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Harley and Ivy



Harley and Ivy #1Autor:
Paul Dini

Zeichner:
Bruce Timm, Shane Glines

Erscheinungsdatum:
April-Juni 2004

Preis:
$2.50 US/ Ausgabe



Heft 1:
Bosom Buddies (Busenfreundinnnen)

Harley Quinn und Poison Ivy auf Raubzug in Gotham. Die sehr seltene Zombiewurzel soll gestohlen werden. Damit kann Ivy jeden Menschen unter ihre Kontrolle bringen und nicht, wie Harley bekannt sein müsste, nur die Männer. Leider ist in dem Moment, in dem die beiden Schönheiten die Pflanze rauben wollen, eine Führung im Gange. Unter den Gästen: Bruce Wayne. Die Verfolgungsjagd beginnt. Schlussendlich holt er sie ein und der Kampf beginnt. Ivy ist in arger Bedrängnis und Harley will helfen, doch zuerst will eine Waffe zwischen den Tampons, den Kondomen und den anderen Schönheitsartikeln in ihrer Handtasche gefunden werden. Weil ja Not am Mann bzw. Batman an der Frau ist, muss schnell gehandelt werden und so wirft Harley die Zombiewurzel nach Batman, was die kriminelle Botanikerin zuerst in einen Schockzustand, dann in Rage versetzt.

In Arkham Asylum will Harley die Freundschaft zu Ivy wiederherstellen, doch diese lässt sich auch von einer langen, warmen Dusche inklusive Ständchen von des Jokers Liebsten, einer Kopfmassage und dem alten Spiel mit der Handtuchpeitsche nicht beeindrucken und ist zum Ende so genervt dass sie Harley angreift . Kurz bevor der Rotschopf in Einzelhaft gesteckt wird, teilt sie der Blonden mit, dass sie sie nie wieder sehen will. Harley hat das anscheinend falsch verstanden und besucht ihre „beste Freundin“ in der Einzelhaft, doch Ivy reagiert mehr als abweisend.

Dr. Pamela Isley beschliesst auszubrechen, schneidet sich in den Finger und ruft die Wache, weil sie ja am Verbluten sei. Doch die Wunde ist nicht besonders gross, im Gegensatz zu der frisch supergedüngten Killerrose, die sich auf die Wache stürzt und so der rothaarigen Kriminellen die Flucht ermöglicht. Harley freut sich gegenüber auch schon auf ihre Freiheit, wird aber zurückgelassen, kann aber mit Hilfe von einem von Ivys Kussopfern ebenfalls fliehen. In der Kanalisation kommt es zum finalen Showdown zwischen Ivy und den Hütern des Gesetzes, die erstere mit Hilfe von Killermoos gewinnt.

Tags darauf verlässt ein Schiff den Hafen von Gotham mit Costa Verde als Ziel. Dort wächst die Zombiewurzel und so verwundert es auch nicht, dass man Ivy unter den Passagieren findet. Doch auch Harley will mit von der Partie sein, doch verpasst das Schiff nur knapp. Dr. Isley macht keinerlei Anstalten, ihrer blonden Ex-Partnerin zu helfen, doch wird weich, als sie Tränen über das kindliche Gesicht der Gehilfin des Jokers kullern sieht.



Harley and Ivy #2

Heft 2:
Jungle Fever (Dschungelfieber)

In Costa Verde sind die Umweltschützer los. Der Wald soll gerodet werden, der Wald in dem auch die Zombiewurzel wächst. Allerdings haben die beiden grade grössere Probleme, denn Ivy wird gerade, nur in rosa Unterwäsche gehüllt, gegen eine Wand geschleudert. Die beiden Gothamer auf Reisen haben es geschafft in Costa Verde eingeknastet zu werden und werden dort von ihren Mithäftlingen recht unsanft angepackt. Doch Harley kann mit roher Gewalt die Situation zu ihrem Vorteil entscheiden. Gerade als Ivy eine ihrer Mithäftlingen vergiften will, werden die beiden zu einer Audienz beim Präsidenten von Costa Verda gebeten, der die beiden nur zu gerne gehen lässt, wenn die beiden ihm einen Teil an ihrer zukünftigen Beute überlassen. Doch er hat nicht mit dem kriminellen Genie der Harley Quinn gerechnet, die den Präsidenten packt, ihn Ivy an die Lippen drückt und seine Leibwache auslöscht.

