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Batman: Dark TomorrowComics und Videospiele Seit vor über fünfzehn Jahren unerkenntliche Pixelhäufchen als Comic-Adaptionen für 8-Bit Konsolen vermarktet wurden, hat sich gar nicht so viel verändert. Es ist fast schon zur traurigen, ungeschriebenen Regel der Branche geworden, starke Lizenzen in 08/15-Games aus dem Videospiele-Baukasten zu stecken.Bis zur 16-Bit Ära landeten Batman, Spidey und Co. zumeist in uninspirierten Jump'n'Runs, auf der PlayStation begann die große Vermarktung der Marvel-Helden in Prügelspielen. Zwar haben es Filmfreunde auch nicht viel besser, doch können sich Hersteller bei Comic-Adaptionen noch viel fester auf einen traurigen Grundsatz verlassen: Egal, wie schlecht das Ergebnis wird, die Fans werden es schon kaufen. Es gab Ausnahmen. Die jüngst erschienen Spiderman Action-Adventures auf N64 und PSOne sind ein hübsches Beispiel dafür, doch richtig geändert hat sich bis heute nichts. Hinzu kommt, dass moderne Next Generation-Konsolen mit High End-Grafik die Enttäuschungen nur noch vergrößern, wenn sich hinter toller Technik und hochgeschraubten Erwartungen wieder nur lahmes Gameplay versteckt. PS2-Besitzer können vielleicht ein Liedchen davon singen, das jüngst erschienene Batman: Vengeance von Ubi Soft gehört zwar nicht zu den größten Gurken des Jahrhunderts, aber richtige begeistern konnte es wohl niemanden. Neue Konsole, neuer Anlauf
Nintendos nagelneuer Hoffnungsträger Gamecube, jene seltsame Wunderkonsole im verqueren Design, könnte ein wenig Licht in dieses dunkle Zukunftsbild bringen. Oder, treffender formuliert, könnte ganz im Gegenteil Dunkelheit in der Videogame-Comicwelt verbreiten. Batman kam zwar auch hier mit Batman: Vengeance bereits zu einem ersten Auftritt, doch handelt es sich dabei um eine schlichte Adaption der oben erwähnten PS2-Version - kein Grund zum Jubeln.Doch neben Ubi Soft hat auch ein anderer Kandidat die Herausforderung angenommen. Das Entwickler- und Publisher-Haus Kemco besitzt ebenfalls die Rechte an einem Gamecube-Batman, und der soll vor Allem eines werden: Düster! Man will die Fans diesmal nicht enttäuschen, die Story zu Batman: Dark Tomorrow entsteht unter Kenji Terada, Autor der klassischen Final Fantasy-RPGs, und wird ständig mit DC Comics abgesprochen. Unter diesem Licht wirkt die Handlungsskizze derzeit leider noch etwas klischeehaft: Commissioner Gordon wurde entführt, und die Insassen des Arkham Asylums wurden auf freien Fuß gesetzt. Bandenkriege und Anarchie beherrschen die Straßen Gothams, nur der dunkle Ritter kann Ordnung in seine Stadt bringen. Während Batman seinen Gegenangriff durchführt und die ausgebrochenen Verbrecher zur Strecke bringt, sammelt er Informationen und Hinweise über den Drahtzieher der gesamten Aktion. Und er findet heraus, dass weit mehr als das Schicksal Gothams auf dem Spiel steht. Okay. Nicht wirklich schlecht, wenn auch etwas sehr Videospiel-geprägt. Doch die Handlung wird immer noch umgeschrieben, massive Überraschungen sind also nicht auszuschließen. Alte Bekannte Die Schauplätze des Geschehens ziehen sich durch beinahe alle bekannten Comic-Locations, von Wayne Manor, der Bathöhle und den Abwässerkanälen, bis in die Straßenschluchten Gothams und schließlich nach Arkham. Dabei gilt es unzählige Wahnsinnige und Verbrecher aufzuhalten, angefangen bei Killer Croc, Mister Freeze und Poison Ivy, bis zu Joker und Black Mask. Ob es besonders clever ist, derart viele Charaktere in eine Handlung zu packen, sei einmal dahingestellt, Kemco ist sich der Schwierigkeiten zumindest bewusst. Nacheinander Schurken zu verprügeln wird schließlich weder der Thematik gerecht, noch macht es besonders viel Spaß. Action-Sequenzen sollen darum auch nur einem Teil des Spiels ausmachen. Dark Tomorrow legt nämlich auch auf komplexe Puzzles und Adventure-Elemente großen Wert, Batman sollte seinen Kopf ebenso benutzen müssen wie seine Fäuste. Zudem finden natürlich auch technische Spielereien aus dem Einsatzgürtel häufig Verwendung, und das Batmobil wartet auch auf eine Rundfahrt. Darüber hinaus lässt sich zur Zeit nicht viel über das Gameplay sagen. Bislang gibt es nämlich nur ein großes Fragezeichen, wo Bilder und Infos aus dem laufenden Spiel sein sollten. Stimmungsvoller Einklang
Kemco zauberte Batman: Dark Tomorrow im Sommer auf der E3, der größten amerikanischen Messe für Verbraucher-Elektronik, aus dem Hut. Zu sehen gab es allerdings keine Bilder aus dem eigentlichen Spiel, über die Bildschirme lief lediglich ein vorgerendertes Videoband. Die FMV-Sequenzen zeigten beeindruckende, filmreife Batman-Szenen, in denen der dunkle Ritter eine Straßengang ausschaltet. Das Batmobil sah beinahe so gut aus wie bei Tim Burton, selbst das Batplane donnerte in atemberaubender Geschwindigkeit über die Bildschirme, geschmückt mit den schönsten Lichteffekten und detailliertesten Texturen. Das sadistische Grinsen des Jokers tauchte kurz aus den Schatten auf, Batman erledigte Straßenschläger mit hervorragend animierten Kampftechniken, kurz: Es war Batman, wie man sich ihn nur wünschen kann - und es war sehr düster.So beeindruckend das Video auch war, seitdem gab es keinen Fetzen an neuem Bildmaterial. Deswegen sind Spekulationen über die Qualität des fertigen Spiels natürlich noch verfrüht, zumindest kann man Kemco aber den richtigen Ansatz gutschreiben. Eigentlich hätte Dark Tomorrow in den USA schon erhältlich sein sollen, vor wenigen Wochen wurde der Titel jedoch in den Frühling verschoben. Als Europäer betrifft uns das aber eh nicht, Kemco hat ein hiesiges Release zum Europa-Start des Gamecubes zugesagt. Da auch Nintendo sich bislang auf keinen Termin festlegen wollte, bleibt nur ein grobes Anpeilen Richtung April/Mai. Sobald es endlich erste In-Game Bilder und detaillierte Infos gibt, erwartet Dich an dieser Stelle auch ein ausführliches Preview. Bis dahin lohnt es sich, gespannt zu sein, und den überaus sehenswerten E3-Clip herunterzuladen (zum Beispiel bei IGN). Und wir drücken einmal fest die Daumen, dass Kemco endlich mit alten Traditionen brechen kann. Lukas "Ruppoman" Wilde - Dezember 2001 ![]() Bildergalerie
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