetzen über die Leiden der gequälten Seelen, bis Ginträne ihn beißt und Green Lantern in die Tiefe stürzt, wo er von einem Haken aufgespießt wird. Der Phantom Stranger betritt inzwischen den Teil des Museums, den Green Lantern vor den übrigen Besuchern abgeschirmt hatte. Superman und Green Lantern kommen derweil wieder zu sich und sehen sich einer lebenden grünen Flamme gegenüber. Die Flamme, der schon Alan Scott diente, fordert Hal auf, seinen Ring abzulegen und fortan ihr zu dienen. Doch Hal weigert sich, und als sich der Phantom Stranger zu ihnen gesellt, gelingt es ihm, die Flamme mit Alan Scotts altem Schwur wieder in die Laterne zu verbannen. Der Phantom Stranger nimmt die Laterne an sich, und Hal schickt sich und Superman wieder in ihre Körper zurück, ein paar Sekunden vor der Explosion, die sie beide tötete. Hal und Clark beenden ihre Unterhaltung, die durch das Entdecken der Laterne unterbrochen wurde, und zum Schluß gibt Green Lantern Superman in einem symbolischen Akt "seine" Serie "Action Comics" zurück. Kommentar: Tja, was soll man dazu sagen? Die "Legende der grünen Flamme" wurde von Neil Gaiman vor immerhin zwölf Jahren geschrieben, und das merkt man ihr auch an. Die Geschichte ist wenig spektakulär, und echte Spannung kommt gar nicht erst auf. Dazu kommt, daß die Situationen, in der sich diverse Figuren befindet, für den heutigen Leser kaum noch nachzuvollziehen sind. Das liegt daran, daß "Legende der grünen Flamme" den Abschluß des kurzlebigen Experiments namens "Action Comics Weekly" darstellt, einer wöchentlichen Antholgogienreihe voller unabhängiger Fortsetzungsgeschichten mit Hauptfiguren wie Green Lantern, Catwoman, Deadman, Etrigan, dem Dämon, den Blackhawks und Superman, das 1989 aufgrund des geringen kommerziellen Erfolgs bendet wurde. Die vorliegende Geschichte aus der Feder von Neil Gaiman sollte die Abschlußausgabe darstellen, in der alle Hauptfiguren in einer gemeinsamen Geschichte auftreten und an deren Ende Green Lantern Superman "seine" Serie zurückgeben sollte. Doch aufgrund redaktioneller Veränderungen wurde seinerzeit beschlossen, daß die Geschichte, in der Hal Jordan Supermans Geheimidentität kannte, plötzlich nicht mehr in die gültige Kontinuität paßte, und somit wurde die Geschichte auf Eis gelegt, bis man vor etwa einem Jahr auf die Idee kam, sie doch noch nachzureichen. Da das lange Zeit verschollene Skript, das Gaiman auf Umwegen doch wiederfand, jedoch nach wie vor eine Geschichte erzählt, die im DC-Universum, wie man es vor zwölf Jahren kannte, spielt, sind die Lebensumstände diverser Figuren für den unbedarften Leser möglicherweise mehr als verwirrend. Seit wann kennt Hal Jordan Supermans Geheimidentität? Was macht der Phantom Stranger in diesem Apartment? Auch Informationen über die grüne Flamme und deren genaue Verbindung zu Alan Scott und dem in der Zwischenzeit als solches entlarvten "Starheart" enthält die Geschichte leider keine. So bleibt die "Legende der grünen Flamme" leider, was sie ist: Eine Geschichte, die aus ihrer Zeit, die zwar noch nicht lange zurückliegt, in die sich heute aber dennoch kaum jemand zurückdenken kann, gerissen wurde. Zur deutschen Bearbeitung: Wie man es vom selbsternannten "König" Steve Kups gewohnt ist, liest sich die Übersetzung schön flüssig, vielleicht ein wenig altmodisch, das paßt aber auch wunderbar zur immerhin zwölf Jahre alten Geschichte. Warum aus "Sir Flattergraus" von Seite 34 auf Seite 36 plötzlich "Lord Flattergraus" wurde, leuchtet mir zwar nicht wirklich ein, stört den Lesefluß aber auch nicht weiter. Ein großes "Plus" des Heftes stellen in jedem Fall das Vorwort von Neil Gaiman sowie das Nachwort von Mark Waid dar, die allerlei Wissenswertes zur Entstehung des vorliegenden Werkes verraten. Negativ fällt dagegen auf, daß sich auf der Rückseite des Miniposters, das die mittleren Doppelseiten schmückt, eine Comicseite befindet, während die Checklist auf der gegenüberliegenden Seite zu finden ist. Ganz böse Druckerei, wirklich. Fazit: Für langjähringe Fans, die seinerzeit regelmäßig die "Action Comics Weekly" gelesen haben, dürfte die vorliegende Geschichte mit Sicherheit einen einzigen Nostalgierausch darstellen, Neueinsteigern und Fans, die erst seit der Dino-Zeit mit an Bord sind, dürften sich dagegen eher zahlreiche Fragezeichen auftun. Torsten B. Abel |
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