Kurz darauf sitzen die beiden auch schon in einem Dschungelfahrzeug und sind auf der Suche nach der Zombiewurzel als sie auf Slash und Burn treffen. Die zwei Söldner wurden angeheuert um den Wald zu planieren, doch Harley und Ivy scheinen auch gute Ziele abzugeben. Allerdings können die beiden dank dem robusten Fahrzeug und einer Stinger-Rakete entkommen und beschliessen bald darauf, das Fahrzeug zu verlassen und die Zombiewurzel zu finden.

Während Ivy weiter in den Wald zieht und die Schönheit der Vegetation betrachtet, hat Harley mit kuhgrossen Moskitos zu kämpfen. Derweil wird Ivy ganz wuschig und beschliesst, sich selbst etwas zu gönnen und schon im nächsten Panel ist sie stöhnend in den Ranken des Urwaldes zu sehen. Harley ist patschnass, da es im Dschungel auch noch regnet, als Ivy aus dem Dschungel zurückkehrt. Des Jokers Gehilfin will wieder nach hause und Ivy verspricht ihr das mit einem Kuss auf die Wange, als Slash wieder durch die Büsche bricht und die beiden angreift. Die Flucht schlägt fehl, da auch Burn anwesend ist und sie von der anderen Seite angreift. Ivy vergiftet Burn kurzerhand mit einem Pfeilgiftfrosch und Harley schockt Slash mit Wasser und Glühbirne zu Tode.

Ein kurzer Anruf beim Präsidenten, der immer noch unter Einfluss von Ivys Kuss steht macht Schlagzeilen: Der Regenwald darf bleiben. Das liest auch Batman und meint, dass er die beiden jagen und fangen werde, sobald sie in Gotham auftauchen.



Harley and Ivy #3

Heft 3: Hooray for Harleywood (Hurra für Harleywood)

Harley sieht sich Cartoons an, Ivy arbeitet am Destillat aus der Zombiewurzel, beide nur in Unterwäsche, als die beiden erfahren, dass ein Film mit ihnen in der Hauptrolle gedreht werden soll. Das trifft sich gut, denn Harley und Ivy brauchen Geld und Hollywood mit seinen Multimillionen Dollar-Projekten scheint ein nettes Pflaster zu sein. Ausserdem gehen den beiden die Hauptdarstellerinnen auf den Senkel. Also schleichen sich die beiden aufs Filmset, nehmen das Filmteam mit Hilfe des Zombiewurzeldestillates als Geisel und Harley beschliesst, dass sie den Film drehen will. Mit vielen Stunt-Szenen für Batman, der selten nur mit Schrammen aus dem Debakel hervorgeht. Auf der Suche nach einem neuen Stuntman, immerhin braucht Harley derer drei pro Tag, findet des Jokers Gehilfin einen netten, deutschen Blondschopf, der nicht nur muskulös, sondern auch bereit ist, bei dem Himmelfahrtsprojekt mitzumachen.

Das grosse Finale steht an, das nach vielen, vielen Batstunts nun ein krönender Abschluss sein soll. Der Blonde wird an 200 Pfund Dynamit und einen Helikopter gefesselt und sollte mit dem in die Kulisse des Gothamer Polizeihauptquartiers rasseln, während Harley und Ivy im Harleycopter zusehen. Doch während den Dreharbeiten stellt sich heraus, dass der Blonde auch nur ein Maskenträger war, es stellt sich heraus, dass es sich um Batman handelt. Dieser befreit sich und schafft es aus der haarsträubenden Szene zu entkommen und die beiden Gaunerinnen festzunehmen.

Die Produktion des Filmes war allerdings sehr teuer und würde das Studio, wenn sie den Film nicht ins Kino brächten, ruinieren. So wird der Film mit einem flauen Gefühl im Magen veröffentlicht und entwickelt sich als „Ultimative Satire auf alle übergrossen Hollywood-Actionproduktionen“ und gewinnt sogar einen Oscar, den Harley mit grosser Polizeibegleitung entgegennehmen darf. Zurück in Arkham verhandelt sie bereits, in der Zelle gegenüber wohnt Ivy, über neue Filmdeals und die Mini endet mit den Worten „Ivy’s escaped“ („Ivy ist geflohen“).



