Cataclysm - Inferno
Ich bin mit Spider-Man aufgewachsen. Dann wurde ich "erwachsen". 1993 fing ich
durch die Begeisterung eines Bekannten wieder an, Comics zu lesen. Nach ca. 3000 US-Comics
(90% Marvel) kann mich nicht mehr viel beeindrucken. Ich lasse mir sehr viel
Zeit, bis ich etwas neues ausprobiere (Stier!). Letztes Jahr hörte ich dann,
daß die Pfleger von Gotham's Irrenanstalt nicht mehr zur Arbeit erscheinen, da
die Metropole von einem tausende-von-Opfern-fordernden Erdbeben heimgesucht
wurde. Der herzensgute Joker wollte was gegen den akuten Pflegenotstand unter-
und mal eben die Leitung der Anstalt übernehmen. Mein Interesse war geweckt.
Vor 4 Monaten stieg ich mit dem Batman: No Man's Land Special ein, in dem die
US-Regierung sich dagegen entschied, die total zerstörte Metropole wieder
aufzubauen, sondern lieber alle Zugangsbrücken in die Luft sprang, jedem der
noch wenigen Überlebenden 48 Stunden Zeit einräumte, Gotham zu verlassen und der
aus Hartnäckigen und Gangstern bestehenden Restbevölkerung eine baldige Verwes
-äh- Genesung zu wünschen. Das Klapperschlangen-Feeling zog mich in seinen Bann
und ich kaufte das komplette letzte Jahr der 4 US-Batman Serien auf
(mittlerweile ausverkauft!).
Es spielt keine Rolle, ob man DC oder Marvel lieber mag: hier geht es einfach um
eine außergewöhnliche Geschichte, bei der man ohne jemals ein Comic-Heft gelesen
zu haben, sofort mit dem deutschen Batman-Nr. 40 (ab 25. August) einsteigen
kann. Es ist eine der spannendsten und innovativsten Geschichten, die ich seit
Jahren gelesen habe. Alleine schon Batman der Verzweiflung nahe in den Armen
seines Butlers oder den sonst so rechtschaffenden Polizeikommisar Gordon
Verbrechermethoden dulden zu sehen, machen Batman wieder zu dem, wie ihn sich
Frank Miller 1986 vorstellte: zum dunklen Ritter.
Und der ist jetzt wie Gotham zapp 'n' dusta...
- Stefan Thomsen, Hertie Comic Shop Kiel