Bruce Timm, Paul Dini und Shane Glines liefern eine Serie ab, die sehr gerne mit Kontrasten spielt. Manch einem dürfte vielleicht aufgefallen sein, dass ich im Vorangegangenen oft Details erwähnt habe, die doch auf ein recht erwachsenes Verhalten der Charaktere hindeuten. Und genau davon lebt die Serie, dem erwachseneren Humor. Auch wird immer wieder eine lesbische Beziehung zwischen den beiden Titelheldinnen angedeutet, am deutlichsten in Ivys Kommentar, dass Harley wissen müsse wie ihre Küsse wirken, jedoch nie bestätigt oder verneint.
Und so liest man die Geschichte, mehr interessiert an der Beziehung der beiden Schurkinnen zueinander als an der eigentlichen Handlung um Zombiewurzel und Filmbusiness. Klar, vieles ist reine Spekulation, aber wenn man das Gesamtwerk betrachtet, drängt sich diese These mehr und mehr auf. Die Tatsache, dass Harley mit ihrem „Mistah J.“ eine Beziehung hat/haben soll wird völlig ignoriert. Der Rest der Story ist relativ dürftig. Währen die beiden Gothamerinnen in den ersten zwei Heften der Zombiewurzel nachjagen, ist diese in der dritten Ausgabe scheinbar vergessen. Ein Versuch zur Erklärung wird zwar gemacht, doch geht der nicht ganz auf, denn wenn man Geld braucht und ein sehr starkes Hypnotikum vor sich hat, wird man wohl kaum ein Filmset überfallen wollen.

Besondere Erwähnung sollte aber die wirklich kreative Arbeit des Teams verdienen, denn die Serie ist nur so gespickt von Seitenhieben auf andere Serien und Sendungen. Am ehesten fällt das in Ausgabe #3 auf, die sonst eigentlich gar nichts zu bieten hat, auf. Zuerst als Harley Cartoons schaut. Sie sieht sich eine Sendung namens „Aggromegaliacs“ an, deren Titelsong lautet. „We’re Aggromegaliacs, we’re ugly to the max…“ ( etwa: „Wir sind die Aggromegaliacs, wir sind hässlich wie die Nacht“). Das Lied ist ganz klar eine Anspielung auf die Animaniacs, deren deutscher Titelsong nicht nur perfekt ins Reimschema passt, sondern auch einen ähnlichen Inhalt hat. „Wir sind die Animaniacs, wir sind verrückt und ham’nen Knacks…“. Doch der absolute Hammer in Sachen Anspielung findet sich ganz am Anfang, beim Überfall auf das Filmset. Der halb bewusstlose Schauspieler des Jokers stammelt „Yoda… Dagobah System…?“ Das ist ein Person bzw. ein Ort aus den Star Wars-Episoden 4-6 (die erste Trilogie). Wer sich nun in der Welt der Comics und deren Zeichentrickserien auskennt weiss, dass in „Batman: the animated Series“ Mark Hamill dem Joker die Stimme lieh, wofür ich ihm persönlich auf ewig dankbar bin. Allerdings wurde Mark Hamill mit der Rolle des Luke Skywalker in Star Wars Episode 4-6 bekannt.

Um noch einmal auf den Punkt mit den Kontrasten zurückzukommen, möchte ich nun dem erwachsenen Humor, und den teilweise recht anspruchsvollen Seitenhieben, den Zeichenstil gegenüberstellen. Wer einmal eine DC-Zeichentrickserie, die zwischen 1990 und 2002 produziert wurde, gesehen hat, weiss, wie die Charaktere aussehen. Und genau so sehen sie auch hier aus, da Bruce Timm ja den Stil der Zeichentrickserien erfunden hat. Ich mag diesen Stil sehr und er war auch der Ansporn für mich, die Serie zu kaufen. Für mich reichen die Worte „Bruce“ und „Timm“ und ich lese es, da ich sein Artwork sehr bewundere. Kaum jemand schafft es, mit so wenigen Linien so schöne Gesichter und Figuren zu erschaffen. Shane Glines hält zwar wacker mit, aber kann Bruce nicht das Wasser reichen. Allerdings muss gesagt werden, dass bei den Farben dann und wann wieder etwas geschlampt wurde, denn z.B Ivys grüne Haut ist in einigen Panels heller als in anderen und die Schattierungen lassen stellenweise zu wünschen übrig.

Alles in allem ist die Serie ein netter Zeitvertreib, ganz lustig, um mal einen Abend lang auszuspannen, doch die Story vermag eher nicht zu fesseln. Man kann sich gar nicht recht in die Geschichte um die Zombiewurzel hinein leben, doch das wird wieder von der Harley/Ivy-Beziehung wettgemacht. Sammlern und Bewunderern von gutem Artwork sei diese Miniserie ans Herz gelegt, aber Leute, die eine grosse Story und schockierende Wendungen erwarten, sollten ihr Geld besser sparen.


Dominik "Bär" Bärlocher


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